AT523869B1 - Taschen-System für Jacken - Google Patents
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Abstract
Die Erfindung betrifft einen textilen Gegenstand, beispielsweise ein Kleidungsstück (1), welcher mit einem Durchgriffsbereich (2) ausgestattet ist, wobei der Durchgriffsbereich (2) eine separate Textilfläche (4) aufweist, welche mit ihrem Rand mit dem Rand an einer umgebenden Textilfläche (3) derart befestigt ist, dass die separate Textilfläche (4) und der diese umgebende Bereich der umgebenden Textilfläche (3) gemeinsam in jeweils elastisch entspanntem und jeweils faltenfreiem Zustand eben anordenbar sind, wobei das Material der separaten Textilfläche (4) pro Fläche weiter und weicher elastisch dehnbar ist als das Material der umgebenden Textilfläche (3), und wobei sich eine Öffnung (5) in oder an der separaten Textilfläche (4) befindet.
Description
[0001] Die Erfindung betrifft einen textilen Gegenstand, welcher mit einem Durchgriffsbereich ausgestattet ist. Typischerweise ist der Gegenstand ein Kleidungsstück; es kann aber unter anderem beispielsweise auch eine Tasche oder ein Rucksack sein.
[0002] Die US 2016007665 A1 und die US 2016295933 A1 zeigen jeweils eine Hose mit einer in unbefülltem Zustand flächigen Tasche, deren Innenraum durch eine innere Textilfläche und eine äußere Textilfläche begrenzt ist, wobei sich die innere Textilfläche über die Fläche der Tasche hinaus erstreckt, die äußere Textilfläche auf die innere Textilfläche aufgenäht ist und das Material der äußeren Textilfläche weiter und weicher elastisch dehnbar ist als das Material der inneren Textilfläche. Die Durchgriffsöffnung zum Innenraum der Tasche befindet sich an einem Teilstück des Randes der inneren Textilfläche. Wenn die Hose bestimmungsgemäß durch einen Menschen getragen wird und die Tasche nicht befüllt ist, liegt die innere Textilfläche flächig am Körper des Menschen an, die äußere Textilfläche liegt flächig an der inneren Textilfläche an und die Durchgriffsöffnung ist zu einer Linie verengt. Wenn die Hose nicht durch den Körper eines Menschen, der sie trägt, in Form gehalten wird, kann die Durchgriffsöffnung auch ohne äußere Krafteinwirkung erheblich geöffnet sein, sodass Gefahr besteht, dass unbeabsichtigt Gegenstände aus der Tasche herausfallen.
[0003] Die US 2020029637 A1 zeigt ebenfalls Kleidungsstücke mit Taschen, deren Innenbereich durch eine innere Textilfläche und eine äußere Textilfläche begrenzt ist, wobei sich die innere Textilfläche über die Fläche der Tasche hinaus erstreckt, und die äußere Textilfläche auf die innere Textilfläche aufgenäht ist. Die sich zwischen der inneren Textilfläche und einem Randbereich der äußeren Textilfläche erstreckende Öffnung ist durch eine dritte, elastisch gut dehnbare Textilfläche eingefasst, welche in geblähtem Zustand etwa die Form eines Trichters hat. Jener Randbereich der elastischen Textilfläche, welcher ggf. die größere Trichteröffnung begrenzt, ist mit der äußeren Textilfläche und der inneren Textilfläche vernäht. Jener Randbereich der elastischen Textilfläche, welcher ggf. die kleinere Trichteröffnung begrenzt, ist mit keinem weiteren Textil vernäht und bildet die Durchgriffsöffnung zum Innenraum der Tasche. Bestimmungsgemäß ist diese Durchgriffsöffnung für das Durchführen von Gegenständen reversibel elastisch aufdehnbar. Derartige Öffnungseinfassungen sind beispielsweise auch von Abschlüssen von Armeln von Winterjacken bekannt, bei denen die Außenschicht des überwiegenden Längsbereichs eines Armels aus einem weitgehend unelastischen, aber wind und wasserdichten textilen Material besteht, und nur das Armelende durch einen kurzen, ringförmig in sich geschlossenen Bereich aus gestricktem, sehr elastischen Textil besteht, welches bestimmungsgemäß das Durchschlüpfen einer Hand ermöglicht, sich dann aber unter leichtem elastischen Druck um das Handgelenk schließt. Die besagte dritte Textilfläche ist bei bestimmungsgemäßer Benutzung des Kleidungsstücks zwischen der inneren und der äußeren Textilfläche zusammengedrückt. Damit sie nach dem Herausziehen einer die Durchgriffsöffnung durchgreifenden Hand nicht unschön vom Kleidungsstück weghängt, kann sie auch am Bereich der inneren Trichteröffnung mit der inneren oder äußeren Textilfläche vernäht sein. Es ergibt sich damit ein Volumenverlust für die Tasche.
