AT528128B1 - Modulbauhausabschnitt mit einem Schienensystem - Google Patents
Modulbauhausabschnitt mit einem SchienensystemInfo
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen Modulbauhausabschnitt (1) mit einem ersten Modulbauteil (2) und einem zweiten Modulbauteil (3), wobei der Modulbauhausabschnitt (1) eine erste Schiene (8) und eine zweite Schiene (9) umfasst, welche im Wesentlichen deckungsgleich aufeinanderlegbar sind, und wobei die erste Schiene (8) jeweils eine Längsrille (11) oder einen Längssteg (12) aufweist und die zweite Schiene (9) zumindest eine gleiche Anzahl an gegengleichen Längsstegen (12) und Längsrillen (11) aufweist, wobei der bzw. die Längsstege (12) einer der Schienen (8, 9) im zusammengesetzten Zustand der Modulbauteile (2, 3) in die gegenüberliegenden Längsrillen (11) der jeweils anderen Schiene (8, 9) eingreifen, um eine formschlüssige Verbindung der ersten Schiene (8) und der zweiten Schiene (9) in Breitrichtung (B) der Schienen (6, 7) herzustellen. Weiters wird eine Zentrierausnehmung (14) in einer oder beiden der Schienen (6, 7) und ein Zentrierelement (13) vorgesehen, wobei die Zentrierausnehmung (14) eine größere Tiefe als die genannten Längsrillen (11) aufweist.
Description
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MODULBAUHAUSABSCHNITT MIT EINEM SCHIENENSYSTEM
[0001] Die vorliegende Erfindung bezieht sich allgemein auf das Gebiet der Modulbauhäuser, und insbesondere auf Techniken zur Verbindung und Anordnung von zumindest zwei Modulbauteilen zur Errichtung von Modulbauhausabschnitten für Modulbauhäuser.
[0002] Modulhäuser, auch als Modulbauhäuser bekannt, sind eine innovative und flexible Bauweise, die in den letzten Jahren an Popularität gewonnen hat. Diese Bauweise basiert auf der Verwendung von vorgefertigten Modulen, die in einer Fabrikumgebung hergestellt und anschlieBend zu den endgültigen Standort transportiert werden. Modulhäuser bestehen typischerweise aus mehreren Modulen, die jeweils verschiedene Teile des Gebäudes bilden können, wie z.B. Bodenplatten, Wände, Decken und Dächer. Diese Module werden dann vor Ort miteinander verbunden, um das fertige Gebäude zu erstellen.
[0003] Die Module selbst bestehen häufig aus einem stabilen Stahlskelett, das mit verschiedenen Materialien wie Beton, Holz oder Verbundwerkstoffen verkleidet wird. Die Verbindungen zwischen den Modulen können je nach Konstruktionsanforderungen unterschiedlich gestaltet sein, wobei Schraubverbindungen, Schweißnähte und spezielle Verbindungselemente zum Einsatz kommen können. Durch diese modulare Bauweise wird eine hohe Flexibilität und Anpassungsfähigkeit erreicht, was sie besonders attraktiv für verschiedene Anwendungsbereiche macht, von Wohnhäusern über Bürogebäude bis hin zu temporären Unterkünften und Notfallunterkünften.
[0004] Aus der CN 108824648 A ist ein Modulbauhaus bekannt, das aus zwei Modulbauteilen besteht. Bei diesem bekannten Modulbauhaus bildet eines der Modulbauteile den Boden und zwei Wände, während das andere Modulbauteil das Dach bildet. Die Konstruktion ermöglicht es, mehrere dieser Modulbauhäuser nebeneinander zu stellen, um ein beliebig langes Modulbauhaus zu schaffen. Beide Modulbauteile sind durch ein Stahlskelett und eine Betonschalung gekennzeichnet. Um das Dach auf den Wänden zu fixieren, wird eine Schraubverbindung verwendet.
[0005] Dieses bekannte System hat jedoch mehrere Nachteile. Ein bedeutender Nachteil besteht darin, dass die Wände und der Boden des Modulbauteils lösbar miteinander verbunden sind. Dies bedeutet, dass das Modulbauteil erst am Einsatzort zusammengebaut werden muss. Diese Notwendigkeit des Vor-Ort-Zusammenbaus bringt erhebliche Probleme mit sich, insbesondere da bei lösbaren Verbindungen oft Schraubverbindungen zum Einsatz kommen, und es zu punktuellen Kraftübertragungen kommt, wenn die Schraubverbindungen mit unterschiedlichen Drehmomenten angezogen werden. Unabhängig von der konkreten Wahl der lösbaren Verbindung ist es aufgrund der Größe und des Gewichts in der Praxis immer zu dem Problem, dass es über die Breite der Modulbauteile zu unterschiedlich wirkenden Verbindungen und damit zu asymmetrischen Krafteinleitungen von den Wänden in den Boden kommt.
[0006] Ein weiterer Nachteil der CN 108824648 A besteht in der Verwendung einer Schraubverbindung zur Befestigung des Daches auf den Wänden. Konkret sieht diese Schrift vor, ein Stahlskelett der Wände mit einem Stahlskelett des Daches punktuell durch Schraubverbindungen zu verbinden. Diese Art der Verbindung ist besonders fehleranfällig und es kommt auch hier zu einer ungleichmäßigen Verbindung und in der Folge zu einer asymmetrischen Krafteinleitung des Daches in die Wände.
[0007] Zusammengefasst führen beide genannten Nachteile zu einer ungleichmäßigen Lastverteilung und erhöhen das Risiko von strukturellen Schwächen und möglichen Schäden.
[0008] Aus dem Stand der Technik sind Nut-Feder-Verbindungen zwischen Bauelementen beispielsweise aus den Schriften DE 102015118975 A1, DE 202012003817 U1, KR 20190072334 A, EP 1333129 A1 und KR 101283550 B1 bekannt.
[0009] Es ist daher ein Ziel der vorliegenden Erfindung, ein Modulbauhaus bzw. Abschnitte hierfür bereitzustellen, das eine verbesserte Statik aufweist, um die oben genannten Nachteile des
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Standes der Technik zumindest teilweise zu überwinden.
