Verfahren zur photogrammetrisehen Landesvermessunh ans der Luft. Die Erfindung betrifft ein Verfal-irer. zur photogrammetrischen Landesvermessuna aus der Luft, bei dem im Augenblicke der photographischer.
Aufnahme Lichtpunkte mitphotographiert und. die Neigung und Kanäung der Aufnahmekammer nachträg lich durch Umkehren des Strahlenganges mittelst eines Projektionsgerätes ermittelt werden, indem im Augenblicke der photo graphischen Aufnahme an geodätisch unbe kannten und bildlich unbestimmten Orten, von denen aus Liehtstrahlen nach dem pho tographierenden Luftfahrzeug gesandt wer den, die Vertikalwinkel der auf das Luft fahrzeug gerichteten Lichtstrahlen gemessen werden,
wobei die durch diese Vertikalwinkel bestimmten Kegelmäntel bei dem projek- tiven Umkehren des Strahlenganges als Ausgangswerte für das Bestimmen der Neigung und Kantung benutzt werden. Gegenstand der Erfindung ist ferner eine Vorrichtung zur Ausübung dieses Verfah rens, bestehend aus einem Umkehrgerät und einem Heliotrop. Bei ersterem sind auf Schirmoberflächen eine Anzahl Kegel schnitte mit Kegelscheitelwinkeln bekann ter Grösse vorgesehen, mit Hilfe deren die umgekehrten Lichtstrahlen entsprechend den gemessenen Grössen der Vertikalwinkel ein gestellt werden.
Letzteres weist einen Be wegungsmechanismus auf, durch welchen das Fernrohr des Heliotrops um seine senk rechte Achse gedreht wird und zu gleicher Zeit selbsttätig eine Bewegung auf die senkrechte Bewegungsachse des Spiegels, auf den das Sonnenlicht unmittelbar ein fällt, im Verhältnis 52 zu 1 übertragen wird, sowie ein Prismenszstem, das ein kleines Lichtstrahlenbündel, das von dem fest auf die wagrechte Drehungsachse des Fernrohres aufgesetzten Spiegel in der Richtung der Fernrohrachse zurückgeworfen wird, paral lel zur Fernrohra.chse durch das Objektiv in das Fernrohr hineinwirft, so,
dass das Strahlenbündel ein schwaches Bild der Sohnenscheibe ins Fernrohr wirft, wodurch fortwährend dafür gesorgt werden kahn, dass das Bild des durch das Fernrohr be trachteten Luftfahrzeuges innerhalb des Bildes der Sonnenscheibe bleibt.
Nachdem sich herausgestellt hatte, dass mittelst auf der Wirkung der Schwerkraft beruhender Vorrichtungen zum Bestimmen von Neigung und Kantung bei Luftbildern keine genügende Genauigkeit behufs Ver wertung für Anfertigung massstäblicher Karten zu erreichen war, wurde diese Ge nauigkeit durch den mathematischen oder optischen Zusammenhang zwischen Fix punkten im Gelände, deren Raumkoordinaten bekannt waren, und den Bildern dieser Punkte auf der Platte zu erreichen gesucht. Zu diesem Zwecke bedarf es für jedes Licht bild im Durchschnitt vierer Fixpunkte.
Für eine Geländeoberfläche von 100 km' beträgt die Anzahl der erforderlichen Fixpunkte bei einer Flughöhe von einem Kilometer einige Hunderte. , In der Regel sind entweder keine Fix punkte vorhanden oder nicht in genügender Anzahl oder sie sind nicht gleichmässig über das Gelände verteilt. Auch können die Zeichen am Boden zur Abhebung der Fix punkte verschwunden sein oder sich zu we nig abheben, um auf jedem Lichtbild die erforderliche Anzahl Fixpunktbilder zu er zeugen.
Sind Fixpunkte nicht vorhanden, so er fordert eine vorhergehende Triangulation viel Zeit und Kosten.
Daher die allgemeine Erscheinung in der Entwicklung- der Luftphotogrammetrie, da.ss man Mittel ausfindig zu machen suchte, um ohne oder mittelst einer Mindestzahl von Fixpunkten das Lichtbild zu entzerren oder ohne Entzerrung eine Bildkarte zusammen zustellen,. Zu diesem Zwecke sind die nach folgenden Mittel vorgeschlagen worden: 1. Die Anwendung einer Mehrfachkam mer, die sich aus einer Kammer für Steil aufnahmen und einigen starr damit verbun denen Kammern für Schrägaufnahmen, deren -optische Achsen unter bestimmten Winkeln zueinander standen, zusammen- setzte, so dass bei gleichzeitiger Belichtung eine ;grössere Geländeoberfiläche aufgenom men werden konnte.
