Zündanlage mit einem Magnetzünder mit vielpoligem Magnet- und Wicklungsteil. Magnetzünder für Verbrennungsmotoren mit verhältnismässig grosser Zylinderzahl werden im allgemeinen derart ausgeführt, ,dass die Zahl der in einer Umdrehung der Nockenwelle des Motors in .den Spulenkernen erzeugten Flusswechsel gleich gross ist wie diejenige der Zündfunken. Dementsprechend wird bei jedem Flusswechsel der Primär stromkreis unterbrochen.
Es ist bereits bekannt, derartige Zünder für Motoren zu verwenden, deren Zylinder zahl ein ganzer Teiler der Anzahl der im Zünder erzeugten Flusswechsel ist. In diesem Fall wird der Primärstromkreis zum Beispiel nur bei jedem zweiten oder dritten usw. Fluss- wechsel unterbrochen (bei denjenigen FluB- wechseln, die zur Zündung nicht ausgenützt werden, entsteht ein verhältnismässig grosser gurzsühlussstrom in der Primärwicklung, der das Magnetfeld stark schwächt).
Dies ist ohne Nachteil, wenn die Flusswechsel sich in so .groben Abständen folgen, .aass sie einander nicht beeinflussen. Es hat sich nun gezeigt, dass dies bei einer grösseren Zahl von Fluss wechseln pro Umdrehung nicht mehr der Fall ist, mit andern Worten bei Magnetzündern, .die für eine :grosse Funkenzahl gebaut ,sind und mit hoher Drehzahl laufen, beispiels weise bei solchen für moderne Flugmotoren.
Die Steilheit einer Flusshalbwelle wird um so geringer, je grösser die Flusswechselfrequenz ist. Dadurch treten Störungen auf, die sich bis zum vollständigen Aussetzen der Zün dung steigern können.
Es ist zwar schon vorgeschlagen worden, während der für die Zündung nicht ausge nutzten Flusswecbsiel den Unterbrecher nach seiner Öffnung während -der Dauer einer hal ben Flusswelle geöffnet zu halten, wodurch ,das Auftreten eines schädlichen Kurzschluss- stromes verhindert werden soll.
Bei sehr schnell laufenden Motoren besteht bei geöffnetem Unterbrecher jedoch die Ge fahr, dass in der Zünderwicklung eine Span- nung entsteht, dis für eine unbeabsichtigte Zündung ausreicht, und zwar auch dann, wenn in bekannter Weise parallel zum Unter- brecherhebel ein diesen dauernd überbrücken der Schwingungskreis aus einem Widerstand und einem Kondensator angeordnet ist.
Nach der Erfindung ist nun ein Widerstand mit seinem einen Ende mit dem Primärstromkreis des Magnetzünders und mit dem andern Ende mit einem Kontakt verbunden, mit welchem der Unterbrecherhebel nach dem Öffnen des Unterbrechers in Verbindung tritt, so dass die Unterbrechungsstelle durch den Widerstand und den Unterbreeherhebel überbrückt wird. Bei geschlossenem Unterbrecherhebel ist der Widerstand also einpolig abgeschaltet.
Der bekannten Anordnung mit parallel zum Unterbreeherhebel liegenden Wider stand und Kondensator gegenüber hat die Anordnung nach der Erfindung den Vorteil eines wesentlich höheren Wirkungsgrades. Der Unterbrecherhebel wirkt als Umschalter, indem der Widerstand erst nach Unterbrechen des Primärstromkreises eingeschaltet wird. Dies hat zur Folge, dass der Primärstromkreis unmittelbar nach Öffnen desselben einen Au genblick vollständig offen ist. Die- Zündung geht also vor sieh, wie wenn gar kein Wider stand vorhanden wäre.
Nach der Zündung wird der Unterbreeherhebel an den Wider stand gelegt, wodurch der in diesem während der nicht benützten Flusshalbwelle fliessende Primärstrom den Mabgometfluss genügend dämpft, um die Entstehung einer uner wünscht hohem Leerlaufspannung im Sekun därkreis zu verhindern.
Auch wenn bei bekannten Zündanlagen dafür gesorgt ist, dass im Augenblick des Maximums einer Spannungswelle die Sekun därwicklung über,den Verteiler nicht an eine Kerze angeschlossen ist, besteht trotzdem die Gefahr von Überschlägen und Beschädigun- gen im Zündapparat selbst.
Eine solche, die Gefahr von Überschlägen in der Sekundärwicklung mit sich bringende Leerlaufspannung und eine daraus hervor gehende .Zerstörung des Zünders kann bei der Zündanlage nach der Erfindung überhaupt nicht vorkommen. Die Betriebssicherheit der Zündanlage wird daher gegenüber bekannten Zündeinrichtungen wesentlich erhöht.