[0010] Dieses Ziel wird durch einen Modulbauhausabschnitt mit einem ersten Modulbauteil und einem zweiten Modulbauteil gelöst, wobei das erste Modulbauteil einen Wandabschnitt mit einer Schmalseite aufweist, welche zur Verbindung mit dem zweiten Modulbauteil ausgebildet ist, wobei die Schmalseite eine Längsrichtung und eine Breitrichtung definiert, wobei der Modulbauhausabschnitt eine erste Schiene und eine zweite Schiene umfasst, welche im Wesentlichen deckungsgleich aufeinanderlegbar sind, und wobei die erste Schiene jeweils zumindest eine Längsrille oder einen Längssteg aufweist und die zweite Schiene zumindest eine gleiche Anzahl (wie die andere Schiene) an gegengleichen Längsstegen und Längsrillen aufweist, wobei die Längsstege und Längsrillen jeweils in Längsrichtung verlaufen und der bzw. die Längsstege einer der Schienen im zusammengesetzten Zustand der Modulbauteile in die gegenüberliegenden Längsrillen der jeweils anderen Schiene eingreifen, um eine formschlüssige Verbindung der ersten Schiene und der zweiten Schiene in Breitrichtung der Schienen herzustellen.
[0011] Das Schienensystem ermöglicht insbesondere für eine Holzbauweise einen enormen Vorteil, da die benötigten Bauteile nicht aus Metall gefertigt werden müssen und eine Verbindung nicht über ein Stahlskelett hergestellt werden muss. Alle Wesentlichen Bauteile wie die Schienen oder gegebenenfalls vorhandene Riegel können aus Holz gefertigt werden, wodurch sich nur aus Holzbauteile der beiden Modulbauhäuser kontaktieren.
[0012] Ein weiterer Vorteil des Schienensystem ist, dass es reversibel ausgeführt ist, sodass das obere Modulbauteil einfach „abgenommen“ werden kann, ohne dass eine irreversible Verbindung gelöst werden muss. Das Schienensystem ist somit vollständig reversibel. Das bedeutet eine rückstandslose, zerstörungsfreie Rückbaubarkeit und Wiederverwendbarkeit, wodurch die Modulbauteile nach einer Verwendung an einen anderen Einsatzort transportiert und dort noch einmal zusammengesetzt werden können.
[0013] Weiters sei hervorgehoben, dass das Schienensystem eine horizontale und vertikale Bauteiltrennung und damit eine theoretisch grenzenlose Erweiterbarkeit ermöglicht. Dies führt in weiterer Folge zu neuen Gebäudetypen, -geometrien, -formen, welche es in der “Modulbauwelt” bisher nicht gegeben hat. Der wesentliche Unterschied zwischen horizontaler und vertikaler Anordnung des Schienensystems liegt bei der Lastübertragung. Über die horizontale Schnittstelle müssen alle Lasten vom oberen Modulbauteil in das untere Modulbauteil übertragen werden. Im Gegensatz dazu werden bei der vertikalen Schnittstelle keine statischen Kräfte übertragen. Durch das Schienensystem werden die standardisierten Modulteile somit zerlegt und die Modulbauteile sind dadurch auf nahezu allen Straßen transportierbar. Das Gebäude kann somit völlig unabhängig vom Grundstück betrachtet werden.
[0014] Erfindungsgemäß umfasst das Schienensystem Mittel, die dazu ausgebildet sind, eine formschlüssige Verbindung der ersten Schiene und der zweiten Schiene in Längsrichtung der Schienen herzustellen. Dadurch wird ermöglicht, dass die Modulbauteile nicht in Längsrichtung der Schienen versetzt werden können, wodurch das Zusammenbauen des Modulbauhausabschnitts weiter erleichtert wird. Zudem verhindern die genannten Mittel ein Verrutschen der Modulbauteile nach dem Zusammenbau, ohne dass weitere Maßnahmen gesetzt werden müssten.
[0015] Erfindungsgemäß umfassen die Mittel eine Zentrierausnehmung in einer oder beiden der Schienen und ein Zentrierelement, wobei die Zentrierausnehmung eine größere Tiefe als die genannten Längsrillen aufweist und die Schiene bevorzugt durchsetzt. Dies hat den zusätzlichen Effekt, dass beim Aufsetzen des oberen Modulbauteils eine Führung des Modulbauteils gebildet wird, bevor sich die Schienen berühren. Die Zentrierelemente verhindern somit, dass die Schienen nicht ausgerichtet sind und erzielen, dass jeder Längssteg in die entsprechende Längsrille eingeführt wird. Optional können die Mittel zusätzlich Sperrelemente und Sperrausnehmungen umfassen, wobei die Sperrelemente und Sperrausnehmungen eine kürzere Länge als die Schienen aufweisen, gesehen in Längsrichtung der Schienen. Sperrelemente können leicht auf bereits bestehende Schienen bzw. Riegel montiert werden, indem diese z.B. aufgeschraubt werden. Auch die Sperrausnehmungen können einfach gefertigt werden, indem durch Bohren oder Stemmen eine entsprechende Ausnehmung in die Schiene bzw. den Riegel eingearbeitet wird.
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[0016] Um den Modulbauhausabschnitt umzusetzen, umfassen die Modulbauteile bevorzugt jeweils einen Riegel, welche derart dimensioniert sind, dass diese die auftretenden Kräfte aufnehmen können. Bevorzugt kann das Schienensystem in dieser „Riegelbauart“ in einer ersten Variante oder in einer zweiten Variante umgesetzt werden.
[0017] In der ersten Variante sind die Riegel jeweils im Wesentlichen eben ausgeführt und die Schienen sind durch Latten derselben Breite gebildet (d.h. die Latten haben dieselbe Breite und bevorzugt entspricht die Breite der Latten der Breite der Riegel). Diese Latten umfassen den bzw. die Längsstege und Längsrillen und jeweils eine Latte ist auf einem Riegel montiert, bevorzugt aufgeschraubt. Diese Variante hat den Vorteil, dass die Riegel nicht gesondert bearbeitet werden müssen, da insbesondere keine Längsrillen in die Riegel eingearbeitet werden müssen. Dies kann den Zusammenbau der Modulbauteile erheblich vereinfachen, da diese bereits vorab hergestellt werden können und erst nachträglich das Schienensystem auf die Modulbauteile montiert werden kann. Weiters können diese Latten auch nachträglich auf bereits bestehende Modulbauteile mit ebenen Riegeln montiert werden.
