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Die Erfindung betrifft eine Weiterentwicklung eines Visiermesswinkels zur Durchmesserbestimmung an stehenden Baumstämmen, wobei der erste Schenkel des an den Baumstamm anzulegenden festen Messwinkels auf der Rückseite eine gekrümmte Ableseskala trägt und mit einem in Blickrichtung vor der Ableseskala befindlichen Visierstift über einen Arm starr verbunden ist und der zweite Schenkel des Messwinkels um einen am Arm vorgesehenen Gewindebolzen als Achse in die Längsrichtung des Armes verschwenkbar und fixierbar ist, wie dieser z. B. in der Österr. Patentschrift Nr. 172607 und in der Deutschen Patentschrift Nr. 908416 beschrieben wird.
Der Vorteil der bekannten Konstruktion besteht darin, dass durch blosses Anlegen eines starren Winkels von 1350 an die Baumwalze und Visur über einen feststehenden Stift zur rechten Stammkontur auf einer dazwischenliegenden Skala unmittelbar der Stammdurchmesser abgelesen werden kann, wobei das Messgerät keinerlei mechanischer Verschiebung bedarf und mit nur einer Hand zu halten ist. In der Praxis hat sich gezeigt, dass das Messsystem auch bei sehr grossen Stammdurchmessern erfolgreich war, da man dort mit Parallelkluppen nicht mehr arbeiten kann ; allerdings mussten hier etwa doppelt grosse Visiermesswinkel angefertigt werden.
Der gegenständlichen Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einerseits die einhändige Bedienung in der Weise zu verbessern, dass der nur etwa 130 g schwere Messwinkel auf dem Handrücken getragen werden kann, wodurch die betreffende Hand und/oder deren Finger für anderweitigen Gebrauch verfügbar bleiben, und andererseits für die Bestimmung von doppelt grossen Stammdurchmessern einen Erweiterungsansatz zur Verfügung zu stellen, für den die gleiche Ableseskala benützt werden kann.
Zur Lösung dieser Aufgabe ist der erfindungsgemässe Visiermesswinkel dadurch gekennzeichnet, dass im Bereich des ersten Schenkels und des Armes drei Bohrungen vorgesehen sind, die entweder zur Befestigung einer das Halten des Messwinkels erleichternden elastischen Schnur, oder zur Befestigung einer entsprechend komplementäre Befestigungselemente aufweisenden Unterlagsplatte dienen, wobei die Unterlagsplatte einen Teil eines zum Messwinkel im geometrischen Sinn ähnlichen und um den Ähnlichkeitsfaktor k = 2 vergrösserten zweiten Messwinkels darstellt und der das Zentrum für die zentrale Erweiterungsprojektion darstellende Visierstift des ersten Messwinkels auch den Visierstift des zweiten vergrösserten Messwinkels darstellt,
um bei Bedarf doppelt grosse Baumdurchmesser unter Verwendung der gleichen Ableseskala mit einfachen Umrechnungsfaktoren bestimmen zu können.
Der Erfindungsgegenstand wird nun anhand der Zeichnungsfiguren 1-4 erläutert : Fig. 1 zeigt den Handrücken-Visiermesswinkel zusammengeklappt, Fig. 2 in Arbeitsstellung mit Baumreisser, Fig. 3 die Ableseskala und Fig. 4 Geometrie und Form des Erweiterungsstückes.
Die Ausmasse des in Fig. 1 gezeigten zusammengelegten Visiermesswinkels betragen rund 27 X 19 X 2 cm und sein Gewicht etwa 130 g. Er ist aus form- und wetterbeständigem Kunststoff hergestellt. Die links zu sehende Flügelmutterschraube dient dem Lösen und Feststellen des ausschwenkbaren Winkelschenkels.
Die Visiernadel --V-- ist aufgestellt. Die mit --1--, --2-- und -3-- bezeichneten Bohrlöcher dienen entweder dem Einziehen von Gummischnüren (in --1-- und --3-- sieht man die Knoten einer unterseits durchlaufenden Gummischnur --6--), oder der Befestigung auf dem Erweiterungsteil (Fig. 4), wo sich die gleich bezeichneten Bohrlöcher fortsetzen. Die Flächen, in welchen sich die drei Bohrlöcher befinden, sind ober- wie unterseits je um ein Drittel der Plattenstärke abgesenkt, so dass unterseits in diesen Bereichen Klettenverschlussbänder eingeklebt werden können.
