<Desc/Clms Page number 1>
Anlage zur Verhütung von Überschwemmungen, Trockenlegung des Flachlandes und Nutzbarmachung von durch Flachland strömenden Flüssen.
Strömt ein Fluss durch Flachland, so beschreibt er viele Windungen, versumpft das Ufergelände und tritt insbesondere bei Regengüssen oder zur Zeit der Schneeschmelze aus seinem Bett, wodurch es zu Überschwemmungen kommt. Diese Erscheinungen werden durch die Nebenflüsse verstärkt und können durch die herkömmliche Art der Regulierung und Drainierung nicht gänzlich behoben werden, was insbesondere die selbst in alten Kulturländern noch auftretenden Überschwemmungen beweisen. Durch die Schaffung von Dämmen, Schleusen, Durchstichen und dgl. wird der Flusslauf nicht geradegerichtet, sondern es bleiben zahlreiche Windungen, durch die das Gefälle vermindert wird, was zu Stauungen, Reibung des Wassers an den Uferwänden und daher zur Wirbelbildung führt, so dass bei starken Niederschlagen Überflutung eintritt.
Die Ableitung von Mühlgräben und Wasserrinnen zum Betriebe von Kraftwerken unterstützen die Versumpfung des glandes, ebenso das Eindringen von Niederschlagswasser in das Erdreich der Höheazüge, aus welchen die Nebenflüsse zuströmen, welches allmähhch nach unten ins Flachland hinabsickert.
Die Erfindung bezweckt nun die Behebung all dieser Übelstände und verhütet nicht nur Überschwemmung des Flachlandes. sondern gestattet auch die Trockenlegung dos Geländes, die Beseitigung der Gefahr der Versumpfung durch die Nebenflüsse, die Nutzbarmachung des Fiusses als Transportweg und zur Krafterzeugung, sowie die Gewinnung nutzbaren Ackerbodens.
In den Zeichnungen veranschaulicht Fig. 1 In schematischer Weise das Langenprofil eines stellenweise versumpften Quellbaches. Fig. 2 zeigt ein Querprofil desselben nach der Linie 7-7 in Fig. 1. Fig. 3 zeigt ebenfalls ein Querprofil des der Erfindung gemäss regulierten Baches und Fig. 4 versinnlicht in einer Kartenskizze einen Fluss mit seinen Quellbächen und Nebenflüssen samt einer Regulierungsanlage nach vorliegender Erfindung.
Angenommen, der Fluss A B durchströmt, ans dem Gebirge bei C kommend, in Windungen a, , e, d das Flachland, wobei er die zuflüsse D, E, F, G, H aufnimmt. Erfindungsgemäss werden nun, vom Ursprung des Flusses an, in dessen Quellgebiet, in den einzelnen, zumeist tiefeingerissenon und stellenweise bei r bereits versumpften Gerinnen m, Mg, Htg usw zwei parallele Wasserrinnen n ausgehoben, die in der Mitte durch einen, aus dem aus- gehobenen Erdreich gebildeten, fahrbaren Damm o getrennt sind, und weiters an die derart regulierten Wasseradern, bei ihrem Austritt aus dem Quellgebiet, zu jeder Seite des Ober-
EMI1.1
künstliche Gerinne J J1 angeschlossen,
die in möglichst geraden Linien längs des Fusses der zu beiden Seiten dos Flusses an den Rändern des Flachlandes streichenden Höhenzüge K L verlaufen, von welchen die Zunüssf abströmen. Ist der Fluss A B bereits reguliert und stellt er als Wasserstrasse in Benutzung, so kann man ihm auch nach der Ableitung des Wassers in die neuen Flussbette von diesen aus eine gewisse Wassermenge zuführen, um ihn weiter benutzen zu können. Die Flussbette J 11 nehmen die Nebenflüsse schon am Fusse der Höhenzuge auf, so dass sie gar nicht ins Flachland, wo sie schädliche Wirkungen äussern würden, gelangen können, und das gleiche ist mit den von den Bodenerhebungen abfliessenden Niederschlägen der Fall.
Je nach dem vorhandenen Gefälle und der Wahl des Fassungsraumes der beiden neuen Flussetten wird die Strömungsgeschwindigkeit grösser als die des alten Flusses sein, wodurch ein Versanden und Verschlammen, daher auch das Seichterwerdeu vermieden ist.
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
neuen Flussbette Uferschutzbauten aufzuföhren und in dem Flachlande ein Bewässerungssystem anzulegen, was leicht möglich ist, weil die beiden neuen Flussbette höher als das alte Flussbett liegen werden. In dem alten Flussbette können Drainrohre verlegt werden, um durchsickerndesWassor abzuleiten.
Was die Breite der neuen Flussbette betrifft, so wird sie bei einem nichtregulierten Flusse von 100 in Breite zu je etwa 60 m bemessen. Ist der Fluss aber bereits reguliert und schiffbar, so dürfen sie nur je 30 ? ? breit sein.
Ausser den bereits angeführten Vorteilen ist noch zu erwähnen, dass nach der Durchführung der angegebenen Anlage der Landschaft der Charakter der Zerrissenheit und Unübersichtlichkeit genommen wird, wodurch die Bebauung und das Abernten mittels Maschinen erleichtert erscheint. Die unverrückbare Linien, welche durch die neuen Flussbette J J1 festgelegt sind, erleichtern die Vermessung des Landes und bieten eine sichere Grundlage für die Entscheidung von Rechtsstreitigkeiten über den Bodenbesitz.