CH133232A - Verfahren zur photogrammetrischen Landesvermessung aus der Luft. - Google Patents

Verfahren zur photogrammetrischen Landesvermessung aus der Luft.

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CH133232A
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Boer Izak Hzn
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Boer Izak Hzn
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  • Stereoscopic And Panoramic Photography (AREA)

Description


  Verfahren zur     photogrammetrisehen        Landesvermessunh    ans der Luft.    Die Erfindung betrifft ein     Verfal-irer.     zur     photogrammetrischen        Landesvermessuna     aus der Luft, bei dem im Augenblicke der  photographischer.

   Aufnahme Lichtpunkte       mitphotographiert    und. die Neigung und       Kanäung    der Aufnahmekammer nachträg  lich durch Umkehren des Strahlenganges  mittelst eines Projektionsgerätes ermittelt  werden, indem im Augenblicke der photo  graphischen Aufnahme an geodätisch unbe  kannten und bildlich     unbestimmten    Orten,  von denen aus     Liehtstrahlen    nach dem pho  tographierenden Luftfahrzeug gesandt wer  den, die Vertikalwinkel der auf das Luft  fahrzeug gerichteten Lichtstrahlen gemessen  werden,

   wobei die durch diese     Vertikalwinkel     bestimmten Kegelmäntel bei dem     projek-          tiven    Umkehren des Strahlenganges als  Ausgangswerte für das Bestimmen der  Neigung und     Kantung    benutzt werden.  Gegenstand der Erfindung ist ferner eine  Vorrichtung zur Ausübung dieses Verfah  rens, bestehend aus einem Umkehrgerät und    einem Heliotrop. Bei ersterem sind auf  Schirmoberflächen eine Anzahl Kegel  schnitte mit Kegelscheitelwinkeln bekann  ter Grösse vorgesehen, mit Hilfe deren die  umgekehrten Lichtstrahlen entsprechend den  gemessenen Grössen der Vertikalwinkel ein  gestellt werden.

   Letzteres weist einen Be  wegungsmechanismus auf, durch welchen  das Fernrohr des Heliotrops um seine senk  rechte Achse gedreht wird und zu gleicher  Zeit selbsttätig eine Bewegung auf die  senkrechte Bewegungsachse des Spiegels,  auf den das Sonnenlicht unmittelbar ein  fällt, im Verhältnis     52    zu 1 übertragen wird,  sowie ein     Prismenszstem,    das ein kleines  Lichtstrahlenbündel, das von dem fest auf  die     wagrechte    Drehungsachse des Fernrohres  aufgesetzten Spiegel in der Richtung der       Fernrohrachse    zurückgeworfen wird, paral  lel zur     Fernrohra.chse    durch das Objektiv  in das Fernrohr hineinwirft,     so,

      dass das  Strahlenbündel ein schwaches Bild der       Sohnenscheibe    ins Fernrohr wirft, wodurch      fortwährend dafür gesorgt werden     kahn,     dass das Bild des durch das Fernrohr be  trachteten Luftfahrzeuges innerhalb des  Bildes der Sonnenscheibe bleibt.  



  Nachdem sich herausgestellt hatte, dass  mittelst auf der Wirkung der Schwerkraft  beruhender     Vorrichtungen    zum Bestimmen  von Neigung und     Kantung    bei Luftbildern  keine genügende Genauigkeit behufs Ver  wertung für Anfertigung     massstäblicher     Karten zu erreichen war, wurde diese Ge  nauigkeit durch den mathematischen oder  optischen Zusammenhang zwischen Fix  punkten im Gelände, deren Raumkoordinaten  bekannt waren, und den Bildern dieser Punkte  auf der Platte zu erreichen gesucht. Zu  diesem Zwecke bedarf es für jedes Licht  bild im Durchschnitt vierer Fixpunkte.

