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Daunen und Federn werden üblicherweise als Füllmaterialien für Tuchenten, Pölster und Stepp- decken verwendet, wobei vor allem Daunen und Federn von Enten und Gänsen in grossen Mengen eingesetzt werden. In letzter Zeit kann mit der angelieferten Menge an Daunen und Federn der stetig zunehmende Bedarf kaum gedeckt werden, weshalb der Preis für Daunen und Federn stark zunimmt. Mit der DE-OS 1930400 bzw. mit der DE-OS 2655069 sind deshalb bereits Füllmaterialien vorgeschlagen worden, in welchen die Fasern eines Faserbündels mit einem Ende an einem Punkt zusammengefasst sind und die andern Enden der Fasern des Faserbündels frei sind, jedoch neigen derartige Füllmaterialien stark zu einem Verfilzen, wodurch die anfängliche Bauschigkeit des Füllmaterials rasch verlorengeht.
Mit der Erfindung wird nun bezweckt, ein Füllmaterial zu schaffen, welches natürliche Daunen und Federn zu ersetzen gestattet und dementsprechend kaum zum Verfilzen neigt und seine Bauschigkeit lange beibehält. Ein solches Füllmaterial, welches aus von Faserbündeln gebildeten Einheiten besteht, in welchen die einzelnen Fasern an einem Punkt zusammengefasst sind, ist gemäss der Erfindung dadurch gekennzeichnet, dass in jeder Einheit zumindest eine Faser zu zumindest einer Schlaufe umgebogen ist und die Enden aller Fasern an einem Punkt zusammengefasst sind.
Im Hinblick darauf, dass in jeder Einheit eines erfindungsgemässen Füllmaterials die Enden aller Fasern an einem Punkt zusammengefasst sind und dementsprechend in keiner dieser Einheiten freie Faserenden vorliegen, wird einem Verfilzen der Einheiten des Füllmaterials entgegengewirkt und die Bauschigkeit des Füllmaterials im Gebrauch aufrecht erhalten. Wenn gemäss einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung die schlaufenförmig umgebogenen Fasern einer Einheit unterschiedliche Länge besitzen, wird die Bauschigkeit des Füllmaterials weiter erhöht. Der gleiche Effekt ergibt sich, wenn gemäss der Erfindung die Fasern gekräuselt sind.
Für den Aufbau eines erfindungsgemässen Füllmaterials werden vorzugsweise Polyester-, Polyamid-, Polyacrylnitril-u. dgl.-fasern verwendet. Die einen hohen Elastizitätsmodul besitzenden Polyesterfasern werden besonders bevorzugt.
Vorzugsweise besitzen die Fasern eines erfindungsgemässen Füllmaterials einen Titer von 0, 167 bis 1, 67 tex, insbesondere etwa 0, 44 bis etwa 0, 67 tex. Für die Zwecke der Erfindung können auch gekräuselte Synthesefasern verwendet werden, deren Kräuselungsgrad im Durchschnitt etwa 10, 16 bis 38, 1 Kräuselungen/cm, insbesondere 12, 7 bis 30, 32 Kräuselungen/cm, beträgt. Solche Fasern können durch Zerschneiden eines Faserstranges oder Zerschneiden von Einzelfasern in Stücke geeigneter Länge hergestellt werden. Das Kräuseln der Fasern wird vorzugsweise noch am Faserstrang bzw. an den Einzelfäden vorgenommen. Es kann auch ein Gemisch aus einem gekräuselten Faserstrang oder gekräuselten Einzelfäden mit einem ungekräuselten Faserstrang oder ungekräuselten Einzelfäden verwendet werden.
Im Hinblick auf die erwünschte Bauschigkeit des erfindungsgemässen Füllmaterials und im Hinblick auf eine möglichst geringe Neigung desselben zum Verfilzen, besitzen die Einzelfäden bzw. die einen solchen Strang bildenden Einzelfäden vorzugsweise einen kreisförmigen Querschnitt, einen dreilappigen dreieckigen Querschnitt, einen fünfeckigen Querschnitt ähnlich einer Urne-Blume oder einen hexagonalen Querschnitt.