Wie bekannt, eignen sich aber für kartographische Zwecke Schrägaufnahmen weniger gut als Steil aufnahmen.
2. Das Fliegen in grosser Höhe. Schon in einer Höhe von 4 km hat man mit gro ssen Schwierigkeiten zu kämpfen: Undeut lichkeit des Geländebildes, Einfluss der Kälte auf das regelmässige Öffnen und Schliessen des Kammerverschlusses usw. 3. Auch die neuen Stereo- und Bildvvurf- geräte zur Erzielung optischer Koinzidenz der gleichen Punkte zweier einander teil weise überlappender Lichtbilder wurden zur Übertragung der ;durch Entzerrung eines der Lichtbilder erhaltenen Horizontalebene auf das benachbarte überlappende Lichtbild und von diesem auf das nächse benutzt.
Diese Übertragung stellt aber keine Be-. stimmung der Neigung und Kantung dar. Sie ist von unvermeidlichen kleinen Feh lern, sowohl in wagrechter, als senkrechter Richtung, begleitet, welche Fehler sich fortpflanzen und anhäufen, so dass Über deckungen und Lücken entstehen, die um so grösser werden, je weiter man sich vom Ausgangsbilde entfernt. Auch bei diesem Verfahren sind zur Anfertigung genauer Karten ausgedehnter Gelände Fixpunkte unentbehrlich (vergleiche I, Boer, Bildmes sung und Luftbildwesen, 1928, Nr. 1 und 2, und H.
F. van Riel, T'ijdschrift voor (a: daster en Landmeetkunde, 1928, Seite 217, Bericht über die auf der Ha zu Berlin aus gestellten grossen Luftbildpläne)..
Zur Erzielung deutlicher Bilder von Fixpunkten oder andern Punkten auf dem Lichtbild des Geländes benutzte man gut sich abhebende Marken durch Aufstellen starker Lichtquellen, Bogenlampen, Azetylen lampen (vergleiche Centralzeitung für Optik und Mechanik, 25. April 1928, ,S. 95). Die Abhebung hatte den Zweck, deutliche Licht bilder in der Geländekammer zu erhalten. Diese und ähnliche Abwege hätte man nicht gefolgt, wenn es gelungen wäre, ein Mittel ausfindig zu machen, mit dessen Hilfe Neigung und Kantung mit genügender Ge nauigkeit selbständig und unabhängig von Fixpunkten hätten bestimmt werden können.
Dieses Mittel gibt nun das Verfahren gemäss der Erfindung. Hierbei werden auch für ein ausgedehntes Gelände nur vereinzelte Lichtpunkte um das Gelände herum be nötigt. Diese Punkte stehen weder unter sich, noch mit gegebenenfalls vorhandenen Fix punkten in irgendwelchem geodätischen Zusammenhang.
Sie können zum Beispiel von Heliotropen, die Sonnenlicht, oder Scheinwerfern, die Kunstlicht auf eine Orientierungskammer im Flugzeug werfen, gebildet werden, während die Vertikalwinkel der auf die Kammer eingerichteten Licht strahlen mit der Horizontalebene gemessen averden. Mittelst dieser Winkel und der Lichtpu.nktbilder jener ,Strahlen auf dem Lichtbilde wird die Neigung und Kantung jedes einzelnen Lichtbildes bestimmt.
- Aus diesem Grunde kann jedes Gelände lichtbild schnell und auf einfache Art ent zerrt werden.
Nach dieser Entzerrung kann nun durch Triangulation im entzerrten Geländebilde der geodätische Zusammenhang zwischen den Lichtbildern und den Fixpunkten oder, wenn letztere nicht vorhanden sind, zwischen den Lichtbildern und einigen weit ausein ander liegenden bestimmten Punkten, deren geographische Länge und Breite bekannt ist, ermittelt werden.
