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Insbesondere für Freileitungen bestimmter Isolator.
Die Erfahrung hat insbesonders im Kriege die Notwendigkeit ergeben, elektrische Freileitungen möglichst unauffällig und womöglich dem Beschauer von einer bestimmten Entfernung aus unsichtbar zu machen bzw. diesen jedenfalls für die Zeit der Beobachtungen zu täuschen.
Dies kann einerseits zu dem Zwecke beabsichtigt werden, um eine Leitung gegen absichtliche Beschädigung zu schützen, wie eine solche beispielsweise durch feindliche Angriffe, Sabotage und dgl. erfolgen kann. Auch werden elektrische Freileitungen dieser Alt dadurch, dass sie un-
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Feindes zu erschweren oder ihm willkommene Zielobjekte zu benehmen.
In den erwähnten Fällen werden die Luftleitungen stets dann vor Sichtbarkeit zu schützen
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Betrach kommen, wo das Leitungsgestänge im Gelände selbst seinen hintergrund findet und ni'-hot etwa sich vom freien Himmel unmittelbar abhebt.
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mit der Zeit ein mattes Aussehen an. das mit den Naturfarben wenig in Kontrast, steht.
Die Holzsäulen (Maste, Stangen) fallen ebenfalls vermöge ihrer Naturfarbe weniger auf, zumal sie eine gewisse Ähnlichkeit mit Baumstämmen aufweisen. Sie sind zwar wegen ihrer Dimensionen auffallend, dnch ist ihr unterer Teil meist durch Gebusche, Bäume usw. verdeckt,
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nicht aufdringlich.
Anders verhält es sich hingegen mit den Isolatoren. Zunächst haben sie im Verhältnis zu ihrer Materialmenge wegen der Glockenform eine grössere Ausdehnung, so dass sie einen
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von diesem Umstände, sind sie deshalb auffallender wie die übrigen Bestandteile der Freileitung, weil sie wegen der geforderten elektrischen Eigenschaften mit einer Glasur versehen werden,
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gewährleistet, was aber auch zur Folge hat, dass sie ihr ursprüngliches Aussehen auch dann beibehalten, wenn sie schon lange Zeit im Freien eingebaut sind und somit beständig im Gegensatze zu den matten, abgetönten Farben der Natur stehen. Es ist daher nur wesentlich, die Sichtbarkeit der Isolatoren bei einer Freileitung zu vermindern bzw. teilweise aufzuheben.
Es wurde nun zwar bereits vorgeschlagen, die Auffälligkeit der Isolatoren dadurch zu vermindern, dass dieselben statt wie gewöhnlich, in weisser Farbe, in einer anderen, weniger auffallenden Farbe hergestellt werden. Der angestrebte Zweck wird aber auf diesem Wege nur sehr unvollkommen erreicht, da es praktisch undurchführbar ist, die Farbe der Isolatoren der Farbe des Hintergrundes vollkommen anzupassen. Denn die Farben der Natur sind zu mannigfach, die Farbenschattierungen sind so zahlreich und bei längerem Strecken so wechselvoll, dass es tatsächlich unmöglich ist, die Isolatoren durch eine einheitliche Färbung dem Hintergrunde entsprechend anzupassen.
Infolgedessen werden die regelmässigen Isolatorumrisse gegenüber den unbestimmten Formen in der Natur auch bei diesen einfärbigen Isolatoren kaum verschwimmen, insbesonders auch dann nicht, wenn mehrere Isolatoren an einem Träger in geraden Reihen angeordnet sind,
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des Isolators vom Weiten von der im weiteren noch eingehend begründeten Erkenntnis aus, dass hiezu in erster Linie ein Verschwimmen der bisher scharfen Unnisslinien des Isolators im Hintergrunde unerlässlich ist und erreicht dies durch eine Unteiteilung der sichtbaren Ober-
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Es ist selbstverständlich, dass beleuchtete Gegenstände niemals unsichtbar gemacht werden können und daher muss sich die Erfindung darauf beschränken, die Erkennbarkeit des Isolators
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nehmung so erschwert wird und die Apperzeption unter Umständen sich so verzögert, dass fallweise Isolatoren, die ohne Anwendung der Erfindung unter allen Umständen als solche erkannt
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nicht gegeben sind, so gut wie unsichtbar bleiben.
