CH201610A - Kochverfahren. - Google Patents
Kochverfahren.Info
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- A23L33/00—Modifying nutritive qualities of foods; Dietetic products; Preparation or treatment thereof
- A23L33/10—Modifying nutritive qualities of foods; Dietetic products; Preparation or treatment thereof using additives
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Description
Kochverfahren. Es ist schon lange bekannt, dass Speisen, wie Gemüse, Kartoffeln und Fleisch, und Getränke, wie Tee, Kaffee, Bier, während der Herstellung bezw. Bereitung durch das Kochwasser in nachteiliger Weise beeinflusst werden, wobei lebenswichtige oder wohl schmeckende Anteile durch Auslaugen in das Kochwasser gehen. Insbesondere treten die Übelstände bei weichem, das ist salzarmem, und erst recht bei salzfreiem, das ist Regen und Schnee- oder gar destilliertem Wasser, auf.
Aber auch von Natur aus harte Wässer werden beim Kochen meist weich, weil die Härte meist durch kohlensaure Salze oder Erdalkalien bedingt ist, welche sieh bei der Erwärmung als Kesselstein in den Koch gefässen abscheiden. Neben der nachteiligen Beeinflussung des Kochgutes wird also beim Kochen der Speisen und Getränke der für den tierischen Organismus so notwendige Kalk aus dem Genusswasser entfernt, wo durch die unter dem Namen Kalkmangel be- kannten Gesundheitsschädigungen verursacht werden.
Diese sehr nachteiligen Erscheinungen lassen sich vermeiden, wenn mit einem auch beim Kochen hart bleibenden Wasser die Speisen und Getränke zubereitet werden. Die vorliegende Erfindung lehrt, solche Koch wässer, welche in der Natur selten sind, auf einfache Weise herzustellen, und zwar ent weder aus kalkreichen, den:-Kalk aber beim Kochen abscheidenden oder gar aus kalk- armen Wässern. Die Erfindung besteht in einem Kochver fahren für Speisen und Getränke.
In ihrer Grundform, wobei ihr Ziel die Erhaltung des von Natur aus im Wasser vorhandenen, sich aber beim Kochen abscheidenden Kalkes ist, werden dem Kochgut oder Kochwasser solche Elektrolytzusätze gemacht, dass hierdurch in das Kochwasser Metallionen, insbesondere Alkali- oder Ammoniumionen, Wasserstoff ionen und solche Säureanionen hineingebracht werden, welch letztere mit den in dem Was ser vorhandenen Calcium- und Magnesium ionen beim Kochen lösliche Verbindungen bilden. Alle zugesetzten Ionen zusammen verhüten die Auslaugung des Kochgutes und bewirken darüber hinaus noch eine Ge schmacksabrundung.
Es sind an sich sehr mannigfache Elek- trolytzusammensetzungen hierfür denkbar. Ihre Zahl wird jedoch erheblich durch die Forderung eingeschränkt, dass nur der Ge sundheit zuträgliche und vorzugsweise den natürlichen Wässern arteigene Ionen in das Wasser gelangen dürfen. Als einfachste und beste Form des Zusatzes hat sich das Na- triumbisulfat bewährt, welches alle drei not wendigen Ionenarten liefert. Es wäre auch die Benutzung anderer Kationen und An ionen, z. B.
K, Mg, NH4 oder Nitrat-Phos- phationen usw. zulässig, sofern mir im Koch Wasser lösliche und bei der Erhitzung lös lich bleibende Verbindungen entstehen.
Salze in fester Form, wie besonders Na- triumbisulfat, ermöglichen auch eine be queme und gegebenenfalls automatische Do sierung, da sie in Tablettenform anwendbar sind. Die Menge des Zusatzes wird dem Gehalt des Wassers an Calcium- und Mag- nesiumbicarbonat angepasst, damit keine Übersäuerung entsteht.
