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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beimengen von Beigaben, beispielsweise Medikamen- ten, zu einem über eine Förderleitung nacheinander vorbestimmten Futterstellen zugeführten und dort ausgegebenen Futtermittel an einer einzigen, von den Futterstellen entfernt angeordneten
Zugabestelle in der Förderleitung. Ferner bezieht sich die Erfindung auf eine Vorrichtung zur
Durchführung eines solchen Verfahrens.
Häufig besteht die Notwendigkeit, Tieren ein Medikament oder ein anderes das Tier in irgendeiner Weise beeinflussendes Mittel zu verabreichen. Bei Verwendung von automatischen
Fütterungsanlagen oder von automatischen Tränkanlagen besteht die Forderung, auch die Medikamen- te od. dgl. automatisiert zu verabreichen.
Bei der Medikamentierung einer grösseren Tierzahl gleichen Alters und gleichartigen Gesund- heitszustandes, somit gleichen Medikamentenbedarfes, ist es bereits bekannt, das Medikament dem Trinkwasser der Tiere beizumengen. Weiters wurde bereits vorgeschlagen, bei Verwendung von Flüssigfütterungsanlagen, bei welchen das Futter von einem Futtermittelbehälter über eine
Förderleitung den einzelnen Futterstellen zugeführt wird, das Medikament dem Futter beizumengen, bevor dieses über die Förderleitung zu den Futterstellen transportiert wird.
Diesen bekannten Verfahren haftet der wesentliche Nachteil an, dass eine genaue Dosierung des Medikamentes beim einzelnen Tier nicht gegeben ist, da die Menge des Medikamentes, welches vom Tier aufgenommen wird, von der Menge des getrunkenen Wassers und von der Menge des gefressenen Futtermittels abhängig ist. Insbesondere die Wasseraufnahme ist bei verschiedenen Tieren äusserst unterschiedlich. Es erhalten daher dann, wenn das Medikament dem Trinkwasser beigemengt wird, einzelne Tiere eine überhöhte, andere eine unzureichende Dosis des Medikamentes.
Beides stellt einen grossen Nachteil dar.
Ausserdem kommt es häufig vor, dass insbesondere bei grossen Tierbeständen nur ein kleiner Teil der Tiere einer Medikamentierung bedarf, z. B. bei Auftreten einer Verkühlung in einem einzelnen Raum. In diesem Fall sind die bekannten Verfahren nicht anwendbar, es sei denn, man nimmt in Kauf, dass auch die gesunden Tiere mit dem Medikament versorgt werden, was jedenfalls eine beträchtliche Steigerung des Medikamentenbedarfes mit sich bringt.
Um Flüssigfütterungsanlagen, bei welchen das Futtermittel durch eine Förderleitung zu den einzelnen Futterstellen transportiert wird, an im Abhängigkeit vom jeweiligen Tierbestand wechselnden Futterbedarf anpassen zu können und für unterschiedliche Futterzusammensetzungen geeignet zu machen, ist es bereits bekannt, zwischen den einzelnen in der Förderleitung befindlichen Futterbreisträngen begrenzter Länge, welche zu bestimmten Futterstellen transportiert werden, in dieser Förderleitung eine ernährungsphysiologisch unbedenkliche Füllflüssigkeit, insbesondere Wasser, vorzusehen, durch welche die einzelnen Futterbreistränge weiterbefördert werden. Die Länge der Futterbreistränge und die Menge der dazwischen angeordneten Flüssigkeit sind derart bemessen, dass der Futterbrei in einer für seine Frischhaltung hinreichend kurzen Zeit verfüttert wird.
Es ist weiters bekannt, zwecks präziser Dosierung des Futtermittels an den einzelnen Futterstellen in der Förderleitung ein Durchflussmengenmessgerät anzuordnen und dieses mit einem Impulsgeber zu kuppeln, der der gemessenen Durchflussmenge proportionale Steuerimpulse abgibt, die eine vorwählbare Öffnungsdauer der an den Futterstellen vorgesehenen Absperrventile steuert.
Die Erfindung hat sich zur Aufgabe gestellt, die erwähnten Nachteile zu vermeiden und ein Verfahren zum Beimengen von Beigaben, beispielsweise Medikamenten, zu einem Futtermittel zu schaffen, welches eine Beimengung an einer zentralen Stelle ermöglicht und dennoch sicherstellt, dass nur das an vorbestimmten Futterstellen zur Ausgabe gelangende Futtermittel mit dieser Beigabe versehen ist, also nur eine genau vorbestimmte Anzahl von Tieren mit dieser Beigabe versorgt wird.
