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Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren, welches ermöglicht, auf englischen Spitzen- gardinenmaschinen Waren, wie Spitzentücher, Vorhänge usw., mit Grundzellen herzustellen, welche im Aussehen jenen des bekannten Tüllgrundea ähneln, und zwar kann die Herstellung auf einfachere, raschere und billigere Art als nach den bisher bekannten Arbeitsverfahren geschehen.
Bei diesen letzteren müssen nämlic) i die Fadenhemmer noch einmal so oft ausgewählt und noch einmal so oft zum Einstich gebracht werden wie nach dem der Erfindung gemäss durch- zuführenden Verfahren.
Die Herstellung des Kreuzgrundes erforderte ferner bisher für jeden als Schlit, tenumgang (Vor- und Rückgang )bezeichneten Bewegungsabschnitt der Maschinen :
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zu schlagen hat : b) die Herstellung der gleichen Warenlängen eine viel raschere, weil die Maschine zufolge nur einmaliger Ausführung der aufgezählten Bewegungen im Schlittenumgang um ein Viertel bis ein Drittel schneller laufen kann : r) das Verfahten infolge der Herabminderung der Arbeitszeit und der Verringerung derHerstellungskostenfürdieMusterkartenumeinbedeutendesbilhger.
Bei der zur Durchführung des Verfahrens benutzten Einrichtung dienen zur Führung der die rundzellen bildenden Leiterfäden zwei Fadenleitern, deren jede je einen Faden zu jedem Schlitten enthält. Jeder Leiterfaden bildet mit zwei Schlittenfäden Umschläge, und die Fadenleitern werden
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einer den zugehörigen linken und einer den zugehörigen @echten Schlittenfaden. Welcher von den 11 Leiterfäden den linken und welcher den rechten Schlittenfaden zu umschlingen hat,
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wird in jedem Sohlittenumgang durch das Einstechen bzw. Nichteinstechen der den Fäden zugehörigen Fadenhemmer bestimmt, die zu diesem Zwecke einer Auslese durch die Jacquardmaschine unterzogen werden.
Unter jedem Schlitten ist über den Fadenleitern das wagrecht gestellte freie Ende eines Fadenhemmers angeordnet. Sämtliche Fadenhemmer werden von einer allen gemeinsamen Längsschiene getragen, durch deren Drehung das freie Ende der Fadenhemmer vor-und rückwärts geschwungen wird und dadurch in oder ausser Bereich der Leiterfäden kommt. Das durch.
Vorwärtsdrehen der Fadenhemmer zwischen die Leiterfäden gebrachte freie Ende der Fadenhemmer wird, wenn es nicht zwischen den Leiterfäden stehen darf, durch Heben der mit dem betreffenden Fadenhemmer verbundenen Jacquardplatinen von den Fäden zurückgezogen.
Zur Führung des freien Endes der Fadenhemmer dient der sogenannte Fadenhemmerkamm, der längswärts um einen Schlittenabstand verstellbar ist (Stellung 0 und 1). Dieser wirkt bei seiner Verschiebung auf das zwischen je zwei Kammlamellen eingeschobene freie Ende der Fadenhemmer und durch diese auf die Fäden verstellend ein.
Zu zwei zusammenarbeitenden Leiterfäden gehört ein Fadenhemmer, der Schlittenvorgang in der Stellung 0 steht und dabei unter dem linken Schlitten sich befindet, der den zusammenarbeitenden Leiterfäden zugehört ; im Schlittenrückgang kommt der Fadenhemmer durch Verschiebung unter den rechten der seinen Leiterfäden zugehörigen Schlitten nach der Stellung 1.
Zum Einstich zwischen die Leiterfäden werden die Fadenhemmer, deren freies Ende dabei immer gleichweit vorwärts gestellt wird, in dem Vorgang der Schlitten nach der erstmaligen Verschiebung der Fadenleitern gebracht. Die durch die Jacquardplatinen nicht zurückgehaltenen Fadenhemmer bleiben nach dem Einstich zwischen den Leiterfäden, bis die Schlitten ihre Bewegung aus dem Vorderkamm in den Hinterkamm begonnen haben und mit ihrem hinteren Ende, jedoch nicht zur Gänze, bereits in den Hinterkamm eingetreten sind und infolge dessen auf die Leiterfäden wie die Fadenhemmer wirken. Während des Schlittenrückganges werden die Fadenhemmer nach der dritten Verstellung der Fadenleitern durch Verschieben des Faden- hemmerkammes aus der Stellung 0 in die Stellung 1 ebenfalls in die Stellung 1 verstellt.
