<Desc/Clms Page number 1>
Trockenanlage für Pulver.
In den bisher bekannten Trockenanlagen für Pulver erfolgt die Zuführung der Trockenluft in die einzelnen Kammern durch im Boden derselben angeordnete Öffnungen aus unter den Kammern geführten gemauerten Kanälen mit Heizklappen. Dies bringt eine Reihe von Nachteilen mit sich, durch die ein rationelles Trocknen ausgeschlossen erscheint und die Sicherheit des Betriebes ausserordentlich beeinträchtigt wird. Einerseits trifft der Heissluftstrom bei Anordnung der Austrittsöffnungen im Boden stellenweise direkt auf das zu trocknende Pulver bzw. einzelne Partien desselben, die hierdurch schärfer getrocknet werden, so dass sich als Endprodukt ein ungleichmässig trockenes Pulver und infolge hiervon bei dessen Verwendung ballistische Unregelmässigkeiten ergeben können.
Ferner kann Pulver durch die Öffnungen im Boden der
EMI1.1
gemauerten Kanäle zur Zuführung der Heissluft erfordern eine gesonderte Regelung der Temperatur für jede Kammer, bringen grosse Wärmeverluste und ungleichmässige Luftverteilung sowie un- regelmässige Trocknung in den verschiedenen Kammern mit sich. Nach dem Trocknen ist nur ein allmähliches Auskühlen durchführbar, da das heisse Mauerwerk es nicht zulässt, nach beendigtem Trocknen sofort Kaltlutt in die Kammern einzuführen. Auch hat sich bei den bisher bekannten Trockeneinrichtungen an allen kühlen Stellen (Türen, Riegel, Wände und insbesondere an der Decke) leicht Nitroglyzerin durch Kondensation abgesetzt und zu Explosionen Anlass gegeben.
Gegenstand vorliegender Erfindung ist nun eine Trockenanlage für Pulver, bei welcher die angeführten Nachteile vermieden sind, indem die erhitzte Trockenluft in die einzelnen Trockenzellen durch in einer Seitenwand angeordnete Öffnungen schräg nach unten gegen den geschlossenen Boden zum Ausströmen gebracht wird und erst von diesem im ruhigen Strom aufsteigend, das Trockengut gleichmässig umspült.
Die Zeichnung zeigt eine Trockenanlage gemäss der Erfindung in Fig. i im aufrechten Längsschnitt, in Fig. 2 im aufrechten Querschnitt und in Fig. 3 im wagrechten Schnitt, in der oberen Hälfte. durch die Explosionskammern und in der unteren Hälfte durch die oberhalb derselben befindlichen Isolierräume. Fig. 4 veranschaulicht in grösserem Massstabe den Unterteil einer Kammer, die Austrittsöffnung für die Trockenluft in Ansicht und Fig. 5 ist ein Querschnitt nach der Linie 5-5 der Fig. 4.
Im Maschinenraum a befindet sich die Zentralheizhatterie mit dem Ventilator b und der Kaltluftkappe c. Die Trockenkammern d sind im Mittelteil zu beiden Seiten eines zentralen Raumes e angeordnet, an den sich der Raum. 1' zum Zu- und Abführen des Pulvers anschliesst. Der Mittelgang e und die in denselben mündenden Kammern d sind durch dichtschliessende Türen g abgeschlossen, welche vorteilhafterweise an den Dichtungsfugen mit Filzbelag versehen und mit exzentrischen Scharnieren ausgestattet sind, um stets ein vollkommen dichtes Anpressen an die Türrahmen zu ermöglichen. Vom Ventilator führt eine isolierte Blechrohr- ; nitung As unter den Mittelgang e. von welcher gleichbemessene Zweigleitungen zu den Kammern ren.
