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Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur automatischen Zugkraftmessung beim Stranggiessen aus einer oszillierend angetriebenen Kokille einer Metall-Stranggussanlage, mit einem zur Erfassung der an der Kokillenhalterung angreifenden Gesamtkraft dienenden Kraftmesser und einer das Ausgangssignal dieses Kraftmessers entsprechend dem Kokillengewicht modifizierenden Korrekturstufe.
Es ist eine Technik zur automatischen Messung der Strangabzugskraft beim Stranggiessen bekannt, bei der die Kokille auf einem Kraftmesser angeordnet ist, und das Ausgangssignal des Kraftmessers kontinuierlich mittels eines Registriergerätes aufgezeichnet wird. Ein Mangel dieser Technik liegt darin, dass das ganze Spektrum des vom Kraftmesser an das Registriergerät gelieferten Signals registriert wird. Das Signal ändert sich dabei vom Maximalwert, welcher auf den Gussstrang einwirkenden Zugkräften entspricht, zum Minimalwert, der Druckbeanspruchungen des Gussstranges entspricht, mit der Frequenz der Kokillenbewegung,'-also mit einer Frequenz, die grösser ist als eine Schwingung pro Sekunde.
Dies schliesst die Möglichkeit aus, die so gewonnene Information unmittelbar zur Signalisation, zur Steuerung und zur Verarbeitung mit Hilfe von Prozessrechnern zu benutzen. Gerade diese Verwendungen der Information sind aber für die Zugbeanspruchungen des Gussstranges und für einen zuverlässigen Betriebsablauf des Stranggussvorganges sowie zum Erhalten eines normierten Ausgangssignals von besonderer Wichtigkeit. Die unmittelbare Registrierung von solchen schnellveränderlichen Vorgängen mit einem verhältnismässig langsam reagierenden Registriergerät ergibt einen zusätzlichen Messfehler, und es wird dabei die Registrierung von kurzzeitig wirkenden starken Kräften, wie sie auf den Grussstrang z. B. beim Haften der Hülle des Gussstranges an den Kokillenwänden und beim Hängenbleiben des Gussstranges in der Kokille einwirken, unmöglich.
Die kontinuierliche Aufzeichnung des ganzen Spektrums des Messsignals führt auch zum schnellen Verschleiss des Registriergerätes und zum Ausfall der Messeinrichtung.
Bei einem andern aus der GB-PS Nr. 907, 202 bekannten Verfahren wird zur automatischen Messung der Strangabzugskraft beim Stranggiessen aus der Kokille diese Kraft mit Hilfe von unter der Kokille eingebauten Messdosen gemessen, wobei auch ein Ausgleich des Kokillengewichtes vorgesehen ist. Ein Nachteil dieses Verfahrens liegt darin, dass bei der Messung der Abzugskraft während des Gussvorganges der Einfluss der Trägheitsmasse der eine hin-und hergehende Bewegung ausführenden Kokille nicht berücksichtigt wird. Es ist dabei bei einer aus der GB-PS Nr. 907, 202 bekannten Vorrichtung vorgesehen, dass die Abzugsgeschwindigkeit so gesteuert wird, dass jeweils bei einer bestimmten Spannung in der Stranghaut eine Änderung der Strangkrustendicke erfolgt.
Der Gussstrang wird dabei mit Hilfe eines Zuggerüstes, das von einem Motor über ein Untersetzungsgetriebe angetrieben wird, aus der Kokille gezogen. Im speziellen ist dabei die Kokille auf drei Messdosen aufgestellt, die unter einem Winkel von 120. gegeneinander versetzt sind. Das von den Messdosen gelieferte Signal wird einem Verstärker zugeführt und beeinflusst einen Geschwindigkeitsregler des Zuggerüstes. Bei einer Abweichung der auf den Gussstrang wirkenden Abzugskraft von einem vorgegebenen Wert ändert der Regler die Abzugsgeschwindigkeit in der Richtung, die der Stabilisierung der Spannung in der Haut des erstarrenden Gussstranges entspricht. Beim Überschreiten eines kritischen Zugkraftwertes ist die Stillsetzung der Kokille in der oberen Grenzstellung mittels einer besonderen Schaltung vorgesehen.