Die Aufnahme eiriies 100 lim' grossen Geländes mittelst einer photographischen Kammer in einer Flughöhe von 1 km er fordert eine bis zwei Stunden. Müsste jedes erhaltene Lichtbild mittelst im Durchschnitt vierer Fixpunkte einzeln entzerrt werden, so wären dazu Hunderte nach Raumkoordi naten bestimmte Fixpunkte erfordelieh. Auch wenn diese gleichmässig über das Ge lände verteilt sind, kommt es nur zu leicht vor, dass die Mindestzahl der erforderlichen Bilder sich nicht auf dem Lichtbild vor findet. Am Tage der Aufnahme müssen viele Fixpunkte im Gelände auf vielerlei Art abgehoben werden.
Bei grösseren Flughöhen ist dies Regel und sogar Abhebung mittelst Lichtquellen nicht überflüssig.
Muss die Aufnahme infolge ungünstiger Witterung wiederholt, bisweilen monate lang, hinausgeschoben werden, so ist auch die Abhebung wiederholt nachzuprüfen und wenn nötig zu erneuern.
Die Vermessung und Berechnung meh rerer Hunderter Fixpunkte erfordert Tau sende von Stunden. Die Verringerung der Anzahl Fixpunkte auf den vierten Teil (zum Beispiel durch Verdoppelung der Flug höhe oder durch Anwendung einer Mehr fachkammer) führt nur zu einer Verringe rung der Arbeit auf ungefähr die Hälfte.
Diese Übelstände werden durch das vor liegende Verfahren behoben.
Die folgende Beschreibung und die Zeich- n iuigen dienen zur Erläuterung von bei spielsweisen Durchführungsarten des Ver fahrens und beispielsweisen Ausführungs formen von dazu benutzten Geräten.
In diesen Zeichnungen stellt Abb. 1 schematisch eine perspektivische Ansicht des Geländes mit sechs darin aufgestellten Heliotropen oder Scheinwerfern und das darüber schwebende Luftfahrzeug dar; Abb. 2 ist eine schematische, perspektivische Ansicht eines Umkehrgerätes und Abb. 3 ein senkrechter Schnitt eines Heliotropes zum Einrichten der Lichtstrahlen auf das Luftfahrzeug.
Die Lösung der gestellten Aufgabe grün det sich auf das Umkehren des Strahlen ganges der von den Heliotropen oder Schein werfern<I>A, A',</I> A-'', 'A3, A4, A5 auf die vor del Objektiv der Orientierungskammer im Luftfahrzeug B angeordneten Spiegel ge worfenen Lichtstrahlen C, Cl, C2, C3, C4, C' (Abb. 1).
Wie schon erwähnt, werden die Helio trope oder Scheinwerfer um das aufzuneh mende Gelände herum aufgestellt. Als Auf stellungsorte wählt man Punkte, die eine freie Aussicht auf das Luftfahrzeug wäh rend seines Fluges über dem aufzunehmen- den Gelände und eine Messung der Vertikal winkel der Lichtstrahlen mit der Horizontal ebene gestatten. Diese Aufstellungsorte kön nen folglich auf dem Boden, auf Türmen oder auf dem Wasser liegen. Das Bild des rund herum gelegenen Geländes auf dem Lichtbild der Orientierungskammer, das der grossen Entfernung weben verschwommen oder unscharf sein wird, dient nur zur Re kognoszierung.
Die Mitte der Platte wird nun von in der Richtung der Kammerachse einfallenden Lichtstrahlen, die dazu dienen, den Hauptpunkt der Platte genau und scharf auf dem Lichtbild festzulegen, zetroffen.
Das Umkehren des Strahlenganges der von den Heliotropen, Scheinwerfern oder der gleichen in die Orientierungskammer gewor fenen Lichtstrahlen wird mittelst eines TTmkehrgerätes bewirkt, das Lichtstrahlen vom Lichtstrahlenbild in der gleichen Rich tung der einfallenden Lichtstrahlen zuriielL- wirft. Hierdurch wird es für jedes Licht strahlenbild möglich, den Winkal zwischen diesen Lichtstrahlen und der Horizontal ebene mit dem am Heliotrop oder Schein werfer gemessenen entsprechenden Winkel zu vergleichen.
Die Achse der Kammer im Luftfahrzeug macht mit dem Nadir einen sich fortwäh rend ändernden Winkel, der gleich der Nei gung der Platte ist und im Augenblicke der Belichtung mit Bezug auf von unbekann ten Punkten ausgehenden Lichtstrahlen in vertikaler Richtung festgelegt wird. Bewegt man das Umkehrgerät derart um die Ob jektivmitte, dass die umgekehrten Liebt strahlen den gleichen Vertikalwinkel mit der Horizontalebene bilden als die ursprüng lich einfallenden Lichtstrahlen, so ist durch diese Bewegung der Winkel zwischen Kam merachsen und Nadir bestimmt.
