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Die Erfindung bezieht sich auf eine Manipulationseinrichtung an einer Blechbearbeitungsmaschine zum Verformen von Blechtafeln mit Hilfe von die Blechtafel erfassenden Zangen.
Es wurde bereits eine Einrichtung zur Handhabung von in einer Blechbearbeitungsmaschine zu verformenden Blechtafeln vorgeschlagen, welche ermöglicht, vor allem schwere und unhandliche Blechtafeln, die von einem einzelnen Arbeiter ohne Hilfsmittel nicht mehr oder nur sehr schwer bewegt werden können, automatisch und zeitsparend in alle nötigen Positionen zu bringen, die beispielsweise für eine verschiedenartige Abkantung erforderlich sind. Solche Einrichtungen weisen zwei drehbare Zangen auf, die mit Blechstützen zusammenwirken. Die Zangen, welche in drei Dimensionen verschiebbar angeordnet sind, erfassen seitlich die Blechtafeln und bringen diese im Bereiche des Blechbearbeitungswerkzeuges zum Durchführen der verschiedensten Kantungen.
Die Zangen sind um eine horizontale, parallel zur Pressenebene verlaufende Achse drehbar, um welche Achse dann die erfasste Blechtafel in jede beliebige Lage geschwenkt werden kann (österreichische Patentanmeldung Nr. 3509/83).
Bei solchen Anlagen wurde aber als nachteilig empfunden, dass es nicht möglich war, nach einer Kantung entlang einer Seite der Blechtafel eine weitere, bezüglich der Tafelebene gleichgerichtete Kantung auf einer der drei andern Seitenkanten der Blechtafel durchzuführen. Wird eine Schwenkung der Blechtafel um die horizontale Zangenachse um 180 durchgeführt, so kann entlang der nunmehr im Bereiche des Bearbeitungswerkzeuges liegenden Blechkante nur eine der ersten Kantung entgegengesetzt gerichtete Kantung durchgeführt werden.
Zweck der Erfindung ist es, die bekannten erwähnten Einrichtungen mit Hilfe einer Manipulationseinrichtung so zu verbessern, dass nach einer ersten Kantung auf einer der drei andern Seitenkanten der Blechtafel eine bezüglich der Tafelebene gleichgerichtete Kantung durchgeführt werden kann.
Die vorgeschlagene Manipulationseinrichtung eingangs beschriebener Art ist zu diesem Zweck an der Frontseite der Blechbearbeitungsmaschine angeordnet und weist einen drehbaren Halter zum Festhalten der zu bearbeitenden Blechtafel in der vertikalen zur Frontalebene der Blechbearbeitungsmaschine parallelen Lage und zum Drehen desselben in dieser Ebene um eine horizontale zur Frontalebene senkrechten Achse. Zweckmässigerweise kann der Halter als balkenartige Halteplatte ausgebildet und mit ein- und ausschaltbaren Magneten oder mit pneumatischen bzw. mechanischen Greifern bestückt sein. Als solche eignen sich Vakuumsauger, welche an der Halteplatte verteilt sind.
Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus den Ansprüchen, aus der Beschreibung und aus den Zeichnungen, welche ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes darstellen. Es zeigen : Fig. 1 einen Grundriss einer Blechbearbeitungsmaschine mit Manipulationseinrichtung in schematischer Darstellung ; Fig. 2 eine vergrösserte Darstellung der Manipulationseinrichtung in Frontalansicht, wobei einzelne Teile geschnitten gezeigt sind ; und Fig. 3 eine Seitenansicht der Manipulationseinrichtung mit einzelnen im Schnitt gezeichneten Teilen.
In Fig. 1 ist mit --1-- eine an und für sich bekannte Blechpresse bezeichnet, mittels welcher die Bearbeitung von Blechtafeln erfolgt. Diese Bearbeitung erfolgt meistens nach einem vorgegebenen Programm, wobei die einzelnen Biegeschritte von einem Computer gesteuert und überwacht werden. An der Frontseite der Presse-l-ist oben und unten je ein Hauptträger --2 bzw. 3-- und am Stössel der Presse eine Manipulationseinrichtung --105-- vorhanden. Die Träger - 2 und 3-erstrecken sich in horizontaler Richtung und überragen gemäss der Darstellung in Fig. 1 die Pressenlänge sowohl rechts als auch links beträchtlich.
