AT99672B - Verfahren und Vorrichtung zur Temperaturregelung bei exothermen, katalytischen Gasreaktionen. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtung zur Temperaturregelung bei exothermen, katalytischen Gasreaktionen.

Info

Publication number
AT99672B
AT99672B AT99672DA AT99672B AT 99672 B AT99672 B AT 99672B AT 99672D A AT99672D A AT 99672DA AT 99672 B AT99672 B AT 99672B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
reaction
chambers
gases
exothermic
liquids
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Original Assignee
Selden Co
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Selden Co filed Critical Selden Co
Application granted granted Critical
Publication of AT99672B publication Critical patent/AT99672B/de

Links

Landscapes

  • Physical Or Chemical Processes And Apparatus (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren und Vorrichtung zur Temperaturregelung bei exothermen, katalytischen
Gasreaktionen. 



   Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Temperaturregelung bei exothermen' katalytischen Gasreaktionen, wie z. B. der Oxydation von Kohlenwasserstoffen mittels Sauerstoff oder Luft in Gegenwart von Katalysatoren. Das Verfahren besteht darin, dass der Raum, in welchem die Mischung der reagierenden Gase mit dem Katalysator in Berührung kommt, durch eine Flüssigkeit gekühlt wird, die einen der für die Reaktion optimalen Temperatur naheliegenden Siedepunkt besitzt, so dass die Reaktionswärme zur Verdampfung der Kühlflüssigkeit verbraucht wird.

   Die Dämpfe der siedenden   Kühlflüssigkeit   werden dazu verwendet, um den Gasstrom vor Berührung mit dem Katalysator auf die optimale   Re : 1ktionstemperatur   vorzuwärmen, wobei das durch Abgabe der latenten Verdampfungswärme im Vorwärmeraum gebildete Kondensat wieder der mit dem Katalysatorraum in Berührung stehenden Kühlflüssigkeit zugeführt wird. 



   Auf der Zeichnung ist der den Gegenstand der Erfindung bildende neue Apparat in einer beispielsweisen Ausführungsform dargestellt. 



   So stellt   Fig. l   einen Querschnitt des Apparates, Fig. 2 einen Schnitt durch eines der Elemente, aus denen der Apparat zusammengesetzt ist, Fig. 3 einen Schnitt des Endes eines Elementes mit einer Vorrichtung für den Umlauf einer Kühlflüssigkeit, Fig. 4 und 7 Endansichten eines Elementes mit Anschüssen, Fig. 5 Grundriss dazu, Fig. 6 Vorderansicht mehrerer vereinigter Elemente, jedoch ohne Anschlüsse für   Kühlflüssigkeiten   dar. 



   Der Apparat ist aus einem Stoff, vorzugsweise Metall, hergestellt, der ein guter Wärmeleiter ist, aber durch die Gase nicht angegriffen wird. 



   In der Hauptsache besteht der Apparat aus einzelnen, auswechselbaren Elementen und jedes Element besteht aus einer Reaktionskammer in einem Mantel, der in wagrechter Richtung in Abteile für Kühlflüssigkeiten unterteilt ist. Aus Fig. 2 ersieht man den Bau eines Elementes im allgemeinen, das aus einer oben und unten und teilweise an den Enden von Abteilen   A   und C umgebenen Reaktionskammer B besteht. Zwischen die einzelnen Abteile kann eine Einlage aus wärmeisolierender Masse eingebettet sein, um den Wärmeaustausch zu verhindern. Die Kammer B und der Abteil A können überdies von auf dem Boden des Abteiles C ruhenden Trägern W gestützt, die Decke der Kammer B kann durch Rippen T (Fig. 1) versteift werden.

   Der Abteil 0 geht seitlich über den Abteil   A   hinaus, damit an den Enden Raum für den Anschluss der Flüssigkeitszu-und-ableitung gewonnen wird. 



   In Fig. 1 erscheinen mehrere Elemente zusammengebaut. Die Reaktionskammern sind mit B bezeichnet. Die Abteile A und 0 enthalten Flüssigkeiten, welche die bei der Reaktion frei werdende Wärme aufnehmen und zum Sieden gebracht die Böden und Decken der Reaktionskammern selbsttätig auf der gewünschten Temperaturhöhe halten. Aus der Verteilungskammer R treten die für die Reaktion bestimmten Gase durch enge Einlässe der Vorderwand P in die Reaktionskammern B.