Das erfindungsgemässe Verfahren besteht im wesentlichen darin, dass die Menge des geförderten Futtermittels, die durch Messen des Gewichts und/oder des Volumens bestimmt wird, an einer Stelle, die in der Förderleitung vor der ersten Futterstelle liegt, bestimmt wird, und mit der Zugabe der Beigaben zu einem Zeitpunkt begonnen wird, an welchem die ermittelte Menge des geförderten Futtermittels jener Menge entspricht, die zu den Futterstellen mit Ausgabe von Futtermittel ohne Beigaben gefördert und dort ausgegeben wurde, welche Futterstellen vor der betreffenden Futterstelle mit Ausgabe von Futtermittel mit Beigabe angespeist werden,
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Förderpumpe eingeschaltet ist, und wenigstens einen die Beigabe enthaltenden Dosierbehälter, der über eine Dosierleitung mit der Förderleitung verbunden ist,
wobei in der Dosierleitung eine Dosiereinrichtung, beispielsweise eine Dosierpumpe, eingeschaltet ist. Die erfindungsgemässe
Vorrichtung ist hiebei im wesentlichen gekennzeichnet durch eine in die Förderleitung eingeschalte- te Messeinrichtung für die Ermittlung der Menge des geförderten Futtermittels durch Volums- und/oder Gewichtsmessung und durch Einrichtungen zur Beeinflussung der Arbeitsdauer und/oder der Förderleistung der Dosiereinrichtung in Abhängigkeit von der gemessenen Menge des geförderten
Futtermittels.
Zweckmässig ist hiebei die Messeinrichtung mit einem Impulsgeber versehen, der an eine, vorzugsweise elektronische, Auswerteschaltung angeschlossen ist, die einen Komparator aufweist, welcher die Impulse des Impulsgebers summiert und mit vorbestimmten Sollwerten vergleicht, wobei die Dosiereinrichtung in Abhängigkeit von der Übereinstimmung der summierten
Impulszahlen mit den vorbestimmten Sollwerten gesteuert ist. Die Steuerung kann dadurch erfolgen, dass Arbeitsbeginn und Arbeitsende der Dosiereinrichtung bestimmt werden, aber auch dadurch, dass die Förderleistung, also die Menge des von der Dosiereinrichtung geförderten Medikamentes od. dgl., verändert wird. Besteht die Dosiereinrichtung aus einer Membranpumpe, so erfolgt die Veränderung der Förderleistung zweckmässig durch Änderung der Hubhöhe der Membranpumpe.
Vorzugsweise ist die Dosiereinrichtung von einem Gleichstrom-Nebenschlussmotor angetrieben, dessen Nebenschlusswicklung von der, vorzugsweise elektronischen, Auswerteschaltung gesteuert wird. Auf diese Weise lässt sich eine genaue Regelung der Drehzahl der Dosiereinrichtung erzielen, so dass eine exakte Beimengung des Medikamentes od. dgl. zu einem bestimmten Zeitpunkt in einer vorbestimmten Menge zum Futtermittel gewährleistet ist. Die Dosiereinrichtung kann erfindungsgemäss zur exakteren Regelung mit einem Tachogenerator verbunden sein, der mit der Auswerteschaltung elektrisch gekuppelt ist.
Im folgenden wird die Erfindung an Hand der Zeichnung näher erläutert.
An einen Futtermittelbehälter --1--, in dem sich das zu verfütternde Futtermittel befindet, ist eine Förderleitung --3-- angeschlossen, in die eine Förderpumpe --2-- eingeschaltet ist.
Die Förderleitung --3-- verzweigt sich über ein Umschaltventil --4-- in zwei Abzweigleitungen --3', 3"--, die zu den einzelnen Stallgebäuden --5, 5', 5"-- führen, in welchen die Futter- stellen-6, 6', 6"-angeordnet sind.
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befindet sich das beizumengende Medikament. Von diesem Dosierbehälter --7-- wird über eine Dosierpumpe --9--, die zweckmässig als Membranpumpe ausgebildet ist, das Medikament in eine Dosierleitung --10-- gefördert, in der ein Rückschlagventil --11-- eingeschaltet ist. Die Dosierlei- tung --10-- mündet an einer Stelle in die Förderleitung --3--.
