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Die Erfindung betrifft ein Möbelstück für die Verwendung in radioaktiver Strahlung ausgesetz- ten Räumen, wobei zumindest eine Schicht aus einem radioaktive Strahlung absorbierenden bzw. abweisenden Material vorgesehen ist.
Es sind bereits Möbelstücke für die Verwendung in Räumen, die radioaktiver Strahlung ausge- setzt sind, bekannt, wobei diese Möbelstücke beispielsweise in nuklearmedizinischen Instituten von Krankenhäusern eingesetzt werden. Bisher sind jedoch lediglich Möbelstücke bekannt, welche bereits bei ihrer Fertigung mit einer Schicht aus radioaktive Strahlung absorbierendem bzw. abwei- sendem Material versehen werden. Da derartige Materialien, wie beispielsweise Blei, eine sehr hohe Masse aufweisen, weisen derartige Möbelstücke meist ein sehr hohes Gewicht auf. Dabei können Werte im Bereich von ca. 3 bis 10 t erreicht werden, wodurch ein Transport derartiger Möbelstücke äusserst aufwendig ist. Zudem muss abhängig von der Art bzw.
Intensität der radioak- tiven Strahlung jeweils die aus dem radioaktive Strahlung absorbierenden bzw. abweisenden Material bestehende Schicht enstprechend ausgelegt werden, so dass bekannte Möbelstücke, welche bereits bei der Herstellung mit einer Schicht aus radioaktive Strahlung absorbierendem bzw. abweisendem Material versehen werden, nur für bestimmte Anwendungsbereiche eingesetzt werden können.
Ziel der vorliegenden Erfindung ist nun, ein Möbelstück für die Verwendung in radioaktiver Strahlung ausgesetzten Räumen zu schaffen, das einfach zu transportieren ist und auch für unter- schiedliche Strahlungen und Anwendungen einsetzbar ist.
Dies wird bei dem Möbelstück der eingangs angeführten Art dadurch erzielt, dass zur Bildung der Schicht aus dem radioaktive Strahlung absorbierenden bzw. abweisenden Material zumindest ein Hohlraum vorgesehen ist, in dem zumindest ein modulares Element aus einem radioaktive Strahlung absorbierenden bzw. abweisenden Material einsetzbar bzw. austauschbar ist. Durch das Vorsehen zumindest eines Hohlraums in dem Möbelstück, der nachträglich mit modularen Elemen- ten, die aus einem radioaktive Strahlung absorbierenden bzw. abweisenden Material bestehen, gefüllt wird, wird ein Möbelstück geschaffen, das gegenüber bekannten Möbelstücken ein wesent- lich geringeres Gewicht aufweist und demzufolge auf einfache Weise transportiert werden kann.
Die Ausstattung des Möbelstücks mit einer Schicht zur Abschirmung vor radioaktiver Strahlung, kann dann auf einfache Weise durch Befüllung des zumindest einen Hohlraums mit den modularen Elementen vor Ort erfolgen. Zudem kann der zumindest eine Hohlraum je nach Anwendungs- zweck, d. h. Art bzw. Intensität der radioaktiven Strahlung, mit unterschiedlichen modularen Ele- menten zur Abweisung von radioaktiver Strahlung gefüllt werden, so dass das selbe Möbelstück für unterschiedliche Anwendungszwecke eingesetzt werden kann.
Zur Abschirmung radioaktiver Strahlung ist es bei zahlreichen Möbelstücken, insbesondere bei Tischen bzw. Schränken, von Vorteil, wenn die Schicht aus dem radioaktive Strahlung absorbie- renden bzw. abweisenden Material unter einer obersten im Wesentlichen horizontalen Deckplatte vorgesehen ist.
Hinsichtlich einer konstruktiv einfachen Ausgestaltung des Möbelstücks mit einer Schicht aus radioaktive Strahlung absorbierenden bzw. abweisenden Material ist es von Vorteil, wenn als Hohlraum ein Spalt zwischen zwei im Wesentlichen parallel zueinander angeordneten Platten vorgesehen ist, wobei der Spalt zumindest eine Zugriffsöffnung aufweist.
Um zuverlässig den Abstand zwischen den beiden einen Spalt zur Aufnahme der modularen Elemente bildenden Platten zu gewährleisten, ist es günstig, wenn zur Beabstandung der beiden Platten im Bereich der zumindest einen Zugriffsöffnung zumindest ein Distanzelement vorgesehen ist.
Hinsichtlich eines hohen Bedienkomforts beim Einsetzen der modularen Elemente bzw. um einen einfachen Zugriff beim Austauschen der modularen Elemente beim Umrüsten des Möbel- stücks für einen anderen Anwendungszweck zu ermöglichen, ist es von Vorteil, wenn die zumin- dest eine Zugriffsöffnung auf einer Bedienelemente, beispielsweise Türen, Laden oder dergl. aufweisenden Vorderseite des Möbelstücks vorgesehen ist.
