CH128404A - Keramisches Erzeugnis und Verfahren zur Herstellung desselben. - Google Patents
Keramisches Erzeugnis und Verfahren zur Herstellung desselben.Info
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Description
lieramisches Erzeugnis und Verfahren zur Herstellung desselben. Vorliegende Erfindung bezieht sich auf ein keramisches Erzeugnis, sowie auf ein Verfahren zur Herstellung desselben. Dieses Erzeugnis verhält sich in seinen Eigenschaf ten teils wie metallische, teils wie bekannte keramische Körper, und seine Herstellung ist den in der Keramik gebräuchlichen Ver fahren ähnlich.
Als Ausgangsmaterial werden Metalle, Legierungen oder Metallgemische in pulve riger oder körniger Form vermengt mit kera mischen Rohmaterialien. Aus den Mischun gen werden Formkörper hergestellt durch trockenes Pressen; enthalten sie indessen genügend plastisches Material, so lassen sie sich durch Anfeuchten mit Wasser oder 01 wie keramische Massen in die gewünschte Gestalt bringen durch Formen, Pressen oder durch Giessen in Breiform.
Die Plastizität der Massen kann, wenn nötig, erhöht werden durch Klebmittel, wie Glukose, Stärke, T'ra.- gant etc. Die Erhärtung der geformten und getrockneten Körper geschieht durch einen Brennprozess, wobei gesinterte, harte Produkt-, entstehen, Für das Verfahren eignen sich diejenigen Metalle, Legierungen und Metallgemische, deren Schmelzpunkt hoch, das heisst nahe an<B>1000</B> oder darüber, liegt, wie Silicium, Eisen, Nickel, Kupfer, Chrom, Mangan, Wolfram usw., Legierungen, wie Ferro- silicium, Ferrochrom,
Ferromangan, Ferro- wolfram, Chromsilicium, Ferroaluminium etc. und Mischungen derartiger Metalle und Le gierungen.
Als keramische Rohmaterialien eignen sich natürliche Silikate, wie Ton, Kaolin, Feldspat, Steatit, Quarz oder Kunst produkte, wie Fritten, Gläser, geschmolzener Quarz, Zement, ferner Oxyde, wie Magnesia, Zirkonoxyd, Tonerde, sowie Zusätze von Borsäure, Boraten, Alkalisilikaten, Erd- alkalikarbonaten etc., insbesondere jedoch Mischungen solcher Materialien nach Art der in der Keramik verwendeten Massen.
Die so hergestellten Erzeugnisse erweisen sich als wertvoll in ihrem mechanischen, thermischen und chemischen Verhalten. Durch geeignete Auswahl und Kombination der verschiedenen Rohstoffe können die Eigenschaften innerhalb weiter Grenzen variiert und die Produkte dem jeweiligen Verwendungszwecke angepasst werden.
Im Gegensatz zu keramischen Erzeug nissen besitzen die Metalle eine weit höhere Wärmeleitfähigkeit und zum Teil auch grössere Zähigkeit. Durch Zufügen von Me tallen zu keramischen Massen erhält man Produkte mit höherer Wärmeleitfähigkeit und zum Teil auch höherer Zähigkeit, als sie den gewöhnlichen keramischen Erzeug nissen eigen ist. Sie werden mit Vorteil da verwendet, wo erwärmt oder gekühlt wird, also für Kochgefässe, Kühler und dergleichen. Diese metallkeramischen Erzeugnisse zeigen neben der höheren Wärmeleitfähigkeit auch eine bedeutend höhere Beständigkeit gegen über raschem Temperaturwechsel im Ver gleich zu gewöhnlichen keramischen Mate rialien, wie Porzellan oder ,Steinzeug, die bei raschem Erwärmen zerspringen.
Einige an sich hochfeuerfeste Produkte, wie solche aus Magnesia. oder Zirkonoxyd, sind gegen raschen Temperaturwechsel ausser ordentlich empfindlich. Dieser Übelstand wird stark verringert, wenn solchen Massen hochschmelzende Metalle, wie Wolfram, Tantal oder dergleichen, beigefügt werden.
Eine Anzahl von Legierungen und Ver bindungen von Metallen untereinander, -wie @;rolfram-Silicium und Chrom-Silicium, von der ungefähren Zusammensetzung Cr-.Si, zeichnen sich aus durch eine sehr grosse Härte und bilden ein wertvolles Material für Schleifscheiben. Sie werden auf eine geeignete Korngrösse zerkleinert, mit kera mischem Material gemischt und die daraus geformten Scheiben durch Erhitzen auf hohe Temperatur erhärtet.
Aus Metallen oder Legierungen mit guten magnetischen Eigenschaften werden in der Weise Magnete hergestellt, da.ss man sie in Pulverform mischt mit keramischem Mate rial, formt und brennt. Ist in der Mischung eine genügende Menge nichtleitendes Material vorhanden, so --ind die so hergestellten Mag nete elektrisch nichtleitend und frei von Wirbelströmen. Es gibt ferner eine grosse Anzahl Me talle und Legierungen mit wertvollen Eigen schaften, die aus dem feuerflüssigen Zu stand grob kristallinisch erstarren und aus denen man durch Giessen keine brauchbaren Gussstücke erhalten kann.
