AT46922B - Anordnung zur Aufrechterhaltung von Fahrzeugen oder anderen, im labilen Gleichgewichtszustande befindlichen Körpern durch Kreiselwirkung. - Google Patents

Anordnung zur Aufrechterhaltung von Fahrzeugen oder anderen, im labilen Gleichgewichtszustande befindlichen Körpern durch Kreiselwirkung.

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AT46922B
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August Scherl
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August Scherl
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Description


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 moment des Kreisels nur von der Winkelgeschwindigkeit der Präzession abhängt, so muss daher bei einem richtig wirkenden Kreisel sein   gyrostatisches   Moment umso grösser werden, je   grösser   der Ausschlag des Wagens aus der labilen Gleichgewichtslage ist. 



   Durch eine stabile Aufhängung des Kreisels wird gerade das Gegenteil erreicht. Das Stabilitätsmoment des stabil aufgehängten Kreisels verringert nämlich das gyrostatische Moment des ausschlagenden Kreisels, indem es die   Präzessionsgeschwindigkeit   verzögert und so ein Umfallen des Wagens bewirkt. Auch der indifferent aufgehängte Kreisel ergibt eine periodisch umfallende Bewegung des labilen Fahrzeuges. Nach der vorliegenden Erfindung ist aber durch die labile Lagerung und die stetige kraftschlüssige Verbindung mit dem Fahrzeug erreicht, dass der Kreiselausschlag nach Überschreitung der Mittellagc durch das Labilitätsmoment beschleunigt wird, so dass'sich das gyrostatische Moment des Kreisels in jedem Augenblick der Grösse des Wagenausschlages anpasst. Nur so kann die für eine dauernde automatische Stabilisierung 
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 eintreten. 



   In den Zeichnungen ist die Erfindung schematisch veranschaulicht. 



   Fig. 1 zeigt die   Aufhängung   eines Kreisels im Rahmen eines einspurigen Fahrzeuges in der Weise, dass er sich unter der Einwirkung der Schwerkraft im labilen Gleichgewicht befindet. 



  Fig. 2 und 3 zeigen zwei verschiedene Möglichkeiten, einen bezüglich der Schwerkraft im indifferenten Gleichgewicht befindlichen Kreisel durch Anordnung von Federn labil zu machen. Fig. 4 veranschaulicht schematisch die Anordnung, die getroffen werden muss, um die   Einflüsse   der Reibung, des Luftwiderstandes usw. auszuschalten, während Fig. 5 ein   Ausführungsbeispiel   darstellt. Fig. 6 bis 8 endlich zeigen die Wirkung des Kreisels beim   Auftreten äusserer Kräfte,   
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 befestigt, die in Lagern 8, 8 am Fahrzeugrahmen 1 schwingt. Der Kreiselrahmen 4 kann. wie ersichtlich, um zwei senkrecht aufeinander stehende Achsen schwingen, nämlich um die Achse 7 und die durch die Fahrschiene gebildete Achse   3.   
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 schiene) zu kippen.

   Zwischen seiner Bewegung und der des Kreisels besteht (reibungsfreie Bewegung angenommen) eine Phasenverschiebung von   90 . Wenn nämlich der Wagen   seinen 
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 kippende   Moment kompensierende gyrostatische Wirkung,   und damit die   Präzessionsgeschwindig-   keit des Kreisels, am grössten sein.

   Maximalgeschwindigkeit des Kreisels und Ruhelage des 
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Die Bewegung des Systems spielt sich nun   folgendermassen   ab :   Der Wagen durchschreitet   seine Mittellage (Gleichgewichtslage) mit   Maximalgeschwindigkeit.   dann wird nach dem   Obengesagten   der Kreisel aus seiner Endlage zurückkehren, und zwar mit einer Geschwindigkeit, die dem jeweiligen kippenden Moment des Wagens proportional ist und in der Mittellage des Kreisels den Höchstwert erreicht. Der Wagen steht in diesem Augenblick in seiner Endlage. Nunmehr kehrt sich der Vorgang um. Der weiter ausschlagende Kreisel richtet den Wagen auf,   wobei das Labilitätsmoment   des Kreisels jetzt dieselbe Rolle spielt, wie vorher das   Schwermoment   des Wagens.