Um das radioaktive Strahlung absorbierende bzw. abweisende Material, das zumeist giftige In- haltsstoffe aufweist, auch beim Reinigen des Möbelstücks nicht mit Wasser in Berührung kommen zu lassen und somit den hohen hygienischen Anforderungen eines Krankenhauses zu genügen, ist es von Vorteil, wenn der zumindest eine Hohlraum mittels einer Abdeckplatte dicht abschliessbar ist.
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Um die modularen Elemente auf einfache Weise zu einer Schicht zur Abschirmung von radio- aktiver Strahlung zusammensetzen zu können, ist es günstig, wenn mehrere plattenförmige, modu- lare Elemente zur Bildung der radioaktive Strahlung absorbierenden bzw. abweisenden Schicht vorgesehen sind.
Wenn die modularen, plattenförmigen Elemente im Wesentlichen eine Länge von 5 cm bis 80 cm, eine Breite von 1 cm bis 15 cm und eine Höhe von 0,5 cm bis 5 cm aufweisen, können unterschiedliche Hohlräume möglichst vollständig mit den modularen Elementen gefüllt werden, ohne dass jedoch der Aufwand beim Befüllen des Hohlraums mit den modularen Elementen zur Abschirmung vor radioaktiver Strahlung allzu gross wäre.
Um den zumindest einen Hohlraum, der zur Aufnahme von modularen Elementen zur Ab- schirmung vor radioaktiver Strahlung vorgesehen ist, möglichst vollständig zu füllen und somit keine Durchbiegungen einer an den zumindest einen Hohlraum anschliessenden Platte zu ermögli- chen, ist es von Vorteil, wenn ein Teil des zumindest einen Hohlraums mittels Holzdekorplatten oder dergl. gefüllt ist.
Um das Möbelstück für unterschiedliche Anwendungszwecke, d. h. unterschiedliche Strahlun- gen bzw. Strahlungsintensitäten einsetzen zu können, ist es von Vorteil, wenn die modularen Elemente aus bleihältigem Material, insbesondere aus Blei mit einem Antimonanteil von max. 4%, oder aus einem Kunststoffmaterial bestehen.
Die Erfindung wird nachstehend anhand von einem in der Zeichnung dargestellten bevorzugten Ausführungsbeispiel, auf das sie jedoch nicht beschränkt sein soll, noch weiter erläutert. Im Einzel- nen zeigen in der Zeichnung : 1 eine perspektivische Ansicht eines Möbelstücks mit einem Hohlraum zur Aufnahme einer aus modularen Elementen bestehenden Schicht zur Abschirmung vor radioaktiver Strahlung ; 2 eine perspektivische Ansicht des Möbelstücks gemäss Fig. 1 mit einem teilweise mit den modularen Elementen befüllten Hohlraum; Fig. 3 eine perspektivische Ansicht des Möbelstücks gemäss den Figuren 1 und 2, bei dem verbleibende Hohlräume nach der Befüllung mit den modularen Elementen mit Holzdekorplatten ausgefüllt werden ;
Fig. 4 eine per- spektivische Ansicht des Möbelstücks gemäss den Figuren 1 bis 3 mit einem vollständig gefüllten Hohlraum; Fig. 5 eine perspektivische Ansicht des Möbelstücks gemäss den Figuren 1 bis 4 nach der Befüllung des Hohlraums und der Befestigung einer Abdeckplatte; Fig. 6 einen Schnitt gemäss der Linie VI-VI in Fig. 5 (jedoch unter Weglassung der modularen Elemente); Fig. 7 eine Ansicht des Details VII in Fig. 6 ; 8 eine Ansicht des Details VIII in Fig. 6.
In Fig. 1 ist ein Tisch bzw. Schrank 1 ersichtlich, der einen Hohlraum 2 zur Aufnahme von mo- dularen Elementen 3 aufweist. Die als modulare Elemente vorgesehenen Abschirmplatten 3 beste- hen vorzugsweise aus einem bleihältigen Material, insbesondere Blei mit einem Anteil von max.
4% Antimon, um eine Schicht 4 zur Abschirmung gegen radioaktive Strahlung im Hohlraum 2 zu bilden. Je nach Art der Strahlung können natürlich auch andere Materialien für die Abschirmplatten 3 zur Anwendung kommen. Anstelle eines Hohlraums 2 können auch mehrere Hohlräume ange- ordnet sein.
Wie in den Figuren 1 bis 6 ersichtlich, ist der Hohlraum 2 ringsum abgeschlossen und es ver- bleibt lediglich eine Zugriffsöffnung 5 auf der Vorderseite 6 des Schranks 1, an welcher auch Ladenelemente 7 bzw. Türen 8 angeordnet sind.
Der Hohlraum 2 ist direkt unter einer obersten Deckplatte 9 angeordnet. Um den Abstand zwi- schen der obersten Deckplatte 9 und einer unterhalb des Hohlraums 2 angeordneten Auflageplatte 10 zu gewährleisten, sind im Bereich der Zugriffsöffnung 5 mehrere Distanzelemente 11 vorgese- hen.