[0018] In der zweiten Variante ist die erste Schiene dadurch gebildet, dass zumindest eine Längsrille in einen der Riegel eingeformt, bevorzugt eingefräst, ist und die zweite Schiene dadurch gebildet ist, dass zumindest eine Leiste, deren Form im Wesentlichen der Längsrille entspricht, als Längssteg auf den anderen Riegel montiert, bevorzugt aufgeschraubt, ist. Dies hat den Vorteil, dass eine unmittelbare Kontaktierung der Riegel und damit eine Kraftübertragung von einem Riegel in den anderen Riegel ermöglicht wird, da sich die Riegel außerhalb des Längsstegs unmittelbar kontaktieren. Es versteht sich, dass nicht nur eine derartige Latte vorgesehen werden kann, sondern auch mehrere, die in Breitrichtung beabstandet sind. Die Latten können auf einem oder auf beiden Riegeln montiert sein, wobei der gegenüberliegende Riegel jeweils gegengleiche Längsrillen aufweist.
[0019] Im einfachsten Fall kann eine der Schienen genau eine Längsrille aufweisen und keinen Längssteg und die andere Schiene kann genau einen Längssteg aufweisen und keine Längsrille. In bevorzugten Ausführungsformen weisen jedoch beide Schienen mindestens eine Längsrille und mindestens einen Längssteg auf. Weiters bevorzugt können beide Schienen zumindest zwei Längsstege oder Längsrillen oder zumindest einen Längssteg und zumindest eine Längsrille umfassen. Durch diese Lösungen können besonders verrutschsichere Modulbauelemente bereitgestellt werden.
[0020] In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform weist das Schienensystem zumindest ein längliches Dichtungselement auf. Bei der hierin beschriebenen Erfindung haben sich zwei Typen von Dichtungselementen als besonders vorteilhaft herausgestellt, die alleine oder in Kombination eingesetzt werden können. In der ersten Variante ist das Dichtungselement in eine Rille einlegbar, d.h. es hat im Wesentlichen dieselbe Länge wie die Längsrille, die wiederum bevorzugt dieselbe Länge wie die Schiene bzw. das Wandelement aufweist. In der zweiten Variante ist das Dichtungselement als Klebeband ausgeführt, welches auf eine zwischen dem ersten Modulbauteil und dem zweiten Modulbauteil entstehende Fuge aufbringbar ist. Hier ist das Dichtungselement bevorzugt so lange wie das gesamte Wandelement.
[0021] Wie bereits erläutert sind die Schienen derart ausgeführt, dass diese zumindest eine formschlüssige Verbindung in Breitrichtung ausbilden, und optional auch, um eine formschlüssige Verbindung in Längsrichtung auszubilden. Dies wird bereits durch das Eigengewicht des oberen Modulbauteils erzielt. Um jedoch einen noch größeren Schutz zu bieten, z.B. auch wenn Windkräfte auf den Modulbauhausabschnitt einwirken, kann auch eine formschlüssige Verbindung in Richtung normal zur Haupterstreckungsebene der Schmalseiten vorgesehen sein, was durch Sicherungsmittel umgesetzt werden kann. Die Sicherungsmittel können bevorzugt eine Abhebesicherung umfassen, welche in seitliche Abhebeausnehmungen in den Schienen einschiebbar ist, nachdem die Schienen deckungsgleich aufeinandergelegt wurden. Die Abhebesicherung kann durch einen Pietz-Verbinder verwirklicht sein, welcher eine Gewindestange und zwei auf dieser befindliche Ankerelemente umfasst, welche in den Abhebeausnehmungen verankert sind.
[0022] Um die vorliegende Erfindung besser zu verstehen, werden im Folgenden die beigefügten
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Figuren näher beschrieben. Diese Figuren veranschaulichen beispielhafte Ausführungsformen des erfindungsgemäßen Modulbauhausabschnittes und zeigen die wesentlichen Merkmale und Komponenten, die zur Erreichung der angestrebten Vorteile beitragen. Die nachfolgenden Figuren sollen die Beschreibung der Erfindung ergänzen und das Verständnis der technischen Details und der Funktionsweise erleichtern.
[0023] Figur 1 zeigt einen Modulbauhausabschnitt mit einem ersten Modulbauteil und einem zweiten Modulbauteil.
[0024] Figur 2 zeigt ein Modulbauhaus mit mehreren erfindungsgemäßen Modulbauhausabschnitten.
[0025] Figur 3 zeigt ein erste Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schienensystems. [0026] Figur 4 zeigt eine Detaildarstellung der Schienen von Figur 3. [0027] Figur 5 zeigt das Schienensystem von Figur 3 in einem zusammengesetzten Zustand.
[0028] Figur 6 zeigt eine Variante des erfindungsgemäßen Schienensystems an einer vertikalen Schnittstelle.
[0029] Figur 7 zeigt eine zweite Ausführungsform des erfindungsgemäßen Schienensystems.
[0030] Figur 8a zeigt eine Variante eines Längsstegs mit Breitstegen. [0031] Figur 8b zeigt den Einsatz des Längsstegs von Figur 8a. [0032] Figur 9a zeigt eine Variante eines Längsstegs mit Breitrillen. [0033] Figur 9b zeigt den Einsatz des Längsstegs von Figur 9a.
[0034] Figur 10a zeigt eine Variante mit mehreren Längsstegen, die in ihren Lücke Breitrillen ausbilden.
[0035] Figur 10b zeigt den Einsatz des Längsstegs von Figur 10a.
[0036] Figur 1 zeigt einen Modulbauhausabschnitt 1 mit einem ersten Modulbauteil 2 und einem zweiten Modulbauteil 3. Es ist gut ersichtlich, dass das erste Modulbauteil 2 zwei gegenüberliegende Wandabschnitte 4 aufweist, die jeweils eine Schmalseite 5 aufweisen. Die Schmalseite 5 hat im gezeigten Beispiel eine Länge, die der Länge des Wandabschnitts entspricht, und eine Breite, die der Dicke des Wandabschnitts 4 entspricht. Dadurch definiert die Schmalseite 5 eine Längsrichtung L und ein Breitrichtung B, wobei die Längsrichtung L parallel zur längeren Kante der Schmalseite 5 verläuft und die Breitrichtung B parallel zur kürzeren Kante der Schmalseite 5 verläuft. In der Variante von Figur 1 verläuft die Schmalseite 5 horizontal, wobei dies jedoch nicht zwingend ist. In Figur 6 ist beispielsweise dargestellt, dass die Schmalseite 5 auch vertikal liegen könnte.
