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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Herstellen einer elektrisch leitenden Stossverbindung von Eisenbahngleisteilen, bei welchem die zu verbindenden Gleisteile über beidseits derselben angeordnete Verbindungslaschen jeweils unter Zwischenschaltung einer Klebstofflage miteinander verklebt werden, wobei die Laschen zusätzlich mit den Gleisteilen verschraubt werden.
Beim Bau von Eisenbahngleisen besteht das Bestreben, Schienenstossverbindungen und Verbindungen von anderen Gleisteilen, z. B. eines nicht schweissbaren Herzstückes mit einem nicht schweissbaren oder einem schweissbaren Schienenende, so auszubilden, dass ein dem mechanisch homogenen Gleis möglichst nahe kommender, dauerhafter und fester Gleisverband entsteht.
Zum Herstellen eines geklebten Schienenstosses werden üblicherweise die zu verbindenden Schienen vor dem Festlegen der Verbindungslaschen mit ihren Stossflächen aneinander gepresst. Sodann werden die Verbindungslaschen mit den Schienen verklebt und in der Regel hochfest verschraubt (vgl. z. B. AT-PS Nr. 323225).
Die die Klebeverbindung bewirkende Zwischenlage zwischen den Laschen und den Schienen bzw. Gleisteilen hat eine vorbestimmte Härte sowie Druckfestigkeit und besteht z. B. aus einer oder mehreren Lagen eines mit härtbarem Klebe- bzw. Giessharz, z. B. einem Epoxydharz-Härter-Gemisch, getränkten Textil- oder Glasfasergewebe. Da diese Zwischenlagen elektrisch isolierende Eigenschaften haben, ist es zur Herstellung einer elektrischen Verbindung zwischen den Schienen bisher erforderlich gewesen, die Schienenenden zusätzlich über Kabel miteinander zu verbinden, wenn aus signaltechnischen Gründen eine elektrisch leitende Verbindung erwünscht ist.
Die Erfindung zielt nun darauf ab, ein Verfahren der einleitend angegebenen Art zu schaffen, welches zugleich mit der Klebeverbindung auf einfache Weise die Herstellung einer sicheren und dauerhaften elektrisch leitenden Verbindung der Gleisteile ermöglicht, ohne dass dazu spezielle Kabelverbindungen od. dgl. erforderlich sind.
Das erfindungsgemässe Vefahren zeichnet sich dadurch aus, dass in die zwischen den Laschen und den Gleisteilen anzuordnende Klebstofflage, wie an sich bekannt, Körper aus elektrisch leitendem Material, vorzugsweise Kugeln aus Stahl, eingebettet werden und dass diese Körper durch das Verschrauben der Laschen mit den Gleisteilen durch die Klebstofflage hindurch gedrückt und mit den einander zugekehrten Laschen- und Gleisteilflächen in Eingriff versetzt werden.
Auf diese Weise wird bei der Ausbildung der Klebeverbindung zugleich eine unmittelbare elektrische Verbindung der Gleisteile erzielt, wodurch jeglicher zusätzlicher Aufwand nach dem Fertigstellen der Verbindung entfällt.
Es sei noch erwähnt, dass es aus der DE-AS 1405699 bekannt ist, beim Herstellen einer elektrisch isolierenden Schienenstossverbindung zwischen den Schienen und den Verbindungslaschen Distanzstücke aus isolierendem Kunststoff einzufügen. Diese Distanzstücke dienen jedoch nur dazu, einen Zwischenraum vorbestimmter Stärke zu bilden, der zur Aufnahme von Kleb- und Isoliermittel dient, wobei die Distanzplättchen auch verhindern, dass die Laschen mit den Schienen bei einer hochfesten Verschraubung miteinander in Berührung kommen.