Zudem wird der erhebliche Vorteil erreicht, dass ein beliebiger vorhandener Zünder mit entspre chend ausgebildetem Nockenrad für Motoren, deren gerade oder umgerade Zylinderzahl einen Bruchteil ,der erzeugten Flussweehsel beträgt, verwendet werden kann.
Die beiliegende Zeichnung zeigt in Fig. 1 die Schaltung der Magnetzünder-Stromkreise einer im übrigen nicht dargestellten beispiels- weisen Ausführungsform der Zündanlage mit einem Magnetzünder mit vielpoligem Magnet- und Wicklungsteil.
In Fig. 1 bezeichnet E, Pr, C bezw. ZT, <I>E'</I> den Primärkreis,<B><I>S</I></B>, K den Sekundärkreis mit der Funkenstrecke (Kerze) K; in den Primär stromkreis eingeschaltet ist der von einem nicht dargestellten Nockenrad mit vielen Nocken betätigte Unterbrecherhebel U bezw. der dazu parallel geschaltete Kondensator C.
Ein mit dem Primärkreis sowie mit dem Kondensator C elektrisch verbundener Über- brückungswiderstand jY ist an einem im Be reich des Unterbrecherhebels angeordneten Kontakt f angeschlossen, an den sich der Un- terbrecherhebel in der Offenstellung selbst tätig anlegt.
Bei geschlossenem Unterbrecher fliesst in der Primärwicklung ein Kurzschlussstrom. Soll eine Flusshalbwelle zur Zündung ausge nützt werden, wird der Unterbrecher unge fähr in demjenigen Augenblick geöffnet, in dem der Strom sein Maximum erreicht. In diesem Augenblick schnellt der Fluss, der infolge der Rückwirkung des Kurzsehluss- strames bedeutend geringer ist als bei ge öffnetem Unterbrecher, auf denjenigen Wert. hinauf, den er bei dauernd geöffnetem Unter brecher in diesem Augenblick erreicht hätte.
Wird der Unterbrecher jedoch nicht ge öffnet, so wird das Magnetfeld während der ganzen Flusshalbwelle geschwächt.
In Fig. 2 der Zeichnung sind einige Fluss- bezw. Stromverlaufkurven im Magnetfeld während einer Flusswechselperiode darge stellt, die das eben Geeagte veranschaulichen. Die Kurve a zeigt beispielsweise den Flussverlauf im Magnetfehl, wenn der Unter brecher beim Strommaximum geöffnet wird.
Die Kurve b zeigt den Stromverlauf bei Unterbrechung jeder Stromhalbwelle.
Die Kurve c zeigt den Verlauf des magnetischen. Flusses im Magnetfeld bei ge schlossenem Unterbrecher.
Die Kurve d veranschaulicht -den Strom verlauf, wenn wie bisher, der Unterbrecher während der nicht ausgenützten Flusshalb- welle geschlossen bleibt.
Die Kurve e zeigt den. Stromverlauf im Primärkreis bei nach der Erfindung ge steuertem Magnetzünder. Der Unterbrecher hebel wird so gesteuert, dass er nach dem Öffnen im Zeitpunkt e' während einer voll ständigen 111albperio@de, das heisst bis zum Zeitpunkt e" im ersten Teil .der zweiten Halb periode, geöffnet bleibt.
Während dieser Zeit fliesst in der Primärwicklung, im Gegensatz zu der bisher üblichen Steuerung des Unter brechers, bei welcher dieser unmittelbar nach dem Öffnen wieder geschlossen wird (Zeit punkt e"' bei Kurve d), kein schädlicher Kurzsohlussstrom. Das hat zur Folge,
dass das Strommaximum in der folgenden Halbwelle infolge des früheren Durchganges durch die Nullinie und der grösseren Steilheit des Fluss- verlaufes -gegenüber derjenigen in der Kurve d wesentlich erhöht wird.
Hieraus geht her vor, dass im Augenblick des StTOmunter- bruches auch bei sehr hoher Frequenz von Flusswechseln bezw. Funkenzahl :die zu. einer zuverlässigen Zündung erforderliche Span nung in der Sekundärwicklung erreicht wird.
Es ist natürlich möglich, den Unterbre cher statt nur während einer halben Fluss welle, während zwei oder mehr ganzen Pe- riaden geöffnet zu halten, wenn dies die Um stände erfordern.
Die bei geöffnetem Unterbrecher ent stehende Leerlaufspannung wird somit auf einfache Weise dadurch reduziert, dass wäh rend der Öffnungsdauer des Unterbrechers dessen Unterbrechungsstelle durch,denwider- stand W überbrückt wird, der einen Teil des Kurzschlussstromes fliessen lässt.
Es ist ein fach, diesen Widerstand so abzustimmen, dass ,die Spannung auf der Sekundärseite auf das gewünschte Mass reduziert wird und trotzdem die Beeinflussung des für die Zündung ver wendeten Flusswechsels so klein ist, -dass die Sicherheit der Zündung nicht beeinträchtigt wird.