Durch den Zusatz von Natriumbisulfat oder einer ähnlich wirkenden Kombination werden die im Wasser vorhandenen Kalk bezw. Magnesiumbicarbonate in auch in ko chendem Wasser noch merklich oder leicht lösliche Sulfate und dergleichen übergeführt und gleichzeitig eine entsprechende Menge an Natriumionen in das Wasser gebracht, welche der Gesundheit sehr zuträglich sind und die Geschmacksabrundung bewirken. Ferner erhalten die zugesetzten Sulfationen auch den Schwefelgehalt der Nahrungsmit tel, dessen sich der Körper, zusammen mit den Sulfationen, beim Abbau der Eiweiss stoffe bedienen muss.
Bei Verwendung von an sich kalk- und magnesiaarmen Wässern genügt die Erhal tung der natürlichen Härte nicht den An- sprächen, welche an ein die Gesundheit för derndes Genusswasser gestellt werden müs sen. Bei solchen, ja sogar destillierten Wäs sern kann ein für die Gesundheit sehr zu trägliches Kochwasser von beliebig hoher Härte, welches natürlichem Wasser gleicht, erhalten werden.
Wegen der Schwerlöslichkeit des Cal ciumsulfats gelingt es nämlich nicht, Was ser durch Zusatz dieses Salzes aufzuhärten. Gibt man jedoch gleichzeitig mit dem erfin dungsgemässen Zusatz, also insbesondere mit Natriumbisulfat, eine geeignete, unlösliche Kalkverbindung in äquivalenten Mengen, wofür sich eigentlich nur das Carbonat als geeignet erwiesen hat, zu dem Kochwasser, so lassen sich beträchtliche Mengen von Kalk in Form von Caleiumsulfat beim Kochen in klare Lösung bringen.
Damit unter allen Umständen auch hier bei eine Übersäuerung vermieden wird, ist ein ganz geringer Überschuss an Calciumcar- bonat zuzusetzen, welcher als unlöslicher, aber fast nicht bemerkbarer Rückstand übrig bleibt. Ersetzt man einen geringen Teil des Calciumcarbonats durch Magnesiumcarbonat, welches bedeutend löslicher als das erstge nannte ist, so wird sämtliches Calciumcar- bonat umgesetzt, und das überschüssige Mag- nesiumcarbonat geht von selbst in Lösung.
Man erhält so ein völlig klares und doch neutrales Wasser, welches auf Grund seines Magnesiagehaltes den natürlichen Wässern ganz besonders nahe kommt.
Die Verwendung des Natriumbisulfats allein, oder zusammen mit den genannten Carbonaten, bietet infolge der Hygroskopizi- tät des Bisulfats Schwierigkeiten, da die Salze leicht zusammenbacken und auch vor zeitige Umsetzungen stattfinden. Dieser Übelstand wird durch den Zusatz weiter neu traler, löslicher, nicht hydroskopischer und arteigner Salze überwunden. Am besten als Zusatz hat sich das wasserfreie Natrium- oder Magnesiumsulfat oder beide bewährt.
Neben seiner erheblichen Bedeutung für die Gesundheit wird durch das Verfahren noch eine Geschmacks- und Aromaverbesse- rung der Speisen und Getränke erzielt. Die natürliche Farbe der Speisen, insbesondere des Gemüses, bleibt erhalten. Durch bessere Ausnutzung, beispielsweise der Kaffeeboh nen, werden auch Einsparungen ermöglicht.
Die Anwendung des Zusatzmittels ist an sich sehr einfach, da es lediglich dem Was ser bezw. dem Kochgut vor dem Erwärmen oder besonders dem Kochwasser für Heiss wassergetränke auch während und nach dem Erhitzen zugesetzt zu werden braucht. Eine gewisse Schwierigkeit liegt jedoch bei Allein verwendung des Bisulfats darin, dass die Höhe des Zusatzes sich nach der Härte des Wassers richten muss. Für den einfachen Verbraucher hat sich folgendes Verfahren für die Bestimmung der Menge des Zusatz mittels als ausreichend erwiesen: eine be stimmte Menge des Wassers, z. B. 1 Liter, wird mit einer einheitlich abgemessenen Menge eines geeigneten Indikators, z. B.