An einer Stelle in der Förderleitung --3-- in Strömungsrichtung vor der Einmündung der Dosierleitung --10-- ist eine Messeinrichtung --13-- für die Messung der Menge (des Volumens oder Gewichtes) des in der Förderleitung --3-- geförderten Futtermittels eingeschaltet. Zweckmässig besteht die Messeinrichtung aus einem magnetisch induktiven Zählwerk, welches Impulse abgibt, die über eine Leitung --15-- einem Komparator --14-- zugeleitet werden, wo die abgegebenen Impulse summiert und mit eingegebenen Sollwerten verglichen werden.
Bei Übereinstimmung wird über eine elektronische Drehzahlregelung --12-- die Dosierpumpe --9-- in Bewegung gesetzt
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--7-- befindlichenZeitpunkt, in welchem sichergestellt ist, dass das mit dem Medikament versehene Futtermittel an einer bestimmten Futterstelle-6, 6', 6"-- oder an einzelnen bestimmten Futterstellen zur Ausgabe gelangt. Bei diesen Futterstellen befinden sich in den Abzweigleitungen-3', 3"nicht dargestellte Absperrorgane, welche bewirken, dass die Futterstellen nacheinander mit Futtermittel versorgt werden.
Selbstverständlich ist es möglich, mehrere Dosierbehälter --7-- mit verschiedenen Medikamenten vorzusehen, welche über Dosierleitungen --10-- an einer bestimmten Stelle mit der Förderleitung --3-- in Verbindung stehen, wobei eine getrennte Steuerung jeder Dosierpumpe --9-- erfolgt, so dass wahlweise an einzelnen Futterstellen verschiedene Medikamente und auch an einzelnen Futterstellen mehrere Medikamente gleichzeitig verabreicht werden können.
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Zur exakteren Regelung kann die Dosierpumpe mit einem Tachogenerator ausgerüstet sein.
Bei einer vollautomatischen Anlage werden in eine Mikroprozessorsteuerung die an den einzelnen
Futterstellen auszugebenden Futtermittelmengen eingegeben, wobei als Zusatzinformation zu den jeweiligen Futterstellen Zudosierbefehle eingegeben werden, beispielsweise durch einzugebende
Zusatzziffern 0 oder 1, die den gewünschten Futtermittelmengen angehängt oder vorangestellt werden. Zusätzlich muss das Ablaufprogramm der Austeilautomatik dahingehend ergänzt werden, dass der in den elektronischen Speichern abgelegte Befehl auf Zudosierung eines Medikamentes für die jeweilige Stelle abgefragt werden muss und der unter Berücksichtigung der Anlagendaten errechnete Einsatzzeitpunkt pro zu dosierender Futterstelle zum Starten und Stoppen der Dosierpum- pe verwendet wird.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Beimengen von Beigaben, beispielsweise Medikamenten, zu einem über eine Förderleitung nacheinander vorbestimmten Futterstellen zugeführten und dort ausgegebenen
Futtermittel an einer einzigen, von den Futterstellen entfernt angeordneten Zugabestelle in der
Förderleitung, dadurch gekennzeichnet, dass die Menge des geförderten Futtermittels, die durch
Messen des Gewichts und/oder des Volumens bestimmt wird, an einer Stelle, die in der Förderlei- tung vor der ersten Futterstelle liegt, bestimmt wird, und mit der Zugabe der Beigaben zu einem Zeitpunkt begonnen wird, an welchem die ermittelte Menge des geförderten Futtermittels jener Menge entspricht, die zu den Futterstellen mit Ausgabe von Futtermittel ohne Beigaben gefördert und dort ausgegeben wurde,
welche Futterstellen vor der betreffenden Futterstelle mit Ausgabe von Futtermittel mit Beigabe angespeist werden, sowie im Falle der Speicherung von Futtermittel in der Förderleitung der in dieser Förderleitung vor der Ausgabe an dieser letztgenannten Futterstelle gespeicherten Menge, und die Zugabe spätestens zu einem Zeitpunkt beendet wird, an dem die an dieser letztgenannten Futterstelle auszugebende Menge die Zugabestelle passiert hat.