[0004] Die US 2015007379 A1 zeigt eine Tasche aus einem elastischen flächigen textilen Material, welches zu einem ringförmig in sich geschlossenen Schlauch geformt ist, der beim bestimmungsgemäßen Tragen den Übergangsbereich zwischen Hüfte und Taille eines Menschen umringt und dabei flach und eng am Körper anliegt. Die ringförmige Tasche kann dabei oberer, gurtartiger Teil einer - typischerweise für sportliche Aktivitäten verwendeten - Hose sein oder ein separates Kleidungsstück. Die Taschenöffnung ist ein relativ enges, mit einer elastischen Einfassung versehenes Loch in der Mantelfläche des schlauchartigen Gebildes; zufolge der Elastizität des textilen Materials ist dieses Loch für das Durchführen von Gegenständen reversibel elastisch aufdehnbar.
[0005] Die JP 2001207318 A beschreibt einen aus einem gummiartigen Kunststoff ausgebildeten flächigen Durchgriffsbereich für die Anbringung an einer Öffnung einer textilen Fläche eines Kleidungsstücks. Der flächige Durchgriffsbereich ist dabei kein Textil, also nicht aus Fäden aufge-
baut, sondern ein folienartiger, in sich monolithischer Teil, und er ist steifer als das umgebende Textil. Er weist einen Schlitz auf, dessen Ränder für den Durchgriff elastisch aufgebogen werden können, und welche sich nach dem Durchgriff wieder zuverlässig in die schließende Ausgangslage zurückverformen. Problematisch sind Haptik und Optik des Durchgriffsbereiches, und sein großer Flächenbereich bezogen auf die mögliche Weite seiner Durchlassöffnung.
[0006] Die US 2012030861 A1 zeigt in den dortigen Abbildungen Fig. 1 und Fig. 4 an einer Hose eine schlitzartige Öffnung in einer klappbaren Deckleiste, welche die Öffnung einer Tasche überdeckt. Die schlitzartige Öffnung ist dazu vorgesehen, frische Kunststoffbeutel, die - beispielsweise als Rolle - in der Tasche enthalten sind, gut vereinzelt aus der Tasche herausziehen zu können. Für diesen Zweck ist das Material um die Offnung nicht einfach elastisch dehnbar, sondern folienartig flächig, sodass es zwar biegsam ist, in seiner Fläche aber so gut wie gar nicht dehnbar.
[0007] Die US 2008010718 A1 zeigt an einem Handschuh Öffnungen für das wahlweise Durchstecken von jeweils einer einzelnen Fingerspitze um das Tasten mit der Fingerspitze zu ermöglichen. Gemäß den dortigen Abbildungen Fig. 2 und Fig. 3 ist dazu eine separate Textilfläche mit ihrem Rand mit dem Rand an einer umgebenden Textilfläche derart befestigt, dass die separate Textilfläche und der diese umgebende Bereich der umgebenden Textilfläche gemeinsam in jeweils elastisch entspanntem und jeweils faltenfreiem Zustand eben anordenbar sind, wobei das Material der separaten Textilfläche pro Fläche weiter und weicher elastisch dehnbar ist als das Material der umgebenden Textilfläche, und wobei sich eine Öffnung in oder an der separaten Textilfläche befindet. Die Öffnung und die separate Textilfläche sind zu klein, um als Durchgriffsbereich in eine Tasche für eine ganze Hand dienen zu können.