Bromphenolblau, versetzt und dann eine Ta blette des Zusatzmittels nach der andern darin aufgelöst, bis der Farbumschlag, z. B. von blauviolett in gelbgrün, eintritt. Im täglichen Gebrauch wird dann auf die glei che Wassermenge stets eine Tablette weniger angewendet, als zur Erzielung des Farb- umschlages notwendig war, und dadurch eine Übersäuerung des Wassers mit Gewissheit vermieden.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Kochverfahren für Speisen und Getränke, dadurch gekennzeichnet, dass in das zu ko chende Gut solche der Gesundheit zuträg liche und den natürlichen Wässern arteigene Elektrolytzusätze eingebracht werden, wel che Metallionen, Wasserstoffionen und Säure anionen in das Wasser liefern. UNTERANSPR'tl'CHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ein Alkalimetall- ionen liefernder Elektrolyt verwendet wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass ausserdem noch un lösliche Erdalkalisalze zugesetzt werden. 3.Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass als unlösliches Erdalkalisalz Cal- ciumcarbonat verwendet wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 2 und 3, dadurch gekenn zeichnet, dass als unlösliche Erdalkali- salze Calciumcarbonat und Magnesium- carbonat verwendet werden. 5. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 2, gekennzeichnet durch die Verwendung von Natriumbisulfat. 6.Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 2 und 5, gekennzeichnet durch die Verwendung von Natrium- bisulfat zusammen mit Calciumcarbonat. 7. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 2 und 5, gekennzeichnet durch einen weiteren Zusatz von neutra len, nicht hygroskopischen, löslichen, art eigenen Salzen. B. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 2, 5 und 7, dadurch ge kennzeichnet, dass Natriumsulfat zuge setzt wird. 9. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 2, 5 und 7, dadurch ge kennzeichnet, dass Magnesiumsulfat zu gesetzt wird. 10.Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 2, 5 und 7, dadurch ge kennzeichnet, dass Ammoniumsulfat zu gesetzt wird. 11. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 2, 5 und 7, dadurch ge kennzeichnet, dass Natriumnitrat zuge setzt wird. 12. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 2, 5 und 7, dadurch ge kennzeichnet, dass Magnesiumnitrat zu gesetzt wird. 13. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 2, 5 und 7, dadurch ge kennzeichnet, dass Ammoniumnitrat zu gesetzt wird. 14. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 2, 5 und 7, dadurch ge- kennzeichnet, dass Natriumphosphat zu gesetzt wird.Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 2, 5 und 7, dadurch ge kennzeichnet, dass Magnesiumphosphat zugesetzt wird. Verfahren nach Patentanspruch und Un teransprüchen 2, 5 und 7, dadurch ge kennzeichnet, da-ss rlmmoniumphosphat zugesetzt wird. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass die Höhe des Zu satzes an Elektrolyt nach der Reaktion einer bestimmten und mit einem einheit- lichen Quantum eines geeigneten Indika tors versehenen Menge des jeweiligen Wassers gegen eine bestimmte Menge des Zusatzes selbst bemessen wird. 18.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass solche Elektrolyt- zusätze gemacht werden, welche mit im Wasser vorhandenen Calcium- und Mag- nesiumionen auch beim Kochen lösliche Verbindungen ergeben.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| CH201610T | 1937-09-07 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH201610A true CH201610A (de) | 1938-12-15 |
Family
ID=4442875
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH201610D CH201610A (de) | 1937-09-07 | 1937-09-07 | Kochverfahren. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH201610A (de) |
-
1937
- 1937-09-07 CH CH201610D patent/CH201610A/de unknown
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