Auch kann man dem Umkehrgerät eine unveränderliche feste Lage geben, wobei zum Beispiel die Kammerachse unveränderlich vertikal steht, und die Bewegung auf eine horizontale Verschiebung des Lichtbildes über der Platte .beschränken. In diesem Falle ist vorausgesetzt, dass sich nicht die Kam merachse um den Nadir herum, sondern um gekehrt der Nadir zusammen mit allen He liotroplichtbildern um die Objektivmitte herum drehen.
Dieses Umkehrgerät (Abb. 2) stellt sich, abgesehen von einem bekannten Köndensor und Koordinatenmesser über der Platte (beide nicht gezeichnet) aus einer der Orien tierungskammer im Luftfahrzeug vollstän dig gleichen Kammer und dem vor dem Ob jektiv der Flugzeugkammer verwendeten Spiegelgerät zusammen. Dieses Spiegelgerät besitzt zwei Reihen je zu vier gleichen Spie geln, die die Seitenflächen zweier gleich seitiger Pyramiden, deren Achsen in der Kammerachse liegen, bilden und die zusam men ein ununterbrochenes Gebiet, in wel chem die Heliotrope aufgestellt sind, um fassen, während jedem Spiegel gegenüber ein Schirm aufgestellt ist.
In Abb. 2 sind hiervon die Spiegel 1, 2, 5 und 6 und die Schirme 8" 8,2, 8,; und S'7 gezeichnet. Mit C, Cl, C <I>usw.</I> sind auf der Kammerplatte die von den mit den gleichen Buchstaben bezeichneten Licht strahlen erzeugten Lichtstrahlenbilder, bei vertikalem Nadir und vertikaler Kammer achse, angedeutet. Mit D, D', D'' usw. sind die Lichtstralllenbilder bezeichnet, wenn letzteres nicht zutrifft.
Die umgekehrten Lichtstrahlen D, D', D' usw. werden von einer zweiteiligen Sammellinse oberhalb und unterhalb des Objektives zusammen gezogen, sd dass sie mit den gleichen Buch staben bezeichnete Lichtstrahlenbilder auf den Schirmen, die in der zurückgeworfenen Brennebene der Sammellinse aufgestellt sind', erzeugen. Diese Lichtstrahlenbilder fallen mit den Durchstoffpunkten der aus gesandten Lichtstrahlen<I>D,</I> D'. D' usw. in den Schirmebenen zusammen, wenn die Vertikalwinkel dieser Strahlen den gemes senen Winkeln entsprechen.
Bevor auf die sen Punkt näher eingegangen wird, sollen die auf den Schirmen gezeichneten Kurden, die Kegelschnitte darstellen, besprochen werden. Alle Verlängerungen der Lichtstrahlen, die nach Zurückwerfung durch eine ebene spiegelnde Fläche durch die Objektivmitte hindurchgehen, schneiden sich im Punkte<B>01</B> (Abb. 2). Dieser Punkt ist das gedachte Spiegelbild des Objektivzentrums 0. Der Punkt<B>0,</B> liegt in der Vertikalebene durch die Kammerachse senkrecht zum Spiegel.
Der auf dem Spiegel liegende Punkt, in wel chem die Lichtstrahlen zurückgeworfen wer den, liegt in gleicher Entfernung von 0 und 0l. Die Senkrechte aus 0I auf den Schirm schneidet letzteren im Hauptpunkt der zu rückgeworfenen Brennebene der Sammellinse und hat eine Länge gleich dem Brennpunkt abstand dieser Linse.
Denkt man sich nun einen Kegelmantel mit 0, als Scheitel und mit einer Verti- 1_alen durch<B>0,</B> als Achse und weiter, dass von<B>0,</B> Lichtstrahlen, die in diesem Kegel mantel liegen, ausgehen, so bilden diese Lichtstrahlen alle den gleichen Vertikal winkel mit der Horizontalebene. Umgekehrt liegen alle Lichtstrahlen, die gleiche Ver tikalwinkel mit der Horizontalebene bilden und auf 0, gerichtet sind, im gleichen Ke gelmantel und durchstossen die Schirmebene in der Schnittlinie der Schirmebene und des Kegelmantels.
