Verfahren zur Herstellung genadelter und ornamental gemusterter, aus mindestens zwei durch Nadelung verfestigten Vliesstoffbahnen zusammengesetzter Vdesstoffe Die Herstellung genadelter Vliesstoffe erfolgt in der Wei se, dass unter Einsatz von Krempeln oder auf aerodynamische Weise hergestellte Vliesstoffbahnen mit Hilfe von Nadelma schinen durch Nadelung mechanisch und anschliessend mit Hilfe von Bindemitteln zusätzlich verfestigt werden.
Als che mische Bindemittel kommen vorzugsweise vernetzte Polyacryl- säurcester, Butadieniicrvlnitril, Butadienstyrol und ähnliche Stoffe in Betracht.
Die bekannten, vorzugsweise als Bodenbeläge zur An wendung kommenden Nadeivliesstoffe sind entweder ein farbig oder im Falle einer Mischung verschiedenfarbiger Fa sern, die in dieser Mischung dem Vlieserzeuger zugeführt werden, melangiert. Der nielangierte <B>Typ</B> hat sich in erster Linie durchgesetzt.
Es sind eine Reihe von Verfahren bekannt, um Viiesstoff- bahnen ornamental mit einer andersfarbigen Musterung zu versehen. Dies kann in der Weise erfolgen, dass ein aus un terschiedlich eingefirbten Fasern durch Nadelung erzieltes Faservlies, auf einem Faservlies anderer Einfärbung auflie gend, mit diesem gemeinsam durch eine Nadelvorrichtung hindurchbewegt wird und dabei ein Vernadein beider Faser- viiesbahnen erfolgt,
so dass durch Mischen der Fasern beider Vliesstoffbahnen eine Musterung erfolgt (vergleiche FR-PS Nr. <B>1</B> 463<B>565).</B>
Ferner ist es bekannt, zwischen zwei zu vernadelnde Vlies- stoffbahnen in Form von Ornamenten ausgeschnittene, aus Fasern bestehende Flächengebilde zu legen, so dass diese Or namente durch den Nadelvorgang an der Oberfläche sichtbar wird (vergleiche CH-PS Nr. 401<B>893).</B>
Weiter ist es bekannt, einen gemusterten Vliesstoff da durch zu erzeugen, dass die Vernadelung von zwei Vliesstoff- bahnen nur in Form des gewünschten Ornamentes, z. B. in Streifen, erfolgt, so dass das Muster, z. B. das Streifenniuster, auf der Sichtfläche sichtbar wird (vergleiche deutsches Ge brauchsmuster Nr. <B>1 977</B> 417). Bei diesem Verfahren besteht der Nachteil, dass die beiden Vliesstoffbahnen nicht über ihre ganze Fläche genadelt werden, vielmehr nur im Bereich der Ornamente, wobei obendrein ein ornamentales Nadeln auf wendige Nadelvorrichtungen erfordert.
Es ist durch die GB-PS Nr. <B>1</B> 040<B>598</B> bekannt, zwei un terschiedlich eingefärbte Viiesstoffbahnen miteinander zu ver- nadeln, von denen eine von beiden mit einem ornamentalen Muster bedruckt ist, so dass durch den Nadelvorgang das Or nament der bedruckten Viiesstoffbahn auf der Sichtfläche der nicht bedruckten Vliesstoffbahn sichtbar wird.
Mit diesem Verfahren ist nur eine verhältnismässig matte Musterung er zielbar,<B>da</B> die Musterung ausschliesslich durch den Teil der be druckten Fasern erzielt wird, welche bis zur Sichtfläche durch- genadelt werden.
Nach einem weiteren bekannten Verfahren (vergleiche US-PS Nr. <B>3 191 257)</B> wird zwischen zwei zu vernadelnde Vliesstoffbahnen ein netzförrniges Gewebe gelegt, so dass beim Nadelvorgang auf der Sichtfläche ein rasterförmiges Ornament sichtbar wird, welches wie bei den zuvor erwähnten Verfahren nur sehr konturenschwach ist. Die Erzielung eines Ornaments beliebiger Formgebung ist damit nicht möglich.
Schliesslich sei noch die Erzielung einer Musterung auf einer Vliesstoffbahn in der Weise erwähnt, dass verschieden farbige textile Elemente in Ornamentform auf die Grund- Vliesstoffbahn aufgelegt und damit vernadelt werden (ver gleiche FR-PS Nr. <B>1 519 893).</B> Ein solches Verfahren hat eine Verdickung der Vliesstoffbahn im Bereich der aufgeleg ten textilen Elemente zur Folge, wozu der Nachteil hinzutritt, dass ein solches Verfahren sehr aufwendig ist,
weil die einzel nen Ornamente als Stücke zugeschnitten und auf die Grund- Vliesstoffbahn verteilt werden müssen.
Es ist auch bekannt, Nadelvliesstoffe über ihre ganze Flä che und durchgehend zu bedrucken, um so die gewünschten Ornamente zu erzielen. Ein solcher Druckvorgang erfordert, wie die meisten der zuvor erwähnten Verfahren, einen hohen apparativen und kostenmässigen Aufwand. Zur Anwendung kommen Pigmentfarbstoffe und im allgemeinen lösliche Farb stoffe, denen gegenüber Pigmentfarbstoffe der Vorzug ge geben wird, um der Oberflächenstruktur der Vliesstoffe den textilen Charakter auch noch nach dem Druckvorgang zu er halten. Der Druckvorgang erfolgt bei Verwendung von lös lichen Farbstoffen nach der mechanischen Verfestigung durch Nadelung, jedoch vor der Verfestigung mittels Bindemitteln, <B>d.</B> h. vor der Imprägnierung.