   Die Geschwindigkeit des sich aufrichtenden Wagens nimmt nach der Mitte zu. Dadurch verzögert sich in immer höherem   Masse   die Kreiselbewegung : Der 
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In der vorstehend beschriebenen Ausführungsform der Erfindung ist der Kreisel so aufgehängt, dass er sich vermöge seiner Schwerpunktlage im labilen Gleichgewicht befindet. Man kann statt dessen die   Aufhängung   auch so gestalten, dass der Kreisel in indifferenter oder stabiler Lage   aufgehängt   ist, aber unter der Wirkung von Kräften steht, die ihn labil machen. 



   Eine solche Anordnung zeigt beispielsweise Fig. 2. Der Kreisel   a   rotiert   um   die Achse, die   be !   6 und 9 im Rahmen   1   gelagert ist. Dieser Rahmen ist mit der Achse 7, die die Schwerpunkt- 
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 EMI3.1 
 



   Die Anordnung eines indifferent aufgehängten und durch eine der   erwähnten   Hilfskräfte labil gemachten Kreisels hat den Vorteil, dass der Massenwiderstand des um seinen Schwerpunkt schwingenden Kreisels bei Änderung der Fahrgeschwindigkeit auf den Wagen keine   Rückwirkung   ausüben kann. Ausserdem kann durch zweckmässige Anbringung der Federn auch das Lagerreibungsmoment bedeutend verringert werden. Wenn auf den Kreisel nur die erwähnte labilisierende Kraft im Verein mit den Gyromomenten wirkt, so wird sich die Bewegung des Systems bei konstanter Grösse und Richtung der resultierenden äusseren Kraft in der Weise vollziehen, dass ein Punkt auf der Figurachse des Kreisels (ausgenommen der Aufhängepunkt) im Raume eine ellipsoidische Bahn mit zeitlich konstanten Halbachsen durchläuft.

   Jede auftretende   Schwingung   würde also ihre ursprüngliche Amplitude beibehalten. Die unvermeidliche Reibung in den Lagern des Kreiselrahmens ist stets der Bewegungsrichtung des Kreisels entgegengesetzt und zieht eine Deviation der Figurenachse senkrecht zu dieser Richtung in dem Sinne nach sich, dass der Kreisel aus seiner elliptischen Bahn nach aussen abgelenkt wird. Hiedurch werden die Schwingungen divergent. Den gleichen   Einfluss   hat der Widerstand, der an der Schiene der   Schwingungsbewegun   des Wagens entgegenwirkt. 



   Ausser der labilisierenden Kraft wirkt auf den Kreisel eine zusätzliche Kraft, die die Kreiselpräzession beschleunigt. Hiedurch werden Amplituden einer auftretenden   Schwingung kon-   vergent gemacht, bis das System in der Gleichgewichtslage zum Stillstand kommt. Ferner wird durch ihre Einwirkung der störende   Einfluss   der Reibung   (Spitzen-,     Spurkranz-,     Luftreibung usw.)   gleichgültig, ob sie am Kreisel oder am Wagen auftritt, in ebenderselben Weise   aufgehoben.   



   In Fig. 4 ist das schematisch näher erläutert. Hier ist wieder 4 die   Schwungmasse   des Kreisels, 5 die Rotationsachse, die beim Eintreten einer Präzession in einer die   Schiene ent-   haltenden Ebene (in Fig. 4 Papierebene) schwingt. Es wird nun eine (nicht mit dargestellte) 
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 Augenblicken wirken, in denen sie nach vorstehenden Darlegungen auftreten sollen, um der Rotationsachse 54 einen Anstoss zu erteilen und ihr bezw. dem Kreisel damit eine   PraxessK'n auf   zuzwingen. 
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Achsen 23 und 24 drehbar sind und durch Stangen 25 und 26 mit der Lagerbuchse 9 in   Verbindung   stehen, in der die Rotationsachse j des Kreisels 4 gelagert ist.