Ein Mangel dieser Vorrichtung liegt darin, dass zur Änderung der Strangabzugkraft das Ziehen des Gussstranges aus der Kokille periodisch unterbrochen werden muss. Aus diesem Grund kann diese Vorrichtung in Metall-Stranggussanlagen, die eine hin-und hergehend bewegte Kokille aufweisen, nicht eingesetzt werden.
Eine weitere bekannte Vorrichtung, die zur automatischen Messung der Strangabzugskraft des aus einer Kokille einer Metall-Stranggussanlage austretenden Gussstranges bestimmt ist, enthält einen Kraftmesser, der einen Eingang aufweist, an den eine Ausgleichsstufe zum Ausgleich des Kokillengewichtes angeschlossen ist. Bei dieser Vorrichtung werden die Signale des Kraftmessers einer Vergleichsstufe und einer Rückstellschaltung zugeführt, wobei die Rückstellschaltung einen Umschalter steuert, über den von einem Impulsgenerator kommende Impulse einem Impulszähler zugeführt werden. An den Impulszähler ist dabei ein Digital-Analog-Wandler angeschlossen, der mit dem zweiten Eingang der Vergleichseinheit verbunden ist. Weiter ist eine Registriereinheit vorgesehen (vgl. z. B. das Buch von B. I.
Krasnow"Optimale Steuerung von Betriebsarten beim Stahlstranggiessen", Moskau, Verlag "Metallurgia", 1975, S. 200.... 201).
In dieser bekannten Vorrichtung erfolgt die Messung des Maximalwertes der Strangabzugskraft
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in jedem Kokillen-Schwingungszyklus, und zu diesem Zweck ist in der Schaltungsanordnung der Vorrichtung die Rückstellschaltung zur Rückstellung der Zähleranzeige vorgesehen, die beim Beginn jedes Messzyklus beim Überschreiten eines bestimmten Messsignalpegels, z. b. 5.... 10% von seinem Nennwert, ein Rückstellsignal erzeugt. Infolge der oszillierenden Bewegung der Kokille ändert das Ausgangssignal des Kraftmessers abwechselnd sein Vorzeichen, die Nullstellung im Zähler erfolgt am Anfang jedes Schwingungszyklus und der Messvorgang wird so automatisch und synchron zur Kokillenbewegung wiederholt.
Ein Nachteil dieser bekannten Vorrichtung liegt darin, dass bei Betriebsstörungen in der Metall-Stranggussanlage, z. B. beim Hängenbleiben des Gussstranges in der Kokille und bei dem dabei in der Regel entstehenden Bruch des Stranges unter der Kokille, das Messsignal ansteigt und nicht mehr unter einen festgelegten Auslöspegel der Rückstellschaltung abfällt, wobei die Rückstellschaltung dann keine Impulse erzeugt und der Betrieb der Messvorrichtung gestört ist. Die Messschaltung fixiert den sich vor dem Verschwinden der Rückstellimpulse zuletzt ergebenden Maximalwert der Strangabzugskraft und misst nicht die darauf erfolgende Abnahme dieses Wertes bei allmählicher Rückkehr zum normalen Betriebszustand.
Ausserdem wird das Ausgangssignal in der bekannten Vorrichtung nach jedem Nullstellen des Impulszählers unterbrochen, was darauf zurückzuführen ist, dass die Änderung des Ausgangssignals nach dem Nullstellen des Impulszählers und nach dem Beginn eines neuen Messzyklus vom Nullwert bis zu dem im jeweiligen Kokillen-Schwingungszyklus erneut gemessenen Maximalwert erfolgt. Hiebei hängt die Dauer der Signalunterbrechung von der Steilheit der Messsignal-Vorderflanke ab, wobei sich bedeutende Schwankungen des Ausgangssignals und Abweichungen der auf dem Registrierstreifen des Registriergerätes aufgezeichneten Signalkurve ergeben. Die Unterbrechung des Ausgangssignals kann Betriebsstörungen in den mit der Vorrichtung verbundenen Systemen zur Signalisation, zur automatischen Steuerung und im Kanal zur Datenübertragung für die Informationsempfänger, z.
B. für die elektronischen Rechenanlagen, verursachen.
Ein anderer, nicht weniger bedeutender Mangel dieser Vorrichtung liegt darin, dass der Einfluss der Trägheitsmasse der Kokille bei der Messung der Strangabzugskraft während des Stranggiessens mit einer hin-und hergehend bewegten Kokille mit dieser Vorrichtung nicht berücksichtigt werden kann.