Das Verfahren gemäss der Erfindung besteht demnach im Wesen darin, dass die Fadenleitern zweimal in dem als Schlittenvorgang und zweimal in dem als Schlittenrückgang bezeichneten Bewegungsabschnitt der Maschine längswärts verschoben werden ; dass die einzustechenden Fadenhemmer-durch eine Musterkarte-nur im Schlittenvorgang ausgewählt und dnj für den Einstich ausgewählten Fadenhemmer nur während des Schlittenvorganges nach der'n demselben stattfindenden ersten Verschiebung zum Einstich zwischen die Leiterfäden gebracht werden ;
dass dies unter dem linken der dem Fadenhemmer zugehörigen Schlitten geschieht, und dass die eingestochenen Fadenhemmer nach der ersten Verschiebung der Fadenleitern im Schlittenrückgang unter ihren rechten Schlitten gerückt und aus dem Einstich von den Leiterfäden erst zurückgenommen werden, nachdem die Schlitten bei ihrer Bewegung aus dem A-order-in den Hinterkamm in letzteren eingetreten sind.
Die weitere Erklärung des Arbeitsvorganges soll an Hand der Zeichnungen gegeben werden.
In demselben sind die Stellungen der Nadeln, Schlitten, Schlittenfäden, Fadenleitern und Leiterfäden sowie der Fadenhemmer für einen Schlittenumgang in acht Bewegungsabschnitten veranschaulicht.
Die Fig. 1 bis 8 zeigen die in einem Schlittenumgang sich ergebenden Bewegungen und Stellungen des Leiterfadens F1 der hinteren Fadenleiter LI und des Leiterfadens F2 der vorderen Fadenleiter l2, die zusammen mit den Schlittenfäden 81 und 82 arbeiten, und zwar unter der Annahme, dass kein Einstich der Fadenhemmer H stattfindet.
Die Fig. 9 bis 16 zeigen das gleiche unter der Annahme, dass ein Fadenhemmereinstich erfüllt ist. Die im Hinterkamm stehenden Schlitten Cl, O2 sind durch leere Rechtecke, die im \'orderkamm stehenden durch schraffierte Rechtecke kenntlich gemacht. Eingestochene Faden- hclmpr H sind durch schraffierte Dreiecke versinnlicht, und durch strichlierte Linien sind die sogenannten blinden Stellungen und Bewegungen der Leiterfäden F\,-F angedeutet.
Da die Fadenleltel'l1 während eines Schlittenvor-oder Rückganges je zweimal betätigt werden, bildet ein Leiterfaden nicht bei jeder Leiterverschiebung mit dem Schlittenfaden 81 bzw. S2, an dem er gerade vorbeigeht, einen Umschlag, es treten vielmehr Fälle ein, wo er sich nachträglich durch Anspannung derart stellt, dass die vorausgegangene Bewegung bzw. Stellung weiterhin weder in der Maschine noch in der fertigen Spitze sichtbar ist und daher als blind bezeichnet weiden kann.
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Leiterfaden Fj bzw. Fa, der mit dem betretenden Schlittenfaden S1 bzw. S2 im vorhergehenden Schlittenumgang einen Umschlag gebildet hat. Die Nadeln halten diese Umschläge fest.
Die hintere Fadenleiter hat die Stellung 1 inne, die vordere Fadenloiter L, ; die Stellung. S. Die Fadenhemmer H sind aus dem Bereich der Leiterfaden F, Fs gebracht und befinden sich in der Stellung ss.
Nun erfolgt der Schlittenvorgang.
Im ersten Bewegungsabschnitt (Fig. 1 und Fig. 9) findet die erste Verstellung der Faden-
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Der vierte Bewegungsabschnitt ist derjenige, in dem der Übertritt der Schlitten Cl, O2 aus dem Hinterkamm in den Vorderkamm vor sich geht (Fig. 4 und Fig. 12). Die hinteren Nadeln n1, n2 treten dabei zuerst links von den zugehörigen Schlitten zwischen die Schlittenfäden und rechts von den Leiterfäden, welche mit den Schlittenfäden eine Kreuzung bilden, zwischen die Leiterfäden ein.
In Fig. 4, in der der Fadenhemmer nicht eingestochen erscheint, hebt die Nadel n1 die Kreuzung des Schlittenfadens S1 mit dem Leiterfaden fil und die Nadel die Kreuzung des Schlittenfadens 82 mit dem Leiterfaden 2.
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Kreuzung des Schlittenfadens S1 mit dem Leiterfaden F2 und die Nadel na die Kreuzung des Schlittenfadens 8a mit dem Leiterfaden .
Es ü-itt nun der Schhttenrückgang und damit die dritte Fadenlpitereinstellung ein (Fig. 5
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dabei mit dem Faden F1 einen Umschlag). In Fig. 13 dagegen, die den Fadenhemmer eingestochen zeigt, hält dieser letztere den Leiterfaden Fa in Stellung 0 fest, während der Leiterfaden Fi, der in dieser Richtung von dem Fadenhemmer nicht gehindert ist, hinter dem Schlitten O2 von der Stellung 1, in der er durch den Fadenhemmer gehalten war, nach 2 geht.
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Dabei findet eine Stellungsänderung der Leiterfäden nicht statt (Fig. 6), wenn der Fadenhemmer nicht eingestochen hat, dagegen bei eingestochenem Fadenhemmer (Fig. 14) folgt infolge der Verstellung des letzteren der Leiteriaden-Fg seiner Fadenleiter L2 nach der Stellung 1.
