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Differentialgetriebe für Motorwagen.
Das an den hinteren Wellen von Kraftwagen allgemein im Gebrauch befindliche Differentialgetriebe ist in verschiedener Hinsicht nicht einwandfrei, wobei besonders in Betracht kommt,
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Antriebskraft erhält, um das Fahrzeug zu bewegen. Ausserdem kommt das Fahrzeug zum Gleiten, wenn aus irgendeinem Grunde die Hinterräder sich nicht auf derselben Fläche bewegen, was z. B. der Fall ist, wenn das eine Rad über einen Stein hinwegrollt, während das andere sich im Sande befindet.
Der so beständig sich ändernde Widerstand, welcher den entsprechenden Rädern dargeboten wird, bedingt eine Verschiebung der Kraft von dem einen zu dem anderen Rad, so dass ein gefährliches Hin-und Herschwanken des Fahrzeuges hervorgerufen wird, was zum Gleiten und möglicherweise zu einem Unglücksfalle führen kann.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein verbessertes Differentialgetriebe, bei dem ein wirksamer Antrieb demjenigen Rad mitgeteilt wird, dem der grösste Zugwiderstand dargeboten wird, so dass-wenn die Räder aus irgendeinem Grunde sich mit verschiedener Geschwindigkeit drehen-das sich langsamer drehende Rad genügend Antrieb erhält, um den Wagen zu bewegen, um so ein Gleiten, Schwanken oder Stillstehen des Wagens zu vermeiden.
Das Wesen der Erfindung besteht darin, ein Differentialgetriebe vorzusehen, das mit
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Ein weiteres Kennzeichen der Erfindung besteht darin, Federn vorzusehen, welche auf eine kugelförmige Ausbildung eines Mittelteiles der Klinken eingreifen, wobei diese Klinken an der den Federn abgewendeten Seite auf Trägern ausschwingen können.
Weiters zeichnet sich die Erfindung dadurch aus, dass die Wellenteile des Differential-
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ausgestattet sind, in welche sich Bolzen des Gehäuses einlegen, um eine Längsverschiebung der Wellenteile zu verhindern.
In den Zeichnungen ist eine Ausführungsform dargestellt :
Fig. i zeigt teilweise im Schnitt und teilweise in Ansicht ein Differentialgetriebe, das gemäss der Erfindung hergestellt ist. Fig. 2 ist ein mittlerer wagrechter Schnitt durch das Getriebe, wobei einzelne Teile in Ansicht dargestellt sind. Fig. 3 ist eine innere Endansicht der Vorrichtung, wobei die eine Abschlussplatte weggelassen ist. Fig. 4 ist ein Schnitt nach der Linie 4-4 der Fig. 2. Fig. 5 ist ein mittlerer senkrechter Schnitt durch das Antriebsgehäuse, an dem die Klinken befestigt sind. Fig. 6 ist ein Schnitt nach der Linie 6-6 der Fig. 5. Fig. 7 ist ein Schnitt nach der Linie 7-7 der Fig. 6. Fig. 8 ist eine Einzelheitsansicht einer Klinke.
Fig. 9 ist eine Einzelheitsansicht eines gehärteten Stahlsitzes, der an dem Antriebsteil angebracht ist. Fig. io ist eine ähnliche Ansicht wie Fig. 9, in welcher sich der Sitz in Arbeitsstellung befindet.
In das als Ganzes mit 1 bezeichnete Gehäuse dringen die Enden der Wellenteile 2 einer in Teilen hergestellten Welle ein. In das Gehäuse 1 dringt ausserdem im rechten Winkel zu den Wellenteilen 2 eine Treibwelle 3 ein, die in einer geeigneten Lagerung ruht und an ihrem Ende
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der Umfangsflansch 6 eines doppeltsegmentartigen Gestelles 7 fest verbunden ist. In den Fig. 5, 6 und 7 sind Einzelheitsansichten dieses Gestelles 7 dargestellt, das-wie ersichtlicheine mittlere Nabe 8 umfasst, in welche die äussersten Enden der Wellenteile 2 eindringen, wie in der Fig. 2 veranschaulicht ist.
Vier Bolzen 9 durchsetzen die hierfür vorgesehenen Öffnungen in der Nabe 8 und berühren die ausgesparten Enden der Wellenteile, wie aus der Fig. 2 hervorgeht, um dieselben drehbar, aber unverrückbar mit dem Gestelle zu verbinden und die Entfernung eines Wellenteils zu verhindern, ohne dass die betreffenden Bolzen 9 gelöst werden.
An die Nabe 8 setzen sich radial die Ansätze 10 an, wie in den Fig. 2, 5 und 6 veranschaulicht ist, und in den Enden dieser Ansätze sind geeignete Träger 11 aus gehärtetem Stahl vorgesehen.
Der Zweck dieser Träger 11 besteht darin, Klinken 12 ausschwingbar zu unterstützen, die unter der Einwirkung von Schraubenfedern 1. 3 in Stellung gehalten werden, welche sich einerseits
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in Näpfen 14 abstützen, andrerseits auf einer kugelförmigen Ausbildung des Mitteltdics der Klinken angreifen. Die Näpfe werden in die in der äusseren Wandung des Gestelles 7 vorgesehenen Öffnungen eingeschraubt. In der Innenseite der abgebogenen Wände des Gestelles 7 sind die Rippen oder. Flanschen 15 vorgesehen, in deren Mitte eine abgerundete, V-förmige Nut 16 angeordnet ist, in welche das Ende einer Klinke 12 in der in Fig. 3 dargestellten Weise eindringt.
