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Zündvorrichtung für Raketen und dgl.
Selbstbewegliche Geschosse, wie Lufttorpedos, Raketen und dergl. werden durch die Reaktionskraft in Bewegung gehalten, welche dadurch entsteht, dass ein im Projektil expandierendes Gas durch eine Öffnung 30m hinteren Teil des Projektils ausströmt. Das expandierende Gas entsteht durch Verbrennung eines im Projektil befindlichen Triebsatzes. Damit dieser beim Anzünden das erforderliche expandierende Gasvolumen in kurzer Zeit erzeugen kann, muss demselben eine grosse Verbrennungsfläche gegeben werden. Dies geschieht in der Weise, dass ein zylindrischer oder kegelförmiger Kanal (der sogenannte Leib) von der Ausströmungsöffnung bis auf eine gewisse Tiefe der Kernlinie des Satzes vorgesehen wird, so dass das Projektil teils durchbohrten Satz, teils massiven Satz oder die sogenannte Zehrung enthält.
Das Inbetriebsetzen des Torpedos oder der Rakete wird somit in der Weise bewirkt, dass Feuer durch die Ausströmungaönnung oder die sogenannte Kehle in den Triebsatzkanal (den Leib) eingeführt wird, wobei die ganze Wandfläche des Leibes und der Boden der Zehrung angezündet werden und die für das Vorwärtstreiben des Projektils erforderliche expandierende Gasmenge entwickeln.
Die vorliegende Erfindung bezweckt, das Feuer ohne Explosionsgefahr in den Triebsatzkanal von einem leichter zugänglichen Teil des Geschosses einzuführen, als bei den bisher verwendeten stattgefunden hat, anstatt das Feuer durch die Ausströmungsöffnung des Gases am hinteren Teil des Projektils oder durch Zündung von hinten einzuführen, an welcher Offnung hindernde Teile für das Einführen des Feuers oder für ein schnelles Anbringen von Zündmittel oder einen schnellen Austausch einer fehlerhaften Zündvorrichtung im allgemeinen vorhanden sind, beispielsweise an solchen Projektilen, die für das Werfen von Seilen zwecks Rettung von Menschen bei Schinbrüchen, wie Raketen oder Lufttorpedos, verwendet werden.
Die Erfindung besteht darin, dass der vordere, gegenüber der Ausströmungsöffnung befindliche Boden des Projektils mit einer zentralenOnnung versehenist, die sich durch ausströmendes Gas von hoher Temperatur nicht erweitern kann und welche durch einen in dem massiven Teil oder sogenannten Zehrung des Triebsatzes vorgesehenen Kanal mit dem vorderen Ende des Leibes kommuniziert, damit man durch die Spitze oder den vorderen Boden des Projektils einen Feuerstrahl in den Leib einführen und die Wände desselben entzünden kann, so dass das Projektil in dieser Weise durch Zündung von vorn anstatt durch das Einführen des Feuers in der bisher gebräuchlichen Weise durch die Kehle oder durch Zündung von hinten in Bewegung versetzt wird.
Durch die genannte Anordnung wird somit das expandierende Gas durch zwei gerade entgegengesetzte Öffnungen, nämlich die Kehle am hinteren Ende des Projektils und die Zünd- öffnung am vorderen Ende desselben aus dem Projektil ausströmen. Indem man die Zündöffnung kleiner als den Durchmesser der Kehle macht, wird indessen die Bewegungsrichtung des Projektils nach vorn nicht verändert, die vorwärtstreibende Kraft wird dagegen vermindert. Um diesen Kraftverlust so gering als nur möglich zu machen, wird die Zündüffnung sehr klein gemacht, und zwar nur so gross, dass ein Feuerstrahl für die Anzündung des Triebsatzes von aussen durch dieselbe passieren kann. Ein derartiger Feuerstrahl wird z. B. durch eine kleine Pulverladung erzeugt, die ausserhalb der Zündöffnùng vorgesehen wird, welche Ladung durch Stoppine oder in anderer Weise entzündet wird.