Im siebenten Bewegungsabschnitt (Fig. 7 und Fig. 15) findet die vierte Verstellung der
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Zufolge dieser Art der Umschlingung ist eine bleibende, in der Spitze sichtbare Kreuzung derbeidezusammengehörigen Leiterfäden zwischen ihren Schlittenfäden in einem Schlittenumgang nur dann möglich, wenn das Verhalten des Fadenhemmers zu seinen Fäden in diesem Scnuttenumgang ein anderes ist als in dem vorhergehenden Schlittenumgang. Denn in diesem Falle wird der Leiterfaden, der im vorhergehenden Schlittenumgang mit seinem linken Schlittenfaden einen Umschlag gemacht hat, in dem betreffenden Schlittenumgang mit seinem rechten Schlittenfaden einen solchen Umschlag machen, und umgekehrt.
Um dies zu können, müssen sich die Leiterfäden zwischen den beiden Schlitten verstellen und dabei zwischen den Schlittenfaden sich kreuzen.
Das Verhalten des Fadenhemmers ist dabei ein verschiedenes, je nachdem er im vorhergehenden Schlittenumgang nicht, dagegen in dem betreffenden Schlittenumgang eingestochen hat, oder umgekehrt. In beiden Fällen findet eine Kreuzung der zusammenarbeitenden Leiterfäden statt, da sie den Schlittenfaden, mit dem sie einen Umschlag bilden, wechsein.
Die Fig. 1 bis 16 geben ein Bild der Stellung und Bewegung der Fäden usw. für je einen bestimmten Bewegungsabschnitt ; ein zusammenhängendes Bild aller dieser Vorgänge während eines Schlittenumganges und insbesondere der Bewegung während der Herstellung einer Grundzelle ergibt sich erst aus der Fig. 17, die schematisch in einem zusammenhängenden Bild das Entstehen eines aus Kreuzgrund bestehenden Fadengebildes zeigt, zu dessen Herstellung sechs Schlittenumgänge erforderlich sind. Das Entstehen des in Fig. 17 dargestellten FadenGebildes ergibt sich aus der schematischen Fig. 18.
In letzterer Figur sind die Schlittenfäden 81 und 82 entsprechend der Bewegung der
Schlitten immer in je einer Vertikalebene senkrecht zur Längsrichtung der Maschine durch gerade Linien veranschaulicht. Diese Linien sind in den Bewegungsabschnitten, in denen sich die Schlitten im Hinterkamm befinden, gestrichelt und in jenen, in denen sie sich im Vorderkamm befinden, voll gezogen. Die durch die Ziffern 1 bis 8 bezeichneten Querstreifen stellen je einen
Bewegungsabschnitt der Schlittenumgänge dar, während die wagrechten Doppellinien die
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Die Fadenhemmer sind nur dort eingezeichnet, wo sie zum Einstich kommen, und zwar ist dies durch eine lotrechte Doppellinie angedeutet, die unmittelbar links neben dem Schlittenfaden gezogen wird. unter dessen Schlitten der eingestochene Fadenhemmer steht.
Es geschieht dies in der Weise, dass in dem betreffenden zweiten Bewegungsabschnitt oben bei dem bezüglichen Schlittenfaden mit dem Einzeichnen der lotrechten Doppellinie begonnen und derselben
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Das Ergebnis dieser Bewegung ist, dass der Faden F1 mit dem Schlittenfaden S1 einen Umschlag bildet.
Der Faden F geht im siebenten Bewegungsabschnitt hinter dem Schlitten Cc von 1 nach 2.
Nachdem er im ersten Bewegungsabschnitt vor diesem Schlitten von 2 nach 1 gegangen ist, erscheint als Ergebnis dieser Bewegung die Bildung eines Umschlages mit dem Schlittenfaden Bl.
Während des dritten Schlittenumganges soll eine Kreuzung der Fäden stattfinden, und es muss daher der Fadenhemmer, nachdem er im zweiten Schlittengang nicht eingestochen hat, eingestochen werden. Die Folge davon ist nun, wie Fig. 17 vorschreibt, eine bleibende, in der Spitze sichtbare Kreuzung der beiden Leiterfäden zwischen den Schlittenfäden. Der Faden Fg
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nicht nur zur Hälfte, sondern vollständig aus dem Vorderkamm in den Hinterkamm getreten und die Fadenhemmer zurückgeschwungen sind. Die Folge davon ist, dass der Leiterfaden F1
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stechen muss.
Im fünften Schlittenumgang soll der Leiterfaden Fi mit dem Leiterfaden F kreuzen, weshalb nun der Fadenhemmer nicht einstechen, darf, weil er im vorhergehenden Schlittenumgang eingestochen hat.
Im letzten, sechsten Schlittenumgang hat entsprechend der Fig. 17 der Leiterfaden F 1 neuerlich mit Schlittenfaden 82 eine Kreuzung zu machen. Es muss daher der Fadenhemmer, da er im fünften Schlittenumgang nicht eingestochen hat, dies im sechsten Schlittenumgang tun.