[0008] Die US 9242093 B1 zeigt an einem hemdartigen Kleidungsstück Armtaschen, welche durch Verschlüsse wie Zip, Klettband, Schnappverbinde verschließbar sind. Im Tascheninneren kann ein elastisches Band mit dem Kleidungsstück vernäht sein, an dessen freiem Ende ein Halteteil befestigt ist, an dem beispielsweise ein Abspielgerät für Musik befestigbar ist.
[0009] Die US 5918310 A zeigt ein Kleidungsstück, bei welchem für das Anbringen eines flächigen, schalenartigen, den Körper schützenden Gegenstandes, eine Tasche gebildet ist, indem auf eine großflächigere elastische innere Stoffschicht eine kleinflächigere äußere Stoffschicht aufgenäht ist, wobei ein oberer Randbereich der äußeren Stoffschicht nicht mit der inneren Stoffschicht vernäht ist, sodass damit eine Öffnung in den Zwischenraum zwischen den beiden Stoffschichten bleibt. Diese Öffnung ist durch eine dritte, separate elastische Stoffschicht abgedeckt, welche mit dem überwiegenden Längsbereich ihres Randes mit der inneren Stoffschicht vernäht ist. Am verbleibenden, nicht vernähten Randbereich der dritten elastischen Stoffschicht ist diese so fassbar und elastisch verformbar, dass damit Zugang zur besagten Tasche freigelegt wird. Wenn in die Tasche ein anderer Gegenstand als ein genau angepasster flächiger Teil hingegeben wird, kommt es zu sehr unförmigen unschönen Verformungen des Kleidungsstückes.
[0010] Die US 2010078452 A1 zeigt an einer Öffnung in einem textilen Gebilde eine Öffnungseinfassung, welche stabartige, elastisch biegsame Teile umfasst. In statisch unbelastetem Zustand sind zwei dieser stabartigen, elastisch biegsamen Teile parallel zueinander angeordnet und stabilisieren die beiden Ränder der schlitzartigen Öffnung. Wenn die beiden stabartigen, elastisch biegsamen Teile von ihren Stirnseiten her auf Druck belastet werden, knicken sie aus und erweitern damit die schlitzartige Öffnung. Das derartige Öffnungsprinzip wird bekanntermaßen auch bei kleineren Geldbörsen und Schlüsseltaschen angewendet.
[0011] Dem Erfinder ist bewusst geworden, dass es eine Reihe von häufigen Situationen gibt, bei denen für Menschen der Zugriff zu Taschen ihrer Kleidung kaum oder gar nicht möglich ist, und/oder dass es nach dem Zugriff zu einer Tasche in der Kleidung beider Hände bedarf, um die Tasche wieder zu verschließen - womit das Verschließen beispielsweise während des gleichzeitigen Steuerns eines Fahrzeuges unmöglich werden kann. Weiters sind viele bekannte Verschlussarten an Kleidungsstücken für kleinere Kinder kaum richtig bedienbar.
[0012] Dementsprechend besteht die der Erfindung zu Grunde liegende Aufgabe darin, eine beispielsweise als Taschenöffnung verwendbare Durchgriffsöffnung für eine ganze Hand eines Men-
schen in einer Textilfläche, die beispielsweise Teil eines Kleidungsstückes ist, vorzuschlagen, welche einfach zu durchgreifen ist, und sich nach dem Durchgriff wieder von selbst in den Zustand wie vor dem Durchgriff versetzt, und dabei so beschaffen ist, dass sie unabhängig davon einsetzbar ist, von welcher Art die zu durchgreifende Textilfläche ist, und an welchem Flächenbereich der Textilfläche sich die Durchgriffsöffnung befindet.
[0013] Für das Lösen der Aufgabe wird vorgeschlagen, den Durchgriffsbereich als separate Textilfläche auszubilden, welche mit ihrem Rand an einer umgebenden Textilfläche derart befestigt ist, dass die separate Textilfläche und der diese umgebende Bereich der umgebenden Textilfläche gemeinsam in jeweils elastisch entspanntem und jeweils faltenfreiem Zustand eben anordenbar sind, wobei das Material der separaten Textilfläche pro Fläche weiter und weicher elastisch dehnbar ist als das Material der umgebenden Textilfläche, und wobei sich eine Offnung in oder an der separaten Textilfläche befindet.
