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Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zum Greifen und Tragen von Schienen od. dgl. mittels eines Hebezeuges, insbesondere eines Kranes, mit einer Tragplatte, die mit einer aus einem Paar von Armen bestehenden Aufhängungseinrichtung verbunden und mit einer Reihe von sich nach unten erstreckenden Bolzen od. dgl. versehen ist, die an ihren unteren Enden einstückig ausgebildete Ankerköpfe od. dgl. aufweisen und mittels einer Betätigungseinrichtung verdrehbar sind, um die Ankerköpfe od. dgl. unter die Schienenköpfe einführen zu können.
Es ist bekannt, dass gegenwärtig zum Greifen und Tragen von Schienen von Kranen getragene Elektromagnete verwendet werden. Diese weisen jedoch verschiedene Nachteile auf. Erstens lassen die Elektromagnete in der Schiene einen Restmagnetismus zurück, der von den Eisenbahngesellschaften nicht mehr akzeptiert wird, und zweitens besteht die Gefahr, dass die Schienen während des Tragens herunterfallen, wenn sie während der Bewegung des Kranes Schwingungen ausgesetzt sind oder ein Stromausfall eintritt.
Die bekannten Schienenhebevorrichtungen der eingangs genannten Art besitzen Greifereinrichtungen, die mit zwei Armen versehen sind, die in einer mittigen Stellung angelenkt sind, wobei die unteren Enden unter den Schienenkopf eingeführt werden. Die oberen Enden der beiden Greifarme reichen von einer Hebeeinrichtung nach unten, so dass bei Anheben der Greifarme deren untere Enden unter den Schienenkopf gelangen (DD-PS Nr. 79568).
Der grundlegende Nachteil dieser Art von Greifereinrichtungen besteht darin, dass sie nur eine Schiene auf einmal heben können ; ausserdem kann es vorkommen, dass während des Transportes der Schiene eines ihrer Enden unbeabsichtigt irgendwo anstösst und dadurch ein Teil ihres Gewichtes von den Greifern abgehoben wird, so dass sich die Greifer öffnen können, während die Schiene noch teilweise aufgehängt ist.
Die GB-PS Nr. 1, 209, 047 hat zum Ziel, diesen Nachteil dadurch auszuschalten, dass zusätzlich zu den vorstehend angeführten Greifern noch zwei Verriegelungshebel vorgesehen sind, die das Öffnen der Greifer solange verhindern, bis die Verriegelungshebel freigesetzt werden. Die in der GB-PS Nr. 1, 209, 047 beschriebenen Verriegelungshebel werden jedoch händisch betätigt, was einen für die Bedienungsperson umständlichen und gefährlichen Vorgang bedeutet. Weitere Nachteile der bekannten Vorrichtung bestehen darin, dass, wie schon erwähnt, nur eine Schiene auf einmal befördert werden kann und die richtige Positionierung einer Schiene mit den in vorhergehenden Arbeitsgängen beförderten parallelen Schienen ein mühsamer und gefährlicher Arbeitsgang ist, der mittels Hebel-durchgeführt wird.
In der US-PS Nr. 3, 220, 760 ist eine weitere Einrichtung zum Heben einer Mehrzahl von Schienen beschrieben. Die Vorrichtung gemäss dieser Patentschrift umfasst einen Satz von Zangen, von welchen jede aus einem feststehenden Backen besteht, der sehr genau an die Seite der zu hebenden Schienen angelegt werden muss und mit einem beweglichen Backen zusammenwirkt, der sich solange verschwenkt, bis der erste Backen gegen die entsprechende Schiene verriegelt ist. Jedes Backenpaar führt daher einerseits das Abstützen des Schienenkopfes von unten und anderseits das Verriegeln des Schienenkopfes aus, um zu verhindern, dass er während des Tragens der Schienen abrutscht.
Diese Ausführung entspricht nicht den Sicherheitsanforderungen.
Aufgabe der Erfindung ist die Vermeidung dieser Nachteile durch Schaffung einer verbesserten Vorrichtung, mittels welcher die Schienen od. dgl. mechanisch gehalten bzw. getragen werden.
