CH200469A - Verfahren zur Herbeiführung einer selbsttätigen Formierung an Lichtbogen-Elektroden. - Google Patents
Verfahren zur Herbeiführung einer selbsttätigen Formierung an Lichtbogen-Elektroden.Info
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Description
Verfahren zur Herbeiführnng einer selbsttätigen Formierung an Liehtbogen-Elektroden. Durch ältere Untersuchungen an Iächt- bogenstromriclhtern, bezw. an Elektroden für Lichtbogenschweissung ist bereits bekannt, dass,
die Bedingungen für die Existenz des Lichtbogens .dann am .günstigsten sind, wenn die Elektroden mit einer 0$ydschieht be deckt sind.
Die vorliegende Erfindung bringt eine wesentliche Verbasserung der Verhältnisse hinsichtlich der Formierung an solchen Elek- trod@en, die sich in. einer Gasatmosphäre be finden, dadurch, dass! man die Elektroden in einem Gasgemisch arbeiten lässt,
dessen einer Teil die Formierung an den Licht- bogenelektroden bewirkt. Die mögliche Dauer unausgesetzten Betriebes von in Gas bren nenden Lichtibögen, insbesondere bei. Licht- bogenstromrichtern (Marg,Stromriohtem),
wird von der Lebensdauer der Elektroden bestimmt. Diese kannerhöht wenden durch eine Formierung an den Elektroden, die be- wirkt, @dassi die thermische Emission gering und dfie Feldemission gross, ist. Gleichzeitig,
aber erst mit zweiter Wichtigkeit, soll diese Formierung den Elektrodenranregungszus,tand in der Brennfleckebene und senkrecht ,dazu einschränken, sowie als ,Schutz gegen Zer- stäubungserscheimmgen und korrodierende oder andere chemische Angriffe wirken.
Eine praktisch erhebliche Wirkung er zielt man aber erst, wenn man für eine stän- dige Neuformierung an den Elektroden wäh rend, dies Betriebes @durch Wiederinstand- setzen: der infolge Durchschlags, Abbaus und so weiter zerstörten. Formierschiehten ,Sorge trägt.
Dies kann dadurch geschehen, @dass man eine bestimmte Metallelektrode mit einem Betriebsgas mit einer auf die Elek trode abgestimmten Zusammensetzung zu- sammenwirken. lässt.
Diese Abstimmung hat so zu erfolgen, da3 ider gewünschte Vorgang der Neuformierung in der günstigsten; Weise und in der erforderlichen Zeit gesichert ist.
Hierzu ist erforderlich, dass, auf dem re.- nen Elektrodenmaterial zum Teil sehr dünne Schichten mit einer elektrischen und einer Wärmeleitfähigkeit gebildet werden-, welche von den entsprechenden Leitfähigkeiten des reinen Metalles verschieden sind,
und dass diese Schichten, soweit sie durch den Betrieb zerstört werden, zur Sicherung eines unge- störten Betriebes, für den die Formier- schiebt benötigt wird, dauernd wieder er neuert werden.
Eine beispielsweise Ausführangform des erfindungsgemässen Verfahrens besteht darin, dass als Elektrodenmaterial eine Legierung aus mindestens zwei Metallen verwendet wird, von denen hauptsächlich das eine die Formierung durch Bildung von Oberflächen- schichten bewirkt.
Man verwendet hierbei zweckmässigerweise die Metalle in feinster Verheilung (eutektische Legierung). Eine der Komponenten der Legierung soll, wie bereits erwähnt, die Eigenschaft aufweisen,
im Zusammenwirken mit dem Betriebsgas bei Erhitzung durch den Lichtbogen die er wähnten dünnen Schichten zu bilden,
die hinsichtlich elektrischer Leitfähigkeit und Wärmeleitfähigkeit vom reinen Metall ab weichen- Bei Verwendung einer Legierung aus mindestens zwei Metallen als Elektroden material soll das eine Metall höchstens nur wenig zur Bildung von.