Zeichnet man für Winkel von ganzen Graden oder Unterteilen ganzer Grade, die eine Anzahl derartiger Kegelmäntel mit der Horizontalebene bilden, .die besagten Kegel schnitte auf dem Schirm, so kann ein Licht strahl durch<B>0,</B> dessen Vertikalwinkel mit der Horizontalebene bekannt ist, zwischen den gezeichneten Kegelschnitten ,jenem be kannten Winkel entsprechend eingestellt werden.
Wird dieses mittelst Verschiebung des Lichtbildes in den Richtungen beider Plat tenachsen, bei mindestens von drei Licht punktbildern auf dem Lichtbild ausgehen den Lichtstrahlen ausgeführt, so liegt der Hauptpunkt H im der Voraussetzung nach in das Objektivzentrum gedrehten Nadir und stellen die Verschiebungen die Kompo nenten der Entfernung NH als die taugen- tielle Verschiebung des Hauptpunktes des Lichtbildes unter dem aus 0 gesehenen Nei gungswinkel dar, woraus die Neigung und Kantung berechnet werden kann.
Da die Plattenachsen der Orientierungs kammer und der Geländekammer parallel sind, können die proportional den Brenn punktabständen umgerechneten Komponen ten zur Entzerrung des Geländelichtbildes, mittelst eines geeigneten, einfachen Ent- zerrungsgerätes benutzt werden, so dass es sich erübrigt, die Grösse der Neigung und Kantung zahlenmässig auszudrücken.
Gewöhnlich fliegt das Luftfahrzeug während der Aufnahme in einer horizontalen Geraden. Legt man eine Vertikalebene senk recht zu .dieser Geraden, durch den Helio trop, so erreicht das Flugzeug; vom Helio trop aus gesehen, die grösste scheinbare Höhe in dieser Ebene und scheint beidseitig dieser Ebene sich zu senken. Zwecks Mes sung der Vertikalwinkel, unter denen man das Luftfahrzeug im Fernrohr des Helio trops im Augenblicke der Belichtung bei der Kammern sieht, kann man den Hori zontalfaden des Fadenkreuzes fortwährend auf die Orientierungskammer 'eingerichtet halten und durch drahtlos elektrische Über tragung des Momentverschlusses der Luft fahrzeugkammer auf denjenigen eines klei nen Filmgerätes die Stellung des Index am Vertikalkreis des Heliotropes festlegen.
Man kann auch jedesmal den Faden des Fadenkreuzes einrichten und dabei den Winkel mittelst Filmaufnahme oder Ab lesens in chronometrischem Zusammenhang mit der Belichtung der Kammern festlegen.
Der benutzte Heliotrop ist im Vertikal schnitt in Abb. 3 dargestellt. Das Fern- 'rdhr 11 ist .um eine vertikale Achse j12 und eine horizontale Achse 13 drehbar. Spiegel 14 ist um eine vertikale Achse 15 und eine horizontale Achse, die bei 16 senk recht zur Zeichnungsebene steht, drehbar.
Spiegel 17 steht unter einem Winkel von 45 -zu der Fernrohrachse und dreht sich mit dem Fernrohr 11 um die horizontale Achse 16, mit der er ebenfalls einen Win- kel von 45 bildet. Die Drehung des Fern- rohres 11 und des Spiegels 17 um die wag rechte Achse 18 wird durch die Stellschraube 22, die Drehung des Spiegels 14 um die wagrechte Achse in 16, senkrecht zur Zei chenebene, durch die Stellschraube 23 be werkstelligt. Der Winkel zwischen Fern rohraehse und Horizontalebene wird auf -einem Höhenkreis 24 bei 25 oder 26 ab gelesen.
Ausser diesen bekannten Unterteilen ist der Heliotrop ausgestattet mit einer Vor richtung 19, 20, 21 zur Übertragung der Drehung um die vertikale Achse 12 im Ver- bältnis 2 zu, 1 auf die vertikale Drehungs achse 15 des Spiegels 14. Dieses wird bei der gezeichneten Ausführungsform mittelst eines Riemens 20 erreicht, der um das fest stehende Sockelrohr 18 und um eine auf der Achse 15 befestigte Riemenscheibe 19 greift. Dieser Riemen ist durch eine Stell schraube 21 mit dem Sockelrohr 18 verbun den. Zu diesem Zwecke können natürlich auch andere Vorrichtungen, wie zum Bei spiel Planetenräder, verwendet werden. Der Halbmesser der Scheibe 19 ist doppelt so gross wie derjenige des Sockelrohres 18.