[0037] Aus Figur 1 ist weiters ersichtlich, dass auch das zweite Modulbauteil 3 eine Schmalseite 5 aufweist, und die beiden Schmalseiten 5 deckungsgleich aufeinandergesetzt werden, um den Zustand von Figur 2 zu erreichen. Im Allgemeinen könnte das zweite Modulbauteil 3 jedoch auch eine ebene Platte sein, die auf die Schmalseiten 5 des ersten Modulbauteils 2 aufgesetzt wird.
[0038] Um einen Modulbauhausabschnitt 1 zu konstruieren, wird das erste Modulbauteil 2 zuerst am Montageort aufgestellt (z.B. indem es mittels Hebewerkzeugen 20 einer Hebeeinrichtung wie einem Kran angehoben wird). Danach wird das zweite Modulbauteil 3 angehoben, üblicherweise wieder mit Hebewerkzeugen 20, und auf das erste Modulbauteil 2 aufgesetzt. Um ein Modulbauhaus 100 mit mehreren Modulbauhausabschnitten 1 wie in Figur 2 gezeigt zu konstruieren, können zuerst alle ersten Modulbauteile 2 aufgestellt werden und danach die zweiten Modulbauteile 3 aufgesetzt werden oder alternativ können die Modulbauhausabschnitte 1 sequentiell errichtet werden, d.h. zuerst wird ein erstes Modulbauhausteil 1 aufgestellt, dann ein zweites Modulbauhausteil auf dieses aufgesetzt, dann das nächste erste Modulbauhausteil 1 aufgestellt und das nächste zweite Modulbauhausteil 1 auf dieses aufgesetzt.
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[0039] Während das zweite Modulbauteil 3 in Figur 1 geneigte Dachflächen aufweist, könnte es auch vertikale Wandabschnitte aufweisen, deren Schmalseite auf die Schmalseiten 5 der Wandabschnitte 4 des ersten Modulbauteils 2 aufgesetzt werden. Das zweite Modulbauteil 3 muss auch nicht als abschließendes Dach ausgeführt sein, sondern könnte auch als Zwischengeschoss ausgeführt sein, auf das ein weiteres Modulbauteil aufgesetzt wird.
[0040] Der Modulbauhausabschnitt 1 kann derart ausgeführt sein, dass er an zumindest einer Seite eine offene Stirnfläche S aufweist, an welcher ein weiterer Modulbauhausabschnitt 1 angesetzt werden kann, um ein Modulbauhaus 5 mit zwei oder mehreren Modulbauhausabschnitten 1 umzusetzen. Ein derartiges Modulbauhaus 5 ist in Figur 2 dargestellt. Die vorliegende Erfindung ist jedoch nicht hierauf beschränkt und könnte auch bei andersartigen Modulbauhausabschnitten 1 eingesetzt werden. Der Modulbauhausabschnitt 1 könnte genau eine offene Stirnfläche S aufweisen oder wie dargestellt zwei gegenüberliegende offene Stirnflächen, sodass sich die gegenüberliegenden Wandabschnitte 4 ergeben.
[0041] Figur 3 zeigt eine erste Ausführungsform eines Schienensystems, das zwischen der Schmalseite 5 des ersten Modulbauteils 2 und dem zweiten Modulbauteil 3, konkret der Schmalseite des zweiten Modulbauteils 3, vorgesehen wird, um eine formschlüssige Verbindung zwischen den zwei Modulbauteilen 2, 3 zu erzielen, die ein Versetzen der zwei Modulbauteile 2, 3 in Breitrichtung B und bevorzugt auch in Längsrichtung L unterbindet. Bevorzugt liegen zwischen dem ersten Modulbauteil 2 und dem zweiten Modulbauteil 3 genau zwei Schienensysteme vor, je eines auf einem von zwei gegenüberliegenden Wandabschnitten 4 wie in Figur 1. Jedoch könnten auch drei oder vier Schienensysteme zwischen den beiden Modulbauteilen 2, 3 eingesetzt werden, siehe z.B. Figur 6.
[0042] Bei dem in Figur 3 gezeigten Modulbauhausabschnitt 1 weisen sowohl das erste Modulbauteil 2 als auch das zweite Modulbauteil 3 einen Riegel 6, 7 auf, die jeweils massiv ausgeführt sind, z.B. mit einer Dicke von mindestens 4 cm, mindestens 6 cm oder mindestens 10 cm, um eine Krafteinleitung vom oberen Modulbauteil 3 in das untere Modulbauteil 2 zu ermöglichen. Die Riegel 6, 7 sind Bestandteile der Wandabschnitte 4, sofern vorhanden, und können mittels Schrauben 8 mit dem Rest der Wandabschnitte 4 bzw. allgemeiner mit dem Rest der Modulbauteile 2, 3 verbunden werden. Die Riegel 6, 7 sind jedoch nicht zwingend, z.B. wenn andere Wandkonstruktionen eingesetzt werden oder eines der Modulbauteile 2, 3 eine ebene Platte ist.
[0043] Das Schienensystem von Figur 3 umfasst ferner zwei Schienen 8, 9, die als Latten ausgeführt und mittels Schrauben 10 auf die Riegel 6, 7 oder auf andere Elemente der Modulbauteile 2, 3 aufgeschraubt werden können. Die Schienen 8, 9 haben im Wesentlichen dieselbe Breite wie die Riegel 6, 7, sodass die Schienen 8, 9 im Wesentlichen deckend auf die Riegel 6, 7 aufgeschraubt werden können. Statt Schrauben 9 könnten auch andere Verbindungen eingesetzt werden. Die Latten haben jedoch eine geringere Dicke als die Riegel 6, 7, beispielsweise zwischen 0,5 cm und 4 cm. Aus Figur 3 ist ersichtlich, dass die Riegel 6, 7 nicht zwingend notwendig sind, z.B. wenn die Latten unmittelbar mit den senkrechten Stützen verbunden werden.
