Vierrädriger Kraftwagen mit Stromlinienform. Die bisherigen vierrädrigen Kraftwagen von Stromlinienform hatten nur im Aufriss schlank endende Stromlinienform, während dem sie im Grundriss mit einer breiten, wag rechten Linie endeten. Diese Anordnung ist aber aerodynamisch ungünstig.
Erfindungsgemäss wird dadurch Abhilfe geschaffen, dass der Wagen, in dessen Karos serie beide Räderpaare eingebaut sind, nicht nur im Aufriss, sondern auch im Grundriss schlank endende Stromlinienform hat.
Die Zeichnung zeigt schematisch ein Aus führungsbeispiel.
Fig. 1 ist ein Aufriss, Fig. 2 e- Grundriss.
Die als Lenkräder dienenden Vorderräder a haben einen grösseren Abstand als die den Antrieb übernehmenden Hinterräder b. Sämt liche Räder sind in die stromlinienförmige Karosserie c eingebaut.
Die Ersatzräder c sind zwischen den Längsträgern d des Rahmens hinter .den Hin terrädern b in der Längsrichtung des Wagens aufrecht angeordnet. Der hinten liegende Motor m treibt mit telst Kardanübertragung ohne Differential die Räder b.
Der Kühler ist mit k, der Benzintank mit r bezeichnet. Der Zu- und Abfluss der Luft sind durch Pfeile angedeutet.
Zu der beschriebenen neuen Anordnung gilt folgendes: Das Bestreben des Autokonstrukteurs soll nicht in der andauernden Vergrösserung der hIotorleistung Siegen, sondern in der Ver minderung der Verluste, .damit das zu beför dernde Gewicht mit grösster Geschwindigkeit durch einen möglichst kleinen Motor -beför dert werde.
Dafür muss in erster Linie auf die Form und auf das Gewicht des Inhaltes des zu be fördernden Wagenraumes geachtet werden, sowie auf seine zweckmässigste Ausnutzung.
Bei vorliegender Konstruktion handelt es sich zunächst darum, eine einheitliche Um hüllungsfläche des Fahrzeuges zu schaffen, die von besonderen Aufbauten frei ist, und auch die Räder in sich schliesst und sich so viel wie möglich der Fläche des Körpers mit geringstem Luftwiderstand anpasst.
Bekanntlich sind die in der Fahrtrich tung liebenden .lotrechten Querschnitte des Körpers mit geringstem Luftwiderstand vorn höher als hinten.
Da nun der Raum für die Insassen die grösste Höhe erfordert, so sind die Sitze un bedingt vorn, die Maschinenanlage aber hin ten vorzusehen. Dies entspricht der Anforde rung, dass das gesamte Wagengewicht unge fähr gleichmässig auf beide Achsen verteilt werden muss, wofür -der vordere geräumigere Wagenkasten Körper mit geringerem spezi fischem Gewicht und das hintere schmale Ende Körper .mit grösserem spezifischem Ge wicht enthalten .muss. Durch Unterbringung der Insassen vorn wird weiter der Raum;
welcher bei Stromlinienwagen vor .den Vor derrädern innerhalb des Wagenkastens ver fügbar ist, in der zweckmässigsten Weise ausgenutzt, da die vordern Insassen dort die Beine ausstrecken können, während der grösste Teil ihres Körpergewichtes nach hin ten über dem Sitz lastet, was bei Hinterrad antrieb sehr erwünscht ist.
Anderseits sind beim Körper mit gering stem Luftwiderstand die wabrechten Quer schnitte vorn auch breiter als hinten. Damit trotzdem auch die Hinterräder von der ein- lreitlichen Umhüllungsfläche mitumschlossen werden können, wird hinten, wie an sich be kannt, ein engerer Radstand verwendet. Dar aus ergibt sieh dann noch der an sich bekannte Vorteil, dass das Differential entbehrlich wird.
Der maschinelle Antrieb mit nur einem einzigen Kegelrad auf .durchgehender Hinter achse, statt der sieben Zahnräder des ge wöhnlichen Wagens, verringert die Über tragungsverluste und reduziert bleichzeitig das unabgefederte Gewicht der Hinterbrücke auf ein Minimum, so dass der Wagen sanfter fährt, wodurch auch die Hinterräder am Bo den gut haften können.
Diese Vereinfachung beseitigt weiter das bekannte, vom Differential hervorgerufene ständige Tanzen und Schleudern des Wagens, (las einen schweren Energieverlust darstellt, und dementsprechend erhalten die Hinter räder des Waberis einen vollkommen unge störten Antrieb, was namentlich bei grossen Geschwindigkeiten besonders erwünscht ist.
Dabei ist in Kurven das Schleifen der Reifen, wegen des hinten engem Radstandes voll kommen zu vernachlässigen, indem durch die andauernden kleinen Erschütterungen des '9ragens der Ausgleich .der minimalen Diffe renzen, die am rechten und linken Hinterrad entstehen, von selbst zustande kommt, so dass die Abnutzung der Gummireifen normal bleibt.
