AT407874B - Verfahren zur herstellung synthetischer schlacken sowie vorrichtung zur durchführung dieses verfahrens - Google Patents

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AT 407 874 B
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung synthetischer Schlacken mit einer Zusammensetzung, welche typischer Hochofenschlacke entspricht und eine Schlackenbasi;:ität CaO/Si02 zwischen 1 und 1,6 und einen Ai203-Gehalt zwischen 5 und 20 Gew.% aufweist sc wie eine Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens. 5 Für die Herstellung von Zement wird üblicherweise Kalk und Bauxit eingesetzt. Eine Reihe i/on
Vorkommen kalkhaltiger Mineralien weist nun eine vergleichsweise geringere Reinheit auf, so faß aufwendige Reinigungsschritte erforderlich sind, welche die Ausgangsmaterialien verteuern. Im Zuge derartiger Reinigungen von beispielsweise in Chile in großen Mengen vorrätigen silikatisc len Kalkstein wird beispielweise im Rahmen eines Flotationsprozesses der erforderliche Kalksatz ge-10 reinigt und eine mit Kalk angereicherte und eine entsprechend an Kalk verarmte Phase gewonnen. Diese kalkarme Phase muß in der Folge wiederum verhaldet werden und zeichnet sich durch einen relativ hohen Quarz- bzw. Si02-Anteil aus.
Neben derartigen Abfallprodukten, wie beispielsweise der nach der Flotation abgereiche 1en Phase, fällt in einer Reihe von Zementklinkerprozessen Ofenstaub an, welcher in konvention« llen 15 Verfahren kaum wirtschaftlich genützt werden kann. Schließlich entstehen in einer Reihe von Verbrennungsprozessen große Mengen an Flugasche, welche sich wiederum durch einen hchen Ai203-Gehalt auszeichnet.
Die Rückstände des Flotationsverfahrens zur Anreicherung von Kalk, d.h. die an Kalk abgorei-cherte Phase wird in der Folge auch als "Rechazo" bezeichnet. Hohe Mengen dieses Flotati >ns-20 rückstandes bzw. an Rechazo wurden bereits verhaldet. Filterstäube, wie sie beispielsweise aus einem Klinkerofen abgezogen werden, dienen in erster Linie dazu, diverse Stoffkreisläufe, wie beispielsweise den Schwefel-, Chlor-, Natrium- und Kaliumkreislauf aufzubrechen. Elektrofilters aub muß in der Regel ebenfalls deponiert werden. Flugasche wird in erster Linie in kalorischen Kraftwerken in größeren Mengen als Abfallprodukt generiert, wobei die Entsorgung derartiger F lug-25 asche aufgrund des relativ hohen Anteiles an unverbranntem Kohlenstoff problematisch ist.
Die Erfindung zielt nun darauf ab, ein Verfahren der eingangs genannten Art zu schaffen mit welchem es gelingt, eine zementtechnologisch günstige Hochofenschlacke, Puzzolan und Anhydrit aus derartigen Abfallprodukten zu erzeugen und welches auf die Zugabe von hochwertigem kalk verzichtet. Zur Lösung dieser Aufgabe besteht das erfindungsgemäße Verfahren im wesentlii :hen 30 darin, daß silikatischer Kalkstein und/oder Rückstände einer Flotation, bei welcher aus silkati-schem Kalkstein Kalkkonzentrate abgetrennt werden, mit einem SiOz-Gehalt zwischen 25 Gew.% und 50 Gew.% mit Ofenstäuben, insbesondere Elektroofenstäuben mit einem CaO-Gehalt > 35 Gew.% auf eine Schlackenbasizität zwischen 1 und 1,6 eingestellt wird und daß der A203-Gehalt durch Zugabe von Flugasche und/oder Bauxit eingestellt wird, worauf das Gemisch ver-35 schlackt wird. Je nach Zusammensetzung des silikatischen Kalksteines kann derartiger silkati-scher Kalkstein auch ohne Abreicherung des Kalkes durch Flotationsverfahren unmittelbar zum Einsatz gebracht werden, wobei es zur Erzielung der gewünschten Richtanalyse der Schlac te in aller Regel ausreicht, lediglich Flugasche direkt zuzusetzen, wobei im Rahmen des nachfolge iden Verschlackungsprozesses auch der in der Flugasche enthaltene Kohlenstoffanteil genutzt we rden 40 kann. Bei Verwendung des in hohen Mengen vorrätigen abgereicherten Produktes, welches auch als Rechazo bezeichnet wird, ist zunächst zu berücksichtigen, daß diese Produkte in aller Flegel eine zu geringe Basizität aufweisen, um unmittelbar die gewünschte Schlackenzusammensetzung zu ergeben. In diesen Fällen wird die Schlackenzusammensetzung in vorteilhafter Weise < urch Beimengen von Ofenstäuben auf die gewünschte Basizität gebracht, worauf der geforderte fi l203-45 Gehalt durch Zugabe von Flugasche und/oder Bauxit eingestellt werden kann. Insgesamt gelingt es auf diese Weise weitestgehend wertlose Ausgangsmaterialien energetisch günstig zu nutzen und unmittelbar wiederum ein hochwertiges Produkt zu erzielen.
