CH212366A - Verfahren und Einrichtung für die künstliche Verlängerung der Brutzeit von Fischbruten. - Google Patents
Verfahren und Einrichtung für die künstliche Verlängerung der Brutzeit von Fischbruten.Info
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Description
Verfahren und Einrichtung f r die künstliche Verlängerung der Brutzeit von Fischbruten.
In vielen Fischbrutanstalten der Schweiz werden bei Eintritt der Laichzeit die Fischrogen (Eier) von gefangenen Weibehen gestreift, befruchtet und in Fischbrutanstalten aufgezogen. Die künstliche Aufzucht von Fischbruten begegnet nun in der Praxis der grossen Schwierigkeit, da¯ das Gebrauchs sasser f r die Bruten, welches normalerweise den Wasserversorgungsnetzen entnommen wird, eine höhere Temperatur besitzt als das Wasser der für die natürliche Entwicklung in Frage kommenden Bäche, Flüsse und Seen in der entsprechenden Jahreszeit (Dezember, Januar, Februar, März).
Zum Beispiel weisen fast sämtliche Wasserleitungsnetze in der Schweiz während derWin- terzeit im günstigsten Fall eine Wassertemperatur von-)-8 bis-)-9 C auf, während die Temperatur der vorerwähnten natürlichen Brutstätten in der für die Entwicklung in Frage kommenden Wassertiefe in der Regel + 4 C nicht überschreitet. Die Erforschung der biologischen Grundlage über die Entwicklung der Fischeier hat nun gezeigt, dass die Entwicklungszeit der Fischbruten in starker Abhängigkeit von der Wassertemperatur, in weleher die Brut entwickelt wird, ist.
Die Entwicklungszeit von der Befruchtung bis zum Ausschlüpfen beträgt bei verschiedenen Wassertemperaturen : bei 1#C Wassertemperatur 520 Tage ,, 2#C ,, 260 ,, ,, 4#C ,, 130 ,, ,, 8#C ,, 65 ,, ,, 10#C ,, 52 ,,
In der Folgezeit kann man damit rechnen, da¯ gesunde Brut sich nach 3 bis 5 Tagen aufzurichten beginnt, da¯ sie nach 20 Tagen lebhaft zu schwimmen anfängt und da¯ bei einer Wassertemperatur von zirka-I-5 C der Dottersack nach 40 bis 50 Tagen ganz aufgezehrt ist.
In dieser Entwicklungszeit nach dem Ausschlüpfen muss entweder mit der künstlichen Fütterung begonnen werden oder es müssen die jungen Fischchen dem Ge wässer übergeben werden, wo sie sich alsdann unter Einnahme von natürlicher Nahrung weiter entwickeln sollen.
Unter der Annahme, dass die Fischrogen am 1. Deze zber gestreift, befruchtet und dem Entwicklungswasser übergeben werden, ergibt sich aus dem Vorerwähnten und xtebter Annahme, da¯ die Brut in Wasser von +8#C eingesetzt wird, folgende Entwick- lungszeit bis zum Beginn der künstlichen Fütterung oder des Aussetzens in die entsprechenden Gewässer :
Vom Einsetzen der Rogen bis zum
Ausschliipfen...... 65 Tage Zeit, in welcher der Dottersack aufgezehrt wird..... 40 Tage Totalzeit vom Einsetzen der Ro gen in das Entwicklungswasser bis zum Einsetzen in das natür liche Gewässer..... 105 Tage
Das sind 3 Monade un 5 Tage, das leeisst die Jungfischchex sollten am 15. MÏrz in das watürliche GewÏsser ausgesetzt werden.
Dieser natürlichen Aussetzung stehen nun folgende Erwägungen und Tatsachen entgegen :
Mitte März bis Ende April, oft sogar bis Mitte oder gegen Ende Mai, treten in den in Frage kommenden Gewässern häufig infolge der Schneeschmelze oder der Frühjahrsnieder- schläge Überschwemmungen oder starke abnormale Wasserzunahme ein, welche in der Folge einen grossen Prozentsatz der ausge- setzten Brut wegschwemmen und vernichten.
AuBerdem hat sich in der zum Teil noch kalten Frühjahrszeit die natürliche Nahrung in den Flussläufen und Seen noch nicht entwickelt, so da¯ das Jungfischlein zu wenig Nahrung vorfindet und deshalb ein weiterer gro¯er Prozentsatz der Brut eingeht, nicht zuletzt auch deshalb, weil das sofort ausgesetzte Jungfischchen im Einbringen von natürlicher Nahrung noch nicht gewandt ist.
Diese vorerwähnten Nachteile, welche entweder eine künstliche Fütterung der Brut bis gegen Mitte Mai oder Anfangs Juni bedingen oder andernfalls bei sofortigem Aus- setzen das Absterben eines grossen Prozentsatzes hervorrufen, können nach dem erfin dungsgemässen Verfahren beseitigt werden.
Gemäss diesem Verfahren wird das Entwick lungswasser, um eine Verlängerung der Brutzeit zu erreichen, durch eine Kühlanlage gek hlt.
Beispielsweise kann das Entwicklungswasser durch die Kühlanlage auf + 4"C abgekühlt werden.