[0014] Gemäß einer besonders bevorzugten Ausführungsweise ist die separate Textilfläche in eine Ausnehmung in der umgebenden Textilfläche eingesetzt, wobei der Rand der separaten Textilfläche und der Rand der Ausnehmung in der umgebenden Textilfläche miteinander verbunden sind, wobei die Ausnehmung in der umgebenden Textilfläche die gleiche Form und Größe hat wie die separate Textilfläche, wenn sich beide Textilflächen in ebenem und elastisch entspanntem Zustand befinden.
[0015] Die Erfindung wird einschließlich vorteilhafter Weiterentwicklungen anhand von Zeichnungen, bei denen der erfindungsgemäße textile Gegenstand ein Kleidungsstück ist, veranschaulicht und erklärt:
[0016] Fig. 1: zeigt stilisiert ein erstes beispielhaftes erfindungsgemäß ausgestattetes Kleidungsstück in bestimmungsgemäß getragener Position mit Blickrichtung von vorne.
[0017] Fig. 2: zeigt stilisiert ein zweites beispielhaftes erfindungsgemäß ausgestattetes Kleidungsstück in bestimmungsgemäß getragener Position mit Blickrichtung von hinten.
[0018] Fig. 3: zeigt stilisiert einen Ausschnitt eines dritten erfindungsgemäß ausgestatteten Kleidungsstückes.
[0019] In den drei Zeichnungen sind Teile, welche die gleiche Funktion haben, mit der gleichen Positionsnummer bezeichnet.
[0020] Das Kleidungsstück 1 von Fig. 1 weist einen Durchgriffsbereich 2 auf, welcher in eine Öffnung in der umgebenden Textilfläche 3 des Kleidungsstücks 1 eingesetzt ist. Dazu weist der Durchgriffsbereich 2 eine separate Textilfläche 4 auf, welche in ihrem Flächenbereich die umgebende Textilfläche 3 ersetzt. Die separate Textilfläche 4 ist durch eine Offnung 5 durchbrochen, welche wie dargestellt bevorzugt von allen Außenrändern der separaten Textilfläche 4 beabstandet ist, und wie dargestellt bevorzugt durch eine Saum 6 eingefasst ist.
[0021] Das Material der separaten Textilfläche 4 ist weiter und weicher elastisch dehnbar als das Material der umgebenden Textilfläche 3. Auch für den Saum 6 der Offnung 5 in der separaten Textilfläche 4 ist Material verwendet, welches elastisch weit und weich dehnbar ist. Damit können Querschnittsfläche und Umfangslänge der Öffnung 5 in elastisch entspanntem Zustand relativ eng bemessen sein, und dennoch kann durch die Öffnung 5 mit einer Hand durchgegriffen werden, oder relativ große Gegenstände hindurchbewegt werden, weil die Offnung 5 im Bedarfsfall elastisch - und damit reversibel - aufdehnbar ist.
[0022] Der äußere Rand separaten Textilfläche 4 ist bevorzugt wie dargestellt auf seiner gesamten Länge mit einem Rand der umgebenden Textilfläche 3 verbunden, typischerweise durch Vernähen. Anstatt vernähen wären auch verkleben, verschweißen, vernieten etc. möglich. Beide genannten Flächen sind so bemessen, dass sie bei elastisch entspannten Textilflächen 3, 4 gleich groß sind. Damit ist erreichbar, dass der Durchgriffsbereich 2 und die diesen umgebende Textilfläche 3 faltenfrei sein können, wenn nichts durch die Öffnung 5 durchgesteckt wird.
[0023] Das Material der separaten Textilfläche 4 ist bezogen auf die gleiche Grundfläche weiter und weicher elastisch dehnbar als das Material der umgebenden Textilfläche 3. Die flächige Elastizität des textilen Materials kann dieses sowohl auf Grund seines Aufbaus aus an sich gummiartig weichelastischen dehnbaren Fäden haben, als auch auf Grund der Art der Verwebung bzw. Verstrickung des fadenförmigen Grundmaterials zu einem flächigen Gebilde. Unter Textilfachleuten ist fachliches Wissen für die Herstellung von flächig elastischen Geweben gut bekannt, weswegen hier auf die genauere Ausbildung nicht im Detail eingegangen wird.