Um ein Verfilzen der Fasern eines erfindungsgemässen Füllmaterials zu vermeiden und um diesem Füllmaterial eine gute Drapierfähigkeit zu erteilen, wird auf die Oberfläche der Fäden vorzugsweise ein Schmiermittel aufgebracht, um den dynamischen Reibunskoeffizienten auf einen Wert zwischen 0, 10 bis etwa 0, 20 einzustellen.
Als Schmiermittel kann hiebei ein durch Versprühen gut auftragbares Schmiermittel guter Eindringfähigkeit verwendet werden, wie es beispielsweise für eine Emulsion eines Tetrafluor- äthylenharzes, eine wässerige Lösung eines eine Isocyanatgruppe aufweisenden organischen Polysiloxans und ein hauptsächlich Reste des Dimethylpolysiloxans aufweisendes Siliconharz gilt. Auch nichtionische oberflächenaktive Stoffe können auf die Fasern als Schmiermittel aufgebracht werden. Ein solches Schmiermittel wird auf die Oberfläche der Einzelfäden bzw. der den Faserstrang bildenden Einzelfäden zweckmässig durch Aufsprühen oder im Tauchverfahren aufgebracht.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand der Zeichnungen näher erläutert.
In der Zeichnung zeigen die Fig. 1-A, 1-B, 1-C, 1-D, 1-E und 1-F perspektivische Ansichten von verschiedenen Ausführungsformen eines erfindungsgemässen Füllmaterials, wogegen Fig. 2 schematisch die Art der Herstellung eines erfindungsgemässen Füllmaterials und Fig. 3 eine perspektivische
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Ansicht einer weiteren Ausführungsform eines erfindungsgemässen Füllmaterials veranschaulicht und
Fig. 4 eine Ansicht des erfindungsgemässen Füllmaterials mit abstehenden Schlaufen von Einzelfasern zeigt.
Ausführungsformen eines erfindungsgemässen Füllmaterials sind in Fig. 1 gezeigt. Im erfindungsgemässen Füllmaterial-l-ist ein Bündel --3-- von Fasern --2-- so umgebogen, dass es eine Schlaufe --4-- bildet, wobei die die Schlaufe --4-- bildenden Fasern --2-- an einem Punkt - zusammengefasst und an diesem Punkt miteinander verbunden sind. Die Art des Verbindens der Fasern im Bereich des Punktes --5-- ist nicht besonders kritisch. Beispielsweise können die Fasern unter Erwärmen miteinander verschmolzen oder unter Verwendung eines Klebstoffes oder durch Anwendung von Ultraschall miteinander verbunden sein. In der durch Fig. 1-A veranschaulichten Ausführungsform besitzt die Schlaufe --4-- die Form eines Wassertropfens.
Die Form eines Wassertropfens ergibt sich deshalb, weil die Endabschnitte der untereinander zusammengefassten Fasern im Bereiche des Verknüpfungspunktes in die gleiche Richtung weisen. Falls die Fasern im Verknüpfungspunkt --5-- so zusammengefasst sind, dass die beiden Endabschnitte der Fasern in entgegengesetzten Richtungen weisen, erhält die Schlaufe in der durch Fig. 1-B veranschaulichten Weise die Form eines Kreises. Bei der in Fig. 1-C veranschaulichten Ausführungsform ist jeder eine Schlaufe --4-- bildende Teil gemäss Fig. 1-B ausgebildet, wobei die Verknüpfungspunkte der einzelnen Schlaufen in einen einzigen Verknüpfungspunkt --5-- zusammenfallen, wobei sich eine Doppelschlaufe ergibt.
Gewünschtenfalls kann der zur Schlaufe verformte Bereich auch 3-oder mehrlagig ausgebildet sein, wobei dann drei oder vier etwa kreisförmige Schlaufen annähernd konzentrisch zueinander liegen.
