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Die Erfindung betrifft eine Kleinkläranlage, insbesondere Mehrkammergrube, mit einer Nachklärkammer, die mit einer zu einem Pumpensumpf führenden Ablaufschräge für biologischen Schlamm ausgebildet ist
Unter Kleinkläranlagen der gattungsgemässen Art werden sowohl Kleinkläranlagen verstanden, wie sie beispielsweise in der DIN 4261 definiert sind, als auch kleine Kläranlagen, wie sie beispielsweise in der ATV A 122 näher beschrieben sind
Sowohl der Stand der Technik als auch die Erfindung werden nachstehend anhand einer als Mehrkammergrube ausgebildeten Kleinkläranlage, wie sie auch Gegenstand der DE 38 37 852 C2 ist, näher beschrieben
Eine derartige Mehrkammergrube besteht beispielsweise aus drei Kammern, einer Einlaufkammer, einer Zwischenkammer und einer Nachklärkammer.
Moderne Mehrkammergruben sind als vollbiologische Anlagen umgerüstet, beispielsweise nach der Lehre der genannten DE 38 37 852 C2 Dabei dient die Nachklärkammer der Aufnahme und Sedimentation etwaigen, aus der Zwischenkammer zugeführten Überschussschlamms Dieser Überschussschlamm muss rasch und vollständig in der Nachklärkammer sedimentieren, was im sogenannten Pumpensumpf erfolgt, der seinen Namen dem Umstand verdankt, dass der Schlamm zur weiteren Stapelung in der Regel aus der Nachklärkammer in die (grössere) Vorklärkammer von Zeit zu Zeit gepumpt und dort von Zeit zu Zeit abgesaugt und entsorgt wird
Um eine sichere und kompakte Ansammlung des Schlamms im Pumpensumpf der Nachklärkammer zu erreichen, ist es bekannt, dort eine Ablaufschrage anzuordnen,
entlang der der Prozessschlamm nach unten rutschen kann und dabei gleichzeitig kompaktiert wird
Zu diesem Zweck wird eine entsprechende Ablauf schräge in der Nachklärkammer zum Beispiel gemauert oder es werden vollvolumige Fertigbauteile eingebracht und befestigt Gerade bei Mehrkammergruben der genannten Art (DIN 4261) ist dies jedoch nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen möglich, da die Mehrkammergruben üblicherweise mit einer Art "Dom" ausgebildet sind, der nur eine beschrankte Öffnungsweite aufweist.
Aus Derwent Publications Ltd, Klasse D, SU 1156 713 A ist eine, in eine biologische Klärkammer einer Kläranlage einsetzbare Rahmenkonstruktion bekannt, wobei zwischen den metallischen Rahmenteilen Folien unter Ausbildung entsprechender Teilkammern aufgespannt sind und das Abwasser auf dem Weg durch diese Teilkammer gereinigt wird
Der Erfindung liegt deshalb die Aufgabe zugrunde, eine Möglichkeit aufzuzeigen, wie eine Kleinkläranlage, insbesondere Mehrkammergrube der genannten Art, auf besonders einfache, preiswerte und sichere Weise mit der genannten Ablaufschräge ausgebildet werden kann, wobei die Montagefreundlichkeit im Vordergrund steht.
Eine Vermauerung oder ein Vergiessen in der Grube selbst kommt aus den genannten Gründen nicht in Frage. Entsprechend geht die Erfindung auch einen völlig anderen Weg, nämlich den, die Ablaufschräge durch eine biegsame Folie auszubilden, wobei die Folie zumindest an ihrem oberen Rand sowie den die Schrägfläche seitlich begrenzenden Rändern an der oder den Innenwänden der Nachklärkammer befestigt ist. Der Begriff "Folie" soll dabei auch "plattenförmige Korper" einschliessen
Mit anderen Worten: die Ablaufschräge wird nicht "massiv" ausgebildet, sondern durch Aufspannen einer Folie gestaltet, die zusammengepackt auch durch die sehr kleine Öffnung im Dombereich einer Mehrkammergrube ohne weiteres eingebracht und in der Nachklärkammer dann aufgespannt und befestigt werden kann.