[0024] Die Öffnung 5 in der separaten Textilfläche 4 ist ein Loch, welches rundum von Material der separaten Textilfläche 4 umgeben ist, sodass es zum nächstliegenden Bereich des Randes 5 der separaten Textilfläche 4 Abstand hat, bevorzugt mindestens 2 cm. Durch diesen Abstand ist erreichbar, dass die Öffnung 5 im Bedarfsfall für das Durchbewegen einer Hand oder eines vergleichsweise großen Gegenstandes bezogen auf ihren sonstigen Umfang sehr weit aufdehnbar ist und sich dann zufolge elastischer Rückstellkraft auch wieder zuverlässig stark verengt ohne dass es dazu einer weiteren Handlung bedarf.
[0025] Optional kann sich die Öffnung 5 auch an einem Rand der separaten Textilfläche 4 befinden, sodass ein Längsabschnitt des Randes der Offnung 5 mit einem Längsabschnitt des Randes der separaten Textilfläche 4 zusammenfällt, welcher nicht mit der umgebenden Textilfläche 3 verbunden ist. Der verbleibende Längsabschnitt des ringartig geschlossenen Randes der Öffnung 5 verläuft dann auf der umgebenden Textilfläche 3. Bezogen auf die Länge des Umfanges der Öffnung 5 in elastisch entspanntem Zustand der Textilflächen 3, 4 kann damit die Öffnung 5 zwar nicht soweit aufgedehnt werden, wie bei der zuvor erwähnten Ausführungsweise, aber es kann optische Vorteile bringen.
[0026] Wahlweise kann die Öffnung 5 zwar zur Gänze durch die separate Textilfläche 4 umgeben sein, sich dabei aber abschnittsweise sehr nah, beispielsweise nur wenige mm beabstandet, an einem Rand der separaten Textilfläche 4 befinden. Auch in diesem Fall gilt, dass bezogen auf die Länge des Umfanges der Öffnung 5 in elastisch entspanntem Zustand der Textilflächen 3, 4, die Offnung 5 nicht soweit aufgedehnt werden kann wie wenn sie weit von den Rändern der separaten Textilfläche entfernt liegt, aber es kann optische Vorteile bringen.
[0027] Bevorzugt ist die Öffnung 5 in Form eines geraden Schlitzes ausgeführt, welcher bei elastisch entspanntem umgebenden Textilmaterial etwa so lang ist, wie die flache Handfläche ohne Daumen einer das Kleidungsstück 1 bestimmungsgemäß benutzenden Person breit ist, und dazu weiter bevorzugt ist die Offnung 5 elastisch mindestens soweit aufdehnbar, dass die flache Hand der besagten Person in Längsrichtung durchsteckbar ist. Eine derartig hohe Dehnbarkeit des Umfanges der Öffnung 5 ist durch die Auswahl der Mindestelastizität des Materials des Materials der separaten Textilfläche 4 und ggf. des Materials des Saumes 6 ohne weiteres erreichbar und am besten durch Versuch zu ermitteln. Damit werden gute Handhabbarkeit und gute Sicherheit gegen das ungewollte Herausfallen von Gegenständen aus der Tasche 2 bestmöglich kombiniert.
[0028] Optional kann an der Öffnung 5 auch ein zusätzlicher betätigbarer Verschlussmechanismus angebracht sein, durch welchen die Weite der Offnung 5 wahlweise verkleinerbar bzw. vergrößerbar ist. Wie skizziert kann dieser betätigbare Verschlussmechanismus beispielsweise ein Druckknopfverschluss 7 sein - also ein zweiteiliger Mechanismus, bei welchem die beiden Teile unter Überwindung einer Einrastkraft aneinander fixiert, oder voneinander gelöst werden können. Dieser Mechanismus verkleinert zwar die Öffnung, deren Elastizität und Funktion bleibt dennoch erhalten.