Es ist ein Ziel der Erfindung, eine Vorrichtung eingangs erwähnter Art zu schaffen, bei der die Mängel der bekannten Vorrichtung behoben sind und bei der es möglich ist, eine bessere Genauigkeit bei der Messung der beim Stranggiessen aus der Kokille auftretenden Strangabzugskraft zu erreichen und auch die Betriebszuverlässigkeit der Metall-Stranggussanlage bei einem Hängenbleiben des Gussstranges in der Kokille durch Vervollkommnung der Messung der Strangabzugskraft zu erhöhen.
Die erfindungsgemässe Vorrichtung eingangs erwähnter Art ist dadurch gekennzeichnet, dass eine die Beschleunigung der oszillierenden Kokillenbewegung in der der Strangzugrichtung entgegengesetzten Richtung erfassende Messeinrichtung und eine Summierstufe vorgesehen ist, wobei an einem Eingang dieser Summierstufe das korrigierte Ausgangssignal des Kraftmessers und an den andern Eingang der Summierstufe das Signal der Beschleunigungsmesseinrichtung gelegt ist und das Ausgangssignal der Summierstufe ein Mass der Abzugskraft ist.
Eine vorteilhafte Ausführungsform dieser Vorrichtung ist dadurch gekennzeichnet, dass an den Ausgang der Summierstufe der eine Eingang einer Vergleichsstufe angeschlossen ist, deren Ausgang mit einem Eingang einer Torschaltung verbunden ist, deren anderer Eingang mit einem Impulsgenerator in Verbindung steht und an deren Ausgang der Zähleingang eines Impulszählers angeschlossen ist, wobei der Ausgang dieses Impulszählers mit dem Eingang eines Digital-Analog-Wandlers verbunden ist, dessen Ausgang an den andern Eingang der Vergleichsstufe gelegt ist, dass eine Rückstellschaltung vorgesehen ist, deren Eingang mit dem Ausgang der Summierstufe verbunden ist und die einen mit dem Rücksetzeingang des Impulszählers verbundenen Ausgang aufweist, und dass ein weiterer Impulszähler vorgesehen ist,
dessen Rücksetzeingang mit dem Ausgang der Rückstellschaltung und dessen Zähleingang mit einem weiteren Impulsgenerator verbunden ist und der zwei Ausgänge aufweist, an die die Eingänge von zwei Koinzidenzstufen angeschlossen sind, wobei der Ausgang der einen Koinzidenzstufe mit dem Rücksetzeingang des Impulszählers
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und der Ausgang der andern Koinzidenzstufe zusammen mit einem weiteren Ausgang der Rückstellschaltung mit einem Steuereingang eines Speicherregisters verbunden sind, dessen Dateneingang an den Ausgang des Impulszählers und dessen Ausgang über einen weiteren Digital-Analog-Wandler an ein Registriergerät angeschlossen ist.
Durch die erfindungsgemäss vorgesehenen Massnahmen kann der vorstehend erwähnten Zielsetzung gut entsprochen werden. Die erfindungsgemässe Vorrichtung ermöglicht eine höhere Genauigkeit der Messung der Strangabzugskraft beim Stranggiessen aus der Kokille einer Metall-Stranggussanlage sowie das Erzielen einer höheren Betriebszuverlässigkeit solcher Anlagen.
Die Erfindung wird nun im folgenden unter Bezugnahme auf Beispiele, die in den Zeichnungen schematisch dargestellt sind, weiter erläutert. In den Zeichnungen zeigt Fig. 1 in schematischer Darstellung die hier wesentlichen Teile einer Stranggussanlage mit einem ersten Beispiel einer erfindungsgemässen Vorrichtung, und Fig. 2 ein Blockschaltbild einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemässen Vorrichtung.
Beim Stranggiessen aus der Kokille beträgt der Summenwert aller Kräfte :
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(l)Hiebei sind:
P die vom Kraftmesser gemessene Summengrösse der Kräfte ; P, das Kokillengewicht ; P2 2 die Strangabzugskraft ; P 3 die bei der Kokillenbewegung auftretende Trägheitskraft in der Richtung, die der Strang- abzugrichtung entgegengesetzt ist.