[0044] Figur 4 zeigt im Detail, dass die Schienen 8, 9 mehrere Längsrillen 11 und Längsstege 12 aufweisen, die gegengleich angeordnet sind, sodass die Längsstege 12 einer der Schienen 8, 9 in die gegenüberliegenden Längsrillen 11 der jeweils anderen Schiene 8, 9 eingreifen. Einerseits wird dadurch erzielt, dass die zwei Schienen 8, 9 eben aufeinanderlegbar sind, was insbesondere aus Figur 5 ersichtlich ist, und andererseits kann dadurch eine formschlüssige Verbindung der ersten Schiene 6 und der zweiten Schiene 7 in Breitrichtung B der Schienen 8, 9 hergestellt werden.
[0045] Konkret weist im Beispiel der Figuren 3 und 4 die untere Schiene 8, die dem ersten Modulbauteil 2 zugehörig ist, vier Längsrillen 11 und zwei Längsstege 12 auf. Gegengleich dazu weist das zweite Modulbauteil 3 zwei Längsrillen 11 und vier Längsstege 12 auf. Im Allgemeinen können beliebige Konfigurationen eingesetzt werden, z.B. kann jeder der Schienen 8, 9 zumindest eine Längsrille 11 und zumindest einen Längssteg 12 aufweisen, oder eine der Schienen 8, 9 kann nur Längsrillen 11 und die andere der Schienen 8, 9 nur Längsstege 12 aufweisen. Die Längsrillen 11 und Längsstegen 12 weisen in der Regel eine Erstreckung in Längsrichtung L auf,
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d.h. in Längsrichtung L länger sind als in Breitrichtung B. Üblicherweise sind die Längsrillen 11 und Längsstege 12 gleich lange wie die Schienen 8, 9. In Spezialfällen wie bei den Figuren 10a und 10b können die Längsrillen 11 und Längsstege 12 aber auch kürzer sein als die Schiene 8, 9 und beispielsweise auch in Längsrichtung L und Breitrichtung B gleich lang sein.
[0046] Die Tiefe der Längsrillen 11 bzw. die Höhe der Längsstege 12 kann grundsätzlich frei gewählt werden, wobei in der vorliegenden Ausführungsform in der Regel vorgesehen wird, dass die Tiefe der Längsrillen 11 geringer ist als die Hälfte der Dicke der jeweiligen Schiene 8, 9. Bezüglich der Breite der Längsrillen 11 und Längsstege 12 sind keine Grenzen gesetzt. Beispielsweise kann vorgesehen werden, dass diese eine Breite von weniger als ein Zehntel der Breite der jeweiligen Schiene 8, 9 aufweisen.
[0047] Die Längsrillen 11 und Längsstege 12 erzielen, dass die Schienen 8, 9 nicht in Breitrichtung B versetzt werden können, da das Eigengewicht des zweiten Modulbauteils 3 eine entsprechende Bewegung verhindert. Die Längsrillen 11 und die Längsstege 12 können somit als Mittel angesehen werden, die eine formschlüssige Verbindung in Breitrichtung B der Schienen 8, 9 herstellen.
[0048] Um auch ein Versetzen in Längsrichtung L zu verhindern, kann der Modulbauhausabschnitt 1 weiters Mittel umfassen, die dazu ausgebildet sind, eine formschlüssige Verbindung der ersten Schiene 8 und der zweiten Schiene 9 in Längsrichtung L der Schienen 8, 9 herzustellen. In der Variante der Figur 3 wird dies durch Zentrierelemente 13 und Zentrierausnehmungen 14 erzielt, welche in Längsrichtung L gesehen kürzer sind als die Schienen 8, 9. In Figur 3 sind die Zentrierelemente 13 durch Kugeln gebildet, wobei dies jedoch nicht zwingend ist. Anstelle von Kugeln können auch andere Formen wie Pyramidenstümpfe verwendet werden. In Figur 3 ist dargestellt, dass mehr Zentrierausnehmungen 14 als Zentrierelemente 13 vorliegen, jedoch ist dies optional und üblicherweise werden genauso viele Zentrierausnehmungen 14 wie Zentrierelemente 13 vorgesehen.
[0049] In Figur 3 wird vorgesehen, dass die Schienen 8, 9 jeweils Zentrierausnehmungen 14 aufweisen, in welche das Zentrierelement 13 einsetzbar ist. In anderen Worten kann das Zentrierelement 13 lose vorgesehen sein und nicht durch weitere Mittel wie Schrauben mit den Schienen 8, 9 verbunden sein (wobei dies jedoch auch möglich wäre). In der Praxis wird zuerst das erste Modulbauteil 2 und die darauf befindliche Schiene 8, 9 bereitgestellt, danach das Zentrierelemente 13 in die Zentrierausnehmungen 14 eingesetzt. Dann wird das zweite Modulbauteil 3 angehoben und auf das erste Modulbauteil 2 aufgesetzt, wodurch die Zentrierausnehmung 14 der oberen Schiene 9 das Zentrierelement 13 umgreift und passend auf diesem aufgesetzt wird. Gleichzeitig werden die Längsrillen 11 und die Längsstege 12 entsprechend zusammengeführt.
[0050] Im Allgemeinen könnte das in eine Zentrierausnehmung 14 eingesetzte Zentrierelement 13 dieselbe Höhe haben wie die Längsstege 12. Bevorzugt wird jedoch, wenn das in eine Zentrierausnehmung 14 eingesetzte Zentrierelement 13 höher ist als die Längsstege 12. Dadurch kann das Zentrierelement 13 eine Führungswirkung aufweisen, bei der beim Aufsetzen des zweiten Modulbauteils 3 auf das erste Modulbauteil 2 zuerst die obere Zentrierausnehmung 14 von Zentrierelement 13 geführt wird und erst anschließend, nach dieser groben Justierung durch das Zentrierelement 13, werden die Längsrillen 11 und die Längsstege 12 zusammengeführt. Es versteht sich, dass derselbe Effekt auftritt, wenn das Zentrierelement 13 mit der oberen Schiene 9 verbunden ist, z.B. auf diese aufgeschraubt ist, und das Zentrierelement 13 in eine Zentrierausnehmung 14 in der unteren Schiene 8 eingeführt wird. Bei einem derartigen führenden Zentrierelement 13 ist bevorzugt, wenn dieses eine oder mehrere geneigte Außenflächen aufweist, wie dies bei einer Kugel oder einem Pyramidenstumpf der Fall ist. Bei einem Quader ohne geneigte Führungsflächen müsste hingegen bereits beim initialen Kontakt der Zentrierausnehmung 14 mit dem Zentrierelement eine genaue Justierung erfolgt sein, was aufgrund des Gewichts des zweiten Modulbauteils 3 schwer möglich ist.