Jede solche Zweigleitung, die mittels Schiebers i o. dgl. einzeln ahsperrbar ist, mündet nach oben gebogen in eine seitliche Ausnehmung k einer Kammerseitenwand, welche Ausnehmung eine obere Wölbung mit nach innen gegen die Kammer bzw. deren Boden schräg abfallender Wand besitzt, so dass der aus der Hauptleitung kommende Trockenluftstrom in der Zweigleitung
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
und auf diesem gleichmässig verteilt wird. Die Trockenluft kann demnach erst nach gleichmässiger Verteilung am Boden durch die übereinande liegenden Trockenrahmen/in ruhigem. wirbellosem Strom gleichmässig verteilt aufsteigen. wodurch jede ungleichmässige Trocknung des Pulvers verhindert wird.
Die Wände der Kammern sind gut isoliert und gleich dem Boden vollkommen glatt verputzt, wobei in ihnen lediglich die Tragleisten für die Trockenrahmen eingesetzt sind. Über den Kammern sind Isolierräume 11/angebracht, welche mit den Kammern d durch in den Decken vorgesehene Öffnungen n in Verbindung stehen. Diese vom Mittelraum e
EMI2.2
bestimmt. die Bildung von Luftwirbeln in den Trockenkammern selbst. wie sie durch das Ab- strömen der Gase durch seitliche Ausblasestutzen oder durch Einfallen kalter Luft durch dieselben entstehen könnten, zu verhindern. Die Luftsäule. welche in der Kammer d die Trocknung besorgt, soll stets geschlossen emporsteigen. was durch diese Einrichtung erreicht wird.
Die Isolierung der Oberkammer bewirkt, dass sich der Luftstrom an keiner der Wände kühlt und daher nirgends Xitroglyzerinkondensation stattfinden kann. Diese tritt erst ausserhalb der Kammern 111 in den Blechstutzen p ein, welche seitwärts ragen. Zum Unterschied von den bisherigen Konstruktionen, bei deden sich Nitroglyzerin an allen kühlen Stellen (Türen, Riegel, Wände, Decke usw. ) abgesetzt hat und daher beim Luftaustritt nur mehr wenig Niederschlag vorhanden war, scheidet sich hier erst beim Luftaustritt sehr viel Nitroglyzerin ab.
Um nun dort Explosionen zu verhindern, sind die Stutzen p samt den anschliessenden Sammelrohren q und. \bleitungen r so geneigt und angeordnet, dass nur ein Fliessen, niemals ein Fallen von explosionsgefahrreichen Tropfen stattfinden kann.
An den Austrittsöffnungen für die Trockenluft in die Kammern können. wie in Fig. 4 und 5 dargestellt. jalousieartige Einsätze s angebracht sein. welche die Luft schräg nach unten gegen den Boden führen und ein Einfallen von Pulverkörnchen in die Luftleitung vollkommen unmöglich machen. Durch die Verbindung des Ventilators mit dem Kaltluftstutzen kann durch einfaches Umstellen einer Klappe der Trockenluftstrom durch die Leitung h abgesperrt und ein Kaltluftstrom in die Kammern d eingeführt werden. Es ist daher rasche Kühlung derselben zwecks Entleerung und neuer Beschickung möglich.
PATENT-ANSPRÜCHE : i. Trockenanlage für Pulver, dadurch gekennzeichnet, dass zur Zuführung der Trockenluft in die Kammern (d) in den Seitenwänden derselben, nahe dem undurchbrochenen glatten Boden derselben an die Luftleitungen (h) angeschlossene Ausnehmungen vorgesehen sind, welche im Oberteil eine gewölbte Wand mit anschliessender, schräg gegen den Boden gerichteter vorderer Fläche besitzen, zum Zwecke, den Trockenluftstrom gegen den Boden zu führen und gleichmässig zu verteilen, so dass die Trockenluft auf das Trockengut erst vom Boden gleichmässig verteilt aufsteigend wirken kann.
**WARNUNG** Ende DESC Feld kannt Anfang CLMS uberlappen**.