Mit --4 und 5-- ist je ein -förmiger Rahmen bezeichnet, wobei jeder Rahmen aus einem unteren und einem oberen horizontalen Träger --6 bzw. 8-- und aus einem vertikalen Träger --7 bzw. 9-- zusammengesetzt ist. In dieser Weise ist der eine in Fig. 1 linke Rahmen --4-- aus den beiden horizontalen Trägern --6-- und aus dem vertikalen Träger --7-- gebildet, während der Rahmen --5-- auf der rechten Seite aus den beiden horizontalen Trägern --8-- und aus dem vertikalen Träger --9-- besteht.
Die horizontalen Träger --8-- sind oben und unten in der Höhe des oberen bzw. unteren Hauptträgers --2 bzw. 3-- angeordnet und der ganze Rahmen --5-- kann entlang den Trägern - 2 und 3-- bewegt werden. Die Anordnung des)-Rahmens--4-erfolgt ebenfalls an der Frontseite der Blechpresse in genau gleicher Weise wie beschrieben.
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In jedem der beiden #-Rahmen --4 und 5-- ist zwischen den horizontalen Trägern --6 bzw. 8-- je eine vertikale Führungssäule --15-- angeordnet und jede Führungssäule trägt einen Greiferschlitten --20--, welcher entlang der Säule --15-- gehoben und gesenkt werden kann. Ferner ist auf jedem Greiferschlitten-20-eine --20-- eine Zange --34-- vorhanden, welche zum Ergreifen der zu bearbeitenden Blechtafel dient.
Zwischen den beiden Rahmen --4 und 5-- erstreckt sich am Boden ein horizontaler Stützbal- ken --39-- mit Stützrollen --45--, welche zum Abstützen von grösseren Blechtafeln dienen.
Die bisher beschriebene Einrichtung ist an und für sich bekannt und wurde von der Patentinhaberin in einer parallelen Anmeldung bereits vorgeschlagen. Neu ist dagegen die Anordnung einer Manipulationseinrichtung --105-- am Stössel der Blechpresse --1--. Die nähere Ausbildung der Manipulationseinrichtung --105-- ist aus den Fig. 2 und 3 ersichtlich, welche die Manipulationseinrichtung in Frontal- bzw. in Seitenansicht zeigen. Die Manipulationseinrichtung --105-weist eine Grundplatte --106-- auf, welche mittels Stützen --107-- am Stössel --101-- der Blechpresse einstellbar festgehalten ist.
Die Stützen --107-- übergreifen die Grundplatte --106-- im Bereiche der Ecken derselben und weisen Distanzschrauben --108-- auf, mittels welchen die Grundplatte --106-- genau justiert und durch in den Stössel --101-- eingelassene Spannschrauben --109-- fixiert werden kann.
Die Grundplatte --106-- trägt ein Gehäuse-HO-, in welchem ein Schneckengetriebe untergebracht ist. Die Welle des Schneckengetriebes ist mit --111-- bezeichnet. Sie erstreckt sich senkrecht zur Grundplatte --106-- und zum Stössel --101-- aus dem Gehäuse --110-- heraus und trägt eine Nabe --112--, welche mit Hilfe einer Haltescheibe --113-- an der Welle festgehalten wird.
Am äusseren Ende der Nabe --112-- ist eine Halteplatte --114-- befestigt. Mit der Nabe --112-ist ferner ein Anschlaghebel --115-- verbunden, mittels welchem die Drehung der Welle --111-genau begrenzt werden kann. Zur mechanischen Drehbegrenzung des Anschlaghebels --115-- sind einstellbare Anschläge --116-- sowie Schalter --117-- vorhanden, welche zum Abstellen des Antriebsmotors des Getriebes dienen. Dieser Antriebsmotor ist am Getriebegehäuse --110-- seitlich angeflanscht und mit --118-- bezeichnet. An Stelle der beschriebenen mechanischen Drehbegrenzung mittels Anschlaghebel --115-- kann auch eine elektronische Regulierung vorhanden sein.