Formierungsschich- ten neigen und damit einen übermässig star- ken Abbrandverlust der Elektroden verhin- dern. Bei dieser Komponente der Legierung müssen die Formierungs@schichten leichter abbaufähig sein als bei der
ersterwähnten Komponente. Besonders vorteilhaft ist die Wirkung des zweiten Legierungsbestandteils dann, wenn er nicht nur den Abbrandverlust des andern Bestandteils einschränkt,
sondern auch als Überträger des aggressiven Gases wirkt. Diese Wirkung ist wie erwähnt des- halb möglich,
weil die Schichten. beim zwei- ten Legierungsbestandteil leichter abbau fähig sind als beim ersten. Selbstverständ- lich kann jeder der beiden Bestandteile auch selbst Legierung oder chemische Verbindung sein.. Das Betriebsgas soll <RTI
ID="0002.0148"> ebenfalls aus einer Mischung bestehen, deren eine Komponente möglichst inaktiv .ist, während die andere auf die vorbeschriebene Schichtenbildung hinwirkt.
Der Anteil des aggressiveren Mi- schungsbestandteils soll möglichst nicht grösser sein, als für eine hinreichende Schich- tenbildung erforderlich ist, um sonstige zer störende Wirkungen (Korrosion, vermehrten Abbrand)
auf ein. Mindestmass zu be- schränken.
Man kann als Betriebsgas, des vorteil- hafterweise in einem geschlossenen Umlauf zu verwenden ist, auch ein solches becw. ein Gasgemisch verwenden, das (unter dem Ein flug des Liohtbogene)
einen aggressiven. Be- standteil (z. B. Sauerstoff) abspaltet bezw. liefert, während der Rest inaktiv ist,
oder man kann eine Mischung eines solchen unter dem Lnchtbogeneinfluss sich zersetzenden Gases mit einem inaktiven Gas verwenden. Weiterhin ist es möglich, die Anlage mit reinem inaktiven Gas zu betreiben,
wenn an einer beliebigen Stelle, etwa durch den Haupt- oder einen Hilfslichtbogen, ein aggressives Gas aus einen. festem Körper oder einer Flümigkeät freigemacht wird.
.Bei der Abstimmung sämtlicher verränder- licher Grössen ist die für die Formierung zur Verfügung stehende Zeit (Brennpausen bei Stromiriehterbetrieb) zu berücksichtigen,
fer ner die während der Belastungszeit an der Formierschicht auftretenden Beanspruchun- gen.
Um den Erfindungsgedanken, an einigen Beispielen des Verfahrens besser zu erläu- tern, sei angenommen, die Elektroden beii- stehen aas einer Legierung von Silber oder Gold mit Kupfer,
Mangan und/oder erdalka- lischen Metallen, seltenen Erden usw. Ander- seits bestehe das Betriebsgas aus einer Mi- schung von Stickstoff und Sauerstoff mit oder ohne einen <RTI
ID="0002.0307"> bestimmten Anteil an Kohlenoxyden oder aus Kohlensäure. allein. In allen Fällen wind ein bestimmter Sauer- stoffanteil im Gasumlauf vorhanden sein, der auf die angreifbare Komponente der Legierung,
also beispielsweise ,das Kupfer oder das Erdalkali, einwirkt und eine Schicht von Oxyd über dem Elektroden metall zu bilden bestrebt ist. Die Bildung dieser Schicht wird anderseits durch die An- wesenheit des andern Legierungsbestandteils,
z. B. Silber oder Gold, beschleunigt, da ins- besondere Silber als Sauerstoffübertr%olpr wirkt, jedoch in bestimmten und durch die Zusammensetzung der Legierung genau zu beherrschenden Grenzen, gehalten.
Diese Formierschichten wirken günstiger als eine einfache Oxydierung eines Elek- trodenmetalles.. Das Oxyd hat nämlich eine so viel geringere Wärmeleitfähigkeit als das Metall, dass: eine Wärmestauung,eintritt, die zu einem Verbrennen; :
des. Metallei, führen kann, während die Formierschicht infolge der Komgrösse der Legierung wesentlich dünner sein kann, anderseits auch selbst eine Mischung aus Metall und Metalloxyd dar- stellen:
kann, wodurch die 'M7ärmeleitfähig- keit zwar eingeschränkt, aber wenn man die richtige Abstimmung vornimmt, auf ihren ;
günstigsten, Wert gebracht wird. Bei der Formierchicht wird der Kathodenfall so stark herabgesetzt, dass, wie bereits erwähnt,
die thermische Emission durch eine vorwie- gend feldmässig bestimmte Emission ersetzt wird. Der für eine Bildung der Pormier- schichten nach dem erwähnten Beispiel gün- stigste Sauerstoffgehalt liegt etwa zwischen 1 und .d%.