[0051] In der Regel werden die Zentrierelemente 13 und Zentrierausnehmungen 14 in einem mittigen Bereich der Schienen 8, 9 vorgesehen, an dem keine Längsrillen 11 und Längsstege 12 vorliegen, wie in Figur 3 dargestellt ist. Dies ist jedoch nicht zwingend, da die Zentrierelemente
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13 und Zentrierausnehmungen 14 auch an anderen Stellen vorgesehen werden könnten und auch durch die Längsrillen 11 und Längsstege 12 verlaufen könnten.
[0052] Aus Figur 3 ist weiters ersichtlich, dass längliche Dichtungselemente 15 vorgesehen werden können, die in die Längsrillen 11 eingelegt werden können. Bevorzugt wird für jedes Paar bestehend aus Längsrille 11 und dem in diese eingreifenden Längssteg 12 ein Dichtungselement 15 vorgesehen. Alternativ wird nur ein Dichtungselement 15 in eine der Längsrillen 11 eingesetzt oder in zumindest eine Längsrille 11 wird kein Dichtungselement eingesetzt.
[0053] Üblicherweise entspricht die Höhe der Längsstege 12 im Wesentlichen der Tiefe der Längsrillen 11. Um die Dichtungselemente 15 aufzunehmen, könnte jedoch auch vorgesehen sein, dass die Summe der Höhe der Längsstege 12 und der Höhe der Dichtungselemente 15 der Tiefe der Längsrillen 15 entspricht.
[0054] Um auch eine formschlüssige Verbindung der Schienen 8, 9 in eine vertikale Richtung, d.h. in eine Richtung normal zur Haupterstreckungsebene der Schienen 8, 9 herzustellen, können Abhebesicherungen eingesetzt werden, die zwei Ankerelemente aufweisen, die mittels einer Stange, bevorzugt Gewindestange, verbunden sind. Solche Elemente sind auch als Pietz-Verbinder bekannt. Um die formschlüssige Verbindung der Schienen 8, 9 in vertikaler Richtung herzustellen, weist jeweils ein Riegel 6, 7 (oder Schienen 8, 9) eine entsprechende Abhebeausnehmung für die Ankerelemente auf. Zwischen diesen Ausnehmungen verläuft eine Verbindungsausnehmung durch die Riegel 6, 7 und die Schienen 8, 9. Nachdem das zweite Modulbauteil 3 auf das erste Modulbauteil 2 aufgesetzt wurde, können die Abhebesicherungen in diese Abhebeausnehmungen eingesetzt werden, um den Formschluss in vertikaler Richtung herzustellen.
[0055] Figur 6 zeigt, dass die Schienen 8, 9 auch derart angeordnet werden können, dass eine Schnittstelle zwischen den Schienen 8, 9 in einer vertikalen Ebene liegt (im Gegensatz zur Schnittstelle in einer horizontalen Ebene wie in den Figuren 1 bis 5). Hier können dieselben Varianten eingesetzt werden, wie dies für die Figuren 1 bis 5 beschrieben wurde und im Folgenden für die Figuren 7 bis 10b beschrieben wird. Auch wenn die Zentrierelemente 13, Dichtungselemente 15 und Abhebesicherungen (auch wenn diese hier ein Verrutschen zur Seite bewirken) nicht in Figur 6 eingezeichnet sind, können diese in der Ausführungsform der Schnittstelle in der vertikalen Ebene eingesetzt werden.
[0056] Figur 7 zeigt eine weitere Ausführungsform des Modulbauhausabschnittes 1, wobei die Schienen 8, 9 hier unmittelbar durch die Riegel 6, 7 gebildet werden. In anderen Worten kommen die beiden Riegel 6, 7 zumindest an einer Stelle unmittelbar miteinander in Kontakt, was bei dem Schienensystem der Figur 3 nicht der Fall ist. Bei Figur 7 ist im unteren Riegel 6 eine Längsrille 11 vorgesehen, die im dargestellten Beispiel durch einen Fräsvorgang hergestellt wurde. Diese Längsrille 11 kann an sich tiefer sein als die Längsrillen 11 in der Ausführungsform der Figur 3, da die Tiefe nicht durch die Dicke der Latten begrenzt ist.
[0057] Wie in Figur 7 gezeigt ist, wird auf dem oberen Riegel 6 eine Leiste 17 aufgeschraubt, die im Wesentlichen die Form der Längsrille 11 hat und den Längssteg 12 bildet. Die Leiste 17 wird derart auf dem oberen Riegel 6 montiert, dass diese in der Längsrille 11 zu liegen kommt, wenn der obere Riegel 7 deckungsgleich auf den unteren Riegel 6 gelegt wird.
[0058] Die Leiste 17 muss jedoch nicht auf den oberen Riegel 6 aufgeschraubt werden, sondern könnte auch auf eine andere Art und Weise mit dem oberen Riegel 6 verbunden werden, z.B. aufgenagelt oder aufgeklebt. Auch könnte die Leiste 17 auf den unteren Riegel 6 montiert werden und die Längsrille 11 im oberen Riegel 7 vorgesehen werden. Weiters könnten auch beide Riegel 6, 7 mit einer Ausnehmung versehen sein, in welche eine Leiste 17 eingelegt wird, welche eine Dicke aufweist, die der Summe der Tiefen der Ausnehmungen entspricht. Die Leiste 17 könnte lose innerhalb der Ausnehmungen liegen (sodass die Leiste 17 wieder einen Längssteg 11 der unteren Schiene 8 bildet) oder in einer der Ausnehmungen montiert sein, z.B. festgeschraubt sein. Es versteht sich, dass die Riegel 6, 7 auch zwei oder mehr in Breitrichtung B beabstandete Längsrillen 11 und durch Leisten 17 gebildete Längsstege aufweisen kann.
[0059] In einer weiteren Variante muss die Längsrille 11 nicht durch Ausfräsen oder einen sons-
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tigen spanenden Fertigungsvorgang am jeweiligen Riegel 6, 7 erfolgen, sondern es könnten zumindest zwei in Breitrichtung B beabstandete Zusatzleisten am jeweiligen Riegel 6, 7 montiert werden, sodass zwischen diesen Zusatzleisten die Längsrille 11 gebildet wird. Bei diesen Ausführungsformen ist zu beachten, dass sich die Riegel 6, 7 in der Regel nicht unmittelbar berühren werden, da sie von den Leisten getrennt sind.
