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Die Erfindung bezieht sich auf ein Coagulometer zur Bestimmung der Hitzestabilität von Milch, wobei ein relativ zu der zu prüfenden, in einem zylindrischen Testrohr befindlichen Flüssigkeit bewegbarer, runden Querschnitt aufweisender Metallkern durch einen, relativ zu dem Testrohr bewegbaren Magnet im Kraftflussbereich eines magnetischen Sensors gehalten ist.
Es ist bereits ein derartiges Coagulometer für die Bestimmung der Blutgerinnung bekannt.
Dabei ist allerdings zu beachten, dass die Bestimmung der Blutgerinnung unter erheblich andern Bedingungen als die Bestimmung der Hitzekoagulation der Milch erfolgt. So herrschen beim Test in der Milch wesentlich höhere Temperaturen und Drücke. Auch in der Form der Gerinnung unterscheidet sich Blut erheblich von Milch, da bei der Blutgerinnung grosse Flocken- und Faserstrukturen entstehen, wogegen Milch in kleinen Flocken gerinnt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Coagulometer der eingangs genannten Art zu schaffen, mit welchem bereits das erste Auftreten der kleinen Flocken der Milchgerinnung erfasst werden kann, wobei das Coagulometer so ausgelegt sein soll, dass die bei der Hitzekoagulation von Milch erforderlichen Temperaturen angewendet werden können.
Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass das genau kalibrierte Testrohr in einem thermostatgesteuerten, eine Temperatur von über 100 C aufweisenden Ölbad untergetaucht und druckdicht verschlossen ist, wobei der entlang des Testrohres unter Mitnahme eines zylindrischen Metallkernes, vorzugsweise mittels einer Schraubenspindel, hin- und herbewegbare Magnet als elektrischer, das Testrohr umgebender Ringmagnet ausgebildet ist. Dadurch wird erreicht, dass zwischen der Innenwandung des genau kalibrierten Testrohres und der Aussenwandung des zylindrischen Metallkernes ein gleichmässiger Ringspalt verbleibt, wobei der Metallkern durch den Ringmagneten zentrisch im Testrohr gehalten wird.
Eine Kugel, wie sie bei der bekannten Ausbildung verwendet wird, würde durch die bei der Milchkoagulation auftretenden feinen Flocken nicht festgehalten werden, da der Ringspalt nur ganz kurz wäre, so dass sich durch diesen die feinen Flocken durchquetschen können.
Vorteilhafterweise kann der zylindrische Metallkern an einer Stirnseite eine mit einem Innengewinde versehene Bohrung aufweisen. Dies ist für vorliegenden Fall deshalb besonders vorteilhaft, weil, im Gegensatz zur bekannten Ausbildung, keine Wegwerftestrohre verwendet werden können, da beim Erfindungsgegenstand die Testrohre genau kalibriert und zudem hitze- und druckfest ausgebildet sein müssen.
In den Zeichnungen ist ein Ausführungsbeispiel des Erfindungsgegenstandes dargestellt.
Fig. 1 zeigt schematisch eine Gesamtanordnung der Einzelteile des erfindungsgemässen Coagulometers, wobei eine automatische Zeitmesseinrichtung vorgesehen ist. Fig. 2 ist eine Detaildarstellung des Metallkernes mit dem diesen umgebenden Teil des Testrohres.
Mit --1-- ist ein Testrohr bezeichnet, das an seinem einen Ende --2-- dicht verschmolzen und an seinem andern Ende einen Flansch --3-- aufweist, der an dem der Öffnung --4-- des Testrohres --1-- benachbarten Bereich plan geschliffen ist. In dem Testrohr --1-- ist ein zylindrischer Metallkern --5-- angeordnet, dessen Kanten --6-- abgeschrägt sind. An seiner der Öffnung --4-- des Testrohres --1-- zugewendeten Stirnfläche --7-- weist der Metallkern --5-eine mit einem Innengewinde versehene Bohrung --8-- auf.
Wie aus Fig. 2 erkennbar, ist der Aussendurchmesser d des Metallkernes --5-- nur geringfügig kleiner als der Innendurchmesser D des Testrohres --1--, so dass zwischen Metallkern --5-- und Testrohr --1-- ein stets gleichbleibend starker, nur schmaler, vorliegend etwa---mm breiter Ringspalt --30-- für den Durch-
10 tritt der zu prüfenden Flüssigkeit, also der Milch, vorhanden ist.
Auf das Testrohr --1-- ist von dem verschmolzenen Ende --2-- her eine Platte --9-- bis zur Anlage an der Hinterseite des Flansches --3-- aufgeschoben, welche Platte --9-- zwei in Achsrichtung des Testrohres --1-- verlaufende Gewindebohrungen --10-- aufweist. An den die Öffnung --4-- des Testrohres --1-- umgebenden Bereich des Flansches --3-- ist eine Dichtplatte - aufgelegt, welche mittels einer Druckplatte --12--, die durch in die Gewindebohrungen - eingeschraubte Bolzen-13-- zum Flansch-3-- hin gezogen ist, in druckdichter Anlage an dem Flansch --3-- gehalten ist. In die Druckplatte --12-- ist ein bis in die zu prüfende Milch reichender Thermofühler --14-- dicht eingeschraubt.