   Für  eine Geländeoberfläche von 100 km'     beträgt     die Anzahl der erforderlichen Fixpunkte  bei einer Flughöhe von einem Kilometer  einige Hunderte. ,  In der Regel sind entweder keine Fix  punkte vorhanden oder nicht in genügender  Anzahl oder sie sind nicht gleichmässig  über das Gelände     verteilt.    Auch können die  Zeichen am Boden zur Abhebung der Fix  punkte verschwunden sein oder sich zu we  nig abheben, um auf jedem Lichtbild die  erforderliche Anzahl     Fixpunktbilder    zu er  zeugen.  



  Sind     Fixpunkte    nicht vorhanden, so er  fordert eine vorhergehende     Triangulation     viel Zeit und Kosten.  



  Daher die allgemeine Erscheinung in  der Entwicklung- der     Luftphotogrammetrie,          da.ss    man Mittel ausfindig zu machen suchte,  um ohne oder mittelst einer Mindestzahl von  Fixpunkten das Lichtbild zu entzerren oder  ohne Entzerrung eine     Bildkarte    zusammen  zustellen,. Zu diesem Zwecke sind die nach  folgenden Mittel vorgeschlagen worden:  1. Die Anwendung einer Mehrfachkam  mer, die sich aus einer Kammer für Steil  aufnahmen und einigen starr damit verbun  denen Kammern für Schrägaufnahmen,  deren -optische Achsen unter bestimmten  Winkeln zueinander standen, zusammen-    setzte, so dass bei gleichzeitiger Belichtung  eine     ;grössere        Geländeoberfiläche    aufgenom  men werden konnte.

   Wie bekannt, eignen  sich aber für kartographische Zwecke  Schrägaufnahmen weniger gut als Steil  aufnahmen.  



  2. Das Fliegen in grosser Höhe. Schon  in einer Höhe von 4 km hat man mit gro  ssen Schwierigkeiten zu kämpfen: Undeut  lichkeit des Geländebildes, Einfluss der  Kälte auf das regelmässige Öffnen und  Schliessen des Kammerverschlusses usw.    3. Auch die neuen Stereo- und     Bildvvurf-          geräte    zur Erzielung optischer Koinzidenz  der gleichen Punkte zweier einander teil  weise überlappender Lichtbilder wurden zur  Übertragung der ;durch Entzerrung eines  der Lichtbilder erhaltenen Horizontalebene  auf das benachbarte überlappende Lichtbild  und von diesem auf das     nächse    benutzt.  



  Diese     Übertragung    stellt aber keine     Be-.          stimmung    der Neigung und     Kantung    dar.  Sie ist von unvermeidlichen kleinen Feh  lern, sowohl in     wagrechter,    als senkrechter  Richtung, begleitet, welche Fehler sich  fortpflanzen und anhäufen, so dass Über  deckungen und Lücken entstehen, die um  so grösser werden, je weiter man sich vom  Ausgangsbilde entfernt. Auch     bei    diesem  Verfahren sind zur Anfertigung genauer  Karten ausgedehnter Gelände Fixpunkte  unentbehrlich (vergleiche I,     Boer,    Bildmes  sung und     Luftbildwesen,    1928, Nr. 1 und 2,  und H.

   F.     van        Riel,        T'ijdschrift        voor    (a:       daster    en     Landmeetkunde,    1928, Seite     217,     Bericht über die auf der Ha zu Berlin aus  gestellten grossen     Luftbildpläne)..     



  Zur Erzielung deutlicher Bilder von  Fixpunkten oder andern Punkten auf dem  Lichtbild des Geländes benutzte man gut  sich abhebende Marken durch Aufstellen  starker Lichtquellen, Bogenlampen, Azetylen  lampen (vergleiche     Centralzeitung    für Optik  und Mechanik, 25. April 1928, ,S. 95). Die  Abhebung hatte den Zweck, deutliche Licht  bilder in der Geländekammer zu erhalten.  Diese und ähnliche Abwege hätte man nicht      gefolgt, wenn es gelungen wäre, ein Mittel  ausfindig zu machen, mit dessen Hilfe  Neigung und     Kantung    mit genügender Ge  nauigkeit selbständig und unabhängig von  Fixpunkten hätten bestimmt werden können.  