[0060] Um bei der Ausführungsform von Figur 7 eine formschlüssige Verbindung der ersten Schiene 8 und der zweiten Schiene 9 in Breitrichtung B der Schienen 8, 9 herzustellen, können im Wesentlichen dieselben Mittel eingesetzt werden, wie sie für die Ausführungsform der Figur 3 beschrieben wurden. Hier könnten beispielsweise links und rechts der Längsrille 11 Zentrierausnehmungen 14 im unteren Riegel 6 vorgesehen sein, in welche ein Zentrierelement 13 eingeführt wird, das wiederum in eine entsprechende Zentrierausnehmung 14 im oberen Riegel 7 eingeführt werden, wenn das obere Modulbauteil 3 auf das untere Modulbauteil 2 gesetzt wird. Entsprechendes könnte aber auch zentral im Bereich der Längsrille 11 und des Längsstegs 12 vorgesehen werden.
[0061] Die Figuren 8a bis 10b zeigen drei bevorzugte Varianten, um eine formschlüssige Verbindung in Längsrichtung L der Schienen 8, 9 herzustellen.
[0062] Figur 8a zeigt, dass auf die Leiste 17, die in Figur 7 eingesetzt wird, oder allgemeiner auf dem Längssteg 12, drei Sperrelemente 18 montiert werden. Weiters sind in die Längsrille 11 weitere vertiefende Sperrausnehmungen 19 eingearbeitet, siehe Figur 8b. Die Sperrelemente 18 und die Sperrausnehmungen 19 sind gesehen in Längsrichtung L der Schienen 8, 9 gleich lang und kürzer als die Schienen 8, 9. Dadurch befinden sich die Sperrelemente 18 bündig in dem Sperrausnehmungen 19 und ein gegenseitiges Verrutschen der Modulbauteile 2, 3 entlang der Längsrichtung L wird unterbunden. Die Höhe der Sperrelemente 18 kann beliebig gewählt werden.
[0063] Gemäß der Variante der Figuren 9a und 9b weist die Leiste 17 oder allgemeiner der Längssteg 12, drei Sperrausnehmungen 19 auf. In dieser Variante sind die Sperrelemente 18 in der Längsrille 11 vorgesehen, z.B. in diese eingeschraubt oder eingenagelt. Die Anzahl der Sperrelemente 18 und Sperrausnehmungen 19 kann jedoch auch anders gewählt werden.
[0064] Gemäß der Variante der Figuren 10a und 10b weist der Längssteg 12 eine mittige Unterbrechung auf. Wie dargestellt können hierfür zwei oder mehr Leisten 17 eingesetzt werden, die in Summe eine geringere Länge als die Schienen 8, 9 aufweisen. Die Leisten 17 werden derart auf die Schiene 6, 7 montiert, dass eine Lücke zwischen den Leisten 17 vorliegt. Aus Figur 10b ist ersichtlich, dass im Bereich der Lücke auf dem jeweils anderen Modulbauteil 2, 3 keine Längsrille 12 vorgesehen ist. Hier kann der Riegel 6, 7 über die gesamte Breitrichtung B eben ausgeführt sein. Hierdurch erzielen die Leisten 17 eine formschlüssige Verbindung sowohl in Breitrichtung B als auch in Längsrichtung L.
[0065] Es versteht sich, dass die Variante der Figuren 10a und 10b auch bei der Variante der Figuren 3 und 4 eingesetzt werden kann. Es kann verallgemeinert definiert werden, dass zumindest eine Längsrille 11 und zumindest ein für diese Längsrille 11 vorgesehener Längssteg 12 eine Unterbrechung aufweisen, gesehen in Längsrichtung L, und der Längssteg 12 beidseitig der Unterbrechung bündig in der Längsrille 11 liegt, gesehen in Längsrichtung L. In anderen Varianten muss überhaupt keine Unterbrechung vorliegen, wenn die Längsrille 11 und der Längssteg 12 kürzer als die Schienen 6, 7 sind und von den in Längsrichtung L gegenüberliegenden Rändern der jeweiligen Schiene 6, 7 beabstandet werden, wodurch auch eine formschlüssige Verbindung in Längsrichtung erzielt wird.
[0066] Weiters wird hervorgehoben, dass alle zusätzlichen und optionalen Aspekte der Ausführungsform der Figur 3 auch bei der Ausführungsform der Figur 7 eingesetzt werden können. So kann auch bei der Variante der Figur 7 ein Dichtungselement 15 vorgesehen werden, das entweder in die Längsrille 11 eingelegt wurde oder als Klebeband auf die Fuge der Modulbauteile 2, 3 aufgeklebt wird, nachdem die beiden Modulbauteile 2, 3 aufeinandergesetzt wurden. Weiters können auch die speziellen Zentrierelemente 13 von Figur 3 bei Figur 7 eingesetzt werden und
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die Sperrelemente 18 und Sperrausnehmungen 19 von Figur 7 können bei Figur 3 eingesetzt werden. Auch die Abhebeelemente können bei der Variante von Figur 7 eingesetzt werden.
[0067] Zurückkommend auf Figur 7 ist weiters ersichtlich, dass die Modulbauteile 2, 3 im Bereich der Fuge auf zwei Arten verkleidet werden können. Entweder können erste Verschalungselemente 21 an den Modulbauteilen 2, 3 vorgesehen werden, die an der Seitenfläche des jeweiligen Modulbauteils 2, 3 montiert werden, aber nicht bis zur Fuge reichen. In diesem Fall kann ein zweites Verschalungselement 22 nach dem Zusammensetzen der Modulbauteile 2, 3 zwischen den ersten Verschalungselementen 21 vorgesehen werden, sodass das zweite Verschalungselement 22 die Fuge überdeckt. Alternativ können dritte Verschalungselemente 23 bis zur Fuge reichen, in welchem Fall kein zweites Verschalungselement 22 über die Fuge gelegt wird. Beide Varianten sind auch bei Figur 3 einsetzbar. Wenn ein Dichtungselement als Klebestreifen über der Fuge vorgesehen wird, wird dieses entweder unmittelbar auf die Schienen 6, 7 geklebt, wonach das zweite Verschalungselement 22 den Klebestreifen abdeckt, oder der Klebestreifen wird auf die Fuge zwischen den sich unmittelbar kontaktierenden dritten Verschalungselementen 23 geklebt.