In diesem noch relativ instabilen Zustand des Faservlieses wird die Vliesstoffbahn jeweils einem Waschvorgang unterworfen, was besonders bei grossen Breiten grösste technische Schwierigkeiten im Hinblick auf Längs- und Querverzüge bereitet, ganz abgesehen von dem hohen Kostenaufwand für den Waschvorgang und die noch malige Trocknung.
Schliesslich führt das Bedrucken des Vliesstoffes, wie jedes Bedrucken einer Textilware, zu relativ scharfen Kon turen. weiche insbesondere bei voluminösen Textilgebilden, wie beispielsweise Teppichböden, ein flaches Bild bewirken, im Gegensatz zu gewebter Ware; denn bei einem textilen Teppichboden bestimmt die dreidirnensionale Struktur der Farbgebung entscheidend den Charakter.
Es besteht daher die Aufgabe, ein Verfahren zur Herstel lung genadelter und ornamental gemusterter, aus mindestens zwei durch Nadelung verfestigten Viiesstoffbahnen zusam mengesetzter Vliesstoffe zu schaffen, bei dem trotz Anwen dung des Druckens auf der Sichtseite für die ornamentale ,Musterung eine dreidimensionale Farbwirkung erzielt wird, der sonst gegebenenfalls notwendige Waschvorgang einge spart wird und eine nennenswerte Kosteneinsparung erzielbar ist.
Nach der Erfindung wird das Verfahren in der Weise durchgeführt, dass eine einfarbige oder melangierte Vlies- stoffbahn und eine einfarbige oder melangierte, vorgängig mit Pigt-nentfarbstoffen mit einem ornamentalen Muster ein- oder mehrfarbig einseitig bedruckte Vliesstoffbahn aufeinanderge- legt werden, wobei die bedruckte Seite der einen Vliesstoff- bahn der unbedruckten Viiesstoffbahn abgekehrt ist,
und beide Vliesstoffbahnen von der unbedruckten Fläche her so weit durchgenadelt werden, dass sich die Fasern der unbe druckten Vliesstoffbahn mit den Fasern der bedruckten Vlies- stoffbahn unter Bildung eines Flores auf deren bedruckter Fläche vermischen und deren aufgedrucktes ornamentales Muster züi einem weichen und dreidimensional wirkenden Muster verändert wird.
Die Vermischung der bedruckten Vliesstoffbahn mit den Fasern der unbedruckten Vliesstoffbahn, weiche das Grund- vlies bildet, unter gleichzeitiger Bildung eines Flors aus den Fasern der unbedruckten Vliesstoffbahn bewirkt eine weit gehende Aufhebung des ursprünglich flachen Druckbildes, so dass ein dreidimensionaler textiler Effekt entsteht.
Der Farbstoffverbrauch bei diesem Verfahren wird unter der Annahme, dass etwa die Hälfte der Fläche bedruckt wird, etwa auf den vierten Teil des Farbstoffverbrauches herabge drückt, wie er bei dem bekannten Verfahren anfällt. Da aus- serdem die Anwendung von Pigmentfarbstoffen vorgesehen ist, entfällt ein nachgeschalteter Auswaschvorgang, so dass dessen Nachteile in Fortfall kommen, nämlich die beim Aus waschen auftretenden Längs- und Querverzüge. Die Anzahl der verwendeten Farben ist bei dem erfindungsgemässen Ver fahren nicht begrenzt.
An (lern folgenden Beispiel sei das Verfahren noch näher beschrieben: Das Grundvlies wird in konventioneller Weise hergestellt, aus <I>z.</I> B. rotdüsengefärbten Polypropylenfasern, Stapellänge<B>90</B> mm, <B>17</B> detex, mit einem Fasergewicht von 3()() g/M2. Das Mu sterungsvlies besteht gleichfalls aus rot-düsengefärbten Poly- propylenfasern <B>90</B> mm Länge,<B>17</B> detex, mit einem Quadrat metergewicht von 200 o/m' Fasern.
Das Musterungsvlies wird nunmehr nach dem Siebdruckverfahren der gewünschten Musterung entsprechend z. B. schwarz bedruckt, getrocknet und fixiert. Danach werden beide Bahnen aufeinandergelegt, und zwar kommt das Musterungsviies unten zu liegen, wobei die bedruckte Seite des Musterungsvlieses nach unten zeigt. In dieser Weise aufeinandergelegt werden beide Viiesstoff- bahnen der Nadelung von oben her unterworfen.
Dabei treten die Fasern des Grundvlieses durch das Musterungsvlies hin durch und vermischen sich sowohl an den bedruckten Stellen als auch an den unbedruckten Stellen des Musterungsvlieses zu einer Farbmischung unter gleichzeitiger Ausbildung eines Flors. Die Vermischung der bedruckten Fasern des Muste- rungsviieses mit den düsengefärbten Fasern des Grundvlieses unter gleichzeitiger Ausbildung eines Flors aus den Fasern des Grundvlieses bewirkt, wie schon erwähnt, eine weitgehende Aufhebung des ursprünglich flachen Druckbildes und damit den gewünschten dreidimensionalen textilen Effekt.