   Es ist ersichtlich, dass, wenn die
Elektromagnetspulen nicht erregt sind, der Kreisel 7 sich, genau wie bei   Fig. l, in labilem Gleich-   gewichtszustand befindet und daher, sobald der Wagen 1 aus seiner senkrechten Lage abweicht. die bei Fig. 1 erläuterte Wirkungsweise besitzt. 



   Nun ist aber eine geeignete Anordnung getroffen, um die Elektromagnetspulen 15 und 16 in bestimmten Schwingungsphasen des Kreisels zu errecren. so dass sie auf ihre Kerne eine Zug- kraft ausüben, die durch die Winkelhebel   21,   22 und die   Stangen'-'. j und 26 auf   das Lager 9 und 
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 Kontaktarme 27 und 28 gesetzt, die iiber Kontaktbogen 29, 30 und 31, 32 schleifen. Die Kontakt bogen 29 und 31 sind in ihrer ganzen Ausdehnung leitend, die Kontaktbogen 30 und 32 aber auf einer Hälfte mit einer Isolierschicht bedeckt, und zwar der Kontaktbogen 30 auf der in Fig. 5 nach hinten gerichteten und der Kontaktbogen 32 auf der nach vorn gerichteten Hälfte.

   Der Kontaktarm 27 stellt also eine leitende Verbindung zwischen 29 und 30 her, wenn er sich in dem in Fig. 5 nach vorn gelegenen Teil seiner Bahn bewegt, stellt dagegen eine leitende Verbindung zwischen 29 und 30 nicht her, wenn er über den hinteren Teil der Kontaktbogen schwingt. Bei dem Kontaktarm 28 ist es umgekehrt : Hier sind die Bogen 31 und 32 leitend miteinander verbunden auf dem hinteren Teile des Schwingungsweges, aber nicht miteinander verbunden auf dem vorderen Teil des Schwingungsweges. 



   Auf der Achse 7 ist ferner ein Kontaktarm 33 angebracht, der aber nicht auf der Achse befestigt ist, sondern nur mit Reibung auf ihr sitzt, derart, dass er an einer Schwingung der Achse 7 soweit teilnimmt, bis er gegen einen Widerstand stösst. Einen solchen Widerstand bilden die beiden Kontaktfedern 34 und   35,   die isoliert an dem Gestell des Wagens befestigt sind. Die Anordnung ist also so, dass der Kontaktarm 33 mit der Kontaktfeder 34 in Berührung kommt, sobald die Rotationsachse 5 des Kreisels nach vorn zu (Fig. 5) schwingt, und in dieser Berührung solange verbleibt, bis die Schwingung der Rotationsachse 5 sich umkehrt.

   Soblad das der Fall ist, wird der Kontaktarm 33 wiederum durch Reibung von der Achse 7 mitgenommen und gegen die Kontaktfeder 35 gelegt, um auch mit dieser wieder solange in Berührung zu bleiben, bis die Bewegung sich wiederum umkehrt. 



   Die beiden Spulen 15 und 16 sind in den Stromkreis zweier Stromquellen 36 und 37 ein- 
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 Wicklung von 16 angeschlossen, vom anderen Ende dieser Wicklung führt die Leitung 43 zur Achse 7 bezw. zum Kontaktarm 33, und die Kontaktfeder   35 ist dureh   die Leitung   4. j an den   
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 Batterie 37 zurück. 