[0029] Im dargestellten optionalen Fall führt der Durchgriffsbereich 2 in eine Tasche 8 (Umriss in strichlierten Linien dargestellt) des Kleidungsstückes 1, welche innerhalb der umgebenden Textilfläche 3 liegt und zusätzlich zu dem Durchgriffsbereich 2 auch durch eine Öffnung 9 erreichbar ist, welche wie bei bekannten Taschen in Kleidungstücken ausgeführt sein kann. Die Öffnung 9 kann dabei wesentlich weiter ausgeführt sein als die Öffnung 5 im erfindungsgemäßen Durchgriffsbereich. Die weitere Öffnung 9 kann dabei speziell für das Durchführen von besonders großen Gegenständen dienen, und die engere Öffnung 5 für das schelle zugreifen.
[0030] Ein erfindungsgemäßer Durchgriffsbereich 2 kann aber auch die einzige Öffnung zu einer Tasche in dem Kleidungsstück 1 sein.
[0031] Wenn wie skizziert der Durchgriffsbereich 2 in eine Tasche 8 eines Kleidungsstückes führt, ist bevorzugt die Fläche der Tasche 8 größer als die Fläche des Durchgriffsbereichs 2. Exakter ausgedrückt heißt das, dass bevorzugt die im rechten Winkel auf die Ebene der eben hingelegten umgebenden Textilfläche 3 projizierte Fläche der Tasche 8 größer bemessen ist als die eben hingelegte Fläche des Durchgriffsbereichs 2. Bevorzugt ist die Fläche der Tasche 8 (bzw. die besagte projizierte Fläche) mehr als doppelt so groß wie die Fläche des Durchgriffsbereichs.
[0032] Gemäß einer weiteren Variante der Erfindung kann ein erfindungsgemäßer Durchgriffsbereich 2 ein Verbindungsbereich zwischen zwei Taschen eines Kleidungsstücks sein, wobei jede der beiden Taschen jeweils eine weitere Zugriffsöffnung aufweist, wobei die eine dieser Zugriffsöffnungen zur Außenseite des Kleidungsstückes führt und die zweite dieser Zugrifföffnungen zur Innenseite des Kleidungsstückes. Damit wird erreicht, dass auf eine Innentasche eines Kleidungsstückes zugegriffen werden kann, ohne dass dafür das Kleidungsstück geöffnet werden muss - nämlich durch eine Außentasche hindurch, und dass dennoch eine Trennung zwischen Innentasche und Außentasche besteht, sodass Gegenstände nicht unbeabsichtigt von der einen in die andere Tasche gelangen können.
[0033] Der Durchgriffsbereich 2 muss nicht zwangsweise in eine Tasche eines Kleidungsstückes führen; er kann einfach auch von der Außenseite eines Kleidungsstücks in den von diesem umfassten Raum führen, beispielsweise um unkomplizierten Zugriff zu einem innen liegenden Kleidungsstück zu bieten.
[0034] Gemäß einer bevorzugten Ausführungsform befindet sich der Durchgriffsbereich 2 an einem Oberkö6örperbekleidungsstück und zwar so positioniert, dass sich bei bestimmungsgemäß getragenem Oberkörperbekleidungsstück die Öffnung 5 des Durchgriffsbereiches 2 bezüglich des Körpers der das Oberkörperbekleidungsstück tragenden Person in einem Höhenbereich befindet, welcher sich von 5 cm unterhalb des Bauchnabels bis 10 cm oberhalb des Bauchnabels erstreckt, und von der Körpersymmetrieebene nicht weiter als 10 cm entfernt liegt. Ein Oberkörperbekleidungsstück in diesem Sinne ist ein Bekleidungsstück für einen Menschen, welches den Rumpf des Menschen vom Hals abwärts bedeckt und Durchführungen für die Arme des Menschen aufweist, also typischerweise eine Jacke, ein Hemd, eine Weste (Gilet) oder ein Pullover. Durch die besagte Anordnung ist der Durchgriffsbereich auch dann gut verwendbar, wenn die das Kleidungsstück 1 tragende Person einen Klettergurt, oder einen Rucksack mit Hüftgurt trägt, oder auf einem Autositz angegurtet sitzt.
