AT72764B - Verfahren und Vorrichtungen zur Erzeugung von fertigem Walzgut aus flüssigem Metall in kontinuierlichem Betriebe. - Google Patents

Verfahren und Vorrichtungen zur Erzeugung von fertigem Walzgut aus flüssigem Metall in kontinuierlichem Betriebe.

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AT72764B
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Gustav Schwabe
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    Verfahren und Vorrichtungen zur Erzeugung von fertigem Walzgut aus flüssigem Metall in kontinuierlichem Betriebe.   



   Vorliegende Erfindung betrifft ein ganz kontinuierliches Walzwerk zur Herstellung der Fertigware, wie Träger, Schienen, Rundeisen, Universaleisen, Winkeleisen,   U-Eisen   usw., durch fortlaufendes Giessen eines Metallstranges mit dem nötigen Querschnitt und dann Fertigwalzen dieses Stranges im kontinuierlichen Walzwerk oder anderen Walzvorrichtungen, ohne Verwendung eines Umkehrwalzwerkes. Der Querschnitt des Stranges kann derselbe wie derjenige der bisher verwendete   Stocke   und Ingots sein. Die Herstellung der Fertigwalzware in den Warmwalzwerken geschieht bisher in der Weise, dass gegossene Blöcke oder Ingots im Umkehrwalzwerk vorgeblockt und dann in den Vor-und Fertigwalzen fertiggewalzt werden.

   Das Vorblockwalzwerk kann ein Umkehr-oder Triowalzwerk sein, aber in beiden Fällen muss der Block abwechselnd von einer Seite der Walzen durch das Kaliber derselben auf die andere Seite gebracht werden und der Block ka nn gleichzeitig nur in einem Kaliber sein. Bei vorliegender Erfindung werden Metallstränge von beliebiger Länge und dem nötigen Querschnitt gegossen und diese erstarrenden Stränge werden sogleich durch Quetschwalzen und durch einen langen Wärmekanal oder Durchweichungsofen in die weiteren Walzenpaare eines kontinuierlichen Walzwerkes geführt und in denselben zur Fertigware ausgewalzt. Es wird dadurch der bei den bisher verwendeten
Blöcken zum Auswalzen sich ergebende grosse Abfall durch verlorene Köpfe oder falsche Zöpfe vermieden.

   Das Giessen des Stranges findet in der Giessmaschine statt Die Giess- maschine besteht aus Rinnen oder Kasten ohne Querwände mit aufklappbaren Deckeln. 



  Diese Kästen bzw. Rinnen hängen durch Gelenke oder durch Verriegelung so aneinander, dass sie eine lange oder endlose Reihe oder Kette bilden, wovon jeder Kasten ein Glied bildet. Die Kästen sind an den Enden offen und bilden sonach bei geschlossenen Deckeln ein vollständiges Rohr oder Schacht. Die Deckel sind in Gelenken aufklappbar und können automatisch geschlossen und verriegelt oder automatisch geöfflet werden.

   Die
Kastenreihe ist so lang bzw. die Kastenanzahl ist so gross, dass der in dieselben durch einen kontinuierlich laufenden Strahl gegossene Stahl genügend in der Zeit erstarrt, in welcher bei der vorgeschriebenen Geschwindigkeit des Stranges die Kasten von der Stahleingnss- 
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   geöfn'=t   und vom Stahlstrange abgestreift werden Die zusammenhängende Reihe der Giesskästen kann zwischen den   Leit-oder Tragrdern freihangen   oder durch Rollen unterstützt sein.

   Die obere Reihe der Kästen ist von einer Schutzhülle umgeben, damit die Kästen nicht   herabstürzen,   falls sich die Kastenrethe durch irgend welchen Umstand lust. auch ist das letzte untere   Leitrad zwangläung geführt.   Die Kästen können auch einzeln 
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 führt durch die Verbindungsgelenke an den beiderseitigen   Angrenzungsnächen,   fest an- einandergedrückt und halten somit auch durch die Verriegelung dicht. Hängen die Kästen nicht frei, sondern werden sie auf der   abwartsführenden   Laufstrecke geführt und sind sie nur miteinander verriegelt, so geschieht die Abdichtung durch diese Verriegelung.

   Die hinter der Abstreifvorrichtung von dem Stahlband abgestreiften Kästen werden entweder   Im zusammenhangenden offenen   Zustande, ähnlich wie bei einem Paternosterwerk wieder bis zur   Stahleinlaufsteile gefuhrt   und   vorher gekühlt, gereinigt,   innen gestrichen und somit zur Stahlaufnahme wieder vorbereitet, oder die abgestreiften Kästen werden in anderer Weise durch irgend eine andere Transportvorrichtung einzeln an die Stahl- aufnahmestelle gebracht, dort verriegelt und kontinuierlich unter den Strahl des flüssigen
Stahles geschoben. Dann werden die Deckel geschlossen und die Kästen gleiten nach
Einfüllung auf der   schrägen Lauffläche abwärts.