Bei den vorstehend erwähnten bekannten Techniken wurden nur das Kokillengewicht P, und die Strangabzugskraft P. berücksichtigt, während bei der erfindungsgemässen Vorrichtung neben dem Kokillengewicht P, und der Strangabzugskraft Pa auch die bei der Kokillenbewegung auftretende Trägheitskraft P in der der Strangabzugrichtung entgegengesetzten Richtung in Rechnung gestellt wird.
Also beträgt der tatsächliche Wert der Strangabzugskraft von der Kokille : P2 = P - PI - P 3. (2)
P, ist für eine gegebene Kokille eine konstante Grösse und kann vom Messsignal leicht abgezogen werden. Die Grösse P 3 wird als P3 = m. a definiert, wobei m die Kokillenmasse (konstante Grösse) ist und a die Beschleunigung der Kokillenbewegung bezeichnet, die von der Frequenz und von der Amplitude der oszillierenden Kokillenbewegung abhängig ist und sich beim Gussvorgang, z. B. bei Änderung der Strangabzugskraft ändern kann.
Dementsprechend wird nach der Messung der Beschleunigung der Kokille und nach Transformation des erhaltenen Messwertes unter Berücksichtigung der Kokillenmasse der wahre Wert der beim Ziehen des Stranges aus der Kokille auftretenden Kraft gemäss der Gleichung (2) berechnet.
Die in Fig. 1 dargestellte Vorrichtung, die zur automatischen Messung ist Strangabzugskraft
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mitlenoszilliervorrichtung --5-- eingebaut ist. An den Zugkraftmesser --4-- ist eine Korrekturstufe --6-- angeschlossen, die zum Ausgleich des Kokillengewichtes dient. Der Ausgang des Zugkraftmessers --4-- ist an den einen Eingang einer Summierstufe --7-- angeschlossen, und es ist der andere Eingang dieser Summierstufe mit einem die Beschleunigung der Kokille erfassenden Beschleunigungsmesser --8-- verbunden. Der Ausgang der Summierstufe --7-- ist an ein Registriergerät - angeschlossen.
Die in der Kokille --2-- beim Strangziehen mittels des Treibrollengerüstes --3-- entstehenden
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Beanspruchungen werden mit Hilfe des Zugkraftmessers --4-- gemessen. Das Gewicht der Kokille --2-- wird mit einem von der Korrekturstufe --6-- gelieferten Signal ausgeglichen. Im Beschleunigungsmesser --8-- wird ein der Beschleunigung der Kokillen-Trägheitsmasse proportionales Signal erzeugt. Die gemessenen Signale werden der Summierstufe --7-- zugeführt, und es wird der zu messende Parameter mit dem Registriergerät --9-- erfasst.
Bei der in Fig. 2 dargestellten Vorrichtung, die zur automatischen Messung der Strangabzugskraft, die beim Ziehen eines Gussstranges aus der Kokille einer Metall-Stranggussanlage auftritt, dient, ist ein Kraftmesser --10-- vorgesehen, der einen Signaleingang aufweist, an den eine Korrek- turstufe --11- zum Ausgleich des Kokillengewichtes angeschlossen ist. Der Ausgang des Kraftmessers --10-- liegt an einem Eingang einer Summierstufe --12--, und es ist ein zweiter Eingang dieser Summierstufe mit dem Ausgang eines Kokillen-Beschleunigungsmessers --13-- verbunden. Der Ausgang der Summierstufe ist an den einen Eingang einer Vergleichsstufe --14-- angeschlossen. Der Ausgang der Vergleichsstufe --14-- liegt an einem Eingang einer Torschaltung --15--, deren anderer Eingang mit einem Impulsgenerator --16-- verbunden ist.
Der Ausgang der Torschaltung --15-- ist an den Zähleingang eines Impulszählers --17-- angeschaltet. Ein Ausgang des Impulszählers --17-- ist mit einem Digital-Analog-Wandler --18-- und ein anderer Ausgang des Impulszählers --17-- ist mit einem Dateneingang eines Speicherregisters --19-- verbunden. Der Ausgang des Digital-Ana- log-Wandlers --1. 8-- ist an den zweiten Eingang der Vergleichsstufe --14-- angeschlossen.