  Dieses Mittel gibt nun das Verfahren  gemäss der Erfindung. Hierbei werden auch  für ein ausgedehntes Gelände nur vereinzelte  Lichtpunkte um das Gelände herum be  nötigt. Diese Punkte stehen weder unter sich,  noch mit gegebenenfalls vorhandenen Fix  punkten in irgendwelchem geodätischen  Zusammenhang.

   Sie können zum Beispiel  von Heliotropen, die Sonnenlicht, oder  Scheinwerfern, die Kunstlicht auf eine  Orientierungskammer im Flugzeug werfen,  gebildet werden, während die     Vertikalwinkel     der auf die Kammer eingerichteten Licht  strahlen mit der Horizontalebene gemessen       averden.        Mittelst    dieser Winkel und der       Lichtpu.nktbilder    jener ,Strahlen auf dem  Lichtbilde wird die Neigung und     Kantung     jedes einzelnen Lichtbildes bestimmt.  



  - Aus diesem Grunde kann jedes Gelände  lichtbild schnell und auf einfache Art ent  zerrt werden.  



  Nach dieser Entzerrung kann nun durch       Triangulation    im entzerrten Geländebilde  der geodätische Zusammenhang zwischen  den Lichtbildern und den Fixpunkten oder,  wenn letztere nicht     vorhanden    sind, zwischen  den Lichtbildern und einigen weit ausein  ander     liegenden    bestimmten Punkten, deren  geographische Länge und Breite bekannt ist,  ermittelt werden.  



  Die Aufnahme     eiriies    100     lim'    grossen  Geländes     mittelst    einer photographischen  Kammer in einer Flughöhe von 1 km er  fordert eine bis zwei Stunden. Müsste jedes  erhaltene Lichtbild     mittelst    im Durchschnitt  vierer Fixpunkte einzeln entzerrt werden,  so wären dazu     Hunderte    nach Raumkoordi  naten bestimmte Fixpunkte     erfordelieh.     Auch wenn diese gleichmässig über das Ge  lände verteilt sind, kommt es nur zu leicht  vor, dass die Mindestzahl der erforderlichen  Bilder sich nicht auf dem Lichtbild vor  findet. Am Tage der Aufnahme müssen    viele Fixpunkte im Gelände auf vielerlei Art  abgehoben werden.

   Bei grösseren Flughöhen  ist dies Regel und sogar Abhebung mittelst  Lichtquellen nicht überflüssig.  



  Muss die Aufnahme infolge ungünstiger  Witterung wiederholt, bisweilen monate  lang, hinausgeschoben werden, so ist auch  die Abhebung wiederholt nachzuprüfen und  wenn nötig zu erneuern.  



  Die Vermessung und Berechnung meh  rerer Hunderter Fixpunkte erfordert Tau  sende von Stunden. Die Verringerung der  Anzahl Fixpunkte auf den vierten Teil  (zum Beispiel durch Verdoppelung der Flug  höhe oder durch Anwendung einer Mehr  fachkammer) führt nur zu einer Verringe  rung der Arbeit auf ungefähr die Hälfte.  



  Diese Übelstände werden durch das vor  liegende Verfahren behoben.  



  Die folgende Beschreibung und die     Zeich-          n        iuigen    dienen zur Erläuterung von bei  spielsweisen Durchführungsarten des Ver  fahrens und beispielsweisen Ausführungs  formen von dazu benutzten Geräten.  



  In diesen Zeichnungen stellt     Abb.    1  schematisch eine perspektivische Ansicht  des Geländes mit sechs darin aufgestellten  Heliotropen oder Scheinwerfern und das  darüber schwebende Luftfahrzeug dar;       Abb.    2 ist eine schematische, perspektivische  Ansicht eines Umkehrgerätes und     Abb.    3  ein senkrechter Schnitt eines     Heliotropes     zum Einrichten der Lichtstrahlen auf das  Luftfahrzeug.  