Bei der Ausführungsform gemäss Fig. 1-D sind zwei etwa wassertropfenförmige Schlaufen - der in Fig. 1-A gezeigten Art symmetrisch zueinander angeordnet und an der den Mittelpunkt bildenden Verknüpfungsstelle --5-- zusammengeschlossen. Bei den Ausführungsformen gemäss den Fig. 1-E und 1-F ist die Anzahl der Schlaufen gemäss Fig. 1-A noch weiter erhöht, wobei die einzelnen Schlaufen von der Verknüpfungsstelle --5-- ausgehend etwa in radialer Richtung bis zu einem gedachten Umfang abstehen.
Jede Schlaufe --4-- kann, wie in Fig. 3 gezeigt ist, aus Fasern verschiedener Länge bestehen, wobei die Schlaufen irgendeine der durch die Fig. 1-A bis 1-F veranschaulichte Form besitzen können. Falls die Fasern innerhalb der Schlaufen verschiedene Länge besitzen, ergibt sich ein bauschigeres Füllmaterial weichen Griffs, wobei der Verknüpfungspunkt etwa wie der Federkiel wirkt. In den Fig. l und 3 sind die Einzelfasern der Schlaufe als noch im geordneten Zustand befindlich dargestellt. Bei der bestimmungsgemässen Verwendung des erfindungsgemässen Füllmaterials werden jedoch die einzelnen Fasern in der durch Fig. 4 veranschaulichten Weise aus ihrer ursprünglichen geordneten Lage gebracht, so dass sich ein bauschiges Füllmaterial ergibt.
Im folgenden wird eine Ausführungsform eines Verfahrens zum Herstellen eines durch Fig. l-A veranschaulichten Füllmaterials erläutert. Ein Faserstrang oder Einzelfasern --6--, welcher erforderlichenfalls in der oben erwähnten Weise gekräuselt und mit einem Schmiermittel behandelt wurde, wird in der durch Fig. 2 veranschaulichten Weise um Stifte --7-- zick-zack geführt, so dass S-förmig verlaufende Schlaufen kontinuierlich ineinander übergehen. Der solcherart zu Schlaufen -4-- verformte Faserstrang --6-- wird an den Kreuzungsstellen der zu einer Schlaufe verformten Fasern auseinandergeschnitten, wobei gleichzeitig die Enden unter Erwärmen miteinander verschmolzen werden.
Beim Zerschneiden des Faserstranges --6-- wird hiebei ein Füllmaterial erhalten, das aus zu einer Schlaufe verformten Bündeln von Fasern --2-- besteht, deren Enden in der durch Fig. 1 veranschaulichten Weise durch Verschmelzen miteinander verbunden sind.
Wie bereits oben erwähnt, besteht das erfindungsgemässe Füllmaterial aus einer Vielzahl von zu Schlaufen verformten Fasern, wobei diese am Verknüpfungspunkt zusammengefassten und fest miteinander verbundenen Fasern bei Anwendung eines Druckes von aussen eine hohe Elastizität entfalten. Da ein erfindungsgemässes Füllmaterial bei seiner Verwendung zwischen den einzelnen Fasern wegen der Elastizität der miteinander in Berührung stehenden Fasern zahlreiche Lufträume aufweist, besitzt das erfindungsgemässe Füllmaterial die gleiche gute Elastizität und die gleiche Wärmedämmwirkung, wie sie natürlichen Daunen und Federn zukommt.
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Ein erfindungsgemässes Füllmaterial kann, weil die dieses Füllmaterial aufbauenden Fasern zu ringförmigen Schlaufen verformt sind, einem von aussen wirkenden Druck unabhängig von der Wirkungsrichtung des Druckes standhalten, wobei ein Verfilzen oder Verknäueln aneinanderliegender Fasern nicht zu befürchten ist und breite Lufträume zwischen den Fasern verbleiben.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Füllmaterial, welches aus von Faserbündeln gebildeten Einheiten besteht, in welchen die einzelnen Fasern an einem Punkt zusammengefasst sind, dadurch gekennzeichnet, dass in jeder Einheit zumindest eine Faser zu zumindest einer Schlaufe umgebogen ist und die Enden aller Fasern an einem Punkt zusammengefasst sind.