An den mit dem ersten Eingang der Vergleichsstufe --14-- verbundenen Ausgang der Summierstufe ist auch der Eingang einer Rückstellschaltung --20-- angeschlossen. Ein Ausgang dieser Rückstellschaltung ist mit dem Steuereingang des Speicherregisters --19-- und ein anderer Ausgang dieser Rückstellschaltung ist mit dem Rücksetzeingang des Impulszählers --17-- und mit dem Rücksetzeingang eines weiteren Impulszählers --21-- verbunden. Der Zähleingang des Impulszählers --21-- ist an einen weiteren Impulsgenerator --22-- angeschlossen.
An die beiden Ausgänge des weiteren Impulszählers - sind je eine Koinzidenzschaltung --23 und 24-- angeschaltet. Der Ausgang der Koinzidenzschaltung --23-- ist an den Rücksetzeingang des Impulszählers --17-- und der Ausgang der Koinzidenzschaltung --24-- ist an den Steuereingang des Speicherregisters --19-- angeschaltet. Der Ausgang des Speicherregisters --19-- ist über einen weiteren Digital-Analog-Wandler --26-- mit einem Registriergerät --25-- verbunden.
Diese Vorrichtung arbeitet wie folgt :
Vor Beginn des Gussvorganges wird das Ausgangssignal des Kraftmessers --10--, der das Gewicht der Kokille und ihrer Schwingantriebsvorrichtung erfasst, mit Hilfe der Korrekturstufe --11--, die zum Ausgleich des Kokillengewichtes dient, auf Null eingestellt. Nachdem die Kokille mit ge-
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des Gussstranges wird der Kraftmesser --10-- mit den infolge der Adhäsion zwischen dem Gussstrang und den Kokillenwänden entstehenden Haftkräften (Reibungskräften) belastet. Diese Kräfte nehmen durch die hin-und hergehende Schwingbewegung der Kokille abwechselnd positive und negative Werte an, je nach der momentanen Richtung der Kokillenbewegung in bezug auf den Gussstrang, und es ändern sich diese Kräfte im Takt der Kokillenbewegung. Die Kokille wird in der Regel dem Sinusgesetz folgend hin-und herbewegt.
Wenn die Kokille also mit einer Geschwindigkeit bewegt wird, die kleiner als die Strangabzugsgeschwindigkeit ist, wirken auf den Gussstrang Dehnungskräfte
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Weise alternierende Signal des Kraftmessers --10-- gelangt an den Eingang der Summierstufe --12--, und es wird dem andern Eingang der Summierstufe ein Signal vom Kokillen-Beschleunigungsmes- ser --13-- zugeführt. Dieser Beschleunigungsmesser ist z. B. auf der Kokille selbst befestigt und wird mit dieser bewegt. Da die Kokillenbewegung auch an der Kokillenoszilliervorrichtung auftritt und so auf den Kraftmesser --10-- übertragen wird, ist der Kraftmesser --10-- auch den dynamischen Beanspruchungen ausgesetzt, die bei der Kokillenbewegung durch die mit dieser einhergehenden Beschleunigungen entstehen.
Das vom Kokillen-Beschleunigungsmesser --13-- gelieferte und der dynamischen Beanspruchung des Kraftmessers --10--proportionale Signal wird in der Summierstufe --12-- vom Signal des Kraftmessers --10-- subtrahiert, und es tritt so am Ausgang der Summier-
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stufe -12-- ein Signal auf, welches nur der Strangabzugskraft proportional ist, mit der der Gussstrang aus der Kokille gezogen wird. Vom Ausgang der Summierstufe --12-- gelangt das Signal an den Eingang der Vergleichsstufe --14-- und an den mit diesem Eingang zusammengeschalteten Eingang der Rückstellschaltung --20--.
Wenn am Eingang der Vergleichsstufe --14-- ein positives, den Dehnungskräften entsprechendes Signal auftritt, das über ihrer Ansprechschwelle liegt, schal-
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-14-- die Torschaltung --15-- ein,- liegt, erzeugt ein impulsförmiges Rückstellsignal, das dem Rückstelleingang des Impulszäh- lers-17-zugeführt wird, wobei in diesem die vorher eingeschriebene Information gelöscht wird und der Impulszähler --17-- nun zum Empfang der neuen Information bei Beginn jedes Zyklus der Kokillenbewegung vorbereitet ist.