  Die Lösung der gestellten Aufgabe grün  det sich auf das Umkehren des Strahlen  ganges der von den Heliotropen oder Schein  werfern<I>A, A',</I>     A-'',        'A3,        A4,        A5    auf die vor       del    Objektiv der Orientierungskammer im  Luftfahrzeug B angeordneten Spiegel ge  worfenen Lichtstrahlen C,     Cl,        C2,    C3,     C4,        C'          (Abb.    1).  



  Wie schon erwähnt, werden die Helio  trope oder Scheinwerfer um das aufzuneh  mende Gelände herum aufgestellt. Als Auf  stellungsorte wählt man Punkte, die eine  freie Aussicht auf das Luftfahrzeug wäh  rend seines Fluges über dem aufzunehmen-      den Gelände und eine Messung der Vertikal  winkel der Lichtstrahlen mit der Horizontal  ebene gestatten. Diese Aufstellungsorte kön  nen folglich auf dem Boden, auf Türmen  oder auf dem Wasser liegen. Das Bild des  rund herum gelegenen Geländes auf dem  Lichtbild der Orientierungskammer, das der  grossen Entfernung weben verschwommen  oder unscharf sein wird, dient nur zur Re  kognoszierung.

   Die Mitte der Platte wird  nun von in der Richtung der Kammerachse  einfallenden Lichtstrahlen, die dazu dienen,  den Hauptpunkt der     Platte    genau und scharf  auf dem Lichtbild festzulegen,     zetroffen.     



  Das Umkehren des Strahlenganges der  von den Heliotropen, Scheinwerfern oder der  gleichen in die     Orientierungskammer    gewor  fenen Lichtstrahlen wird mittelst     eines          TTmkehrgerätes    bewirkt, das Lichtstrahlen  vom     Lichtstrahlenbild    in der gleichen Rich  tung der einfallenden Lichtstrahlen     zuriielL-          wirft.    Hierdurch wird es für jedes Licht  strahlenbild möglich, den     Winkal    zwischen  diesen Lichtstrahlen und der Horizontal  ebene mit dem am Heliotrop oder Schein  werfer gemessenen entsprechenden Winkel  zu vergleichen.  



  Die Achse der Kammer im Luftfahrzeug  macht mit dem Nadir einen sich fortwäh  rend ändernden Winkel, der gleich der Nei  gung der Platte ist und im Augenblicke  der Belichtung mit Bezug auf von unbekann  ten Punkten ausgehenden Lichtstrahlen in  vertikaler Richtung festgelegt wird.     Bewegt     man das Umkehrgerät derart um die Ob  jektivmitte, dass die umgekehrten Liebt  strahlen den gleichen     Vertikalwinkel    mit  der Horizontalebene bilden als die ursprüng  lich einfallenden Lichtstrahlen, so ist durch  diese Bewegung der Winkel zwischen Kam  merachsen und Nadir bestimmt.  



  Auch kann man dem Umkehrgerät eine  unveränderliche feste Lage geben, wobei  zum Beispiel die Kammerachse unveränderlich  vertikal steht, und die Bewegung auf eine  horizontale Verschiebung des Lichtbildes  über der Platte     .beschränken.    In diesem Falle    ist vorausgesetzt, dass sich nicht die Kam  merachse um den Nadir herum, sondern um  gekehrt der Nadir zusammen mit allen He  liotroplichtbildern um die     Objektivmitte     herum drehen.  



  Dieses Umkehrgerät     (Abb.    2) stellt sich,  abgesehen von einem bekannten     Köndensor     und     Koordinatenmesser    über der Platte  (beide nicht     gezeichnet)    aus einer der Orien  tierungskammer im Luftfahrzeug vollstän  dig gleichen Kammer und dem vor dem Ob  jektiv der Flugzeugkammer verwendeten  Spiegelgerät zusammen. Dieses Spiegelgerät  besitzt zwei Reihen je zu vier gleichen Spie  geln, die die     Seitenflächen    zweier gleich  seitiger Pyramiden, deren Achsen in der  Kammerachse liegen, bilden und die zusam  men ein ununterbrochenes Gebiet, in wel  chem die Heliotrope aufgestellt sind, um  fassen, während jedem Spiegel gegenüber  ein Schirm aufgestellt ist.  



