AT391368B - Geschoss fuer eine beschraenkte flugweite - Google Patents
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Description
Nr. 391 368
Die Erfindung bezieht sich auf ein Geschoß für eine beschränkte Flugweite, das mittels einer üblichen Treibladung aus einem mit Zügen bestehenden Geschützrohr austreibbar ist, bestehend aus einem Geschoßboden, einem Mantel mit Sollbruchstellen zum Aufbrechen des Mantels in schirmartig abspreizbare Mantelteile und aus einer körnigen Füllung für den vom Geschoßboden und dem Mantel umschlossenen Mantelraum.
Um ein Gewöhnungs- und Übungsschießen auch für weitertragende Geschütze auf räumlich begrenzten Plätzen durchführen zu können, muß die Flugweite der mit Hilfe üblicher Treibladungen aus dem mit Zügen versehenen Geschützrohr unter einer entsprechenden Drallerteilung austreibbaren Geschoßen beschränkt werden. Eine solche Beschränkung der Flugweite ist außerdem für den Funktions- und Überdruckbeschuß beispielsweise von außerhalb von Übungsplätzen fest eingebauten Geschützen vorteilhaft, weil es in diesen Fällen lediglich auf die volle Geschützbelastung, nicht aber auf die Schußwirkung ankommt. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, soll das Geschoß nach dem Austritt aus dem Geschützrohr in vergleichsweise kleine, leichte Teile zerfallen, die einen großen Luftwiderstand aufweisen und daher nach einer kurzen Flugweite auf die Erde fallen. Zu diesem Zweck ist es bekannt, den vom Geschoßboden und dem Mantel des Geschoßes umschlossenen Mantelraum mit einem feinkörnigen Gut zu füllen und den vorzugsweise aus Kunststoff bestehenden Geschoßmantel mit über den Umfang verteilten Axialnuten als Sollbruchstellen zu versehen, so daß die durch den Geschoßdrall bedingten Fliehkräfte den Geschoßmantel nach dem Austritt des Geschoßes aus dem Geschützrohr entlang der Sollbruchstellen in Mantelteile aufreißen, die durch die Belastung zufolge der Fliehkräfte und des Luftwiderstandes schirmartig abgespreizt werden und die feinkörnige Füllung ffeigeben. Mit der Entleerung des Mantelraumes wird die Geschoßmasse gegenüber der für den Abschuß erforderlichen Sollmasse erheblich herabgesetzt, was im Zusammenhang mit dem erhöhten Luftwiderstand im Bereich der abgespreizten Mantelteile zu einer entsprechenden Verringerung der Flugweite des Geschoßes führt. Die aus dem Geschoß austretende, körnige Füllung stellt eine große Oberfläche dar, die für eine wirksame Abbremsung der Füllungskömer sorgt
Nachteilig bei diesen bekannten Geschoßen ist allerdings, daß sich der Schwerpunkt des Geschoßkörpers beim Entleeren des Mantelraumes gegen den Geschoßboden hin hinter die schirmartig abgespreizten Mantelteile verlagert, so daß es durch die an den abgespreizten Mantelteilen wirksam werdenden Bremskräfte zu einer Drehmomentbelastung kommen kann, die das Geschoß trotz der drallbedingten Lagestabilisierung um eine Querachse verdreht, was nicht nur zu unvorhersehbaren Richtungsänderungen, sondern auch zu einer erheblichen Vergrößerung der Flugweite führen kann, weil beispielsweise die abgespreizten Mantelteile wegen des nunmehr gegensinnig angreifenden Luftwiderstandes wieder gegen die Geschoßachse zurückgebogen werden.
Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, diesen Mangel zu vermeiden und ein Geschoß der eingangs geschilderten Art mit einfachen Mitteln so zu verbessern, daß die Flugweite sicher auf ein vorgegebenes Höchstmaß eingeschränkt werden kann.
Die Erfindung löst die gestellte Aufgabe dadurch, daß innerhalb des Mantelraumes ein axial unverschiebbar mit dem Geschoßboden verbundener, axialer Träger für eine Stabilisierungsmasse angeordnet ist, deren axialer Abstand vom Geschoßboden einen Gesamtschwerpunkt des Geschoßköipers mit abgespreizten Mantelteilen ohne körnige Füllung in Flugrichtung vor den abgespreizten Mantelteilen ergibt.