Das Gleichgewicht des Wagens in Kurven wird dabei mir in einem völlig zu vernach- lässicenden Grade beeinträchtigt, da in der schmälern hinternWa.genhälfte dieMaschinen- anlabe steht, deren Schwerpunkt im Gegensatz zu dem des Gesamtgewichtes der vorn unter gebrachten Insassen seitlich unversclriebbar ist; durch den vorn weiteren Radstand wird aber einer etwaigen Verlegung des Gewich tes der Insassen Rechnung betragen.
Ferner läuft in Kurven, bei Vorderradlenkung, das äussere Vorderrad auf dem Kreisbogen mit grösstem Halbmesser. was besonders günstig für die Aufnahme der Zentrifugalkraft ist, indem das schmälere Hinterende des Wagens immer im Innern der Kurve bleibt und die Fliehkraft durch ihre Richtung nach vorn mehr auf den vordern Teil des Wagens zur Geltung kommt. wo der weite Radstand vor handen ist.
Dabei wird der Lenkunbsmecha- nismus bedeutend weniger von 'Wagen- erschütterungen beansprucht, indem bei Ver legung der Steuersäule auf das Vorderende des Längsträgers die Längsstange der Steue rung ihren Drehpunkt in der Nähe der vor- dern Federbolzenaelrse hat, um die sich die vordern Federn. Achse und Räder drehen.
Dadurch, dass der Waben vierspurig an statt zweispurig ist. wird er auf weichen, ungepflegten Weben theoretisch mit einem etwas erhöhten Rollwiderstand fahren, weil die Hinterräder in ihrer Vorwärtsbewegung nicht in den schon üinbeprä.gten Spuren der Vorderräder rollen.
Das trifft aber nur bei mathematisch gerader Fahrt zu, die selten vorkommt, .da der Wagen infolge von stets vorhandenen Hindernissen auch .auf ganz ge radem Wege kleine Abweichungen zu ma chen gezwungen ist, so .dass auch .der zwei spurige Wagen nur selten nicht mehr als zwei Spuren hinterlässt. Übrigens ist das Auto ein raschfahrendes Verkehrsmittel, das immer gute Fahrbahn voraussetzt; auf gutem Wege muss aber der Rollwiderstand: bei Zwei- und Vierspurwagen praktisch gleich sein.
Zwar ist die Möglichkeit, ein kleines Hindernis, z. B. einen Stein, zu umgehen, bei einem Vierspurwagen etwas vermindert, dafür aber treffen die Unebenheiten der Bahn den Vierspurwagen nur einmal, im Gegensatz zum Zweispurwagen, bei welchem fast immer zwei Stösse hintereinander folgen und oben drein beim zweiten Stoss der Wagen sich un- günstigerweise in voller Schwingung be findet.
Obwohl vollständig eingebaut, ist bei .dein neuen Wagen die ganze Maschinenanlage von allen Seiten gut zugänglich, da sie ja in der sohmäleren Hälfte des Wagens liegt.
Der Platz für den Einbau .der Ersatzräder ist hinter den Hinterrädern aufrecht zwischen den Längsträgern in der Längsrichtung des Wagens vorgesehen. Dadurch wird die Ad häsion der Hinterräder noch erhöht; auch sind die Ersatzräder dort am besten zugäng lich und vor der Wärme des Motors ge schützt.
Der Vorteil dieses Stromlinienwagens ist, dass er bei bester Raumausnutzung und Ver einfachung der Übertragung .den kleinstmög lichen Luftwiderstand erreichen kann, wo durch die höchste Geschwindigkeit bezw. die össte Brennstoffersparnis zu erzielen ist.
Daraus ergibt .sich noch @d-er praktisch sehr wichtige Umstand, dass man .dank der Erfin dung im Kraftwagenbau mit kleineren 1VIo- torleistungen auskommen wird, .da die gegen wärtigen Motoren bei gewöhnlichen Fahrten wenig ausgenutzt werden und als überdimen sioniert anzusehen sind, indem sie nur bei selten vorkommenden grossen Geschwindig- keiten ihre volle Leistung abgeben. Durch starke Herabsetzung des Luftwiderstandes, der bekanntlich mit steigender Geschwindig heit weit stärker als diese wächst, kann man folglich bei gleicher Schnelligkeit dieselbe Last mit einem wesentlich kleineren Motor befördern, der auch im gewöhnlichen Ver kehr vollkommen ausgenutzt wird.
Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass durch die allgemeine Anordnung des neuen Wagens die Insassen, da sie sich an der vor dersten Stelle befinden, sanfter fahren, inso fern die Sitze über einem günstigeren Teil des Chassis angebracht sind, und dass die Un annehmlichkeiten, wie Geruch und Lärm, die mit der gewöhnlichen vordern Motorlage ver bunden sind, wegfallen. Die Fussgänger wer den .durch den neuen Wagen weniger be lästigt, da ,die Staubentwicklung stark redu ziert ist.
Der Antrieb kann statt durch- einen Ver brennungsmotor auch mittelst eines Elektro motors erfolgen. Die Akkumulatoren wären clann, als Körper hohen spezifischen Ge wichtes, vorzugsweise hinten anzubringen, um die engstehenden hintern Antriebsräder zu belasten und eine bessere Adhäsion zu er möglichen. .