Dadurch ergibt sich folgende Entwicklungszeit : Vom Einsetzen der Rogen bis zum
Ausschl pfen . . . . . . 130 Tage Zeit, in welcher der Dottersack aufgezehrt wird 40 Tage Totalzeit vom Einsetzen der Ro en in das Entwicklungswasser bis zum Einsetzen in das natür liche Gewässer 170 Tage
Das sind 5 Monate und 20 Tage, das hei¯t die aiii 1. Dezember in 4grÏdigem Entwicklungswasser eingestzten Fischrogen sind zirka am 20. Mai aussetzungsfÏhig, also zu einem Zeilpunkte, in welchem die Fr hjahrshochwasser rorbei sind und die Anreicherung der nat rlichen WasserlÏufe mit nat rlicher Nahre6llg bercils eingetreten ist.
Eine beispielsweise Einrichtung zur Ausführung des beschriebenen Verfahrens sieht vor, dass das Entwicklungswasser auf+4#C in einem kleinen Wasserbassin abgekühlt wird, in welchem die Temperaturerniedrigung durch ein an eine kleine automatische liühl- machine angeschlossenes Kiihlsystem bewerkstelligt wird.
Aus diesem Bassin mit abgekühltem Wasser fliesst das Wasser in die Entwicklungs- kasten, in welchen sich die Fischrogen befinden ; unter den Entwicklungskasten wird es durch ein Haarfilter filtriert, gesammelt und mit einer kleinen Pumpe unter Zwischenschaltung einer Zerstäubungsdüse zur Anreicherung des Wassers mit Sauerstoff wieder in das vorerwähnte Abkühlungsbassin zurückgeführt.
Im Abkühlungsbassin werden die jeweilen, beim Umlaufprozess des Wassers aufge- tretenen Temperaturerhöhungen durch exalte- entwicklung im eingebauten Eühlsystem ausgeglichen. Die Temperatur im Abkühlungsbassin wird durch Druckregulierung der Kühlmasohine konstant gehalten. Durch ein mit dem Druckregler der Eühlmasohine in Serie geschalteten Temperaturregler wird die Sicherheit geschaffen, dass bei einem eventuellen Versagen des Druckreglers eine unzulässige Temperaturerniedrigung des Ent wicklungswassers nicht stattfinden kann.
Dadurch, daB das Entwicklungswasser nach dem Durchfluss durch die Entwicklungs- kasten wieder gefasst wird, braucht durch die nun wesentlich kleinere und billigere Anlage nur der Eälteverlust während des Wasserdurchflusses durch die ganze Apparatur ersetzt zu werden, und einzig auf dieser Grundlage ist die wirtschaftliche Ausführung einer solchen Anlage möglich.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH I : Verfahren für die künstliche Verlänge- rung der Brutzeit von Fischbruten, dadurch gekennzeichnet, dass das Entwicklungswasser durch eine Kühlanlage gekühlt wird.UNTERANSPRtCHE : l. Verfahren nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dal3 das aus dem Ent wicklungskasten abflieBende Wasser zum Eühlsystem zurückgeleitet wird, damit nur die Kalteverluste ersetzt werden müs sen.2. Verfahren nach Patentanspruch I und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daB die Kiihlung des Entwicklungswassers in einem dem Entwicklungskasten vorge schaltenem Abkühlungsbassin vorgenom men wird.PATENTANSPRUCH II : Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Patentanspruch I, dadurch ge kennzeichnet, daB sie eine Kühlanlage aufweist, um das Entwicklungswasser zu küh- len.UNTERANSPRÜCHE : 3. Einrichtung nach Patentanspruch II, da- durch gekennzeichnet, daB Mittel vorhan den sind, denen zufolge das aus dem Ent wicklungskasten abfliessende Wasser zum Eühlsystem zmückgeleitet wird, damit nur die Eälteverluste ersetzt werden müssen.4. Einrichtung nach Patentanspruch II und Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass dem Entwicklungskasten ein Abküh lungsbassin vorgeschaltet ist, in welchem das Wasser auf die Entwicklungstempera tur abgekühlt wird.5. Einrichtung nach Patentanspruch II und Unteranspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daB Mittel vorhanden sind, welche bewir ken, dass die künstliche Kiihlung des Ent wicklungswassers selbsttätig auf eine be liebig gewählte Temperatur geregelt wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH212366T | 1939-11-07 |
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|---|---|---|---|
| CH212366D CH212366A (de) | 1939-11-07 | 1939-11-07 | Verfahren und Einrichtung für die künstliche Verlängerung der Brutzeit von Fischbruten. |
Country Status (1)
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| CH (1) | CH212366A (de) |
Cited By (3)
| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE882333C (de) * | 1944-02-19 | 1953-07-09 | Walter Treig | Elektrisch betaetigte vollautomatische Fischbrutanlage |
| DE1607260B1 (de) * | 1966-03-29 | 1969-10-16 | Max Planck Gesellschaft | Verfahren und Vorrichtung zur Aufzucht und Haltung von Karpfen und anderen Nutzfischen |
| FR2106503A1 (de) * | 1970-09-14 | 1972-05-05 | Pacific Mariculture |
-
1939
- 1939-11-07 CH CH212366D patent/CH212366A/de unknown
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| Publication number | Priority date | Publication date | Assignee | Title |
|---|---|---|---|---|
| DE882333C (de) * | 1944-02-19 | 1953-07-09 | Walter Treig | Elektrisch betaetigte vollautomatische Fischbrutanlage |
| DE1607260B1 (de) * | 1966-03-29 | 1969-10-16 | Max Planck Gesellschaft | Verfahren und Vorrichtung zur Aufzucht und Haltung von Karpfen und anderen Nutzfischen |
| FR2106503A1 (de) * | 1970-09-14 | 1972-05-05 | Pacific Mariculture |
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