Es sei ferner erwähnt, dass aus der DE-OS 2142135 ein Verfahren zum Herstellen einer elektrisch isolierenden Stossverbindung für Fahrzeugschienen bekannt ist, bei welchem die Laschen mit Isolierkörpern verbunden werden, die auf ihren Verbindungsflächen mit den Schienen fest eingebettete Partikel enthalten, welche durch den beim Verschrauben der Laschen mit den Schienen entstehenden Druck in die Verbindungsflächen in der Laschenkammer der Schienen eingedrückt werden ; zusätzlich wird vor dem Verschrauben ein Kleber auf die Verbindungsflächen aufgebracht. Mit dieser bekannten Konstruktion soll eine "Verzahnung" der Verbindungsflächen des Isolierkörpers mit den Schienen erreicht werden. Der Zweck dieser Massnahme besteht darin, bereits vor dem Aushärten des Klebers etwa zwei Drittel der Endfestigkeit des Stosses zu erreichen und eine Belastung desselben zu ermöglichen.
Die einzubettende Partikelschicht besteht bei der bekannten Ausführung z. B. aus Kugeln, die dicht und gleichmässig in die gegenüberliegenden Verbindungsflächen eines Körpers aus Kunststoff fest eingebettet werden, wobei aber die Partikel den Isolierkörper nicht durchdringen. Bei der bekannten Ausführung weist der Isolierkörper beispielsweise eine gummielastische Schicht auf, an die nach aussen hin eine Stahlblechschicht anschliesst, auf die erst die Kunststoffschicht mit den dicht eingebetteten Kugeln aufgebracht wird.
Demgegenüber bezieht sich die Erfindung auf die Herstellung einer elektrisch leitenden Stoss-
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verbindung, bei welcher in die Klebstofflage elektrisch leitende Körper so eingebettet werden, dass diese beim Verschrauben der Laschen mit den Gleisteilen die Zwischenlage bzw. Klebstofflage durchdringen und sowohl mit den Lascheninnenflächen als auch mit den Gleisteilflächen in Eingriff gelangen, um die elektrisch leitende Verbindung herzustellen. Es handelt sich also erfindungsgemäss nicht um die Verzahnung von Partikeln zwecks Erhöhung der Festigkeit, sondern um den gleichzeitigen Eingriff von vereinzelt angeordneten leitenden Körpern mit beiden Teilen der Stossverbindung.
Es ist schliesslich aus der DE-OS 2405910 bekannt, ein hoch belastbares Kohleschleifstück für Stromabnehmer elektrischer Triebfahrzeuge zu schaffen, indem ein Kunstkohlekörper und ein Metallträger über eine Klebstoffschicht verbunden werden. Es war in diesem Zusammenhang bekannt, in die Klebstoffschicht Metallpulver und Metallgitter einzulagern, wobei der relativ hohe Widerstand zu einer erheblichen Erwärmung und Zerstörung der Klebstoffschicht führte. Bei der bekannten Ausführung wird deshalb die Kontaktfläche des Kohlekörpers mit einem Metallüberzug,
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bindungen nicht anwendbar, weil diese ganz andern Belastungen unterliegen. Es ist insbesondere zu beachten, dass erfindungsgemäss die eingebetteten Körper zugleich als Abstandhalter wirken müssen, und der Schienenstoss nach dem Verschrauben eine Zugfestigkeit von z.
B. 150 t bzw. bei Pulsationsversuchen bei z. B. 20 t Oberlast bis zu 5 Millionen Lastwechseln standhalten muss. Die bekannte Lehre wäre im Falle einer Schienenstossverbindung schon deshalb nicht anwendbar, weil durch die Verwendung von Körpern in Gitterform oder in Griessform oder von Vorsprüngen des Metall- überzuges die Homogenität der Klebstoffschicht, die bei Schienenstossverbindungen in der Regel aus einem mit Kleber getränkten Gewebe betsteht, gestört würde. Erfindungsgemäss soll nämlich nur an mehreren Stellen der für die Festigkeit der Verbindung massgeblichen Klebstoffschicht ein Stromübergang stattfinden.