Gleichzeitig ergeben sich daraus eine Vielzahl weiterer Vorteile: - eine solche Folie ist sehr preiswert, - die Folie kann aus unterschiedlichsten Materialien hergestellt werden, vorzugsweise aus nicht verrottbaren Kunststoffmaterialien, - die Folie kann bei Bedarf auch "vor Ort" zugeschnitten werden, - die Folie lässt sich unabhängig von den vorhandenen geometrischen Verhältnissen einsetzen, - mit sehr geringer Masse wird eine Ablaufschräge ausgebildet, - die Folie lässt sich besonders leicht randseitig an der Innenwand der entsprechenden Kammer befestigen, - die Folie lässt sich jederzeit nachrüsten
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Diese und weitere Vorteile, die mit der Erfindung verbunden sind, werden nachstehend noch näher beschrieben.
Es liegt im Rahmen der Erfindung, die Ränder der Folie weitestgehend flüssigkeitsdicht an der oder den Innenwänden der Nachklärkammer zu befestigen. Beispielsweise geschieht dies dadurch, dass zwischen Folie und Wand randseitig eine Leiste angeordnet wird und die Folie dann mittels Schrauben, Nieten, Nageln oder dergleichen durch die Leiste in und an der Wand angeschlagen wird. Eine zusätzliche Dichtung zwischen Folie und Leiste beziehungsweise Leiste und Wand kann ebenfalls vorgesehen werden. Die genannte Leiste kann auch direkt auf die Folie aufgelegt und an der Wand befestigt werden.
Die Folie kann einteilig sein, aber auch aus Lamellen bestehen, die vorzugsweise eine gemeinsame Oberfläche ausbilden
Zur Montage (oder Nachrüstung) wird die Folie in die Kammer gebracht, aufgefaltet und randseitig auf die beschriebene Art und Weise derart befestigt, dass sich eine Ablaufschräge für den später im Betrieb hier anfallenden beziehungsweise eingebrachten Schlamm ergibt.
Um insbesondere das Befüllen der Kammer (nach Ausbildung mit einer erfindungsgemässen Ablaufschräge) zu erleichtern, sieht eine Ausführungsform der Erfindung vor, die Folie als Membran mit Durchbrechungen auszubilden. Auf diese Weise kann das Wasser durch die Locher der Folie "hinter" diese gelangen, so dass später im Betrieb kein Druck auf der Folie lastet Um im weiteren Betrieb zu verhindern, dass auch Schlamm durch die Locher hindurchdringt, werden diese entweder entsprechend klein ausgebildet oder aber es wird eine zusätzliche Abdeckung gegenüber der Folie vorgesehen. Diese kann beim Befüllen der Anlage abgehoben und später auf die Löcher aufgelegt werden, wie dies in der nachfolgenden Figurenbeschreibung noch näher erläutert wird.
Ebenso ist es aber beispielsweise auch moglich, die Ablaufschräge mit Abstand zum Boden der Kammer enden zu lassen und zwischen dem unteren Rand der Folie und dem Boden des Beckens eine Art "Schürze" vorzusehen, die beispielsweise aus einer Vielzahl von Lamellen besteht, die - bei Bedarf auch überlappend - vom unteren Rand der Folie aus verlaufen und gegen den Boden der Kammer stossen oder auf diesem aufliegen, und zwar derart, dass eine gewisse mechanische Steifigkeit in diesem Bereich erreicht wird, die sicherstellt, dass zwar Wasser (beim Befüllen der Anlage) hindurchdringen kann, jedoch kein Schlamm hindurchtransportiert wird, sobald das Volumen hinter der Folie mit Wasser ausgefüllt ist
Der Neigungswinkel der Folie (im montierten Zustand) lässt sich von Fall zu Fall einstellen, sollte aber (gegenüber dem Boden)
etwa zwischen 50 und 70 liegen Wird die Folie stramm aufgespannt, ergibt sich eine besonders vorteilhafte Ableitung anfallenden Schlamms.