In vorteilhafter Weise wird das erfindungsgemäße Verfahren so durchgeführt, daß die Ausgangsprodukte pelletiert werden und in einem Drehrohrofen oder in einer Wirbelschicht zumindest 50 teilweise kalziniert und anschließend geschmolzen werden, wodurch der apparative Aufward für die Durchführung des Verfahrens wesentlich vereinfacht werden kann. In besonders einfacher Weise kann die Verschlackung in einem Schmelzzyklon oder einem Drehrohrofen vorgenommen werden. Unter einem Drehrohrofen soll hier insbesondere auch ein sog. Lepol-Ofen verstanden werden, welcher gleichfalls rohrförmig ausgebildet ist und nicht notwendigerweise zur Drehbewegung 55 um seine Achse angetrieben ist. 2
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Insbesondere bei Verwendung eines sog. Lepol-Ofen hat es sich als besonders vorteilhaft erwiesen, das Verfahren so durchzuführen, daß unterhalb der Schlackenschmelze ein Roheisenbad vorgelegt wird. Ein derartiges Eisenbad, welches dem Schlackenbad unterschichtet wird, trägt wesentlich für eine bessere Wärmeübertragung bei. Die Einsatzmaterialien und Additive, welche zunächst fest aufgegeben werden, werden aufgrund der Ofenhitze zunächst teigig, wobei im Übergangsbereich zwischen teigiger und schmelzflüssiger Konsistenz bei üblichen Drehrohröfen Probleme mit einer sog. Ringbildung auftreten. Ein unterschichtetes Eisenbad, welches sich in diese Ringbildungszone des Lepol-Drehrohres erstreckt, kann eine derartige Ringbildung nachhaltig verhindern. Das Eisenbad führt hiebei den teigigen Anteil des Rechazo-Schlackenädukt rasch in eine schmelzflüssige synthetische Hochofenschlacke über.
In einem Lepol-Drehrohr befindet sich im Regelfall ein stationäres Eisenbad, sodaß über einen Stauring bzw. ein das Rohr ringförmig abschließendes Wehr die synthetische Schlacke in den anschließenden Granulator austreten kann.