Um den genannten Kraftverlust gänzlich zu vermeiden, kann die genannte Pulverladung in einem gasdichten Raum eingeschlossen sein. Die Entzündung wird am zweckmässigsten durch einen elektrischen Funken bewirkt. Das im Projektil entwickelte Gas, welches bestrebt ist, durch
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iie Zndofhnung auszuströmen, wird in diesem Raume gehindert, auszuströmen, wodurch dem" roach veine Triebkraft verloren geht. Bei dieser Vorrichtung ist somit die Grösse der Zündöitnung ganz unabhängig von dem Durchmesser der AuNatrömungaffnuhg und die Grösse derselben kann t ! so nach Belieben bemessen werden, ohne aui den Lauf des Projektils durch die Luft einzuwirken.
Fig. 1 der beigefügten Zeichnung ist ein Längsschnitt einer Rakete, die mit einer Zündvorrichtung gemäss dieser Erfindung versehen ist. Fig. 2 ist ein Längsschnitt z. B. eines Unge'schen Lufttorpedos, bei welchem die Erfindung angewendet ist.
1 bezeichnet die gewöhnliche Hülse, die am Stock 2 befestigt ist, 3 die Kehle, 4 den kegel- törmigen Leib oder die Verbrennungsfläche und 5 die sogenannte Zehrung ; 6 ist eine Scheibe aus schwerverbrennlichem Material, z. B. Metall, Porzellan oder dergl., die einen vorwärts gekehren, eine kleine Pulverladung ss enthaltenden, hohlen Ansatz 7 hat. Die Scheibe 6 hat eine Öffnung 9, welche durch einen Kanal 10 in der Zehrung 5 mit dem Leib 4 in Verbindung steht. Die Pulverladung 8 kann durch eine Stoppine 11, die in den Ansatz 7 eingesteckt ist, entzündet werden.
Durch Entzündung der Stoppine 11 wird die kleine Pulverladung 8 entzündet, wobei ein Feuerstrahl durch die Öffnung 9 und den Kanal 10 in den Leib 4 schlägt und den Raketen-Triebsatz entzündet, dessen Gas sogleich anfängt, sowohl durch die Zündöffnung 9 als durch die Kehle 3 auszuströmen. Dadurch dass der Durchmesser der letzteren grösser als derjenige der Zündöffnung ist, setzt sich die Rakete dessen ungeachtet nach vorn in Bewegung.
Bei dem in Fig. 2 gezeigten Lufttorpedo ist 12 die Torpedohülse aus Stahl, 13 die Turbine, durch welche das Gas ausströmt, 14 der Torpedoboden, 15 eine am Boden vorgesehene Zünd- öffnung, die von einem geschlossenen, mit Schraubdeckel 16 versehenen Raum oder Kammer 17 für die Zündladung in der Gestalt eines in die Kammer 17 eingeschobenen elektrischen Zünders 18 geeigneter Art in den Kanal 10 führt. Falls der Zünder für Zentralzündung gebaut ist, ist der eine Pol desselben in Kontakt mit einem im Deckel eingesetzten, von demselben isolierten Leiter 19. während der andere Pol (die Hülse des Zünders) mit den metallischen Teilen des Torpedos in Berührung ist.
Zwischen Deckel 16 und Hülse 12 ist ein kegelförmiger Teil 20 eingesteckt, welcher die Spitze des Torpedos stützt. 10 ist der Verbindungskanal zwischen der Zündöffnung 15 und dem Leibe 4.
Wenn ein elektrischer Strom durch den Leiter 19 eingeleitet wird, wird die Ladung im
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entzündet. Das Gas strömt durch die Turbine 13 aus und treibt den Torpedo vorwärts, wobei der Deckel 16 und der Zünder 18 das Gas hindern, nach vorn durch die Zündöffnung auszuströmen.
Will man den Verbindungskanal10 vermeiden, so kann man den Leib 4 bis an die Zündöffnung 15 vorwärM ziehen, wie durch punktierte Linien 21 gezeigt ist. Falls man den Torpedo mit einer Stoppine anziinden will, entfernt man den Deckel 16 und den Zünder 18 und bringt anstatt dessen eine Ladung in die Kammer 17 mit einer Mtoppine, z. B. in der in Fig. 1 gezeigten Weise.
PATENT-ANSPRÜCHE : t. Bei selbstbeweglichen Projektilen, d. h. solchen, die selbst den Triebsatz enthalten, dessen Uas einen Reaktionsdruck durch die Ausströmung nach hinten erzeugt, wie Lufttorpedos, Raketen, die Anordnung einer an die Verbrennungsfläclie (4) des genannten Triebsatzes leitenden Öffnung am vorderen Teil des Projektils zwecks Zündung des Triebsatzes von vorn.