  In     Abb.    2 sind hiervon die Spiegel 1,  2, 5 und 6 und die Schirme     8"        8,2,        8,;     und     S'7    gezeichnet. Mit C,     Cl,        C   <I>usw.</I> sind  auf der Kammerplatte die von den mit den  gleichen Buchstaben bezeichneten Licht  strahlen erzeugten     Lichtstrahlenbilder,    bei  vertikalem Nadir und vertikaler Kammer  achse, angedeutet. Mit     D,        D',        D''    usw. sind  die     Lichtstralllenbilder    bezeichnet, wenn  letzteres nicht zutrifft.

   Die umgekehrten  Lichtstrahlen D, D',     D'    usw. werden von  einer zweiteiligen Sammellinse oberhalb  und unterhalb des Objektives zusammen  gezogen,     sd    dass sie mit den gleichen Buch  staben bezeichnete     Lichtstrahlenbilder    auf  den Schirmen, die in der zurückgeworfenen  Brennebene der Sammellinse aufgestellt  sind', erzeugen. Diese     Lichtstrahlenbilder     fallen mit den     Durchstoffpunkten    der aus  gesandten Lichtstrahlen<I>D,</I>     D'.        D'    usw. in  den Schirmebenen zusammen, wenn die  Vertikalwinkel dieser Strahlen den gemes  senen Winkeln entsprechen.

   Bevor auf die  sen Punkt näher eingegangen wird, sollen  die auf den Schirmen gezeichneten Kurden,  die Kegelschnitte darstellen, besprochen  werden.      Alle     Verlängerungen    der Lichtstrahlen,  die nach     Zurückwerfung    durch eine ebene  spiegelnde Fläche durch die     Objektivmitte     hindurchgehen, schneiden sich im Punkte<B>01</B>       (Abb.    2). Dieser Punkt ist das gedachte  Spiegelbild des     Objektivzentrums    0. Der  Punkt<B>0,</B> liegt in der Vertikalebene durch  die     Kammerachse    senkrecht zum Spiegel.

    Der auf dem Spiegel liegende Punkt, in wel  chem die Lichtstrahlen zurückgeworfen wer  den, liegt in gleicher Entfernung von 0 und       0l.    Die Senkrechte aus     0I    auf den Schirm  schneidet letzteren im Hauptpunkt der zu  rückgeworfenen     Brennebene    der Sammellinse  und hat eine Länge gleich dem Brennpunkt  abstand dieser Linse.  



  Denkt man sich nun einen Kegelmantel  mit 0, als Scheitel und mit einer     Verti-          1_alen    durch<B>0,</B> als Achse und weiter, dass  von<B>0,</B> Lichtstrahlen, die in diesem Kegel  mantel liegen,     ausgehen,    so bilden diese  Lichtstrahlen alle den gleichen Vertikal  winkel mit der Horizontalebene. Umgekehrt  liegen alle Lichtstrahlen, die gleiche Ver  tikalwinkel mit der Horizontalebene bilden  und auf 0, gerichtet sind, im gleichen Ke  gelmantel und durchstossen die Schirmebene  in der Schnittlinie der Schirmebene und des  Kegelmantels.  



  Zeichnet man für Winkel von ganzen  Graden oder Unterteilen ganzer Grade, die  eine Anzahl derartiger Kegelmäntel mit der  Horizontalebene bilden, .die besagten Kegel  schnitte auf dem Schirm, so kann ein Licht  strahl durch<B>0,</B> dessen Vertikalwinkel mit  der Horizontalebene bekannt ist, zwischen  den gezeichneten Kegelschnitten ,jenem be  kannten     Winkel    entsprechend eingestellt  werden.  