Wie bereits erwähnt muß ein Lepol-Drehrohr nicht notwendigerweise rotieren. Aus wärmetechnischen Gründen kann aber auch hier eine Rotation von Vorteil sein. Im Falle der Ausbildung des Ofens mit feststehendem Rohr kann in vorteilhafter Weise das Verfahren so durchgeführt werden, daß in bzw. durch das Roheisenbad Pressluft und/oder Sauerstoff geleitet wird, und daß das gebildete Kohlenmonoxyd mit Heißwindbrennem verbrannt wird. Derartige Heißluftbrenner können radial angeordnet sein und, beispielsweise mit regenerativ vorgewärmter Luft, beschickt werden. Weiters besteht die Möglichkeit Bodenspülsteine oder Düsen vorzusehen, um auf die Art und Weise den Stoff- und Energieaustausch zwischen Eisenbad und Schlackenschmelze zu verbessern.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung zur Durchführung dieses Verfahrens ist gekennzeichnet durch einen Drehrohr- bzw. Lepol-Ofen, an dessen Austragsseite ein einwärts gerichtetes ringförmiges Überlaulwehr angeordnet ist, weiches eine zentrale und axiale Austragsöffnung für die flüssige Schlacke begrenzt. Gegenüber konventionellen Drehrohr- bzw. Lepolöfen sind somit lediglich geringe Adaptierungen erforderlich, um den Austrag der Schmelze und die entsprechende Verweilzeit im Inneren des Ofens zu gewährleisten, sodaß eine vollständige Reaktion und Umsetzung erfolgt. Aufgrund der Zusammensetzung der Ausgangsprodukte und insbesondere des Karbonatgehaltes von Rechazo kann das Schwefeldioxid des Abgases, wie es beispielsweise aus dem Ofenstaub stammt, in einen Rechazo-Teilstrom gebunden und ausgeschleust werden, wobei mit Rücksicht auf die Zielsetzung, zementtechnologisch wertvolle synthetische Hochofenschlacke herzustellen, ein höherer Schwefelgehalt in der Schlacke keinesfalls störend ist. Bei der im Ofen stattfindenden Kalzinierung wird bei höheren Temperaturen zwar auch Kalziumsulfat unter Freisetzung von S02 kalziniert, wobei dieses Schwefeldioxid im Rahmen des erfindungsgemäßen Verfahrens im Kreislauf geführt werden kann und in vorteilhafter Weise in das Endprodukt eingebunden werden kann.
Eine entsprechende Zerkleinerung des schmelzflüssigen Materiales kann in konventioneller Weise durch Wasser- und/oder Dampfgranulation erfolgen, wobei die Zerkleinerung dadurch wesentlich verbessert werden kann, daß in den austragsseitigen Schlackensumpf eine Luft- oder Brennstoffdüse zur Ausbildung einer Schaumschlacke mündet. Eine derartige Schaumschlacke kann unmittelbar aus dem Ofen abgestochen werden und beispielsweise in einem Wasserbad unter Erzielung einer großen Materialfeinheit granuliert und zerkleinert werden.
Die erfindungsgemäße Vorrichtung kann mit Vorteil so ausgebildet sein, daß im auslaufseitigen Bereich des Ofens Bodenspülsteine oder Bodendüsen angeordnet sind. Mittels derartiger Spülsteine bzw. Bodendüsen, welche beispielsweise mit Pressluft bzw. Pressluftsauerstoffgemischen beaufschlagt werden können, kann in einem mit Kohlenstoff gesättigten Eisenbad ein teilweises Frischen vorgenommen werden, wobei Kohlenmonoxyd gebildet wird. Derartiges Kohlenmonoxyd wird mittels Heißwindbrennem nachverbrannt, wobei die Wärmeübertragung aus dem Gasraum in die Badschmelze im Drehrohr in besonders günstiger Weise entlang der Drehrohrachse verläuft. Auf diese Weise können auch alternative Brennstoffe in vorteilhafter Weise direkt in das Eisenbad aufgegeben werden. Prinzipiell gilt, daß dann wenn ein Lepol-Ofen zur Rotation angetrieben ist, in der Regel auf Bodenspülsteine und Mantelbrenner verzichtet wird, und daß derartige zusätzliche Einrichtungen vor allen Dingen bei nicht zur Rotation angetriebenen Rohren oder Öfen Vorteile bieten. Das jeweils vorgelegte Eisenbad kann durch Zugabe bzw. Schmelzen von Roheisen oder aber auch durch Reduktion von eisenoxydhaltigen Additiven, wie beispielsweise Eisenerz, über 3 10 15
AT 407 874 B einem, mit Kohlenstoff gesättigten Eisenbad, erzeugt werden.