   Die Kästen   werden vor der Stahl- aufnahme zweckmässig innen mit Kalk angestrichen oder sonst ausgekleidet, um das
Herausheben des Bandes aus den Kästen zu erleichtern. Die schräge   Lauffläche   sowie die Lagerung für die   Leiträder, Führungen usw., ist   in einem Gerüst aus   Gitterträgern   ent- sprechend gelagert, welches auf Rädern nach allen Seiten verschoben werden kann. Der   Inncaquerschnitt   der Kästen oder Rinnen ist nach dem Boden hin verjüngt, damit sich das erstarrte Band an der Abstreifstelle leicht aus den Kästen löst. Die Verriegelung der Kästen und Deckeln geschieht automatisch.

   Der vom Stahlwerk kommende flüssige
Stahl wird an einer bestimmten hochstehenden Stelle der Kastenreihe in die Kästen,   weiche sonach einen Schacht bilden, gefallt, während diese Kästen sich gleichzeitig langsam mit der Kastenreibe abwärtsbewegen. Der Deckel wird geschlossen, sobald der flüssige   

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 Stahl bis an den Rand des offenen Kastens steigt und der nächste Kasten bis zum Füllen durch die Fortbewegung der   Kastenreihe   unter den Stahleinlauf gekommen ist, weicher Vorgang sich kontinuierlich wiederholt. Bei Beginn der Erzeugung des Stahlbandes wird der erste Kasten der Kastenreihe, welcher unter den Stahleinlauf kommt, am abwärtsgebenden Ende durch eine Querwand verschlossen. Diese Querwand bzw. dieser ganze Kasten wird dann an der Abstreifstelle vollständig ausgeschaltet.

   Die Kästen werden   gekühlt   und geben am Ende der Kastenreihe das teilweise erstarrte Band frei, welches über   Führungsrollen   in die Quetschwalzen geht. Die Quetschwalzen können auch hinter dem Wärmeofen liegen. Die   Kastenreihe   ist an der   Stahleinlaufstelle   höhergestellt, damit die Kästen schräg stehen und die Schlacke des Stahles samt Unreinigkeiten nach der Einlaufstelle emporsteigen kann. Der Querschnitt des Bandes wird ungefähr gleich dem Querschnitt der bisher verwendeten Ingots sein.

   Zwischen den ersten Walzenpaaren, den sogenannten Quetschwalzen, und den folgenden Walzenpaaren befindet sich ein sehr langer, auch heizbarer Kanal, durch den das Band in die weiteren Walzenpaare des Walz-   jerkes, an   besten in die Walzenpaare eines kontinuierlichen Walzerkes, geführt wird und in diesem   Wärme-oder Durchweichungsofen   sich   gleichmässiger   durchwärmt. Sollte eine   Hetriebsstörung im Walzwerk   eintreten oder will man, durch irgend einen anderen Um- 
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 Walzwerk zur Fertigstellung geleitet.

   Der Durchweichungsofen enthält versenkte Rollen zum Transport des Bandes in der Richtung dur Walzenpaare für die Fertigbearbeitung und erhalt in der Decke verschliessbare Querschlitze, durch welche Zangen, welche oben mitte) s Rollen auf Schienen laufen, die auf Trägern im Dachstuhl des Gebäudes ruhen,   d : ts Hand   fassen und von den Rollen seitlich in den Wärmeofen auf die Auflager oder von diesen zurück auf die Rollen legen können. Die RoHen sind unter dem Herdboden   ill   emem   lühlkanal   gekühlt und ragen nur mit einem kleinen Teil des Umfanges über   dlu   e Herdsohle des wärmeofens.

   Das Band wird am vorteilhaftesten im kontinuierlichen   Warmwalzwerk, also   in einer Reihe hintereinanderliegender Walzenpaare, weiche durch je emen Serienmotor oder dgl. angetrieben, zur Fertigware ausgewalzt. Durch die Quetsch-   ai/. cn soll auch   der in dem Band etwa noch enthaltene flüssige Stahl oder die Schlacke pach der Richtung des Stahleingusses zu im Band   zurückgedrückt   und ausgequetscht 
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 werk mit einer entsprechenden Anzahl gleichzeitig auf das Walzgut einwirkender Kaliber in die fertige Form gebracht wird, wobei die Quetschwalzen sowohl vor als auch hinter 
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Claims (1)

  1. feet vfthunden werden, ein in Bewegung betindlicher schräg oder senkrecht liegender Schacht gebudet ist, an dessen Oberende der flUs1Jige Stahl eingegossen wird, während am Caterende die Rinnen vom inzwischen erstarrten Metallstrang unter Öffnen der Deckel EMI2.4 3.
    Wärmeofen, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch l, dadurch gekennzeichnet, dass seitlich des von Materialstrang zu durchlaufenden Beschickung8 rauques in der ganzen Länge desselben sich ein Raum befindet, in welchem vom Metallstrang abgetrennte Strangstücke abgelagert und gewärmt werden können, wobei der seitliche Transport dieser Stücke vom Deschickungsraum in den Lagerraum und zurück von 1D der Ofenwand oder-decke angebrachten Öffnungen aus erfolgt.
    4. Warmeofen, insbesondere zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, da- d'irch gt'kennzeicbnet, dass die aus der Hersohle vortretnden Transport- bzw. Führungsrollengekühltsind.
AT72764D 1914-05-30 1914-05-30 Verfahren und Vorrichtungen zur Erzeugung von fertigem Walzgut aus flüssigem Metall in kontinuierlichem Betriebe. AT72764B (de)

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