Der Wagrechtkomponente der Sonnenbewe gung kann also. durch Drehung der Stell schraube 21 gefolgt werden. Mit dieser Schraube können aber gleichzeitig kleine Baufehler im Geräte ausgeglichen werden. Zum Nachstellen, um der Horizontalkompo nente der Bewegung des Flugzeuges zu fol gen, dient eine der drei am Sockel 18 des Instrumentes angeordneten Drehkurbeln 34 mit Zahnrädern 35, die in eine entsprechende Verzähnung am Ring 3,6 greifen.
Weiter enthält das Gerät ein Prismensystem <B>32,33.</B> mit dem ein kleines Bündel vom Spiegel 17 zurückgeworfener Lichtstrahlen 28, 29, 30, 31 in das Fernrohrobjektiv geworfen wird, so dass im Fadenkreuz des Fernrohres ein schwa ches Bild der Sonnenscheibe gesehen wird und der Beobachter das Bild des Luftfahr zeuges fortwährend innerhalb des Bildes der ,Sonnenscheibe halten kann. In diesem Falle ist es bei richtiger Einstellung des Gerätes sicher, dass die vom Heliotrop zu rückgeworfenen Sonnenstrahlen auch auf das Flugzeug eingerichtet sind.
An Stelle der hunderte von Fixpunkten sind nach dem beschriebenen Verfahren höchstens sechs Heliotrope, die am Tage der Aufnahme aufgestellt werden und im Durchschnitt mindestens fünf Bilder auf jeder photographischen Platte einer Orien tierungskammer erzeugen, erforderlich. Zwei dieser Bilder sind zur Nachprüfung und zur Erhöhung derGenauigkeit bei derBestimmung der Neigung und Kantung bestimmt. Diese Bestimmung findet unabhängig von den Standorten der Heliotrope, die geodätisch un bekannt sind und unbekannt bleiben, statt.
Sogar die Richtung des Grundrisses der auf die Orientierungskammer eingerichteten Lichtstrahlen bleibt unbekannt und somit auch die Lage des Lichtstrahlenbildes auf dem Lichtbild der Orientierungskammer mit Bezug auf die Heliotrope und Gelände punkte, da das Lichtbild nicht orientiert und nicht entzerrt wird. Die Entzerrung ist nur auf das Lichtbild der Geländekammer, die starr mit der Orientierungskammer ver bunden ist und deren Plattenachsen den jenigen der Orientierungskammer parallel sind, beschränkt.
Zur Verwertung der entzerrten Gelände bilder für die Anfertigung massstäblicher harten wird bei Geländen, die keine Fix punkte enthalten, eine Ilauptpunkttriangula- tion im entzerrten Geländelichtbild vorgenom men. Bei ausgedehnten Gebieten (Ländern, Provinzen, Kolonien) geht diese Triangula- tion aus von Punkten, deren Lage auf astro nomischem und radio-chronometrischem Weg bestimmt worden ist.
Da im entzerrten Licht bild Nadirlinie und Kammerachse sich decken, ist diese Hauptpunktti@iangulation eine wirkliche Nadirtriangulation und viel genauer als die jetzt üblich bei nichtentzerr ten Lichtbildern.
Sind Fixpunkte vorhanden, so können die Hauptpunkte der Lichtbilder damit in Be ziehung gebracht werden und, wenn erforder- lieh, neue Punkte durch Rückwärts- und Vorwärtseinschnitt bestimmt werden.
Schutz gegen zerstörungssüchtige Jugend wird dadurch erhalten, dass die Abhebung einige Meter über dem Boden angeordnet und zur Bestimmung der Projektion des Ab hebungspunktes am Boden auch der Verti kalwinkel im entzerrten Lichtbild gemessen wird.
Alle Berechnungen sind jetzt einfach, da sie in der Horizontal- oder in der Vertikal ebene, wenn in letzterer der Winkel zur Bestimmung der Flughöhe gemessen wird, ausgeführt werden. Diese Bestimmung der Flughöhe ist nur erforderlich, wenn Schichtenlinien konstruiert werden sollen, zu welchem Zweck ein Stereo- oder Bildwurf gerät benutzt werden kann. Ausser mittelst der Fixpunkte können jetzt die Flughöhen auch aus den neuen Einschnittpunkten, deren Höhe bestimmt worden ist, errechnet wer den.
Bei flachem Gelände kann die massstäb- liche Karte durch optische Vergrösserung oder Verkleinerung angefertigt werden.