In besonders vorteilhafter Weise eignet sich das Ausgangsprodukt, welches ja wie bereits erwähnt, hauptsächlich aus CaC03 und Si02 mit etwas Al203 und Fe203 besteht, auch zur Heißunt-schwefelung unter gleichzeitiger Erzeugung von Puzzolan und Anhydrit. Der CaC03-Anteil les Rechazo kann hiebei zur Hochtemperaturentschwefelung des Lepol-Ofenabgases herangezo jen werden. Gleichzeitig mit der Entschwefelung wird hiebei die puzzolanische Aktivität von Rechazo stark erhöht und ein Teil des in Rechazo enthaltenen Kalkes in Anhydrit {CaS04) übergeführt. Ein Zielzement kann beispielsweise aus etwa 65 Gew.% Rechazo-Schlacke, 15 Gew.% Rechazof uz-zolan, d.h. das zur Heißentschwefelung verwendete Produkt, 15 Gew.% Rechazoanhydrit jnd 5 Gew.% üblichen Portlandzementklinkem bestehen, wodurch beispielsweise ein Zement mit hoher Frühfestigkeit hergestellt werden kann. Die Entschwefelung selbst, welche zur Aktivier jng der puzzolanischen Aktivität führt, kann beispielsweise in einem Flugstromreaktor oder in der Wirbelschicht vorgenommen werden.
Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. Die ; :um Einsatz gelangenden Ausgangsprodukte wiesen hiebei folgende Zusammensetzung auf:
Rechazo 1 Rechazo 2 Komponente Anteil (%), 1 Anteil (%), 2 Glühverlust 24,1 27,7 S1O2 43,4 31,7 ai2o3 0,74 2 Fe203 0,51 0,98 CaO 29,5 32,2 MgO 0,62 4,5 S03 0,04 0,1 K20 0,06 0,19 Na20 0,04 0,11 Ti02 0,07 0,13 Summe 99,08 99,61 G/S 0,68 1,02
Ofenstaub Komponente Anteil (%) Glühverlust 10,7 Si02 15,1 ai2o3 3 Fe203 1,9 CaO 44,4 MgO 2,7 S03 14,7 K20 2,6 Na20 1,2 Ti02 0,26 Summe 96,56 C/S 2,94 4
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Prinzipiell weist Rechazo eine C/S-Basizität zwischen 0,65 und 1,25 auf. Die Zielschlackenba-sizität kann daher durch Zugabe von Ofenstaub reguliert werden. Wenn unmittelbar silikatischer Kalkstein eingesetzt wird, welcher als Caliza bezeichnet wird, weist derartiger silikatischer Kalkstein typischerweise Zusammensetzungen in den nachfolgenden Grenzen auf:
Caliza 1 Caliza 2 Komponente Anteil (%), 1 Anteil (%), 2 Glühverlust 36,3 29,8 S1O2 10,08 25,65 O O rv < 3,06 1,64 Fe203 1,57 0,9 CaO 45,42 36,94 MgO 0,83 2,89 S03 0,41 0,07 K20 0,67 0,12 Na20 0,62 0,10 Summe 98,96 99,11 C/S 4,5 1,39 Während hochwertige und damit sehr kalkhaltige und geringen Si02-Gehalt aufweisende Ausgangsprodukte (Caliza 1) für die unmittelbare Verwendung weniger geeignet erscheinen, sind insbesondere die minderwertigen Qualitäten von Caliza (Caliza 2), welche sich durch eine Basizität C/S von etwa 1,4 auszeichnen, unmittelbar geeignet ohne Zugabe von Ofenstaub und lediglich durch Zugabe von Flugasche zur Anhebung des Al203-Gehaltes eingesetzt zu werden.