[0035] Gemäß einer dazu weiter bevorzugten (nicht dargestellten) Ausführungsform ist die Form der Fläche der Öffnung in oder an der separaten Textilfläche (4) entspanntem Zustand länglich, und die Richtung der größten Abmessung dieser Fläche ist von der Körpersymmetrieebene der das Kleidungsstück tragenden Person weg ansteigt.
[0036] Am Beispiel gemäß Fig. 2 sind zwei Taschen 8 am unteren rückwärtigen Bereich eines als Oberkörperbekleidungsstück ausgeführten Kleidungsstücks 1 mit erfindungsgemäßen Durchgriffsbereichen 2 ausgestattet. Dieses Kleidungsstück 1 ist beispielsweise zum Fahrradfahren gut geeignet. Die Offnungen 5 der Durchgriffsbereiche 2 sind in elastisch entspanntem Zustand länglich, wobei die Längsrichtung von der Körpersymmetrieebene der das Kleidungsstück 1 tragenden Person weg abfällt - womit durch die das Kleidungsstück 1 tragende Person ohne Verrenkungen komfortabel in die Taschen 8 hineingreifen kann. An dem Kleidungsstück 1 ist außerhalb der Öffnungen 5 der Durchgriffsbereiche 2 jeweils eine Deckleiste 10 angebracht. Das ist ein Streifen aus einem textilen Material, welcher mit einem Randbereich an einem oberhalb der jeweiligen Offnung 5 liegenden Flächenbereich des Kleidungsstücks 1 verbunden ist, und bei Abwesenheit anderer Einwirkungen als der Schwerkraft von seinem Befestigungsbereich aus nach unten hängt und dadurch die jeweilige Offnung 5 verdeckt. Die Deckleisten 10 stören den Zugriff auf die Durchgriffsbereich 2 so gut wie gar nicht, bewirken aber sehr effizient, dass Nässe, welche bei Regen am Kleidungsstück 1 abläuft, nicht in die Taschen 8 hineinfließt.
[0037] Am Beispiel gemäß Fig. 3 ist ein erfindungsgemäßer Durchgriffsbereich 2 zu einer Tasche 8 gezeigt, wobei hinter einer äußeren Taschenöffnung 11 angeordnet ist, welche im gezeigten Beispiel als Reißverschluss ausgebildet ist. Um in die Tasche 8 zu greifen, muss als durch die äußere Taschenöffnung 11 und die als innere Taschenöffnung ausgebildete Öffnung 5 des erfindungsgemäßen Durchgriffsbereiches 2 hindurchgegriffen werden. Der Umfang der äußeren Taschenöffnung 11 ist deutlich länger ausgeführt als der Umfang der Offnung 5 im Durchgriffsbereich 2 wenn dieser elastisch entspannt ist. Diese Ausführungsweise ist beispielsweise in jenen Situationen hilfreich, in denen eine Person nur eine Hand frei hat, um etwas aus einer Tasche in der Bekleidung herauszunehmen, nach dem Herausnehmen aber nicht die Möglichkeit hat die Tasche zu verschließen, da sie dazu zwei Hände bräuchte. In diesem Fall bewirkt die selbstverschließende Funktion des erfindungsgemäßen Durchgriffsbereichs einen zumindest vorübergehend ausreichen guten Verschluss für die Tasche 8. Am Beispiel gemäß Fig. 3 ist anders als bei den bisher besprochenen Ausführungsformen die separate Textilfläche 4 des Durchgriffsbereichs 2 nicht in eine Ausnehmung in der umgebenden Textilfläche 3 eingesetzt, sondern auf die Innenseite der umgebenden Textilfläche 3 aufgenäht, und die umgebende Textilfläche 3 weist in jenem Flächenbereich, in welchem sie sich mit der separaten Textilfläche 4 überlappt die äußere Taschenöffnung 11 auf.