Prei Verwendung eines Gasgemisches von höherem Sauerstoffgehalt als ä % kann man auch fortlaufend, d. h. ständig, oder perio disch einen: Teil -des:
Umlaufgases abblasen und durch frisches: Gas ersetzen, um eine Anreicherung :desselben mit .Stiokoxyden, die sich unter der Einwirkung des Lichtbogens bilden:
, zu vermeiden. Um die schädlichen Einwirkungen eines zu hohen Sauerstoff- gehaltes während der Oxybildung zu verhin- dern, kann auch der Anteil desjenigen Be- standteils, -der die Abbraudverluste herab setzt, also beispielsweise des Silber,
ver- grössert werden.. Hierdurch verschiebt sich der höchstzulässige :Sauerstoffgehalt nach oben.
Anderseits kann auch, wenn solche ,Sub- stanzen oder Gase mit dem Lichtbogen in Berührung kommen., :die selbst Sauerstoff ab spalten, der Gehalt an freiem Sauerstoff im Umlaufgas geringer als angegeben sein.
Wesentlich für die Ermöglichung der Ver- wirklichung des. Erfindungsgedankens ist, an den Lichtbogenfussgunkten die hin reichende Menge ,Sauerstoff bezw. Oxyd zur Bildung der Formiersehichten und diese Menge in möglichst konstanter Grösse zur Verfügung zu haben.
Hierbei soll der rest liche Teil der Gasmischung aus solchen ,Gasen bestehen, die nicht durch zusätzliche Reaktionen! den Betrieb der Lichtbogen- stromrichter .gefährden. Falls unerwünschte Reaktionen des Gases nicht ganz zu vermei den sind, so kann mann durch bekannte Mit tel diesen Reaktionen so entgegenwirken, :
dass die Gaszusammensetzung an der Zu- strömseite zum Lichtbogenraum, also das Gas den;
,gesamten Umlauf durch laufen! hat, wieder die ursprüngliche Zusam- mensetzung in annäh@emder Konstanz erhält. Durch dass erfindungsgemässe Verfahren lässt sich der Abbrand der Elektroden ganz wesentlich verringern. Ausserdem <RTI
ID="0003.0202"> wird auch ein -der Form nacherwünschter Abbrand, er zielt, :das heisst, der Abbrand ist gleich mässig, findet in :der Mitte der Elektroden statt, so dass es möglich ist, die Strömun:
gs.- verhäJtnisse des Betriebsgases und gegebe- nenäalls auch die Zündungsverhältnisse des Hilfslichtbogens .gut zu beherrschen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren für -die Herbeifuhrung einer selbsttätigen Formierung an Lichtbogen- elektToden, die sieh in gasförmigem Medium befinden, dadurch ,gekennzeichnet, :dass' man die Elektroden, in einem,Gasgemisoh arbeiten lässt, dessen einer Teil :die Formierung be wirkt.UNTERANTSPRüCHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, RTI ID="0003.0249" WI="13" HE="4" LX="1633" LY="2082"> dadurch :gekennzeichnet, :dass: ein, Gasgemisch ver wendet wird, das wälzend: des Betriebes Sauerstoff liefert.2. Verfahrnen nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Elektrodenmate- rial eine Legierung aus mindestens zwei Metallen vevvendet wird,von denen hauptsächlich das eine die Formierung durch Bildung von Oberflächenschichten bewirkt. 3.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass als Elektrodenmate- rial eine Legierung aus mindestenss zwei Metallen verwendet wird,von denen das eine höchstens nur wenig zur Bildung von Formierungsschichten neigt und damit einem übermässig starken Abbrandverlust der Elektroden verhindert. 4.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, dass zur Verbesserung der Formierung bei nicht abgestimmten Komponenten ein Teil das Betrieh5gaam ständig abgeblasen und durch frisches Gas <RTIID="0004.0068"> ersetzt wund. 5. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, daB,zur Verbesserung der Formierung bei nicht abgestimmten Kom- ponenten ein Teil des Betriebsgases mit Unterbrechungen abgablasen und durch frisches Gas ersetzt wird.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE200469X | 1936-11-16 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| CH200469A true CH200469A (de) | 1938-10-15 |
Family
ID=5761228
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| CH200469D CH200469A (de) | 1936-11-16 | 1937-11-13 | Verfahren zur Herbeiführung einer selbsttätigen Formierung an Lichtbogen-Elektroden. |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| CH (1) | CH200469A (de) |
-
1937
- 1937-11-13 CH CH200469D patent/CH200469A/de unknown
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