Die im Rahmen der Erfindung verwendeten Körper aus elektrisch leitendem Material sollen so beschaffen sein, dass sie die Klebstoffzwischenlage, die eine oder mehrere Schichten aus einem mit Harz getränktem Gewebe (Textilgewebe, Glasfasergewebe) umfassen kann, unter dem Anpressdruck der Laschen einwandfrei durchdringen können. Ihre Abmessungen müssen also zumindest der Dicke der Zwischenlage im ausgehärteten Zustand derselben entsprechen und ihre geometrische Konfiguration muss das Durchdringen der Zwischenlage ermöglichen. Es hat sich in der Praxis als vorteilhaft erwiesen, über die Laschenfläche verteilt 20 bis 25 Körper in der Zwischenlage einzubetten.
Als Körper aus elektrisch leitendem Material könnten auch zylindrische Rollen oder unregelmässige Vielecke verwendet werden, doch muss in jedem Fall vermieden werden, dass die Körper mit ihren ebenen Seitenflächen zwischen den Laschen- und Gleisteilflächen zu liegen kommen, weil sonst ein Durchdringen der Zwischenlage gegebenenfalls nicht gewährleistet wäre.
Die Erfindung wird nachfolgend an einem Ausführungsbeispiel unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Fig. 1 zeigt eine gemäss der Erfindung hergestellte Schienenstossverbindung in Seitenansicht und Fig. 2 einen Schnitt nach der Linie II-II in Fig. 1.
Die zu verbindenden Schienenenden --1, 2-- werden mit ihren blanken Stossflächen --3-- mög- lichst satt aneinander gepresst. Beidseits der Schienen --1, 2-- angeordnete Laschen --4-- werden mit den Schienen mittels einer Klebstofflage --5-- aus Isoliermaterial miteinander verklebt und anschliessend mittels Schrauben-6--, vorzugsweise hochfest mit den Schienen verschraubt.
In die Klebstofflage --5-- sind mehrere Kugeln --7--, z. B. aus Stahl, über die Laschenfläche
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dass sie über die Laschen eine elektrisch leitende Verbindung zwischen den Schienen herstellen.
Die Kugeln --7-- haben z. B. einen Durchmesser von l mm. Zweckmässig werden 20 bis 25 Kugeln verteilt in der Klebstofflage --5-- eingebettet. Als Material für die Klebstofflage wird beispielsweise mit Giessharz getränktes Glasfasergewebe verwendet.
Es vesteht sich, dass im Rahmen der Erfindung Abwandlungen des erläuterten Ausführungbeispieles, insbesondere hinsichtlich der Anzahl und Ausbildung der elektrisch leitenden Körper
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möglich sind. Die Erfindung ist nicht auf Schienenstossverbindungen beschränkt, sondern auch auf die Herstellung geklebter Verbindungen zwischen den Enden von Gleisteilen, z. B. eines nicht schweissbaren Herzstückes mit einem nicht schweissbaren oder schweissbaren Schienenende, anwendbar.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Herstellen einer elektrisch leitenden Stossverbindung von Eisenbahngleisteilen, bei welchem die zu verbindenden Gleisteile über beidseits derselben angeordnete Verbindungslaschen jeweils unter Zwischenschaltung einer Klebstofflage miteinander verklebt werden, wobei die Laschen zusätzlich mit den Gleisteilen verschraubt werden, dadurch gekennzeichnet, dass in die zwischen den Laschen und den Gleisteilen anzuordnende Klebstofflage, wie an sich bekannt, Körper aus elektrisch leitendem Material, vorzugsweise Kugeln aus Stahl, eingebettet werden und dass diese Körper durch das Verschrauben der Laschen mit den Gleisteilen durch die Klebstofflage hindurch gedrückt und mit den einander zugekehrten Laschen- und Gleisteilflächen in Eingriff versetzt werden.