Um den Hohlraum 2 möglichst vollständig mit den modularen Elementen bzw. Abschirmplatten 3 füllen zu können, weisen die Abschirmplatten 3 Ausnehmungen 12 auf, in welchen die Distanz- elemente 11in einer im Hohlraum 2 eingesetzten Stellung aufgenommen werden. Zudem können bestimmte Abschirmplatten 3 Ausnehmungen 13 aufweisen, um einen Abfluss 14 möglichst voll- ständig zu umschliessen.
Wie insbesondere aus Fig. 2 ersichtlich, werden die Abschirmplatten 3, die in Summe ein sehr hohes Gewicht aufweisen, erst nachdem das Möbelstück 1 an einem vorbestimmten Ort aufgestellt wurde, einzeln in den Hohlraum 2 eingesetzt, wobei sich die Schicht 4 zur Abschirmung vor radio- aktiver Strahlung bei dem gezeigten Ausführungsbeispiel insgesamt aus fünf Lagen 15 zusam- mensetzt, selbstverständlich kann jedoch auch jede andere beliebige Anzahl an Lagen 15
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vorgesehen werden.
Nachdem die Abschirmplatten 3 in den Hohlraum 2 eingesetzt wurden, werden verbleibende Hohlräume zwischen der Deckplatte 9 und den Abschirmplatten 3 noch mit Holzdekorplatten 16 oder dergl. ausgefüllt, um nach Möglichkeit ein Durchbiegen der Deckplatte 9 zu verhindern (vgl. Fig. 3).
Nachdem somit der Hohlraum 2 vollständig mit den Abschirmplatten 3 und den Holzdekorplat- ten 16 gefüllt wurde, wie in Fig. 4 ersichtlich, wird eine Abdeckplatte 17 zum Verschluss der Zugriffsöffnung 5 an der Vorderseite des Schranks 1 befestigt, um einen hygienisch dicht ver- schlossenen Schrank 1 zu schaffen (vgl. Fig. 5), bei dem die giftigen Abschirmplatten 3 auch beim Reinigen des Schranks 1 nicht mit Wasser in Berührung kommen und somit die Giftstoffe sicher verwahrt bleiben. Zur Befestigung der Abdeckplatte 17 sind Schrauben 18 vorgesehen, so dass die Abdeckplatte 17 auf einfache Weise auch wieder entfernt werden kann und der Hohlraum 2 mit anderen Abschirmplatten 3 ausgestattet werden kann. Gemäss den einschlägigen Bestimmungen (z. B.
DIN 25407-1,25407-2, 25425,25466) sind zum Schutz vor radioaktiver Gammastrahlung Abschirmplatten 3 aus einem bleihältigen Material vorzusehen. Gegen Beta-Strahlung hingegen können beispielsweise verschiedene Kunststoff-Abschirmplatten 3 vorgesehen werden.
Wie insbesondere aus Fig. 6 und in den in den Figuren 7 und 8 dargestellten Detailansichten ersichtlich, ist der Hohlraum 2 zur Aufnahme der Abschirmplatten 3 zwischen der oberen Deckplat- te 9 und einer unteren Auflageplatte 10 vorgesehen. Die obere Deckplatte 9 setzt sich hierbei aus einer Stahlummantelung 19 und zwei Holzdekorplatten bzw. MDF (Medium Density Fibre)-Platten 20 zusammen.
Zur Bildung der unteren Aufnahmeplatte 10 ist ein Stahlblech 21 im Wesentlichen S-förmig ge- bogen, so dass ein Schenkel 21' als vordere Abdeckleiste und der zweite Schenkel 21" als hintere Abdeckleiste des Hohlraums 2 vorgesehen ist.
Selbstverständlich kann der Hohlraum auch an einer beliebig anderen Stelle vorgesehen sein bzw. auf beliebig andere Weise gebildet werden, wesentlich ist lediglich, dass das Möbelstück erst nachträglich mit modularen Elementen zur Abschirmung vor radioaktiver Strahlung ausgestattet wird, um einen einfacheren Transport des Möbelstücks sowie die Adaption des Möbelstücks an unterschiedliche radioaktive Strahlungen zu ermöglichen.
ANSPRÜCHE :
1. Möbelstück (1 ) für die Verwendung in radioaktiver Strahlung ausgesetzten Räumen, wobei zumindest eine Schicht (4) aus einem radioaktive Strahlung absorbierenden bzw. abwei- senden Material vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, dass zur Bildung der Schicht (4) aus dem radioaktive Strahlung absorbierenden bzw. abweisenden Material zumindest ein Hohlraum (2) vorgesehen ist, in dem zumindest ein modulares Element (3) aus einem radioaktive Strahlung absorbierenden bzw. abweisenden Material einsetzbar bzw. aus- tauschbar ist.