AT157934B - Verfahren und Einrichtung zur Bestimmung der Abweichung der angenäherten Parallelstellung und zur Auffindung der Nadirpunkte von Luftbildern. - Google Patents

Verfahren und Einrichtung zur Bestimmung der Abweichung der angenäherten Parallelstellung und zur Auffindung der Nadirpunkte von Luftbildern.

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AT157934B
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Hans Ing Dr Dock
Karl Ing Killian
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Hans Ing Dr Dock
Karl Ing Killian
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Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren und Einrichtung zur Bestimmung der Abweichung der angenäherten Parallelstellung und zur Auffindung der Nadirpunkte von Luftbildern. 



   Zur Zeit gehört es zu den wichtigsten Aufgaben der Luftbildmessung, festpunktelose Räume   zu überbrücken,   d. h. Gebiete, in denen keine geodätisch festgelegten Punkte vorhanden sind, mittels   Luftbildern   zu vermessen. Diese Aufgabe ist bekanntlich dann gelöst, wenn es gelingt, die Lage und
Anordnung der Luftbilder zueinander und zum Lote, d. s. die Elemente der   sogenannten "äusseren  
Orientierung", anzugeben. Zwecks Lösung dieser Aufgabe sind zwei Wege, u.   zw.   solche, die im wesentlichen geometrisch bzw. physikalisch sind, besehritten worden. 



   Zu dem ersten Wege gehört ein Verfahren, das seinem Grundgedanken nach darin besteht, die durch aufeinanderfolgende Luftbilder gegebenen Strahlenbündel in eine solche Lage zu bringen, dass einander zugeordnete Strahlen sich schneiden. Dies geschieht mit Hilfe der heute weitgehend vervollkommneten Auswertegeräte. Dieser Vorgang erfordert aber nicht nur eine geraume Zeit, wobei die Auswertegeräte ihrer eigentlichen Aufgabe entzogen werden, sondern es ergeben sich auch in den meisten Fällen gegenüber der stereoskopischen Messgenauigkeit nicht genügende Kriterien zur gegenseitigen Orientierung der Luftbilder, was zur Folge hat, dass die   Überbrückung   festpunkteloser Räume sich zur Zeit noch in sehr bescheidenen Grenzen halten muss, wenn die erreichte Genauigkeit von der Grössenordnung der stereoskopischen   Messgenauigkeit   sein soll.

   Ein anderer, im wesentlichen ebenfalls geometrischer Weg besteht in der Aufnahme des   natürlichen   Horizonte. Die damit erreichte Bestimmung der Lotrichtung ist im allgemeinen zu ungenau und überdies versagt dieser Vorgang bei gebirgigem Horizont und bei ungünstigen atmosphärischen Verhältnissen. 



   Der zweite Weg umfasst alle Einrichtungen, mit denen versucht wurde, die Elemente   der,, äusseren   Orientierung" lediglich durch physikalische Vorgänge im Flugzeuge zu finden. Dazu gehören : die Bestimmung des Nadirpunktes mit Hilfe von pendelnden Zeigern, Libellen, Hg-Horizonten bzw. Kreiseln, nach deren Anzeigevorrichtung bzw. Achsenlage die Einstellung der Kammerhauptachse erfolgt oder deren Abweichungen photographisch registriert werden. Ferner sind Vorrichtungen bekannt, welche die Auslösung des Verschlusses nur dann erlauben, wenn die gewünschte Einstellung erreicht ist. Die drei erstgenannten Einrichtungen sind wegen der im Flugzeuge herrschenden Beschleunigungen und Schwingungen gegenüber der stereoskopischen Messgenauigkeit weitaus zu ungenau.

   Aus demselben Grunde zeigten Versuche mit Pendelkreisel ein unbefriedigendes Resultat und statische Kreisel ergeben wegen der unbekannten Reibungen ebenfalls eine unkontrollierbare Bewegung ihrer Achse gegenüber der Lotrichtung. 



   Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung, durch die es gelingt, die Bewegung der   Kreiselachse   gegenüber der Lotrichtung festzustellen und zu registrieren. Bevor auf das Verfahren näher eingegangen wird, sei eine beispielsweise Einrichtung zum Zwecke der Durchführung des Verfahrens beschrieben :

   Die Figur zeigt eine Aufnahmekammer 1 und einen damit fest verbundenen Aufsatz   di.   
 EMI1.1 
 1. der Mittelpunkt beider eardanischer Systeme, 2. der Mittelpunkt einer Blende, die einer Lichtquelle Q vorgesetzt ist, 3. die optische Achse einer Sammellinse      mit dem Brennpunkte in der Blende, 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
4. die optische Achse einer Sammellinse   L2 mit   dem   Brennpunkte   in einer den   Aufsatz ¯1\   abschliessenden   Mattscheibe M,  
5. der Schnittpunkt   m   eines Strichkreuzes. 



   Die Kreiselachse a ist   durchbohrt.   



   Hat die Kreiselachse a eine beliebige Richtung, so ist es mit Hilfe der C'ardanringe   Pi,   und R4 immer möglich, die   Achse   mit der   Kreiselaehse (6   zur Koinzidenz zu bringen. Das wird mit Hilfe der Lupe L an dem Zusammenfallen des von der Linse   L2   auf der Mattscheibe mgesammelten Lichtbiindels mit   dem Mittelpunkte m des Strichkreuzes erkannt.   



   In dieser Stellung soll die Aufnahme erfolgen. Um den persönlichen Fehler der genannten Einstellung auszuschalten, wird ein Teil des durch die Achse a gehenden Lichtbündels durch ein Prisma   i   auf eine Photozelle Z abgelenkt. Mittels dieser Photozelle Z wird   die Auslösung des Verschlusses   der   Aufnahmekammer A. bewirkt.   