Es ist dies bei spielsweise der Fall für Ferrosilicium mit hohem Siliciumgehalt, Ferrochrom mit hohem Chromgehalt und eine ganze Anzahl an derer Legierungen. Diese lassen sich nutz bringend verwerten, wenn sie gemäss dem vorliegenden Verfahren in pulveriger Form zu geformten Körpern verarbeitet werden.
Der Brennprozess gestaltet sich am ein fachsten und kann in jedem keramischen Brennofen vorgenommen werden, wenn als Metall Silicium oder eine Siliciumlegierung mit hohem Siliciumgehalt verwendet wird. Diese sind gegen Oxydation in hohem Masse widerstandsfähig, so dass die daraus her gestellten Massen nach dem Brennen keiner lei störende Oxydationserscheinungen auf weisen.
Dichte, flüssigkeitsundurchlässige Körper erhält man beispielsweise aus folgen der Masse: 30 Gewichtsteile feingemahlenes Silicium (oder Ferrosilicium mit 90 bis 95 lo Si), 70 Gewichtsteile Ton bei einer Brenn temperatur von 1250 bis<B>1350'.</B>
Neben seiner Beständigkeit gegen Oxy dation, die für den Brennprozess sehr vor teilhaft ist, besitzt Silicium und die damit hergestellten Massen eine sehr hohe Säure beständigkeit. ,Siliciumhaltige keramische Massen eignen sich deshalb vorzüglich für Geräte für die chemische Industrie, das heisst für Apparate, in denen saure Flüssig keiten aufbewahrt, erwärmt oder gekühlt werden. An Stelle des im Beispiel genann ten hochprozentigen Ferrosiliciums können auch andere Sorten mit niedrigem Silicium gehalt verwendet werden. Diese sind jedoch gegen einzelne Säuren etwas weniger wider standsfähig, anderseits aber beständiger ge gen Alkalien.
Der Brennprozess erfordert besondere Be dingungen, wenn Metalle verwendet werden, die sich bei hoher Temperatur oxydieren. Dies ist beispielsweise der Fall für Kupfer, Eisen, Nickel, Chrom, Wolfram etc. und ent sprechende Legierungen und Metallgemische. Da die in der Keramik gebräuchlichen Öfen während des Brennprozesses neben Feuer gasen immer grössere oder kleinere Mengen Luft enthalten, welche die Metalle oxydie ren, nimmt man die Erhitzung im Vakuum oder in Öfen, in denen eine reduzierende oder sonstwie sauerstoffreie Atmosphäre aufrecht erhalten werden kann.
Dies ist bei spielsweise möglich in einem abgeschlosse nen, durch Graphitstäbe oder andere Wider stände elektrisch beheizten Ofen, aus dem die Luft durch ein anderes Gas, wie Stick stoff, Kohlensäure, Kohlenoxyd, Wasser stoff oder einen Kohlenwasserstoff verdrängt werden kann. Um beispielsweise einen eisen haltigen Körper herzustellen, mischt man 70 Gewichtsteile Eisenpulver, 20 Gewichts teile Ton, 5 Gewichtsteile Kaolin und 5 Ge- zaichtsteile Feldspat, feuchtet mit Wasser an, formt, trocknet rasch und brennt in Wasser stoffatmosphäre bei<B>1050</B> bis<B>1150'.</B>
Ob eine metallhaltige Masse im gewöhn lichen Ofen gebrannt werden kann, oder ob eine sauerstoffreie Atmosphäre erforderlich ist, lä.sst sich leicht durch einen Versuch entscheiden. Es hängt dies nicht nur von der Oxydierbarkeit des betreffenden Metalles ab, sondern auch von den nichtmetallischen Bestandteilen.
Werden zum Beispiel in einer sauerstoffhaltigen Atmosphäre Körper ge brannt, welche geformt sind aus einem Ge misch von 45 %igem Ferrosilicium und einer 1, eramischen Masse, welche erst bei hoher Temperatur sintert, so wird das Ferrosilicium zu Eisenoxyd und Kieselsäure oxydiert. Es sind hingegen unter denselben Bedingungen kaum Spuren einer Oxydation bemerkbar, wenn die Körper geformt werden aus einem Gemisch von 45 %igem Ferrosilicium und einer keramischen Masse, welche bei verhält nismässig tiefer Temperatur sintert.
Es er klärt sich dies daraus, dass die leicht sin- ternde keramische Masse beim Brennen kom pakt wird unterhalb der Temperatur, bei welcher sich das Metall oder die Legierung oxydiert. Die metallischen Partikel sind dann bei weiterem Ansteigen der Temperatur gegen eindringenden Sauerstoff geschützt. Ein Mit tel, um die Oxydation zu verhüten, besteht deshalb darin, dass man als keramischen An teil des metallhaltigen Gemisches eine kera mische Masse verwendet, welche bei verhält nismässig tiefer Temperatur sintert.