Wie aus den Fig. 5 und 7 hervorgeht, ist ein Teil der Flansche 15 auf der einen Seite der V-förmigen Nut 16 erweitert, wie durch ? ? angedeutet wird, und diese Erweiterung ist ausgespart, um einen aus hartem Stahl hergestellten Stift 18 aufzunehmen, der zum Eingriff mit dem einen Ende der Klinke 12 bestimmt ist, wenn diese sich in der Arbeitsstellung befindet. Die Stifte 12 sind mit dem Gestell 7 in einer eigenartigen Weise verbunden, um deren dauernde Arbeitsstellung zu sichern, und zu diesem Zweck sind sie-wie aus den Fig. 9 und io hervorgeht-unterhalb des Kopfes am Umfang mit einer seichten Ringnut versehen, so dass, wenn sie in die vorgesehenen
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gedrängt wird, in der in Fig. io dargestellten Weise, so dass der Stift mit dem Gestell dauernd verriegelt ist.
Die inneren anliegenden Enden der Wellenteile 2 sind vierkantig und tragen Sperräder 20, die zum Eingriff mit der entsprechenden Klinke 12 bestimmt sind. Auf der Nabe 8 des Gestelles 7 sind Mitnehmerplatten 22 vorgesehen, die durch Stifte 21 mit dem Gestell verbunden sind und, wie aus Fig. der 2 hervorgeht, sich flach gegen die Innenseite der Sperräder legen. Jede der Mitnehmerplatten ist, wie aus Fig. 4 ersichtlich, mit einer Aussparung versehen,
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Abschlussplatten 24 sind mit dem Gestell 7 mittels Bolzen 26 fest verbunden, von welchen vier vorgesehen sind und durch Öffnungen der Abschlussplatten und in Deckung befindliche Öffnungen in den Flanschen 15 des Gestelles gehen.
Die länglichen Naben 25 der Abschlussplatten 24 sind in geeigneten Kugellagern 27 angeordnet, die in dem Gehäuse 1 vorgesehen sind. Diese Kugellager können in der üblichen Weise ausgebildet sein und umgeben die Wellenteile 2. Ausserdem , sind Unterlagsscheiben 28 aus Filz vorgesehen, um das Schmiermittel innerhalb des Gehäuses für das Getriebe zu halten und ein Entweichen desselben entlang den Wellen zu vermeiden.
Die Wirkungsweise des Getriebes ist die folgende :
Bei normalem Betrieb treibt das Kegelrad 4 das Kegelrad 5 und das Gestell 7 an, und das eine Ende jeder Klinke 12 dient dazu, das entsprechende Sperrad 20 anzutreiben, da die V-förmigen Nuten 16 in der Flansche 15 in Eingriff stehen mit den Enden der Klinken, in der in den Fig. 3 und 4 dargestellten Weise, so dass das eine der Enden der entsprechenden Klinken in die Aussparung der Sperräder 20 eindringt. Das eine Ende jeder Klinke treibt das eine Sperrrad in der einen und das andere Ende derselben Klinke treibt das andere Sperrad in der anderen Richtung an, und zu keiner Zeit können beide Enden einer Klinke in Eingriff mio beiden Sperrrädern 20 stehen.
In der Fig. 2 ist die oberste Klinke 12 in Verbindung mit dem rechten Sperrrad 20, während die untere Klinke 12 in Verbindung mit dem linken Sperrad 20 steht, so dass die zugehörigen Wellenteile 2 zusammen und mit der gleichen Geschwindigkeit angetrieben werden. Wenn eine Differentialbewegung stattfindet, wie dies beim Beschreiben einer Kurve der Fall ist, wobei das äussere Rad sich schneller dreht und mit ihm der Wellenteil und das zugehörige Sperrad, dient die Mitnehmerplatte 22 dazu, das in Eingriffsstellung sich befindliche Ende der Klinke auszuschalten, d. h.
nach oben aus der Aussparung des Sperrades zu drängen, da das Sperrad das Ende der Klinke gegen den Anschlag 23 der Mitnehmerplatte drängt, wobei beide Enden der betreffenden Klinke ausser Eingriff mit den Sperrädern gebracht werden, mit Rücksicht darauf, dass die Klinke entgegen der Wirkung der Feder 13 von ihrem Sitz 11 abgehoben wird. Jene Klinke aber, die das innere oder sich langsamer drehende Wagenrad unter Mitwirkung des betreffenden Sperrades an dessen Wellenteil antreibt, verbleibt in der Arbeitsstellung.
Angenommen, die Klinken befänden sich in der in Fig. 2 dargestellten Lage, wobei das Fahrzeug sich in der Vorwärtsrichtung bewegt, so werden, im Falle die hinteren Räder des Fahrzeuges das Bestreben haben, sich schneller zu drehen als die sie antreibende Vorrichtung, die Klinken ihre Stellung vertauschen, d. h. die in der Fig. 2 dargestellten Klinken schwingen entgegen der Uhrzeigerbewegung von der dargestellten Stellung aus, um die betreffenden Sperrräder 20 mit dem Gestell 7 zu verriegeln, so dass die Sperräder das Gehäuse und folglich auch die Kegelräder in derselben Weise antreiben, wie dies beim gewöhnlichen Differentialgetriebe der Fall ist. Die Vorrichtung wirkt selbsttätig, um eine Klinke auszurücken, wenn aus irgendeinem Grunde, wie z. B.
Gleiten, eines der Räder sich schneller dreht als das andere, und in einem solchen Falle wird die aus der Arbeitsstellung ausgedrückte Klinke nach aussen von ihrem
Sitz 11 entgegen der Wirkung der Feder 13 gehoben, wobei ihre beiden Enden ausser Eingriff
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