Die Form der Folie (im montierten Zustand) hängt selbstverständlich von der Form der entsprechenden Kammer ab ; können die Folien so aufgespannt werden, dass sich eine sattelartige oder paraboloide Form ergibt
Auch diese komplizierten Formen können ausserhalb der Anlage vorgeschnitten beziehungsweise vorbereitet werden, da die Bauform der Anlage in der Regel bekannt ist, so dass der Montageaufwand in der Grube selbst auf ein Minimum reduziert werden kann. Auf diese Weise lässt sich die Nachrustung auch von ungeübten Kräften ausführen
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Merkmalen der Unteransprüche sowie den sonstigen Anmeldungsunterlagen.
Die Erfindung wird nachstehend anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert.
Dabei zeigen -jeweils in stark schematisierter Darstellung -
Figur 1. einen Schnitt durch eine erfindungsgemäss ausgerüstete Dreikammergrube,
Figur 2. eine Aufsicht auf die Grube nach Figur 1, Figur 3 : perspektivische Ansicht der in der Nachkammer der Grube nach den Figuren 1, 2 ausgebildeten Ablaufschräge,
Figur 4 einen Horizontalschnitt durch die Wand der Nachklärkammer
Die Figuren 1 und 2 zeigen eine Drei-Kammer-Grube 10, die mit Ausnahme der Ausbildung einer Nachklärkammer 12 der Kleinkläranlage nach der DE 38 37 852 C2 entspricht und insbesondere neben einer Vorklärkammer 14 eine mit einem belüfteten, getauchten Festbett ausgebildete Zwischenkammer 16 besitzt,
von der aus etwaiger Überschussschfamm in die
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Nachklärkammer 12 geführt wird
Die Nachklarkammer 12 ist mit einer Ablaufschräge 18 ausgebildet, die aus einer Folie 18f besteht, die über eine Öffnung 20 im Dombereich der Dreikammergrube 10 in die Nachklarkammer 12 gebracht und auf die in Figur 4 dargestellte Art und Weise dort befestigt wurde.
Figur 4 zeigt, dass innenseitig eine Leiste 22 auf der Folie 18f aufliegt und auf der anderen Seite der Folie 18f eine umlaufende Dichtung 24 vorgesehen ist, während Schrauben 26 durch entsprechende Öffnungen in der Leiste 22, der Folie 18f und der Dichtung 24 zur Befestigung der Folie 18f in der Nachklärkammer 12 dienen
Im Ergebnis ergibt sich fur die Ablaufschräge 18 die Form eines Trichterabschnittes, wie dies die Figuren 2 und 3 in Zusammenschau zeigen.
Von oben zugeführter Schlamm kann entlang der Ablaufschräge 18 nach unten rutschen und wird dabei im Bereich eines Pumpensumpfes 28 gestapelt, von wo aus er mittels einer Förderleitung 30 in die Vorklärkammer 14 der Grube 10 bei Bedarf gepumpt werden kann
Um den Wasserdruck auf die Abdeckung 18 zu minimieren, ist die Folie 18f mit Durchbrechungen 18d ausgebildet (Figur 3), so dass beim Befüllen der Mehrkammergrube das Wasser durch diese Öffnungen 18d hindurch in den Raum 32 zwischen der Rückseite 18r der Folie 18f und der Wand 12i beziehungsweise dem Boden 12b der Nachklärkammer 12 eindringen kann.
Um nun wahrend des Betriebs das Eindringen von Schlamm durch die Öffnungen 18d in den Raum 32 zu verhindern, sind die Öffnungen mittels einer (geschlossenen) weiteren Folie (Abdeckung 34) abdeckbar, wie in Figur 3 dargestellt. Die Abdeckung 34 ist ausschliesslich am oberen Rand 18o der Folie 18 befestigt, so dass sie zum Befüllen der Anlage hochgeklappt und anschliessend heruntergeklappt werden kann, um dann die Öffnungen 18d zu verschliessen.
Alternativ kann der Raum 32 auch verfüllt werden, zum Beispiel mit einem aushärtenden Kunststoff-Schaum, der durch mindestens eine Öffnung 18d eingespritzt wird
Wie Figur 1 zeigt, wurde der Winkel zwischen Boden 12b und Ablaufschräge 18 im vorliegenden Beispielsfall auf 60 eingestellt. Die Folie besteht hier aus Polyäthylen.