  Wird dieses mittelst Verschiebung des  Lichtbildes in den Richtungen beider Plat  tenachsen, bei mindestens von drei Licht  punktbildern auf dem Lichtbild ausgehen  den Lichtstrahlen ausgeführt, so liegt der  Hauptpunkt H im der Voraussetzung nach  in das     Objektivzentrum    gedrehten Nadir  und stellen die Verschiebungen die Kompo  nenten der Entfernung     NH    als die taugen-         tielle    Verschiebung des Hauptpunktes des  Lichtbildes unter dem aus 0 gesehenen Nei  gungswinkel dar, woraus die Neigung und       Kantung    berechnet werden kann.  



  Da die Plattenachsen der Orientierungs  kammer und der Geländekammer parallel  sind, können die proportional den Brenn  punktabständen umgerechneten Komponen  ten zur Entzerrung des Geländelichtbildes,       mittelst    eines geeigneten, einfachen     Ent-          zerrungsgerätes    benutzt werden, so dass es  sich erübrigt, die Grösse der Neigung und       Kantung    zahlenmässig auszudrücken.  



  Gewöhnlich fliegt das Luftfahrzeug  während der Aufnahme in einer horizontalen  Geraden. Legt man eine Vertikalebene senk  recht zu .dieser Geraden, durch den Helio  trop, so erreicht das Flugzeug; vom Helio  trop aus     gesehen,    die grösste scheinbare  Höhe in dieser Ebene und scheint beidseitig  dieser Ebene sich zu senken. Zwecks Mes  sung der Vertikalwinkel, unter denen man  das Luftfahrzeug im Fernrohr des Helio  trops im Augenblicke der Belichtung bei  der Kammern sieht, kann man den Hori  zontalfaden des Fadenkreuzes fortwährend  auf die Orientierungskammer 'eingerichtet  halten und durch drahtlos elektrische Über  tragung des Momentverschlusses der Luft  fahrzeugkammer auf denjenigen eines klei  nen Filmgerätes die Stellung des Index am  Vertikalkreis des     Heliotropes    festlegen.  



  Man kann auch jedesmal den Faden des  Fadenkreuzes einrichten und dabei den  Winkel     mittelst    Filmaufnahme oder Ab  lesens in     chronometrischem    Zusammenhang  mit der Belichtung der Kammern festlegen.  



  Der benutzte Heliotrop ist im Vertikal  schnitt in     Abb.    3 dargestellt. Das     Fern-          'rdhr    11 ist .um eine vertikale Achse     j12     und eine horizontale Achse 13 drehbar.  Spiegel 14 ist um eine vertikale Achse 15  und eine horizontale Achse, die bei 16 senk  recht zur Zeichnungsebene steht, drehbar.

    Spiegel 17 steht unter einem Winkel von  45   -zu der     Fernrohrachse    und dreht sich  mit dem Fernrohr 11 um die horizontale  Achse 16, mit der er ebenfalls einen Win-           kel    von 45   bildet.     Die    Drehung des     Fern-          rohres    11 und des Spiegels 17 um die wag  rechte Achse 18 wird durch die Stellschraube  22, die Drehung des Spiegels 14 um die       wagrechte    Achse in 16, senkrecht zur Zei  chenebene, durch die Stellschraube 23 be  werkstelligt. Der Winkel zwischen Fern  rohraehse und Horizontalebene wird auf  -einem Höhenkreis 24 bei 25 oder 26 ab  gelesen.  



  Ausser diesen bekannten Unterteilen ist  der Heliotrop ausgestattet mit einer Vor  richtung 19, 20, 21 zur     Übertragung    der  Drehung um die vertikale Achse 12 im     Ver-          bältnis    2 zu, 1 auf die vertikale Drehungs  achse 15 des Spiegels 14. Dieses wird bei  der gezeichneten Ausführungsform mittelst  eines Riemens 20 erreicht, der um das fest  stehende Sockelrohr 18 und um eine auf  der Achse 15 befestigte Riemenscheibe 19  greift. Dieser Riemen ist durch eine Stell  schraube 21 mit dem Sockelrohr 18 verbun  den. Zu diesem Zwecke können natürlich  auch andere Vorrichtungen, wie zum Bei  spiel Planetenräder, verwendet werden. Der  Halbmesser der Scheibe 19 ist doppelt so  gross wie derjenige des Sockelrohres 18.