Claims (12)
1. Textiler Gegenstand welcher mit einem Durchgriffsbereich (2) für eine ganze Hand eines Menschen ausgestattet ist, wobei der Durchgriffsbereich (2) eine separate Textilfläche (4) aufweist, welche mit ihrem Rand mit dem Rand an einer umgebenden Textilfläche (3) derart befestigt ist, dass die separate Textilfläche (4) und der diese umgebende Bereich der umgebenden Textilfläche (3) gemeinsam in jeweils elastisch entspanntem und jeweils faltenfreiem Zustand eben anordenbar sind, wobei das Material der separaten Textilfläche (4) pro Fläche weiter und weicher elastisch dehnbar ist als das Material der umgebenden Textilfläche (3), und wobei sich eine Offnung (5) in oder an der separaten Textilfläche (4) befindet, dadurch gekennzeichnet, dass die separate Textilfläche (4) in einer Ausnehmung in der umgebenden Textilfläche (3) eingesetzt ist, wobei der Rand der separaten Textilfläche (4) und der Rand der Ausnehmung in der umgebenden Textilfläche (3) miteinander verbunden sind, wobei die Ausnehmung in der umgebenden Textilfläche (3) die gleiche Form und Größe hat wie die separate Textilfläche (4) wenn sich beide Textilflächen (3, 4) in ebenem und elastisch entspanntem Zustand befinden, und dass die Öffnung (5) zur Gänze durch die separate Textilfläche (4) umrundet ist, und dabei von allen Außenrändern der separaten Textilfläche (4) beabstandet liegt.
2. Textiler Gegenstand nach einem der Ansprüche 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (5) durch einen Saum (6) eingefasst ist, welcher in jenem Bereich, an welchem er an die separate Textilfläche (4) angrenzt, pro Fläche mindestens so weit und weich elastisch dehnbar ist wie das Material der separaten Textilfläche (4).
3. Textiler Gegenstand nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Öffnung (5) in der separaten Textilfläche (4) in elastisch entspanntem Zustand des umgebenden Materials die Form eines geraden Schlitzes hat.
4. Textiler Gegenstand nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass an der Öffnung (5) ein betätigbarer Verschlussmechanismus, bevorzugt in Form eines Druckknopfverschlusses (7) angebracht ist, durch welchen die Weite der Öffnung (5) wahlweise verstellbar ist.
5. Textiler Gegenstand nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass der textile Gegenstand eine Innenseite und eine Außenseite aufweist und dass die Öffnung (5) an der Außenseite des textilen Gegenstandes durch eine klappbare Deckleiste (10) abgedeckt ist.
6. Textiler Gegenstand nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchgriffsbereich (2) in eine Tasche (8) an dem textilen Gegenstand führt.
7. Textiler Gegenstand nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die im rechten Winkel auf die umgebende Textilfläche (3) normal projizierte Fläche der Tasche (8) größer ist, bevorzugt mehr als zweifach größer ist als die Fläche des Durchgriffsbereichs (2).
8. Textiler Gegenstand nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die separate Textilfläche (4), welche die Öffnung (5) aufweist, an ihrer Außenseite durch eine weitere Textilfläche abgedeckt ist, welche eine weitere Öffnung (11) aufweist, wobei die weitere Öffnung (11) beispielsweise durch einen Reißverschluss wahlweise verschließbar ist.
9. Textiler Gegenstand nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass er ein Kleidungsstück (1) ist.
10. Textiler Gegenstand nach Anspruch 9 und einem der Ansprüche 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchgriffsbereich (2) eine Verbindung zwischen einer Innentasche und einer Außentasche des Kleidungsstücks (1) ist.
11. Textiler Gegenstand nach Anspruch 9 und einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass der Durchgriffsbereich (2) nicht in eine Tasche, sondern von der Außenseite des Kleidungsstücks (1) in den von diesem umfassten Raum führt.
12. Textiler Gegenstand nach Anspruch 9 oder 11, dadurch gekennzeichnet, dass das Kleidungsstück (1) ein Oberkörperbekleidungsstück ist, und der Durchgriffsbereich (2) derart positioniert ist, dass sich bei bestimmungsgemäß durch einen Menschen getragenem Oberkörperbekleidungsstück die Offnung (5) des Durchgriffsbereiches (2) bezüglich des Körpers des Menschen in einem Höhenbereich befindet, welcher sich von 5 cm unterhalb des Bauchnabels bis 10 cm oberhalb des Bauchnabels erstreckt, und von der Körpersymmetrieebene nicht weiter als 10 cm entfernt liegt.
Hierzu 3 Blatt Zeichnungen
Priority Applications (11)
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