Um den A1203-Gehalt der Zielschlacke anzuheben, kann neben Flugasche auch Bauxit zugegeben werden, wobei Flugasche und Bauxit typischerweise die nachfolgenden Zusammensetzungen aufweisen:
Bauxit Komponente Anteil (%) Glühverlust 22,73 S1O2 4,09 ai2o3 50,86 Fe203 16,76 CaO 0,29 MgO 0,32 S03 0,54 Summe 95,59 C/S 0,071
Flugasche Komponente Anteil (%) Glühverlust 12 S1O2 42 5 20 25 30 35 40 45 50
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Flugasche Komponente Anteil (%) ai2o3 34 Fe203 4 CaO 3 MgO 0,8 so3 0,1 k2o 2,5 Na20 0,2 Ti02 0,5 Summe 99,1 C/S 0,0714 Für die Erzielung der Richtanalyse der gewünschten Zielschlacke können alle diese Konfipo-nenten wahlweise zum Einsatz gelangen. Beispiel 1: Bei diesem Ausführungsbeispiel wurde durch Mischen von Rechazo 1 mit Ofenstaub eine E|asi-zität von C/S = 1,5 eingestellt. Das Schlackenmischungsverhaitnis errechnet sich für die Zusammensetzung Rechazo 1 der folgenden chemischen Bilanzgleichung: C/S =
CaO (Rechazo) + x · CaO (Ofenstaub) Si02 (Rechazo) + x Si02 (Ofenstaub) aus
Daraus ergibt sich, abhängig von der Zielschlackenbasizität (C/S), der zuzusetzende Cffen-staub-Anteil "x" wie folgt: x = X = (C/S) · Si02 (Rechazo) - CaO (Rechazo) CaO (Ofenstaub - (C/S) Si02 (Ofenstaub) Für dieses Beispiel ergab sich dieser Anteil mit 1,5 43,4-29,5 44,4-1,5- 15,1 = 1,64
Es wurde 1 Teil Rechazo 1 mit 1,64 Teile Ofenstaub versehen. Die entsprechende Mjsch-schlacke ergab somit die nachfolgende Zusammensetzung:
Mischschlacke Komponente Anteil (%) S1O2 34,68 Al203 2,88 Fe203 1,84 CaO 52,00 6 55
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Mischschlacke Komponente Anteil (%) MgO 2,57 S03 2,55 k2o 2,19 Na20 1,02 M O l·- 0,25 Summe 99,98 C/S 1,5
Dabei wurde berücksichtigt, daß der hohe Schwefelanteil des Ofenstaubes in Form von S02 das Schmelzsystem weitgehend verläßt.
Diese Mischanalyse zeigt einen deutlichen Al203-Unterschuß. Mittels Flugasche wurde der Al203-Gehalt der fertigen Rechazo-Schlacke auf 6 bis 12 % angehoben.
Die nötige Zugabe der Flugasche konnte wieder sehr einfach aus chemischen Bilanzüberlegungen abgeleitet werden:
Al203 {Mischschlacke) - Z (Al203) y Z (Al203) - Al203 (Flugasche) y... gesuchte Anteile Flugasche bei 1 Teil Mischschlacke Z (Al203)... gewünschte Al203-Anteile der Zielschlacke Al203 (Mischschlacke)... Al203-Gehalt der Mischschlacke Al203 (Flugasche)... Al203-Gehalt der Flugasche
In vorliegendem Beispiel gilt somit 0,2967 2,88 -10 10-31
Auf 1 Teil Mischschlacke kamen somit 0,2967 Teile Flugasche (GV-frei gerechnet!)
