AT409339B - Skibelag mit trockenschmiereffekt - Google Patents
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Description
<Desc/Clms Page number 1> Die Erfindung betrifft einen Skibelag auf der Basis von Polyethylen und mindestens einem Zu- satzstoff sowie ein Verfahren zu dessen Herstellung. An Skibeläge allgemein werden immer höhere Anforderungen gestellt, insbesondere was de- ren Abriebverhalten, Festigkeit, Zähigkeit sowie das Gleitverhalten auf dem Schnee anbelangt. Beim Gleiten eines Skis auf dem Schnee, hat man es mit einem besonderen Fall von Reibung, einem sogenannten Tribosystem, mit den Faktoren Reibung, Verschleiss und Schmierung zu tun. Üblicherweise sind an einem Tribosystem vier Komponenten beteiligt; nämlich das Grundmaterial, das Gegenmaterial, das Zwischenmedium und das Umgebungsmedium. Beim Gleiten des Skis auf dem Schnee hat es sich jedoch gezeigt, dass lediglich das Gegenmaterial und das Umgebungsme- dium als konstante Grössen anzusehen sind. Das Grundmaterial, nämlich der Schnee, aber auch Eis, Wasser sowie Mischungen daraus, sind untrennbar mit dem Zwischenmedium verbunden und variabel. Dies ergibt sich insbesondere daraus, dass die Schneeverhältnisse einer nahezu unbere- chenbaren Zahl von Einflussfaktoren, insbesondere der Wetterentwicklung unterlegen sind. Ein Skibelagsmaterial, mit welchem der Faktor Reibung aus oben genanntem Tribosystem be- einflusst werden soll, ist aus der EP-A 821 030 bekannt. Dieses besteht aus ultrahochmolekularem Polyethylen, welchem zwecks Reduzierung des Reibungskoeffizienten als Zusatzstoff Fluorgraphit in einem Anteil von 3 bis 50 Gew.-% zugegeben wird. Dadurch gelingt es, das Gleitverhalten des Skis auf dem Schnee zu verbessern. Weiters hat es sich auch gezeigt, dass in schneearmen Wintern der sogenannte Kunstschnee gänzlich unterschiedliche Effekte am Skibelagsmaterial hervorruft, als der sogenannte "natürliche Schnee". Dieser Kunstschnee wird jedoch nicht nur für den Freizeitsport, sondern auch für Wett- kampfveranstaltungen eingesetzt, um durch "Vereisen" der Hänge einer möglichst grossen Anzahl von Wettkampfteilnehmern vergleichbare Bedingungen bieten zu können. Ein weiterer variabler Faktor ist jedoch der unterschiedliche Einsatz des Skibelagsmaterials. Dieses wird zwar allgemein als Skibelagsmaterial bezeichnet, wobei es jedoch auch für Snow- boards oder Carving-Skier eingesetzt wird. Bei diesen besonderen Skimodellen ist die Belastung durch Fahrer und Fahrstil insbesondere in die Stahlkanten-nahen Bereiche des Skibelagsmaterials verlagert Dieser Fahrstil in Kombination mit dem teilweise sehr körnigen und daher aggressiven Kunstschnee macht es nahezu unmöglich, herkömmliches Skibelagsmaterial aus reinem Polyethy- len einzusetzen, da dieses über die Grenzen der Verschleissfestigkeit beansprucht wäre. Diese so entstandenen Abrasionsschäden setzen nicht nur die Gleit- sondern auch die Drehfreudigkeit des Sportgerätes auf dem Schnee bis zu dessen Unbrauchbarkeit herab. Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen Skibelag der eingangs genannten Art an- zugeben, welcher nicht nur gute Gleiteigenschaften auf dem Schnee hat, sondern auch gegen Abrasion, beispielsweise verursacht durch körnigen Kunstschnee, geschützt ist. Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass der Skibelag der eingangs genannten Art als Zusatzstoff Bornitrid in einem Ausmass von 0,25 bis 5,0 Gew. -% bezogen auf den Skibelag sowie gegebenen- falls weitere Zusatzstoffe, beispielsweise fluorhältige Additive und/oder Russ enthält. Bornitrid weist ebenso wie Graphit eine hexagonale Kristallstruktur auf und wird deshalb als "weisser Graphit" bezeichnet. Aufgrund dieser identen Kristallstruktur weist Bornitrid ebenso wie Graphit einen hervorragenden Trockenschmiereffekt auf. Die Härte von Bornitrid hingegen liegt im Bereich von Diamant, sodass Bornitrid beständig gegenüber hohen Abrasionskräften ist. Durch den Zusatz von Bornitrid zum Skibelagsmatenal ergibt sich daher aufgrund der vorgenannten, teilweise schwierigen Schneeverhältnisse eine deutlich geringere Beschädigung des Skibelagsmaterials. Ferner weist Bornitrid im Gegensatz zu Graphit eine wesentlich höhere Oxidationsbeständig- keit und damit eine höhere Wasserabweisung auch über einen längeren Zeitraum auf. Ferner kann das erfindungsgemässe Skibelagsmaterial vorzugsweise noch Zusatzstoffe in Form von Fluorwachsen enthalten. Das erfindungsgemässe Skibelagsmaterial lässt sich durch Presssintern herstellen, wobei dem Skibelagsmaterial auf Basis von Polyethylen vor dem Presssintern Bornitrid in Pulverform in einem Ausmass von 0,25 bis 5,0 Gew. -% sowie gegebenenfalls weitere Zusatzstoffe zugesetzt werden. Die Erfindung wird nunmehr anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert: Hochdichtem Polyehtylen (HDPE) mit einer mittleren Molmasse von beispielsweise 4 Mio. wer- den 2 Gew. -% Bornitrid in Pulverform zugegeben. Dieses pulverförmige Gemisch wird in eine Ron- denform gefüllt und bei einem Druck von ca. 100 bar kalt verdichtet. Diese Ronde wird anschlie- <Desc/Clms Page number 2> #end ca. 8 Stunden unter Druck geheizt und ca. ebenso lange auf Raumtemperatur abgekühlt. Der darauffolgende Schälvorgang bestimmt die Skibelagsdicke. Das Ausführungsbeispiel der vorge- nannten Art kann dahingehend variiert werden, dass das pulverförmige Gemisch aus ultrahochmo- lekularen Polyethylen, 5 Gew.-% Russ als Zusatzstoff sowie 1 Gew.-% Bornitrid besteht. Es kann ferner dadurch abgewandelt werden, dass dem pulverförmigen Gemisch aus ultrahoch- molekularem Polyethylen 1,5 Gew. -% Bornitrid sowie 1,5 Gew.-% Fluorwachs als weiterer Zusatz- stoff beigemengt werden. Der erfindungemässe Skibelag eignet sich nicht nur für die Herstellung von üblichen Alpinskiern, sondern auch für die Ausrüstung von Rennlaufskiern. PATENTANSPRÜCHE : 1. Skibelag auf der Basis von Polyethylen und mindestens einem Zusatzstoff, dadurch ge- kennzeichnet, dass der Zusatzstoff Bornitrid in einem Ausmass von 0,25 bis 5,0 Gew.-% be- zogen auf den Skibelag enthalten ist, und dass der Skibelag gegebenenfalls weitere Zu- satzstoffe, beispielsweise fluorhältige Additive und/oder Russ, enthält.
Claims (1)
- 2. Skibelag nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als weiterer Zusatzstoff ein Flu- orwachs enthalten ist.3. Verfahren zum Herstellen eines Skibelages nach Anspruch 1 oder 2 durch Presssintern, dadurch gekennzeichnet, dass dem Skibelagsmaterial auf Basis von Polyethylen vor dem Presssintern Bornitrid in Pulverform in einem Ausmass von 0,25 bis 5,0 Gew. -% sowie ge- gebenenfalls weitere Zusatzstoffe zugesetzt werden.
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