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Hydraulischer Absperrschieber für Bohrlöcher.
Es sind bereits Vorrichtungen bekannt, mittels weicher eruptierende Bohrlöcher abgesperrt werden können, jedoch erfüllen sie meist ihren Zweck nicht, weil bei den meisten derselben das Absperren zu plötzlich geschieht, ferner auch ihr Mechanismus nicht in grösseren Entfernungen von dem Bohrloch in Tätigkeit gesetzt werden kann, so dal. bei Entzünden des eruptierenden Materiales, z. B. bei Petroleumbohrlöcbern an ein Schliessen derselben nicht zu denken ist.
Eine Hauptsache bei solchen Abschlussvorrichtungen ist namentlich ein ganz langsames und doch sicheres Schliessen des Bohrloches unter Anwendung grosser Kraft.
Ausbrüche von Petroleumrohölen, welche freie Gase in grossen Mengen enthalten, entstehen meist durch plötzliche Entlastung der Öle. Die frei werdenden Gase treiben grosse Massen 01. Salzwasser, Sand, Kies und Gase mit grosser Kraft sehr hoch aus dem Bohrloch heraus und es wäre sehr gefährlich, einen solchen Strom plötzlich abzustellen.
Bei plötzlichem Abstellen grösserer Ausbrüche ist es öfter vorgenommen, dass mehrere hundert Meter lange Bohrrölu'en einfach aus dem Bohrloche herausgeschleudert wurden.
Es muss also sehr langsam geschlossen werden können, um zuerst durch ein allmähliches Verengen des Bohrloches die im Schwung befindliche Gas-und Flüssigkeitssauie zu bremsen und endlich ganz abzusperren ; dazu ist aber auch grosse Kraft nötig. Da eruptierende Bohrlöcher sich sehr leicht selbst entzünden, und es in solchem Falle überhaupt nicht möglich ist, in ihre Nithe zu gelangen, so muss die Vorrichtung auch aus grosser Entfernung mit Sicherheit zu handhaben sein.
Es ist ferner vorteilhaft, bei bereits ausgebrochenen Bränden das Bohrrohr kühlen zu können und es ist auch in manchen Fällen erwünscht, eine Gegenströmung nach unten hervorzubringen ; die Erfahrung lehrt nämlich, dass durch eine wenn auch geringe Gegenströmung nach unten ein Ausbruch ganz verhindert werden kann.
Der Erfindungsgegenstand wird den oben genannten Erforderungen gerecht, kann somit als ein entschiedener Fortschritt auf diesem Gebiete erachtet werden und ist in einem Ausführnngsbeiäptss) in Fig. 1 im Querschnitt im geöffneten, in Fig. 2 in ge- schlossenem Zustande, in Fig. 3 in Ansicht von oben, in Fig. 4 in Endansicht dargestellt.
Auf einem Bohrrohr 1 ist mittels einer Flansche 2 oder in einer anderen beliebigen
Art ein kreuzförmiger Hohlkörper 3 mit wagrechtem Zylinder 4 angebracht. Im Zylinder 4 bewegt sich ein Kolben 5, welcher mit Ringen nach Art der hydraulischen Presskolben abgedichtet werden kann. Durch ein Einlasslocb 7 kann irgend eine unter genügendem Druck befindliche Flüssigkeit in den Zylinder 4 eingebracht werden, wodurch der Kolben allmählich vorwärtshewegt wird, bis er endlich das Bohrloch ganz abschliesst.
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in das Bohrrohr führt, enthalten, um im Falle des Ausbruches von Feuer das ganze Ah- sperrsystem und das Bohrrohr kühlen zu können.
Zu diesem Zweck ist die Spindel 11 des Ventiles so lang, dass sie bei Verschieben des Kolbens über seine Verscblussstellung hinaus gegen den Vorsprung 12 stösst, wodurch das Ventil 9 geöffnet wird und Wasser in das Bohrrohr eindringen kann. Das Ventil 9 kann auch unter Wirkung einer Feder stehen. Das Eindringen der Flüssigkeit kann auch zur Hervorbringung eines im Bohrrohr nach abwärts fliessenden Gegenstromes zum Zweck des Hommens des Ausbruches verwendet werden
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Es kann also von einer entfernt stehenden Pumpe oder Akkumulator aus der Kolben 5 beliebig langsam geschlossen und dabei das Ventil 9 geöffnet werden oder geschlossen bleiben.
Durch Ansaugen des Wassers aus dem Zylinder 4 oder durch Verwendung irgend einer der bekannten Vorrichtungen tritt der Kolben 5 wieder in seine offene Lage zurück.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Bohrlochverschluss, dadurch gekennzeichnet, dass ein quer znm Bohrrohr in einem Zylinder (4) verschiebbar angeordneter hydraulischer Kolben (5) durch langsames Vordringen die eruptierende Flüssigkeit allmählich absperrt.