Zur elektronischen Regulierung des Drehwinkels ist in diesem Falle ein Winkelschrittgeber-119-am Getriebegehäuse --110-- angeordnet, während der Anschlaghebel --115-- sowie die Anschläge --116--samtSchalter--117--wegfallen.
Die Halteplatte --114-- ist balkenartig ausgebildet und erstreckt sich in der Ruhelage horizontal entlang der Blechpresse. Auf dieser Halteplatte --114-- sind eine Anzahl Magneten-120angeordnet, welche unter Strom gesetzt werden können und dabei ihre magnetische Wirkung verlieren. An Stelle dieser elektrisch lösbaren magnetischen Verbindung ist es möglich, auch Saugoder Greiforgane anzuordnen, welche durch Anlegen von Vakuum wirken.
Durch die Magneten --120-- kann eine Blechtafel festgehalten und um eine horizontale, senkrecht zur Blechtafel verlaufende Achse gedreht werden.
Die zu bearbeitende Blechtafel wird durch einen nicht dargestellten Zuführwagen in angenähert vertikaler Lage der Blechpresse-l-zugeführt und von den Zangen --34-- ergriffen.
Dabei bildet der Boden des Zuführwagens, auf welchem die Blechtafel mit einer Kante aufruht, eine Referenzfläche, bezüglich welcher sich die Zangen --34-- orientieren und eingestellt werden.
Zu diesem Zweck werden die beiden vertikalen Führungssäulen --15-- so manövriert, dass die ge- öffneten Greifbacken der Zangen --34-- über die Seitenkanten der Blechtafel greifen und diese festhalten, sobald die Kante der Blechtafel am Grund des Zangenmauls ansteht. Durch die Bewegung der beiden Greiferschlitten --20-- nach oben wird die Blechtafel von der Referenzfläche angehoben, worauf die Zangen --34-- um die horizontale Zangenachse soweit gedreht werden, bis die Blechtafel eine horizontale Lage einnimmt. In dieser Stellung ist die Blechtafel mit ihrem zum
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die Blechtafel zwischen dem oberen und unteren Werkzeug der Blechpresse eingebracht wird.
Ist auf einer der drei andern Seitenkanten der Blechtafel eine bezüglich der Tafelebene gleichgerichtete Kantung durchzuführen, so wird die Blechtafel durch Drehung der Zangen --34--
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wieder in die vertikale Lage gedreht und durch Verschiebung der Säulen --15-- der Manipulations- einrichtung --105-- zugeführt. Dort wird die Blechtafel durch die Magneten --120-- festgehalten, worauf die Zangen --34-- geöffnet und die Säulen --15-- zurückgezogen werden. Die Manipula- tionseinrichtung --105-- wird durch Betätigung des Motors --118-- in Betrieb gesetzt, so dass die Blechtafel in der vertikalen Ebene gedreht wird. Der Drehwinkel kann dabei genau eingestellt oder programmiert werden.
Anschliessend wird die Blechtafel in vertikaler Stellung wieder durch die Zangen --34-- ergriffen, worauf die Haltemagneten --120-- ausgeschaltet werden. Die Blechtafel wird durch Drehung der Zangen --34-- in die horizontale Lage gebracht und erneut um das erforderliche Mass unter den Werkzeugstempel gefahren. Die weiteren Kantungen verlaufen genau gleich wie die erste Kantung.
Die beschriebene Manipulationseinrichtung bietet die Möglichkeit, dass die Blechtafel auch um eine senkrecht zur Frontalseite der Presse verlaufende Achse gedreht und somit in jede beliebige Stellung gebracht werden kann.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Manipulationseinrichtung an einer Blechbearbeitungsmaschine zum Verformen von Blechtafeln, mit Hilfe von die Blechtafel erfassenden Zangen, dadurch gekennzeichnet, dass die Manipulationseinrichtung (105) an der Frontseite der Blechbearbeitungsmaschine angeordnet ist und einen drehbaren Halter (114) zum Festhalten der zu bearbeitenden Blechtafel in der vertikalen zur Frontalebene der Blechbearbeitungsmaschine parallelen Lage und zum Drehen derselben in dieser Ebene um eine horizontale, zur Frontalebene senkrechte Achse aufweist.