Vielfach sind die Körper während des Brandes ge nügend geschützt, wenn man sie mit einer Schicht eines Materials (zum Beispiel Gla sur) überzieht, welches dicht sintert unter halb der Temperatur, bei der sich der me tallische Teil oxydiert. auch können die Formkörper während des Brennprozesses in mit Kohle gefüllten oder luftdicht schliessen den Behältern eingeschlossen werden.
Die Höhe der Brenntemperatur richtet sich nach der Beschaffenheit des Materials und darnach, ob poröse oder dichte Erzeug nisse hergestellt werden sollen; sie liegt je doch stets unterhalb des Schmelzpunktes der verwendeten Metalle.
Für das Mischungsverhältnis zwischen keramischem Rohmaterial und Metall be stehen keine Grenzen. Es ist deshalb mög lich, Produkte herzustellen, bei denen die metallischen Bestandteile überwiegen und beispielsweise 90 % der gesamten Masse aus machen. Das Verfahren kann dabei betrach tet werden als eine Methode zur Herstellung von metallischen Gegenständen. Auch in die sem Falle geschieht. die Herstellung nach der in der Keramik üblichen Arbeitsweise, das heisst durch Formen von mehr oder weniger plastischen Massen und nachfolgendes Bren nen der so hergestellten Gegenstände. Die so gewonnenen Produkte sind ungeachtet ihres metallischen Charakters keramische Er zeugnisse.
Bei der Herstellung von Erzeug rissen aus Massen mit sehr hohem Prozent satz an metallischen Bestandteilen empfiehlt sich eine Beimischung von leichtschmelzen den Verbindungen oder Flussmitteln, ins besondere von Stoffen ,welche Borsäure oder Borate enthalten.
Die metallhaltigen Gegenstände, die nach dem vorliegenden Verfahren hergestellt wer den., sind je nach ihrer Zusammensetzung und Behandlung mehr oder weniger dunkel ge färbt oder besitzen metallisches Aussehen. Enthalten sie einen genügenden Prozentsatz an weichem Metall, so lassen sie sich wie Gussstücke bearbeiten; andernfalls sind sie für Metallwerkzeuge kaum angreifbar. Sie können emailliert oder wie keramische Er zeugnisse glasiert werden.
Claims (1)
- PATENTANSPRÜCEE I. Keramisches Erzeugnis, dadurch gekenn zeichnet, dass es metallische Bestandteile enthält und hergestellt ist aus einem Gemisch von metallischen Stoffen und keramischen Rohmaterialien. .I. Verfahren zur Herstellung eines kerami schen Erzeugnisses nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Gemisch herstellt aus metallischen .Stof fen und keramischen Rohmaterialien und dieses Gemisch formt und brennt. UNTERANSPRÜCHE: 1. Säurefestes Gerät für die chemische In dustrie nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass es metallisches Si licium enthält. 2.Säurefestes Gerät für die chemische In dustrie nach Patentanspruch I, dadurch gekennzeichnet, dass es Ferrosilicium enthält. Keramisches Erzeugnis nach Patent anspruch I, gekennzeichnet durch einen Gehalt an Metallen. 4. Keramisches Erzeugnis nach Patent anspruch I, gekennzeichnet durch einen. Gehalt an Metallegierungen. 5. Keramisches Erzeugnis nach Patent- anspruch I, mit grosser Beständigkait gegen Temperaturwechsel, dadurch ge- kennzeichnet, dass es eine Eisenlegierung enthält. Keramisches Erzeugnis nach Patent anspruch I, mit grosser Bestän@liLkeit gegen Temperaturwechsel, dadurch ge kennzeichnet, dass es eine Chromlegierung enthält.Keramisches Erzeugnis nach Patent anspruch I, mit grosser Beständigkeit gegen Temperaturwechsel, dadurch ge kennzeichnet, dass es Ferrochrom ent hält. Verfahren nach Patentanspruch 1I, dadurch gekennzeichnet, da.ss man ein Gemisch herstellt aus metallischem Si licium und keramischen Rohmaterialien und das Gemisch formt. und brennt. Verfahren nach Patentansprueh 1I, dadurch gekennzeichnet, dass' man ein Gemisch herstellt aus Ferrosilicium und keramischen Rohmaterialien und das Gemisch formt und brennt.Verfahren nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass man ein Gemisch herstellt aus metallischen Stof fen und einer borsäurehaltigen kerami schen Masse und das Gemisch formt und brennt. Verfahren nach Patentanspruch II, dadurch gekennzeichnet, dass' man ein Gemisch herstellt aus metallischen Stof fen und einer keramischen Masse und das Gemisch formt und brennt, wobei die keramische Masse so beschaffen ist, dass sie dicht sintert unterhalb der Temperatur, bei welcher die verwendeten metallischen Stoffe oxydieren.
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