Dies wird gemäss der Erfindung bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art dadurch erreicht, dass die die Ankerköpfe od. dgl. aufweisenden Bolzen eine Verriegelungsplatte durchsetzen, die mittels Nocken od. dgl., die an mit den Armen der Aufhängungsvorrichtung verbundenen und in der Tragplatte drehbar gelagerten Zapfen befestigt sind, in Axialrichtung der Bolzen verstellbar und beim Heben der Tragplatte gegen die Oberseite der Schienenköpfe der zu tragenden Schienen zur Anlage bringbar ist.
Bei dieser Anordnung werden die vorstehend angeführten Nachteile ausgeschaltet, da die Vorrichtung zum Greifen und Tragen von Schienen nicht die Anwesenheit von Bedienungspersonal nahe den zu greifenden und zu tragenden Schienen erfordert. Ausserdem ist es erfindungsgemäss möglich, eine variable Anzahl von Schienen gleichzeitig zu befördern und an der Lagerstelle nebeneinander und parallel zueinander ohne Eingreifen der Bedienungsperson in die richtige Stellung zu bringen.
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In Ausgestaltung der Erfindung ist vorgesehen, dass die die Ankerköpfe aufweisenden Bolzen mit Kurbelarmen einstückig ausgebildet sind, deren Enden von einem oder mehreren hydraulischen, pneumatischen od. dgl. Kolben mittels örtlicher oder Fernsteuerung betätigbar sind.
Es ist auch vorteilhaft, dass die Ankerbolzen in bezug auf ihre Drehachse symmetrisch ausgebildet sind, so dass sie in Arbeitsstellung gleichzeitig mit den Köpfen von zwei aneinandergrenzenden Schienen in Eingriff bringbar sind.
Bei der erfindungsgemässen Vorrichtung können wenigstens die äussersten Ankerbolzen in bezug auf ihre Drehachse asymmetrisch ausgebildet sein, so dass sie nur mit einer Schiene gleichzeitig in Eingriff bringbar sind.
Die Erfindung ist nachstehend an Hand der Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen : Fig. 1 eine Vorderansicht einer Vorrichtung gemäss einer ersten Ausführungsform der Erfindung, in einer Stellung, in welcher die Vorrichtung mehrere Schienen gleichzeitig oder alternativ nur eine Schiene auf einmal aufnehmen kann ; Fig. 2 eine seitliche teilweise Schnittansicht entlang der Linie II-II in Fig. 3 ; Fig. 3 eine teilweise Draufsicht der in den vorstehenden Figuren dargestellten Ausführungsform ; Fig. 4 eine schematische Draufsicht der in der erfindungsgemässen Vorrichtung zum Festhalten der Schienen eingesetzten Ankerbolzen in offener Stellung, d. h. in der Stellung, in welcher die Vorrichtung in Stellung oberhalb einer oder mehrerer zu hebender Schienen gebracht werden kann ;
Fig. 5 eine Darstellung ähnlich der Fig. 4, jedoch den Fall betreffend, in dem sich das am weitesten innen angeordnete Paar von Ankerbolzen in geschlossener Stellung befindet, so dass eine Schiene gleichzeitig aufgehoben werden kann und Fig. 6 eine Darstellung ähnlich den Fig. 4 und 5, jedoch den Fall betreffend, in welchem alle Ankerbolzen in die geschlossene Stellung übergeführt sind, so dass mehrere Schienen gleichzeitig aufgehoben werden können.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung umfasst eine horizontale Tragplatte --10--, die eine Anzahl von sich nach unten erstreckenden, drehbaren Bolzen, Tragzapfen od. dgl.-11, 12,13, 14-- mit entsprechenden Kurbeln od. dgl.-21, 22,23, 24-- trägt, die zum Drehen der Bolzen dienen und mit diesen fest verbunden sind.