Das so ausgestattete Testrohr --1--
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ist in ein auf einer Temperatur von 140 C gehaltenes Ölbad --15-- eingespannt. An der Wandung des Ölbades --15-- sind oberhalb der Öloberfläche, vom Ölbad thermisch isoliert, Lagerträger - angebracht, in welchen eine Schraubenspindel --17-- drehbar gelagert und mittels eines reversierbaren Getriebemotors --18-- in Drehung versetzbar ist. Auf diese Schraubenspindel --17-- ist eine Mutter --19-- aufgeschraubt, die in einem Träger --20-- für einen das Testrohr --1-umgreifenden elektrischen Ringmagneten --21-- gegen Mitdrehen mit der Schraubenspindel --17-gehalten ist.
An den Lagerträgern --16-- sind weiters Endschalter --22, 23-- angeordnet, die mittels je einer Leitung --24, 25-- mit einem Umpolrelais --26-- für den Getriebemotor --18-in Verbindung stehen.
Zur Erfassung des Gerinnungszeitpunktes ist eine Messeinrichtung vorgesehen, welche aus folgenden Einzelteilen besteht : Einem mit dem Thermofühler --14-- verbundenen Temperaturmessund Schaltgerät--27--, einem in die Anspeiseleitung für den elektrischen Ringmagneten --21-geschalteten, Spannungsänderungen in der Anspeisungsleitung vergrössernden Verstärker --28-- und einer mit beiden Geräten verbundenen Stoppuhr --29--.
Für die Durchführung eines Hitzekoagulationstestes wird die zu prüfende Milch in das Test- rohr-l-eingefüllt und der Metallkern --5-- mit seiner die Bohrung --8-- aufweisenden Stirn- wand --7-- der Öffnung --4-- des Testrohres --1-- zugekehrt in das Testrohr --1-- einge- führt. Danach wird letzteres mittels der Dichtungsplatte --11-- und der Druckplatte --12-- dicht verschlossen und, mit seinem verschmolzenen Ende --2-- voran, durch den Ringmagneten --21-hindurch in die Halterung im Ölbad --15-- eingesetzt und in horizontaler Lage unter die Öloberfläche abgesenkt. Beim Durchstecken des Testrohres --1-- durch den Ringmagneten --21-- wird der im Testrohr --1-- befindliche Metallkern --5-- durch den Magneten gefangen und festgehalten.
Es wird nun der Motor --18-- eingeschaltet und damit die Schraubenspindel --17-- in Drehung versetzt, wodurch der Ringmagnet entlang des Testrohres --1-- unter Mitnahme des Metallkernes --5-- bewegt wird. Dabei wird eine hin- und hergehende Bewegung des Ringmagneten durch die Endschalter --22, 23-- bewirkt, die durch Anlaufen des Trägers --20-- für den Ring- magneten --21-- betätigt werden und dadurch ein Schalten des Umpolrelais --26-- bewirken, das nun seinerseits die Umkehr der Drehrichtung des Motors --18-- schaltet. Durch diese Kernbewegung erfolgt gleichzeitig eine gewisse Durchmischung der Milchprobe.
Sobald die Milch im Testrohr --1-- die Temperatur von 140 C erreicht hat, gibt der Thermo- fühler --14-- einen Impuls an das Temperaturmess- und Schaltgerät --27--, welches seinerseits nun die Stoppuhr --29-- in Gang setzt. Es wird nun der Ringmagnet --21-- so lange entlang des Testrohres --1-- hin- und herbewegt, bis durch die Einwirkung der Hitze das Milcheiweiss koaguliert, wobei zunächst im allgemeinen nur ein feinflockiges Gerinnsel auftritt.
Diese kleinen Flocken reichen aber bereits aus, dass die Milch nicht mehr ungehindert durch den Ringspalt - zwischen dem Metallkern --5-- und dem Testrohr-l-hindurchströmen kann, sondern dass durch die sich in dem Ringspalt --30-- festsetzenden Flocken der Metallkern --5-- im Testrohr-l-gleichsam festgeklemmt wird und damit vom Kraftfeld des elektrischen Ringmagneten - nicht mehr mitgenommen werden kann. Durch das Austreten des Metallkernes --5-- aus dem Kraftfeld des Ringmagneten --21-- ändert sich dessen Stromaufnahme, welche Änderung als Messimpuls durch den Verstärker --28-- entsprechend verstärkt als Schaltimpuls an die Stoppuhr - weitergeleitet wird, welcher dann ein Abstoppen der Stoppuhr bewirkt.
Diese zeigt dann genau jene Zeit an, welche vom Erreichen der Prüftemperatur bis zum ersten Auftreten von Flocken vergangen ist. Nach Beendigung der Messung wird das Testrohr --1-- aus der Halterung im Ölbad --15-- herausgenommen, abkühlen gelassen und geöffnet. Danach wird in die Gewindebohrung --8-- des Metallkernes --5-- ein Gewindedorn eingeschraubt, mit welchem der Metallkern - aus dem Testrohr --1-- herausgezogen werden kann. Nach Reinigen des Testrohres ist dieses für die nächste Bestimmung bereit.
Es können selbstverständlich in einem Ölbad mehrere Halterungen für Testrohre und ebensoviele Ringmagnetanordnungen mit entsprechenden Verstärkern und Stoppuhren vorgesehen sein, wodurch gleichzeitig eine entsprechende Zahl von Proben durchgeführt werden kann.