    Der     Wagrechtkomponente    der Sonnenbewe  gung kann also. durch Drehung der Stell  schraube 21 gefolgt werden. Mit dieser  Schraube können aber gleichzeitig kleine  Baufehler im Geräte ausgeglichen werden.  Zum Nachstellen, um der Horizontalkompo  nente der Bewegung des Flugzeuges zu fol  gen, dient eine der drei am Sockel 18 des  Instrumentes angeordneten Drehkurbeln 34  mit Zahnrädern 35, die in eine entsprechende       Verzähnung    am Ring 3,6 greifen.

   Weiter  enthält das Gerät ein     Prismensystem   <B>32,33.</B>  mit dem ein kleines Bündel vom Spiegel 17  zurückgeworfener Lichtstrahlen 28, 29, 30, 31  in das     Fernrohrobjektiv    geworfen wird, so  dass im Fadenkreuz des Fernrohres ein schwa  ches Bild der Sonnenscheibe gesehen wird  und der Beobachter das Bild des Luftfahr  zeuges     fortwährend    innerhalb des Bildes  der ,Sonnenscheibe halten kann. In diesem  Falle ist es bei richtiger Einstellung des    Gerätes sicher, dass die vom Heliotrop zu  rückgeworfenen Sonnenstrahlen auch auf  das Flugzeug eingerichtet sind.  



  An Stelle der hunderte von Fixpunkten  sind nach dem beschriebenen Verfahren  höchstens sechs Heliotrope, die am Tage  der Aufnahme aufgestellt werden und im       Durchschnitt    mindestens fünf Bilder auf  jeder     photographischen    Platte einer Orien  tierungskammer erzeugen, erforderlich. Zwei  dieser Bilder sind zur Nachprüfung und zur  Erhöhung     derGenauigkeit    bei     derBestimmung     der Neigung und     Kantung    bestimmt. Diese  Bestimmung findet     unabhängig    von den  Standorten der Heliotrope, die geodätisch un  bekannt sind und unbekannt bleiben, statt.

    Sogar die Richtung des Grundrisses der  auf die Orientierungskammer eingerichteten  Lichtstrahlen bleibt unbekannt und somit  auch die Lage des     Lichtstrahlenbildes    auf  dem Lichtbild der Orientierungskammer mit  Bezug auf die Heliotrope und Gelände  punkte, da das Lichtbild nicht orientiert  und nicht entzerrt wird. Die Entzerrung ist  nur auf das Lichtbild der Geländekammer,  die     starr    mit der Orientierungskammer ver  bunden ist und deren Plattenachsen den  jenigen der Orientierungskammer parallel  sind, beschränkt.  



  Zur Verwertung der entzerrten Gelände  bilder für die     Anfertigung        massstäblicher     harten wird bei Geländen, die keine Fix  punkte enthalten, eine     Ilauptpunkttriangula-          tion    im entzerrten Geländelichtbild vorgenom  men. Bei ausgedehnten Gebieten (Ländern,  Provinzen, Kolonien) geht diese     Triangula-          tion    aus von Punkten, deren Lage auf astro  nomischem und     radio-chronometrischem    Weg  bestimmt worden ist.

   Da im entzerrten Licht  bild     Nadirlinie    und Kammerachse sich  decken, ist diese     Hauptpunktti@iangulation     eine     wirkliche        Nadirtriangulation    und viel  genauer als die jetzt üblich bei nichtentzerr  ten Lichtbildern.  



  Sind Fixpunkte vorhanden, so können die       Hauptpunkte    der Lichtbilder damit in Be  ziehung gebracht werden und, wenn erforder-      lieh, neue Punkte durch Rückwärts- und  Vorwärtseinschnitt bestimmt werden.  



  Schutz gegen zerstörungssüchtige Jugend  wird dadurch erhalten, dass die Abhebung  einige Meter über dem Boden angeordnet  und zur     Bestimmung    der Projektion des Ab  hebungspunktes am Boden auch der Verti  kalwinkel im entzerrten Lichtbild gemessen  wird.  