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diesem Punkt werden die Bolzen mit den Ankerköpfen mittels der Arbeitszylinder --31, 32-- und der Kurbeln-21 bis 24-- um 90 in die in Fig. 6 gezeigte Stellung gedreht, so dass die Ankerköpfe der Bolzen sich nunmehr unterhalb der Schienenköpfe befinden und ihr Hochheben zwangsläufig das Hochheben der fünf Schienen bewirkt.
Wenn gemäss der dargestellten Ausführungsform nur eine Schiene hochgehoben werden soll, werden nur die Ankerköpfe --111-- um 90 gedreht, so dass von den in den Fig. 4 bis 6 dargestellten Schienen, wie in Fig. 5 im Detail gezeigt, nur die mittlere hochgehoben werden kann.
Um gemäss der dargestellten Ausführungsform entweder nur eine oder alle fünf Schienen gleichzeitig hochheben zu können, sind die in Fig. 5 und 6 dargestellten Ankerköpfe --111-- symmetrisch ausgebildet, d. h. dass der Ankerkopf, mit dem sie versehen sind, in bezug auf den zugeordneten Bolzen nur auf einer Seite hervorragt.
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trifft auf die Ankerköpfe -114-- zu, die nur die aussen liegenden Schienen --43-- erfassen können und nicht mit den angrenzenden Schienen --44- in Eingriff stehen, die während des Senkens und Hebens der erfindungsgemässen Vorrichtung nicht bewegt werden sollen.
In der in Fig. 5 dargestellten Arbeitsstellung tragen daher die Ankerköpfe --111-- die Mittel- schiene-41-, wogegen die andern Bolzen frei sind. In der in Fig. 6 gezeigten Arbeitsstellung befinden sich alle Ankerbolzen in Arbeitsstellung, das Ankerbolzenpaar --111-- trägt die Mittelschiene --41--, die Bolzenpaare-112 und 113-- tragen die Schienen -42-- und die beiden vorderen Bolzenpaare-113 und 114-- tragen das Schienenpaar --43--.
Es versteht sich, dass bei einer andern Ausführungsform, falls das Paar von Ankerbolzen -- symmetrisch ausgebildet sein sollte, wie z. B. das Paar --113--, der Arbeitszylinder - nur zum Heben einer einzigen Schiene auf einmal verwendet werden würde, wogegen durch einfache Betätigung des Arbeitszylinders --32-- fünf Schienen gleichzeitig gehoben werden können.
Es versteht sich weiters, dass durch entsprechende Auswahl der Anzahl und Form der Ankerbolzen andere Ausführungsformen und damit jede beliebige Reihenfolge des Hebens der Schienen erzielt werden könnten.
Um die erfindungsgemässe Vorrichtung feststellen und heben zu können, ist die Tragplatte - mit nach unten abstehenden Seitenwänden versehen, die ein Gehäuse-60-für die Betätigungseinrichtung der Ankerköpfe-111 bis 114-- bilden, wobei die Betätigungseinrichtung aus den Bolzen-11 bis 14--, den Kurbeln-21 bis 24-- und den Arbeitszylindern --31, 32-- besteht. Das Gehäuse --60-- ist mit in Querrichtung verlaufenden Wänden --61-- versehen, die von einem Paar von horizontalen Schäften --62-- durchsetzt werden, an deren Enden Hebelarme --63-- aufgekeilt sind. Zum Heben der erfindungsgemässen Vorrichtung sind daher vier Arme --63-- vorgesehen, die jeweils zu zweit auf zwei Bolzen --62-- aufgekeilt sind.
Oberhalb ist jedes Paar von Hebelarmen --63-- mit einer Querstange --64-- verbunden, mit welcher z. B. der (nicht dargestellte) Hebehaken eines Kranes verbunden werden kann.
Jeder der Schäfte -62-- ist mit wenigstens einem nach unten abstehenden Nocken od. dgl.