Denn der wohiehmbare Umriss eines ein- farbigen Körpers ergibt sich bekanntlich von Licht- und Schattenwirkungen abgesehen, aus dem Kontraste seiner Farben gegenüber jener des Hintergrunds Ist die Farbe des Körpers eine einheitliche und die des Hintergrundes auch, so ist der Kontrast zwischen beiden Farben an der ganzen Umrisslinie derselbe. Die Gleichförmigkeit des Eindluckes veranlasst das Auge, ohne besondere Anstrengung die Unnisslinie als geschlossene Linie zu erkennen. Aus der sich ergebenden Umrisslinie schliesst der Beobachter auf die Bedeutung des Gegenstandes.
Je leichter und deutlicher die Umrisslinie zu verfolgen ist, umso leichter und sicherer wird auch Form und Bedeutung des Gegenstandes festgestellt werden können0 Um die Wahrnehmung des Körpers möglichst zu verhindern, ist es unerlässlich, den Verlauf des Umrisses dem Auge tunlichst schwer
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Da der Umriss aus Farbenkontrasten entsteht. wird bei einem bunten Körper der Umriss aus sehr verschiedenen, nacheinander wechselnden Kontrastwirkungen hervorgehen.
Je nach der Schärfe dieser einzelnen Wirkungen wird auch der Verlauf der Umrisslinie abschnittweise mehr oder weniger deutlich zu verfolgen bzw. zu erkennen sein.
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Wechsel der Farbe entsprechend und nach Massgabe ihrer Helligkeit und Leuchtkraft, aus sehr mannigfachen Kontrastwirkungen hervorgehen und der Grad ihrer Deutlichkeit demgemäss abschnittweise variieren bzw. unterteilt erscheinen. Durch diese Unstetigkeit der Wirkungen beirrt, durch benachbarte Kontraste auf der Oberfläche des bunten Isolators, die mit der Form
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den Fortlauf der Kontur schwer zu verfolgen und wird meist die richtige Linie nicht herausfinden. Dies um so mehr, wenn der Hintergrund gleichfalls nicht einheitlich einfärbig ist, wie dies in der Natur meist zutrifft.
Infolge dieser Mehrfärbigkeit des Hintergrundes wird dann die Kontinuität der Kontrast wirkung am Randeder Silhouette noch mehr gestört, so dass die Umrisslinie umso deutlicher wird. Dazu kommt noch, dass die Schattenverhältnisse auf dem Körper das Auge kaum unterstützen, weil die beschatteten Flächenteile durch helle Farbenflecke belebt, während belichtete Stellen durch dunkle Farbenflecke gedämpft werden. Aus diesen Gründen wird sich der Umriss des buntgefleckten Isolators stets weniger scharf abheben als jener eines einfarbigen.
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Die Sichtbarkeit bzw. das Erkennen des (bunten) Isolators wird ausser durch VeiwumBg der Umrisslinie auch noch durch die innerhalb derselben auf dem Isolator erscheinenden Flecken vermindert bzw. erschwert. Wegen der unsymmetrischen regellesen Anordnung der Flecken, deren Form zweckmässigerweise in keinem Zusammenhange zueinander uLd zur Gestalt des Isolators stehen, erscheint der letztere mit Linien behaftet, deren Form weder durch die Beschaffenheit und Konstruktion des Körpers, noch durch den technischen Zweck, den er zu erfüllen hat, bedingt oder gerechtfertigt sind.