Durch das Anordnen einer entsprechenden Stabilisierungsmasse innerhalb des Mantelraumes im vorderen Geschoßbereich kann der Einfluß der Verlagerung des Gesamtschwerpunktes beim Austreten der körnigen Füllung des Mantelraumes auf ein Maß beschränkt werden, das die stabile Fluglage des Geschoßes nicht gefährden kann, weil der Gesamtschwerpunkt des Geschoßkörpers ohne körnige Füllung bei abgespreizten Mantelteilen in Flugrichtung vor den abgespreizten Mantelteilen liegt und daher die wirksame Masse gegenüber dem bremsenden Schirm aus den abgespreizten Mantelteilen vorauseilt. Die durch die zusätzliche Stabilisierungsmasse bedingte, geringfügige Vergrößerung der Flugweite spielt im Vergleich zu gattungsgemäßen Geschoßen keine Rolle, weil ja stets mit der größten möglichen Flugweite gerechnet werden muß, die eben bei den herkömmlichen Geschoßen dieser Art erheblich höher ist Außerdem wird die für den Abschuß erforderliche Sollmasse des Geschoßes vor allem durch die körnige Füllung bestimmt, so daß der Einfluß der verbleibenden Masse des leeren Geschoßköipers von vornherein beschränkt ist.
Die Flugstabilität des entleerten Geschoßkörpers hängt naturgemäß von der Lage des Gesamtschwerpunktes dieses Geschoßkörpers gegenüber dem bremsenden Schirm aus den abgespreizten Mantelteilen und damit von der Lage der Stabilisierungsmasse ab. Um nach dem Aufreißen des Geschoßmantels und der Entleerung des Mantelraumes die Stabilisierungsmasse gegenüber ihrer Einbaulage in Flugrichtung nach vome verlagern zu können, kann die Stabilisierungsmasse auf dem Träger anschlagbegrenzt axial verschiebbar gelagert sein. Werden auf dem Schirm der abgespreizten Mantelteile entsprechende Bremskräfte wirksam, so wird die Stabilisierungsmasse aufgrund der Trägheitskräfte gegenüber dem gebremsten Träger im Sinne der gewünschten Abstandsvergrößerung gegen den vorderen Anschlag verschoben.
Eine andere Möglichkeit, die Stabilisierungsmasse nach der Entleerung des Mantelraumes in Flugrichtung nach vorne zu verlagern besteht darin, den Träger für die Stabilisierungsmasse aus zwei gegeneinander axial verschiebbaren Teilen zusammenzusetzen, so daß die Trägheitskräfte der Stabilisierungsmasse den Träger beispielsweise teleskopartig auseinanderziehen, wobei wiederum die angestrebte Verlagerung des Gesamtschwerpunktes nach vome erreicht wird.
Um bei der Drallerteilung des Geschoßes während des Austreibens aus dem mit Zügen versehenen Geschützrohr nicht die Stabilisierungsmasse mitdrehen zu müssen, kann entweder der Träger für die -2-
Claims (6)
- Nr. 391 368 Stabilisierungsmasse gegenüber dem Mantel oder die Stabilisierungsmasse auf dem Träger selbst drehbar gelagert sein. Diese Maßnahme setzt naturgemäß die bei der Drallerteilung auftretenden Beschleunigungskräfie herab. Für die Stabilisierung der Flugbahn des Geschoßes ist allerdings ein Mitdrehen der Zusatzmasse mit dem übrigen Geschoßkörper wünschenswert. Aus diesem Grunde kann der Träger bzw. die Stabilisierungsmasse über eine Rutschkupplung drehbar gehalten sein, die eine verzögerte Drallerteilung der Stabilisierungsmasse sicherstellt, ohne die sonst auftretenden Beschleunigungskräfte voll in Kauf nehmen zu müssen. In der Zeichnung ist der Erfindungsgegenstand beispielsweise dargestellt, und zwar wird ein erfindungsgemäßes Geschoß in einem schematischen Axialschnitt gezeigt. Das Geschoß gemäß dem dargestellten Ausführungsbeispiel besteht im wesentlichen aus einem Geschoßboden (1), einem Mantel aus Kunststoff (2) und einer körnigen Füllung (3) des durch den Geschoßboden (1), den Mantel (2) und einer vorderen Abschlußkappe (4) umschlossenen Mantelraum, in dem ein axialer Träger (5) für eine im Bereich der Abschlußkappe (4) angeordnete Stabilisierungsmasse (6) vorgesehen ist. Dieser mit dem Geschoßboden (1) axial unverschiebbare Träger (5) dient außerdem zur Verbindung des Geschoßmantels (2) mit dem Geschoßboden (1), zwischen dem und einer auf dem Träger (5) aufgeschraubten Klemmutter (7) der einen Anschlußflansch (8) bildende Mantel (2) festgeklemmt wird. Die Stabilisierungsmasse (6) ist am vorderen Ende des Trägers (5) auf diesen aufgeschraubt, kann aber auch auf eine andere Weise mit dem Träger (5) verbunden sein oder durch den Träger (5) selbst einstückig gebildet werden. Nach dem Abschuß des Geschoßes, das in üblicher Weise an eine Hülse mit einer Treibladung angeklemmt werden kann, wird die schnappverschlußartig mit dem Mantel (2) verbundene Abschlußkappe (4) aufgrund der Geschoßbelastung abgelöst und der Mantel (2) entlang von nicht dargestellten, axial verlaufenden Sollbruchstellen in Mantelteile (9) aufgerissen, die zufolge der drallbedingten Fliehkräfte und des Luftwiderstandes schirmartig abgespreizt werden, wie dies strichpunktiert in der Zeichnung angedeutet ist. Gleichzeitig entleert sich die körnige Füllung (3), wobei sich eine Schwerpunktsverlagerung ergibt. Die Lage des Gesamtschweipunktes des entleerten Geschoßes bleibt jedoch in Flugrichtung vor dem durch die abgespreizten Mantelteile (9) gebildeten Bremsschirm, und zwar wegen der im Bereich des vorderen Geschoßendes angeordneten Stabilisierungsmasse (6), so daß der Gesamtschweipunkt dem bremsenden Schirm aus den abgespreizten Mantelteilen (9) entsprechend vorauseilt und sich das Geschoß nicht um eine Querachse drehen kann. Die Bremswirkung der abgespreizten Mantelteile (9) bleibt daher mit Sicherheit erhalten, so daß die Flugweite des entleerten Geschoßkörpers begrenzt ist. PATENTANSPRÜCHE 1. Geschoß für eine beschränkte Flugweite, das mittels einer üblichen Treibladung aus einem mit Zügen bestehenden Geschützrohr austreibbar ist, bestehend aus einem Geschoßboden, einem Mantel mit Sollbruchstellen zum Aufbrechen des Mantels in schirmartig abspreizbare Mantelteile und aus einer körnigen Füllung für den vom Geschoßboden und dem Mantel umschlossenen Mantelraum, dadurch gekennzeichnet, daß innerhalb des Mantelraumes ein axial unverschiebbar mit dem Geschoßboden (1) verbundener, axialer Träger (5) für eine Stabilisierungsmasse (6) angeordnet ist, deren axialer Abstand vom Geschoßboden (1) einen Gesamtschwerpunkt des Geschoßkörpers mit abgespreizten Mantelteilen (9) ohne körnige Füllung (3) in Flugrichtung vor den abgespreizten Mantelteilen (9) ergibt.
- 2. Geschoß nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Stabilisierungsmasse (6) auf dem Träger (5) anschlagbegrenzt axial verschiebbar gelagert ist.
- 3. Geschoß nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger (5) für die Stabilisierungsmasse (6) aus zwei gegeneinander axial verschiebbaren Teilen besteht
- 4. Geschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger (5) gegenüber dem Geschoßmantel (2) drehbar gehalten ist. -3- Nr. 391 368
- 5. Geschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Stabilisierungsmasse (6) auf dem Träger (5) drehbar gelagert ist.
- 6. Geschoß nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Träger (5) bzw. die 5 Stabilisierungsmasse (6) über eine Rutschkupplung drehbar gehalten ist. 10 Hiezu 1 Blatt Zeichnung
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