- versehen, der sich, wenn sich die Arme --63-- auf Grund der Hebewirkung des Kranes der vertikalen Stellung nähern, mit ihrem äussersten Ende entsprechend nach unten bewegt. Der Nocken - ist dazu bestimmt, während des Hebevorganges der erfindungsgemässen Vorrichtung eine Verriegelungsplatte --70-- nach unten zu stossen, die, wie in Fig. 2 dargestellt, frei von den Bolzen --11 bis 14-- mit den Ankerköpfen --111 bis 114-- durchsetzt wird.
Es ist zu beachten, dass die Bolzen --11 bis 14-- die Verriegelungsplatte --70-- mit Spiel durchsetzen, so dass sich die Platte innerhalb eines geeigneten Bereiches in bezug auf die Bolzen frei auf-und abbewegen kann.
In vertikaler Richtung ist die Bewegungsfreiheit der Platte nach unten jedoch durch die Ankerköpfe --111 bis 114-- begrenzt, wenn sich keine Schienen unter der Vorrichtung befinden. Wenn sich die Vorrichtung in der in Fig. 1 gezeigten Stellung oberhalb einer Reihe von Schienen befindet, wird die vertikale Bewegung der Platte nach unten von der oberen Fläche der Schienen
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begrenzt, an welche die untere Fläche der Verriegelungsplatte --70-- anschlägt. Die Aufwärtsbewegung wird durch die Nocken --65-- begrenzt, die mit den Bolzen einstückig ausgebildet sind und sich mitdrehen.
Wenn daher'die erfindungsgemässe Vorrichtung zusammen mit den Schienen hochgehoben wird, zeigen die Arme --63-- die Tendenz, sich in die der Vertikalen am nächsten gelegene Stellung zu bewegen ; dadurch wird eine Abwärtsdrehung der Nocken --65-- bewirkt, deren Druck die Verriegelungsplatte --70-- in Anlage mit der Oberfläche der Schienen bringt.
Dadurch werden die Schienen während des Hochhebens und der Beförderung nicht nur von den Ankerbolzen --111 bis 114-- getragen, sondern auch zwischen diesen und der unteren Fläche der Verriegelungsplatte --70-- verriegelt.
Daher können sich die Schienen während der unvermeidlichen Schwingungen, die sich beim Heben und Befördern ergeben, nicht aus den Ankerbolzen lösen, da sie von diesen nicht nur getragen, sondern damit auch solange fest verriegelt sind, als die Hebelarme --63-- einer Hubkraft unterworfen sind. Bei der gezeigten Ausführungsform ist die Verriegelungsplatte als nach oben geöffneter Kasten ausgebildet, dessen Seitenwände --71-- mit nach oben offenen Durchlässen --72-- für die Bolzen-62-- versehen sind, so dass die vertikale Relativbewegung der Platte --70-- in bezug auf die Tragplatte --10-- nur durch die Nocke -65-- auf der einen Seite und den Schienenkopf auf der andern Seite begrenzt ist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Greifen und Tragen von Schienen od. dgl. mittels eines Hebezeuges, insbesondere Kranes, mit einer Tragplatte, die mit einer aus einem Paar von Armen bestehenden Auf- hängungseinrichtung verbunden und mit einer Reihe von sich nach unten erstreckenden Bolzen od. dgl. versehen ist, die an ihren unteren Enden einstückig ausgebildete Ankerköpfe od. dgl. aufweisen und mittels einer Betätigungseinrichtung verdrehbar sind, um die Ankerköpfe od. dgl. unter die Schienenköpfe einführen zu können, dadurch gekennzeichnet, dass die die Ankerköpfe od. dgl. (111, 112,113, 114) aufweisenden Bolzen (11, 12,13, 14) eine Verriegelungsplatte (70) durchsetzen, die mittels Nocken od. dgl.
(65), die an mit den Armen (63) der Aufhängungseinrichtung verbundenen und in der Tragplatte (10) drehbar gelagerten Zapfen (62) befestigt sind, in Axialrichtung der Bolzen (11, 12,13, 14) verstellbar und beim Heben der Tragplatte (10) gegen die Oberseite der Schienenköpfe (51,52, 53) der zu tragenden Schienen (41, 42,43) zur Anlage bringbar ist.