Diese Kurven bzw. Flächengebilde, die Farben und deren Schattierungen, welche durch die bunte Bemalung auf der Oberfläche des Isclators auftreten, verändern dessen äusseres Gepräge und verleihen dem Isolator gleichzeitig ein Aussehen, das sich vom Bilde eines künstlich erzeugten und technischen Zwecken dienenden Gegenstandes wesentlich unterscheidet und somit sich den bestimmten Formen der Natur besser anpasst.
Da weiters jeder der Flecken für sich genommen nur ein Bruchteil der Oberfläche des Isolators bedeckt, so ist auch der Lichtstrablenkegel bzw. Gesichtswinkel, unter welchem dieser Fleck erscheint, wesentlich kleiner als jener, unter welchem das Gesamtbild des einfärbigen Isolators wahrgenommen würde. Infolge dieser Verkleinerung des Augenwinkels werden die einzelnen Flächenteile an und für sich undeutlicher und es ist eine schärfere Anstrengung des Auges und der Phantasie erforderlich, um diese ungenau wahrnehmbaren Bildelemente zu dem richtigen Gesamtbilde zu kombinieren.
Während ein einfärbiger Isolator stets dann unauffallend wirkt, wenn seine Farbe genau mit jener des Hintergrundes übereinstimmt, wird ein buntgefleckter Isolator sich dem wechselnden Hintergrunde, den das Gelände bietet, viel besser anpassen. Es ergibt sich dies aus dem Umstande, dass jene Farbe des bunten Isolators, die an und für sich mit dem jeweiligen Hintergrunde stärker kontrastieit, als kleiner Fleck, der nur einen Teil der Oberfläche des Körpers bedeckt, ungleich weniger aufdringlich wirkt, als wenn diese Farbe sich über die gesamte Oberfläche des Körpers erstrecken würde.
Aus diesem Grunde wird der gefleckte Isolator auch den Naturveränderungen der Jahreszeiten gegenüber bessere durchschnittliche Anpassung ergeben. Wenn beispielsweise Isolatoren,
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grell abheben, als weisse Isolatoren an derselben Stelle im Frühling cder Sommer.
Die besondere farbliche Ausbildung der sichtbaren Oberfläche des Isolators ist durch die angestrebte Wirkung im dargelegten Sinne bestimmt urd im übrigen an sich in jeder zweckentsprechenden Weise durchführbar.
So kann die sichtbare Oberdäche beispielsweise ein mosaikartiges, geflecktes cder mar-
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Es ergibt sich aus dem angestrebten Zwecke, dass die Fletken nuht im Sinne der Konturlinien verlaufen (also z. B. nicht längs der Erzeugenden des Rotationskörpers) sendein im Gegenteile die Umrisslinie möglichst wirksam öberqueren (also Spiralareidrung).
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im wesentlichen nur durch die zu erreichende Wirkung bestimmt, im übrigen jedoch keinerlei Beschränkung unterworfen.
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der sichtbaren Oberfläche aller anderen, bei einer Freileitung verwendeten Teile, insbesondere der Isolatorschutzkappen (Blechmantel) mitumfasst, da dies fallweise von Bedeutung sein kann.
Zur Herstellung des Isolators kann bekannteimassen in der Weise veifshren werden, dass die Farben auf den Formling aufgetragen werden, so dass durch die daiauffolgende Glasieiung die Farbfelder gegen äussere Beeinnussung geschützt sind.
Es ist jedoch auch in ebenfalls bekannter Weise möglich, die Lurte Obeifäthedes Isolators durch eine geeignete Zusammensetzung der Glasujmittel zu erzielen, so dass die Farbfelder nicht. wie im ersten Falle unter der Glasur, sondern durch diese selbst gebildet weiden.
PATENT-ANSPRÜCHE : l. Insbesonders für Freileitungen bestimmter Isolator, dadurch gekennzeichnet, dass die sichtbare Oberfläche des Isolators in verschiedenfarbige Felder unterteilt ist.