  Alle Berechnungen sind jetzt einfach, da  sie in der Horizontal- oder in der Vertikal  ebene, wenn in letzterer der Winkel zur  Bestimmung der Flughöhe gemessen wird,  ausgeführt werden. Diese Bestimmung der  Flughöhe ist nur erforderlich, wenn       Schichtenlinien    konstruiert werden sollen, zu  welchem Zweck ein Stereo- oder Bildwurf  gerät benutzt werden kann. Ausser mittelst  der Fixpunkte können jetzt die Flughöhen  auch aus den neuen Einschnittpunkten, deren  Höhe bestimmt worden ist, errechnet wer  den.  



  Bei flachem Gelände kann die     massstäb-          liche    Karte durch optische Vergrösserung  oder Verkleinerung angefertigt werden.

Claims (1)

  1. <B>PATENTANSPRÜCHE:</B> I. Verfahren zur photogrammetrischen Lan- desvermessung aus der Luft, bei dem im Augenblicke der photographischen Aufnahme Lichtpunkte mitphotogra- phiert und die Neigung und Kantung der Aufnahmekammer nachträglich durch Umkehren des ,Strahlenganges .
    mittelst eines Projektionsgerätes ermittelt wer den, dadurch gekennzeichnet, dass im Augenblicke der photographischen Auf nahme an geodätisch unbekannten und bildlich unbestimmten Orten von denen aus Lichtstrahlen nach dem photogra phierenden Luftfahrzeug gesandt wer den, die Vertikalwinkel der auf das Luftfahrzeug gerichteten Lichtstrahlen gemessen werden und dass die durch diese Vertikalwinkel bestimmten Kegel mäntel bei dem pro jektiven Umkehren des Strahlenganges als Ausgangswerte für das Bestimmen der Neigung und Kantung benutzt werden.
    II. Einrichtung zur Ausübung des Ver fahrens gemäss Patentanspruch I, beste hend aus einem Umkehrgerät und einem Heliotrop, dadurch gekennzeichnet, dass das Umkehrgerät Schirme aufweist, auf deren Oberflächen eine Anzahl Kegel schnitte mit Kegelscheitelwinkeln be kannter Grösse vorgesehen sind, mit Hilfe derer die umgekehrten Lichtstrahlen entsprechend den gemessenen Grössen der Vertikalwinkel eingestellt werden, und dass der Heliotrop einen Bewegungs mechanismus (19, 20, 34, 35, 36) auf weist, durch den das Fernrohr des He liotrops um seine senkrechte Achse ge dreht wird und durch den gleichzeitig die Drehbewegung des Fernrohres um eine senkrechte Achse auf die senkrechte Bewegungsachse des Spiegels 14,
    auf den das Sonnenlicht unmittelbar ein fällt, im Verhältnis 2 zu 1 über tragen wird, und dass am Heliotrop fer ner ein Prismensystem (32, 33) vorge sehen ist, das ein kleines Lichtstrahlen bündel, welches von dem fest auf die wagrechte Drehungsachse des Fernrohres aufgesetzten Spiegel (17) in der Rich tung der Fernrohrachse zurückgeworfen wird, parallel zur Fernrohrachse durch das Objektiv in das Fernrohr hinein wirft, so dass das Strahlenbündel ein schwaches Bild der Sonnenscheibe ins Fernrohr wirft, wodurch 'fortwährend dafür gesorgt werden kann,
    dass das Bild des durch das Fernrohr betrach teten Luftfahrzeuges innerhalb des Bil des der Sonnenscheibe bleibt. UNTERANSPRUCH: Einrichtung gemäss Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, dass das Umkehr gerät eine Anzahl in zwei oder mehr Reihen aufgestellter, spiegelnder Flächen besitzt, wobei die Spiegelflächen jeder Reihe in gleichem Abstand von der Kammerachse und in gleicher Winkelstellung zu derselben angeordnet sind.
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