   Ist die Kreiselachse 5 nach hinten zu (Fig. 5) ausgeschwungen, nimmt also etwa die in Fig. 4 durch. ! bezeichnete Lage ein, so liegt der Kontaktarm 33. durch die vorhergehende Drehung der Achse 7 mitgenommen. an der hinteren Kontaktfeder 35 an. Der Kontaktarm 27 befindet sich in seiner vorderen Stellung, stellt also eine Verbindung zwischen   29 und 39   her. Beginnt nun der Kreisel seine nach vorn zu   (Fis ;. 5) gerichtete Schwingung, su   wird Kontaktarm 33 durch Reibung von der Achse 7 mitgenommen und an   die vordere Kontaktfeder 34 gelebt. Alsdann   ist ein Stromkreis geschlossen, der von dem einen Pol der   Batterie 36 aus durch die Leitung 3. S   
 EMI4.3 
 



   Nähert sich der Kreisel seiner Mittelstellung und erreicht eine der Linie m in Fig. 4 entsprechende Lage, so gelangt der Kontaktarm   27   auf den isolierten Teil des Kontaktbogens 30 1) er beschriebene Stromkreis wird also an dieser Stelle unterbrochen, obgleich der Kontakt zwischen 33 und 34 aufrecht erhalten bleibt, und der Kreisel vollendet nun seine Schwingung (von Linie m   bis n in Fig. 4),   ohne dass   äussere   Kräfte auf ihn   wirken. Solche Kräfte gelangen   vielmehr erst dann wieder zur Wirkung, wenn der Kreisel seine Bewegung umkehrt, um von B nach A (Fig. 4) zurückzuschwingen. Sobald nämlich bei B die Bewegung umgekehrt wird, wird der Kontakt arm 33 von der Achse 7 durch   Reibung mitgenommen und gegen die hintere Kontaktfeder 3@   gelegt.

   Dadurch wird aber der Stromkreis der Batterie 37 durch die Spule 16 geschlossen, und 
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Durch die beschriebene Einführung einer zusätzlichen aufgezwungenen Präzession wird das schwingende System wieder in seine ursprüngliche Lage zurückgeführt. Das System wird stets in Schwingungen geraten, wenn die Resultate aus Schwerkraft, Zentrifugalkraft und Winddruck infolge Änderung der Komponenten ihre Richtung ändert und nicht mehr durch die Schiene geht. Die Schwingungen erfolgen dann um die neue Lage der Resultante als Gleichgewichtslage. 



  Diese Resultante geht durch 8 und die Schiene in Fig. 6, wo ein symmetrisch belasteter Wagen angenommen ist. Wird der Wagen unsymmetrisch belastet (in Fig. 7 ist angenommen, dass das durch ein einseitig aufgelegtes Gewicht G geschehen ist), und verschiebt sich der Schwerpunkt dadurch etwas nach   SI,   so wirkt die neue Anordnung dahin, den Wagen so aufzurichten, dass die neue Resultante durch die Schiene geht. Um diese neue Lage derselben erfolgen dann die Schwingungen, in Fig. 8 beispielsweise um die durch   81 und   die Schiene gelegte Ebene. Die zusätzliche Präzession beschleunigt nun die Geschwindigkeit des Kreisels, verzögert mithin 
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 um seine neue Ruhelage ausführt und schliesslich in derselben zur Ruhe kommt. 



   Die Arbeit, die die zusätzliche Präzession hiebei leistet, muss natürlich äquivalent sein der Zunahme der potentiellen Energie des Systems, die durch die Hebung des Gesamtschwerpunktes bedingt ist. 

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Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRU < 'H : Anordnung zur Aufrechterhaltung von Fahrzeugen oder anderen im labilen Gleichgewicht befindlichen Körpern durch Kreiselwirkung, dadurch gekennzeichnet, dass die Kreisel im Fahrzeug im labilen Gleichgewicht und in stetiger. in jedem Augenblick vorhandener kraftschlüssiger EMI5.2 schlossenes System bilden. d. h. dass jede Bewegung des einen Teils (Kreisel oder Fahrzeug) diejenige des anderen unter Vermittlung der hiebei auftretenden Kreiselmomente beeinflusst, wobei die Kreisel unter der gleichzeitigen Einwirkung zweier Kraftmomente stehen, deren eines EMI5.3 **WARNUNG** Ende CLMS Feld Kannt Anfang DESC uberlappen**.
AT46922D 1908-09-19 1909-03-30 Anordnung zur Aufrechterhaltung von Fahrzeugen oder anderen, im labilen Gleichgewichtszustande befindlichen Körpern durch Kreiselwirkung. AT46922B (de)

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