In Fig. 2 sieht man eine Gummischnur--6--durch die Handfläche laufen, was das Festhalten eines anderen Gegenstandes (im Bild als Beispiel ein Baumreisser) keinesfalls stört. Gegebenenfalls könnten auch (als anderes Beispiel) die freien Finger der gleichen Hand dem Eintippen von Messwerten in ein elektronisches Registriergerät dienen. Zur besseren Fixierung auf dem Handrücken kann zusätzlich auch noch eine Handschlaufe --13-- als Gegenband zum Klettenverschluss benützt werden. Mit --12-- ist die ober- wie unterseits im Bereich des Armes--5--abgesenkte Ptattenstärke bezeichnet.
Von dem an den Baumstamm anzulegenden festen Messwinkel ist der erste Schenkel mit --4-- und der zweite mit --9-- bezeichnet, die gekrümmte Ableseskala auf der Rückseite von --4-- mit --8--.
Mit dem Bild der doppelten Ableseskala (Fig. 3) soll noch die Einfachheit der Umrechnungen bei Verwendung des Erweiterungsstückes für doppelt grosse Stammdurchmesser erläutert werden. Bei Benützung ohne Ansatz auf dem Handrücken (Fig. 2) liefert die obere Skala Werte für Stammdurchmesser von 4 bis 100 cm und die untere die den Durchmessern jeweils entsprechenden Stückzahlen pro Hektar (n/ha) falls es sich bei den Bäumen um eine mit Zählfaktor 4 gemachte Relaskopstichprobe handelt. Wurde eine solche Stichprobe mit Zählfaktor 2 ausgeführt, so sind die Werte der n/ha-Skala halbiert in Rechnung zu steilen.
Bei Benützung des Ansatzstückes für doppelt grosse Stammdurchmesser (Fig. 4) sind die Ablesungen auf der oberen Skala zu verdoppeln, während jene auf der n/ha-Skala bei Zählfaktor 4 zu vierteln, beziehungsweise bei Zähifaktor 2 zu achteln sind.
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Fig. 4 erklärt die Geometrie und damit auch die Form des Erweiterungsstückes für doppelt grosse Stammdurchmesser : Die Visiernadel --V-- ist das Zentrum für zentrale Projektion der Punkte--a--,--b--und - auf den doppelten Abstand nach aussen zu den Punkten--A--,--B--und--C--. Gemäss dem Strahlensatz sind nun alle wesentlichen Dimensionen des Messwinkels verdoppelt und sind somit auch die Durchmesserablesungen auf der gleich verbliebenen Skala verdoppelt In Rechnung zu steilen. Da sich aber die Kreisfläche bei verdoppeltem Durchmesser vervierfacht, gelten die Ablesewerte auf der unteren n/ha-Skala nur zu einem Viertel bei Zählfaktor 4, beziehungsweise zu einem Achtel bei Zähifaktor 2.
(Ein einzelner in die Relaskopstichprobe fallender Stamm muss am Hektar in so grosser Stückzahl vorhanden sein, als seine Einzelkreisfläche in m2 im Zählfaktor enthalten ist). Der in Fig. 1 gezeigte zusammengeklappte Messwinkel wird an den mit--1--,--2-und--3--bezeichneten Bohrtochste ! ten an der in Fig. 4 hell gesprenkelt bezeichneten Unterlagsplatte -7-- befestigt und liegt mit a-b fest am horizontal schraffierten etwa 10 mm hochstehenden Hauptteil des Ansatzwinkels auf. Der ausschwenkbare Anlegeschenkel --10-- des Ansatzwin- kels ist vertikal schraffiert und die dort hell gesprenkelt bezeichneten Flächen bedeuten eine der Verstärkung dienende Mittelrippe.
Am Hauptteil des Ansatzwinkels ist der Bereich nächst --a-- in Richtung --A-- als Haltegriff für den Grosswinkel vorgesehen.