Die Rechazo-Schlacken-Analyse ("Zielschlacken-Qualität") stellt sich somit wie folgt dar:
Rechazo-Sclacke Komponente Anteil (%) Si02 37,46 ai2o3 10,31 Fe203 2,4 CaO 42,03 MgO 2,23 so3 2,05 κ2ο 2,33 NazO 0,86 Ti02 0,32 Summe 99,99 C/S 1,12 7 5 10 15 20 25 30 35 40 45 50 55
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Diese Rechazo-Schlacken-Analyse optimale Hochofenschlacke. erfüllt die Anforderungen an eine zementtechnologisch
Beispiel 2: Wiederum wurde durch Mischen von Rechazo (Rechazo 2) mit Ofenstaub eine C/S-BasLntät von 1,5 eingestellt. Für dieses Beispiel mußte 1 Teil Rechazo 2 mit 0,706 Teilen Ofenstaub versetzt werden. Die entsprechende Mischschlacke weist die folgende Analyse auf:
Mischschlacke Komponente Anteil (%) S1O2 34,07 AI2O3 3,31 Fe203 1,87 CaO 51,11 MgO 5,15 S03 1,85 K20 1,63 Na20 0,76 Ti02 0,25 Summe 100 C/S 1,05
Auch hier wurde berücksichtigt, daß der hohe Schwefelanteil des Ofenstaubes in Form von S02 das Schmelzsystem verläßt. Die Mischschlacke zeigte hier ebenfalls Al203-Unterschuß. Mittels Flugasche wurde der Alj,03-Gehalt der Rechazo-Schlacke auf 8 % angehoben. Somit mußten auf 1 Teil Mischschlacke 0,1(804 Teile Flugasche (GV-frei berechnet!) zugesetzt werden. Die Rechazo-Schlacken-Analyse ("Zielschlacken-Qualität”) stellt sich somit wie folgt dar:
Rechazo-Schlacke Komponente Anteil (%) S1O2 35,99 ai2o3 8,16 Fe203 2,44 CaO 44,65 MgO 4,57 S03 1,62 K20 1,80 Na20 0,68 Ti02 0,29 Summe 100 C/S 1,24
Auch diese Rechazo-Schlacken-Analyse stellt aufgrund der Zusammensetzung eine po :ien- 8

Claims (9)

  1. AT 407 874 B tielle zementtechnologisch sehr wertvolle synthetische Hochofenschlacke dar. Eine zur Durchführung des erfindungsgemäßen Verfahrens besonders geeignete Vorrichtung ist in der Zeichnung dargestellt. In der Zeichnung ist mit 1 ein Drehrohrofen oder Lepol-Ofen ersichtlich, welcher an seinem austragsseitigen Ende ein ringförmiges Wehr 2 aufweist, über welche flüssige Schlacke 3 entsprechend zurückgehalten werden kann. Die Lagerung bzw. der Drehantrieb des Drehrohres 1 ist mit 4 und 5 angedeutet. Aufgabeseitig wird Rechazo, Ofenstaub und/oder Flugasche über einen Drehteller 6 auf ein Pelletierband 7 abgeworfen, wobei die gebildeten Pellets über ein Förderband 8 in das Innere des Drehrohres 1 abgeworfen werden. Zusätzlich zu den im Ofenstaub enthaltenen Kohlenstoffgehalt kann über eine Aufgabeschurre 9 Kohlenstoff chargiert werden, um die Schmelzwärme zu erzeugen. Im Gegenstrom zu dem in das Drehrohr eingebrachten Material wird nun durch das Drehrohr Sauerstoff und/oder Brennstoff geleitet, um die gewünschte Schmelzwärme aufzubringen. ln die Schiackenschmelze 3 kann zusätzlich über eine Lanze 10 Sauerstoff oder gegebenenfalls Brennstoff eingebracht werden, sodaß eine Schaumschlacke gebildet werden kann. Die Schlacke verläßt den Drehrohrofen 1 über das ringförmige Wehr 2 und gelangt in einen schematisch mit 11 angedeuteten Granulator, welcher mit Wasser gefüllt ist. Das zerkleinerte Schlackengranulat kann bei 12 abgeführt werden. Insgesamt laufen bei einem derartigen Prozeß eine Reihe von endothermen und einige exotherme Vorgänge ab. Die Trocknung, die Entfernung des Kristallwassers, die S02-Kalzination und die C02-Kalzination sind als endotherm zu bezeichnen. Die Verschlackung selbst, die Entschwefelung und die Granulation stellen exotherme Prozesse dar, sodaß eine Reihe von thermischen Rückführungen die Energiebilanz des Verfahrens wesentlich verbessern kann. Insbesondere sind die Trocknungs- und Kalzinationstemperaturen möglichst auf dem Temperaturniveau der latenten Reaktion, nämlich