[0068] Mit den oben erläuterten Varianten lassen sich insbesondere Modulbauhausabschnitte 1 konstruieren, deren Metallgehalt so weit wie möglich reduziert worden ist. Insbesondere können die Riegel 6, 7, Schienen 8, 9 und/oder Leisten 17 vollständig aus Holz bestehen. Auch die Zentrierelemente 13 und/oder Sperrelemente 18 können aus Holz gefertigt sein.
Claims (8)
1. Modulbauhausabschnitt (1) mit einem ersten Modulbauteil (2) und einem zweiten Modulbauteil (3), wobei das erste Modulbauteil (2) einen Wandabschnitt (4) mit einer Schmalseite (5) aufweist, welche zur Verbindung mit dem zweiten Modulbauteil (3) ausgebildet ist, wobei die Schmalseite (5) eine Längsrichtung (L) und eine Breitrichtung (B) definiert, wobei der Modulbauhausabschnitt (1) eine erste Schiene (8) und eine zweite Schiene (9) umfasst, welche im Wesentlichen deckungsgleich aufeinanderlegbar sind, und wobei die erste Schiene (8) jeweils zumindest eine Längsrille (11) oder einen Längssteg (12) aufweist und die zweite Schiene (9) zumindest eine gleiche Anzahl an gegengleichen Längsstegen (12) und Längsrillen (11) aufweist, wobei die Längsstege (12) und Längsrillen (11) jeweils in Längsrichtung (L) verlaufen und der bzw. die Längsstege (12) einer der Schienen (8, 9) Im zusammengesetzten Zustand der Modulbauteile (2, 3) in die gegenüberliegenden Längsrillen (11) der jeweils anderen Schiene (8, 9) eingreifen, um eine formschlüssige Verbindung der ersten Schiene (8) und der zweiten Schiene (9) in Breitrichtung (B) der Schienen (6, 7) herzustellen, dadurch gekennzeichnet, dass der Modulbauhausabschnitt (1) weiters Mittel umfasst, die dazu ausgebildet sind, eine formschlüssige Verbindung der ersten Schiene (6) und der zweiten Schiene (7) in Längsrichtung (L) der Schienen (6) herzustellen, wobei die Mittel eine Zentrierausnehmung (14) in einer oder beiden der Schienen (6, 7) und ein Zentrierelement (13) umfassen, wobei die Zentrierausnehmung (14) eine größere Tiefe als die genannten Längsrillen (11) aufweist und die Schiene (6, 7) bevorzugt durchsetzt.
2. Modulbauhausabschnitt (1) nach Anspruch 1, wobei das erste und das zweite Modulbauteil (2, 3) Jeweils einen ebenen Riegel (6, 7) aufweisen und die Schienen (8, 9) durch Latten derselben Breite gebildet sind, welche die Längsrillen (11) und Längsstege (12) umfassen und jeweils eine Latte auf einem Riegel (6, 7) montiert, bevorzugt aufgeschraubt, ist.
3. Modulbauhausabschnitt (1) nach Anspruch 1, wobei das erste und das zweite Modulbauteil (2, 3) Jeweils einen Riegel (6, 7) aufweisen, wobei die erste Schiene (6) dadurch gebildet ist, dass zumindest eine Längsrille (11) in einen der Riegel (6, 7) eingeformt, bevorzugt eingefräst, ist und die zweite Schiene (7) dadurch gebildet ist, dass zumindest eine Leiste (17), deren Form im Wesentlichen der Längsrille (11) entspricht, als Längssteg (12) auf dem zweiten Riegel (7) montiert, bevorzugt aufgeschraubt, ist.
4. Modulbauhausabschnitt (1) nach einem der Ansprüche 1 bis 3, wobei die Mittel ferner Sperrelemente (18) und Sperrausnehmungen (19) umfassen, wobei die Sperrelemente (18) und Sperrausnehmungen (19) eine kürzere Länge als die Schienen (6, 7) aufweisen, gesehen in Längsrichtung (L) der Schienen (6, 7).
5. Modulbauhausabschnitt (1) nach einem der vorherstehenden Ansprüche, wobei beide Schienen (6, 7) zumindest zwei in Breitrichtung (B) beabstandete Längsstege (12) oder Längsrillen (11) oder zumindest einen Längssteg (12) und zumindest eine vom Längssteg (12) in Breitrichtung (B) beabstandete Längsrille (11) umfassen.
6. Modulbauhausabschnitt (1) nach einem der vorherstehenden Ansprüche, wobei eine der Schienen (6, 7) genau eine Längsrille (11) und die andere der Schienen (6, 7) genau einen Längssteg (12) aufweist.
7. Modulbauhausabschnitt (1) nach einem der vorherstehenden Ansprüche, wobei der Modulbauhausabschnitt (2, 3) ein längliches Dichtungselement aufweist, wobei das Dichtungselement in eine Längsrille (11) einlegbar ist; oder wobei das Dichtungselement als Klebeband ausgeführt ist, welches auf eine zwischen dem ersten Modulbauteil (2) und dem zweiten Modulbauteil (3) entstehende Fuge aufklebbar ist.
8. Modulbauhausabschnitt (1) nach einem der vorherstehenden Ansprüche, wobei der Modulbauhausabschnitt (1) weiters Mittel umfasst, die dazu ausgebildet sind, eine formschlüssige Verbindung in Richtung normal zur Haupterstreckungsebene der Schmalseiten (5) herzu-
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stellen, wobei die Mittel bevorzugt eine Abhebesicherung umfassen, welche in seitliche Abhebeausnehmungen in den Schienen (6, 7) einschiebbar ist, nachdem die Schienen (6, 7) deckungsgleich aufeinandergelegt wurden.
Hierzu 9 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (1)
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| ATA50716/2024A AT528128B1 (de) | 2024-09-02 | 2024-09-02 | Modulbauhausabschnitt mit einem Schienensystem |
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- 2024-09-02 AT ATA50716/2024A patent/AT528128B1/de active
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| Publication number | Publication date |
|---|---|
| AT528128A4 (de) | 2025-10-15 |
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