   Auch Fig. 6 zeigt in Vorderansicht mehrere zu einem Ganzen zusammengebaute Elemente, aber ohne Anschlüsse für die   Kühlflüssigkeiten.   Die Verteilungskammer R erscheint hier im Schnitt mit Doppelwandung   für Dampf   oder eine heisse Flüssigkeit, um sie auf eine bestimmte Temperatur halten zu können, und die   Vorderwände   P der Reaktionskammer sind in freier Ansicht dargestellt. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Die Einrichtung zum Zuführen von Flüssigkeiten zu den Kühlräumen und zum Abziehen der Dämpfe der siedenden Flüssigkeit ist in den Fig. 3,4, 5 und 7 dargestellt. Die kalten Flüssigkeiten für alle Abteile A und 0 werden aus den Gefässen   A'und M, Fig.   5, zugeführt und treten an beiden Enden jedes Abteiles durch eine oder mehrere Öffnungen nahe am Boden und in der hinteren Hälfte des Abteiles ein, während die aus den Abteilen kommenden heissen Flüssigkeiten oder Dämpfe durch eine oder mehrere Öffnungen an der Decke und in der vorderen Hälfte des Abteiles abgeleitet werden. 



   Wesentlich ist, dass die Auslässe für die heissen Flüssigkeiten und Dämpfe über oder in der Ebene der Decke des Abteiles enden, so dass ihre Enden nicht in den Raum vorspringen, damit kein Dampf unter der Decke im Abteil verbleibt. Die   heissen Flüssigkeiten   oder   Dälupfe   aus einer Anzahl Elemente werden von Gefässen J und L (Fig. 5) aufgenommen und steigen in nicht dargestellten Kondensatoren oder Kühlern auf, von denen die kalte Flüssigkeit in Behälter zurückgeleitet wird, die mit den Gefässen K und M in Verbindung stehen. Die Standhöhe der Flüssigkeit in den Gefässen muss dauernd etwas über   der Deckenebene   des höchsten Abteiles gehalten werden, damit die Abteile jederzeit vollkommen gefüllt sind. 



   Die Arbeitsweise des Apparates ist folgende : Der aus mehreren Elementen gebildete und in Fig. 1 und 6 dargestellte Apparat wird auf beliebige Weise beheizt, bis eine Temperatur erreicht ist, bei der eine Reaktion zwischen den eingeleiteten Gasen einzutreten beginnt. Diese Gase werden dann unter schwachem Druck durch Öffnungen 5in eine Verteilungskammer   R getrieben und gelangen durch die freien Öffnungen   in der Vorderwand P zu den Reaktionskammern. Da die Gase in der Kammer   R unter Druek   stehen, dringen sie in der Weise durch die Öffnungen, dass sie sich gleichmässig über jede Reaktionskammer verteilen, falls die Öffnungen den gleichen Querschnitt oder Durchmesser besitzen.

   Die Öffnungen können aber für verschiedene Kammern verschiedene Grösse aufweisen, um Druckunterschiede in verschiedenen Teilen der Verteilungskammer R zufolge des Auftriebes der heissen Gase auszugleichen. Auf dem Boden der Kammern B wird ein Katalysator eingebracht, dessen Anwesenheit die, auf eine bestimmte, von der Natur der Gase und des Katalysators abhängige Temperatur gebrachten Gase zur Reaktion veranlasst. 



  Die bei der Reaktion entwickelte Wärme wird zum grossen Teile von den Flüssigkeiten in den Abteilen A und 0 aufgenommen. Diese Flüssigkeiten führen die Wärme von der Mitte und dem hinteren Teile der Reaktionskammern, wo sie hauptsächlich erzeugt wird, zur Vorderseite, wo Wärme zur Erhöhung der Temperatur der eintretenden Gase auf den Reaktionspunkt nötig ist. 



   Da es zweckmässig ist, dass alle Reaktionskammern unter den gleichen Bedingungen arbeiten, kann man den vorderen Teil des untersten Kühlwasserabteiles durch eine äussere Heizquelle anwärmen. 