der Trocknung und der Kalzination durchzuführen, um Überhitzungen zu vermeiden. Das Abgas wird bei 13 ausgetragen, wobei hier nennenswerte Anteile S02 im Abgas enthalten sein können. Dieses Abgas kann beispielsweise zur Vortrocknung des Rechazo bzw. des siiikati-schen Kalksteines eingesetzt werden, wobei das Abgas gleichzeitig entschwefelt wird. Bei einer Heißentschwefelung kann hier unmittelbar bei Einsatz von Rechazo als Entschwefelungsmittel aktiviertes puzzolanisches Material gebildet werden. Prinzipiell eignen sich für die Kalzination neben einem Drehrohrofen und einer Wirbelschicht auch Etagenöfen und Schwebegaswärmetauscher, wobei für die Verschlackung Schmelzzyklone und insbesondere Einrichtungen zur Erzielung von Schaumschlacken besonders vorteilhaft erscheinen. Die Granulation selbst kann neben der schematisch mit 11 angedeuteten Wassergranulation auch als Dampfgranulation in entsprechenden Vorrichtungen, beispielsweise auch in Strahlmühlen, vorgenommen werden. Insgesamt werden vergleichsweise geringe Abgasmengen gebildet, sodaß sich das Verfahren neben der Eignung für die Aufarbeitung von Abfallprodukten auch durch hohe Umweltfreundlichkeit auszeichnet. PATENTANSPRÜCHE: 1. Verfahren zur Herstellung synthetischer Schlacken mit einer Zusammensetzung, welche typischer Hochofenschlacke entspricht und eine Schlackenbasizität CaO/Si02 zwischen 1 und 1,6 und einen Al203-Gehalt zwischen 5 und 20 Gew.% aufweist, dadurch gekennzeichnet, daß siiikatischer Kalkstein und/oder Rückstände einer Flotation, bei welcher aus silikatischem Kalkstein Kalkkonzentrate abgetrennt werden, mit einem Si02-Gehalt zwischen 25 Gew.% und 50 Gew.% mit Ofenstäuben, insbesondere Elektroofenstäuben mit einem CaO-Gehait > 35 Gew.% auf eine Schlackenbasizität zwischen 1 und 1,6 eingestellt wird und daß der Al203-Gehalt durch Zugabe von Flugasche und/oder Bauxit eingestellt wird, worauf das Gemisch verschlackt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Ausgangsprodukte pelletiert werden und in einem Drehrohrofen oder in einer Wirbelschicht zumindest teilweise kalziniert und anschließend geschmolzen werden. 9 AT 407 874 B
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verschlackung in einem Schmelzzyklon oder einem Drehrohrofen vorgenommen wird.
  4. 4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß unterh alb der Schlackenschmelze ein Roheisenbad vorgelegt wird.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß in bzw. durch das Roheisen! iad Pressluft und/oder Sauerstoff geleitet wird und daß das gebildete CO mit Heißwindbr sn-nern verbrannt wird. 10
  6. 6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5, geke m-zeichnet durch einen Drehrohr- bzw. Lepol-Ofen (1), an dessen Austragsseite ein einwiirts gerichtetes ringförmiges Überlaufwehr (2) angeordnet ist, welches eine zentrale und ax ale Austragsöffnung für die flüssige Schlacke begrenzt.
  7. 7. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß in den austragsseiti' jen Schlackensumpf eine Luft- oder Brennstoffdüse (10) zur Ausbildung einer Schaumsch ak-ke mündet. 15
  8. 8. Vorrichtung nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, daß an die Austrags Öffnung des Ofens ein Schlackengranulator, insbesondere ein Wasser- und/oder Dampfgranulator angeschlossen ist.
  9. 9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6, 7 oder 8, dadurch gekennzeichnet, daß im ^us-iaufseitigen Bereich des Ofens Bodenspülsteine oder Bodendüsen angeordnet sind. 20 HIEZU 1 BLATT ZEICHNUNGEN 25 30 35 40 45 50 10 55
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