   Auf dem Cardanringe R1 befindet   suit-li   eine   Dosenlibelle D,   deren Tangentialebene in der Marke normal zur Kreiselachse a liegt. Die Stellung der Libellenblase kann auf dem Bilde der   Aufnahme-   
 EMI2.1 
 werden. Oder die Stellung der Libellenblase wird mit Hilfe einer andern Kamera auch in den Zwischenzeiten aufgenommen. Ausserdem wird eine Uhr mitphotographiert. 



   Der Grundgedanke des Verfahrens ist folgender : Die Normale auf die Tangentialebene in der Marke der Dosenlibelle soll Achse der Dosenlibelle heissen. Diese Achse ist nach der beschriebenen Einrichtung mit der Kreiselachse fest verbunden und zu dieser parallel. Die   Kammerhauptaehse   wird bei jeder Geländeaufnahme parallel zur Kreiselachse und daher auch parallel zur Achse der Dosenlibelle gerichtet. Da die Dosenlibelle mit den Lagern der Kreiselachse fest verbunden ist, macht sie die Schwingungen des Flugzeuges nicht mit. Die Stellung der Libellenblase in bezug auf ein mit der Dosenlibelle festes Koordinatensystem wird daher nur von der Richtung der Kreiselachse sowie von den   Richtungen   und Grössen der Erdbeschleunigung und der jeweiligen Beschleunigung des Flugzeuges abhängig sein. 



  Um die   Vorgänge leichter zu durchsehauen,   seien   zunächst   zwei Annahmen   gemacht   : a) Die Richtung der   Kreiselaehse   bleibe während unserer Betrachtung unverändert. 
 EMI2.2 
 



   Zu   b).   Die Stellung der Libellenblase ist sodann nur von den Richtungen der   Kreiselaehse   und der   Erdbeschleunigung abhängig. Denkt   man sieh um den Stützpunkt des Kreisels eine Kugel gelegt, deren Radius gleich ist dem Krümmungsradius der Dosenlibelle und bezeichnet man die Schnittpunkte der Kreiselachse mit der Kugel als Kreiselspitzen, so wird, falls die untere Kreiselspitze eine beliebige Bahn beschreibt, die Libellenblase eine kongruente Bahn beschreiben. Die Stellungen der Libellenblase würden also den Weg der Kreiselspitzen ergeben. 



   Diese beiden Annahmen sind jedoch nicht zutreffend. Im allgemeinen werden vielmehr zufällige Beschleunigungen des Flugzeuges und eine   kontinuierliche,   ansonsten aber unbekannte Richtungs-   änderung   der Kreiselaehse vorliegen. Die Stellungen der Libellenblase werden sich   sodann nicht um   einen Punkt, sondern um eine Kurve, welche mit der Bahn der unteren Kreiselspitze kongruent ist, 
 EMI2.3 
 Stellungen der Libellenblase zusammenfassen und etwa deren Schwerpunkte ermitteln und die Schwerpunkte durch eine kontinuierliche Kurve verbinden. Da jeder Stellung der Libellenblase ein Zeitpunkt zugeordnet ist, kann auch jedem Kurvenpunkt ein Zeitpunkt zugeordnet werden.

   Die Bewegung der Kreiselachse gegenüber der   tatsächlichen   Lotrichtung kann daher zu einem bestimmten Zeitpunkt und für ein bestimmtes Zeitintervall unmittelbar aus der gewonnenen Kurve entnommen werden. Da die Kammerhauptachse bei der Aufnahme immer parallel zur   Kreiselachse   gerichtet wird, kann die Abweichung der angenähert parallelgestellten Aufnahmerichtung, die bei grosser Präzessionsdauer des Kreisels praktisch Null wird, ermittelt werden. 

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Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRÜCHE : 1. Verfahren zur Bestimmung der Abweichung der angenäherten Parallelstellung und zur Auffindung der Nadirpunkte von Luftbildern, unter Verwendung eines Kreisels und einer Einrichtung <Desc/Clms Page number 3> zur Kennzeichnung der Lotriehtung, z. B. einer Dosenlibelle, dadurch gekennzeichnet, dass bei jeder Geländeaufnahme oder auch in den Zwischenzeiten die Dosenlibelle oder eine andere Einrichtung zur Kennzeichnung der Lotrichtung z.
    B. photographisch registriert wird, wobei die Geländeaufnahme dann erfolgt, wenn die Achse der Einrichtung zur Kennzeichnung der Lotrichtung sowie die Kammerhauptachse bzw. eine in bezug auf ein System von mehreren Kammern feste Achse, z. B. durch feste Verbindung der Dosenlibelle mit dem Kreisel und z. B. durch eardanische Aufhängung der Kamera, parallel zur Kreiselaehse gerichtet werden und dass aus den verschiedenen Stellungen der Libellenblase die Abweichungen der angenäherten Parallelstellungen aufeinanderfolgender Aufnahmerichtungen bestimmt und die Nadirpunkte der Luftbilder gefunden werden können.
    2. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mit den Lagern des Kreisels eine Dosenlibelle bzw. eine andere Einrichtung zur Kennzeichnung der Lotrichtung fest verbunden und dass eine Registriervorrichtung, z. B. eine photographische Kamera, für die Einrichtung zur Kennzeichnung der Lotrichtung vorgesehen ist.
    3. Einrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mittels Photozelle und optischen Mitteln beim Eintritt der Parallelstellung der Kammerhauptachse mit der Kreiselachse der Kammerversehluss selbsttätig ausgelöst wird. EMI3.1
AT157934D 1938-02-21 1938-02-21 Verfahren und Einrichtung zur Bestimmung der Abweichung der angenäherten Parallelstellung und zur Auffindung der Nadirpunkte von Luftbildern. AT157934B (de)

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