  Nach erfolgter Reaktion ziehen die Gase aus den Kammern B in einen Behälter oder Kondensator, der auf der Rückseite des Apparates angeordnet ist, auf der Zeichnung jedoch nicht dargestellt ist. 



   In manchen   Fällen   kann auch in den Abteilen   A   eine   Kühlflüssigkeit   von einem anderen Siedepunkt als der der   Kühlflüssigkeit   in den Abteilen 0 verwendet werden, so dass die Böden der Reaktionskammern B auf einer anderen Temperatur als die Decken dieser Kammern gehalten werden. 



   Beispielsweise kann nach dem vorliegenden Verfahren die Reaktion zwischen   NapI1thalind mpfen   und Luft, bei der Phtalsäure gebildet wird,   durchgeführt   werden. Ein weiteres Beispiel ist die Reaktion   zwischen Anthrazendampf und Luft, bei der Anthrachinon entsteht. Für jeden dieser Fälle ist Vanadium-   pentoxyd oder Molybdäntrioxyd ein passender Katalysator und Quecksilber eignet sich in diesen Fällen als Kühlflüssigkeit für die beiden Abteilungen des Kühlsystemes. 



   Es soll im folgenden die Verwendung der Vorrichtung bei der Herstellung von Phtalsäure durch
Oxydation von Naphthalindampf mit Luft näher beschrieben werden. Die aus mehreren Elementen bestehende Vorrichtung (Fig.   l   und 6) wird z. B. dadurch auf die erforderliche Temperatur von etwa   300    erhitzt, dass man die Verbrennungsgase einer Gas-und Ölheizung durch den Raum R in die Reaktionsräume B leitet oder es kann die Flüssigkeit in allen Kammern durch Gasflammen zum Kochen erhitzt werden, wodurch eine Zirkulation der kochenden Flüssigkeit durch die Abteile A und C entsteht und die Beheizung der Reaktionskammern B auf die gewünschte Temperatur bewirkt wird. 



   Naphthalindampf und Luft werden hierauf durch die Öffnungen 5 in die Verteilungskammer. R geleitet und treten durch die kleinen Öffnungen P an der Stirnwand in die Reaktionskammern B. In dieser befindet sich als Katalysator dienendes Vanadiumpentoxyd, in dessen Gegenwart Naphthalindampf und Sauerstoff der Luft miteinander bei etwa   300  in   Reaktion treten. Es entsteht hiebei Phtalsäureanhydrid neben vielen Nebenprodukten und es wird hiebei so viel Wärme entwickelt, so dass eine Aussenbeheizung von da ab nicht mehr nötig ist. 



   Die entwickelte Reaktionswärme wird zum grossen Teil von den Flüssigkeiten in den Abteilen A 
 EMI2.1 
 Reaktionen können auch niedriger bzw. höher siedende Flüssigkeiten verwendet werden, wie Benzophenon (S. P. 306 ) oder Schwefel (S. P.   444 ).   



   Nach Passierung der Reaktionskammern B treten die Reaktionsprodukte, die aus Phtalsäureanhydriddampf, Stickstoff,   nichtverbrauchtemSauerstoff, unverändertemNaphthalindampfund zahlreichen   Nebenprodukten der Reaktion bestehen, in den an das hintere Ende des Apparates angeschlossenen Kondensator. 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 



   Soll   Anthrazendampf   mit Luft oxydiert werden, so wird im wesentlichen wie bei Naphthalin gearbeitet. Es wird aber in diesem Falle eine Temperatur von   450-550  und   Molybdäntrioxyd als Katalysator verwendet. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Temperaturregelung bei exothermen, katalytischen Gasreaktionen, dadurch gekennzeichnet, dass der Überschuss der bei derartigen Reaktionen auftretenden Reaktionswärme durch Abkühlung des Reaktionsraumes mittels einer Kühlflüssigkeit, deren Siedepunkt dem Optimum der Reaktionstemperatur nahe liegt, absorbiert wird, wobei diese zum Sieden gebracht wird und ihre abziehenden Dämpfe zur Erwärmung der dem Katalysator zuzuführenden, gasförmigen Stoffe auf die Reaktionstemperatur dienen können.

Claims (1)

  1. 2. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Reaktionsräume ganz oder zum Teil von ihnen unmittelbar anliegenden Mänteln (A, C) umgeben sind, in denen eine oder auch zwei Kühlflüssigkeiten von verschiedenem Siedepunkt für den Fall, dass die Böden und Decken der Reaktionsräume (B) auf verschiedenen Temperaturen gehalten werden sollen, umlaufen und die mit einer gemeinsamen Zuleitungskammer (R) durch Öffnungen (P) von so beschränkter Weite verbunden sind, dass die Gase aus der Zuleitungskammer sowohl gleichmässig an die einzelnen Raaktionskammern als auch gleichförmig durch den Raum jeder dieser Kammern verteilt werden, wobei die Verteilung durch Anwendung von Druck in der Zuleitungskammer befördert werden kann.
AT99672D 1919-04-30 1920-11-08 Verfahren und Vorrichtung zur Temperaturregelung bei exothermen, katalytischen Gasreaktionen. AT99672B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
US99672XA 1919-04-30 1919-04-30

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT99672B true AT99672B (de) 1925-04-10

Family

ID=21740753

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT99672D AT99672B (de) 1919-04-30 1920-11-08 Verfahren und Vorrichtung zur Temperaturregelung bei exothermen, katalytischen Gasreaktionen.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT99672B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
CH344043A (de) Verfahren zur Durchführung exothermer Gasreaktionen unter hohem Druck und bei hoher Temperatur
DE615845C (de) Verfahren und Vorrichtungen zum Verdampfen von Fluessigkeiten
AT99672B (de) Verfahren und Vorrichtung zur Temperaturregelung bei exothermen, katalytischen Gasreaktionen.
EP0042519B1 (de) Verfahren zur Temperaturregelung exothermer Reaktionen durch Überhitzung von Wasserdampf
DE855258C (de) Verfahren und Apparatur zur Durchfuehrung chemischer Reaktionen
DE619295C (de) Verfahren zur Regelung der Temperatur bei Reaktionen in stroemenden Gemischen
DE1542592C3 (de) Verfahren zur Herstellung von Superphosphorsäure
DE942805C (de) Apparat zur Durchfuehrung katalytischer Reaktionen
DE461636C (de) Verfahren zur Herstellung von Stickstoffverbindungen
AT137671B (de) Verfahren und Vorrichtung zur Umwandlung von schweren Kohlenwasserstoffölen.
DE848035C (de) Verfahren und Vorrichtung zur Durchfuehrung exothermer katalytischer Reaktionen in Kontaktoefen
DE2231236C3 (de) Dampferzeuger
AT102801B (de) Verfahren und Vorrichtung zur Umwandlung schwerer Kohlenwasserstoffe in leichte.
DE532258C (de) Verfahren zur Gewinnung des Wollfetts aus dem in bekannter Weise aus dem Abwasser von Wollwaeschereien erhaltenen Schlamm
AT128854B (de) Apparatur zur Durchführung katalytischer Reaktionen.
AT132183B (de) Verfahren zur Gewinnung von destillatähnlichem Speisewasser.
DE1567751A1 (de) Verfahren und Anlage zur Herstellung von hochkonzentrierter Salpetersaeure
AT119475B (de) Verfahren zur Darstellung von Methylalkohol und anderen sauerstoffhaltigen organischen Verbindungen.
DE1442767C (de) Vorrichtung zur Durchfuhrung chemischer Reaktionen zwischen mehreren Reaktionspart nern
CH307960A (de) Verfahren zur Durchführung exothermer Gasreaktionen unter hohem Druck.
DE916886C (de) Verfahren zur Durchfuehrung exothermer katalytischer Gasreaktionen
DE884037C (de) Verfahren und Vorrichtung zur Gewinnung von in einem Gas geloesten Daempfen organischer Verbindungen
DE447646C (de) Verfahren und Anlage zur Behandlung von Kohlenoxyd enthaltendem Gas
DE2347062C3 (de) Verfahren und Vorrichtung zur Herstellung von Phosphorpentasulfld
DE243859C (de)