Der Ausgang des Impulszählers --17-- ist mit dem Eingang des Digital-Analog-Wandlers --18- verbunden, an dessen Ausgang beim Einlangen der vom Impulsgenerator-16-dem Eingang des Impulszählers --17-- zugeführten Impulse eine linear veränderliche und der Anzahl der im Impulszähler --17-- gespeicherten Impulse proportionale Treppenspannung erzeugt wird. Diese Spannung wird dem zweiten Eingang der Vergleichsstufe --14-- zugeführt und in dieser mit der Grösse des von der Summierstufe abgegebenen Messsignals verglichen. Sobald das von der Summierstufe-12-gelieferte Signal und die Ausgangsspannung des Digital-Analog-Wandlers - einander gleich sind, kehrt die Vergleichsstufe --14-- in den Anfangszustand zurück, und es wird die Torschaltung --15-- abgeschaltet.
Damit wird die Weiterleitung der Impulse vom Impulsgenerator --16-- an den Impulszähler --17-- unterbrochen, wobei im Impulszähler --17-- die digitale Information über die Amplitude des vom Ausgang der Summierstufe --12-- gelieferten Signals, das der Strangabzugskraft im betreffenden Zyklus der Kokillenschwingung proportional ist, gespeichert wird.
Im folgenden Zyklus der Kokillenschwingung tritt am einen Ausgang der Rückstellschaltung - wieder ein Rückstellsignal auf, der Inhalt des Impulszählers --17-- wird gelöscht, und es erfolgt eine neue Messung der Amplitude der Strangabzugskraft in diesem Zyklus der Kokillenschwingung.
Am Ende jedes Zyklus der Kokillenschwingung fällt das Signal am Ausgang der Summierstufe - bis zur Rückkehrschwelle der Rückstellschaltung --20-- ab, wobei die Rückstellschaltung an ihrem andern Ausgang ein Einschreibsignal erzeugt, welches dem Steuereingang des Speicher-
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cherregisters ist der Eingang des weiteren Digital-Analog-Wandlers --26-- angeschlossen, in dem diese Information in ein analoges Signal umgewandelt wird. Dieses Analogsignal wird dem Regi- striergerät --25-- zugeführt, in dem es in ein kontinuierliches Standard-Ausgangssignal umgeformt wird.
Der das Rückstellsignal, führende Ausgang der Rückstellschaltung --20-- ist auch mit dem Rücksetzeingang des weiteren Impulszählers --21- verbunden. Dem Zähleingang dieses Impulszäh- lers-21-werden Impulse vom weiteren Impulsgenerator --22-- zugeführt. Die Ausgänge des weiteren Impulszählers --21-- sind mit den Eingängen der Koinzidenzschaltungen --23 und 24-- ver- bunden.
Wenn die vom weiteren Zähler --21-- verarbeitete Anzahl der vom weiteren Impulsgenerator --22-- abgegebenen Impulse um zwei Impulse kleiner als die Kapazität des Impulszählers - ist, erzeugt die Koinzidenzschaltung --24-- einen Schreibimpuls, der dem Eingang des Speicherregisters --19-- zugeführt wird;
bei der Ankunft einer der Aufnahmekapazität des weiteren Impulszählers --21-- entsprechenden Impulszahl liefert die Koinzidenzschaltung --23-- einen Rückstellimpuls an den Löscheingang des Impulszählers --17--. Die Frequenz des weiteren Impulsgene- rators-22-und die Aufnahmekapazität des weiteren Impulszählers --21-- werden so gewählt, dass die Dauer des Füllens des weiteren Impulszählers --21-- mit den Impulsen des weiteren Impuls- generators-22-bis zur vollen Aufnahmekapazität dieses Impulszählers und folglich die Folgeperiode der von den Koinzidenzschaltungen --23 und 24-- erzeugten Einschreib- und Rückstellimpulse grösser als die maximale Schwingungsperiode der Kokille bei normalen Betriebsarten der MetallStranggussanlage sind.
Bei den normalen Betriebszuständen der Metall-Stranggussanlage können so
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die Koinzidenzschaltungen --23 und 24-- nicht die Ausgangssignale"Einschreiben"und"Rückstel- lung" erzeugen, da der Inhalt des Impulszählers --21-- mit dem Rückstellsignal der Rückstellschal- tung-20-periodisch gelöscht wird, bevor die für die Erzeugung der Ausgangssignale der Koinzidenzschaltungen erforderliche Impulszahl gezählt ist.
Bei Betriebsstörungen in der Metall-Stranggussanlage, z. B. bei einem Steckenbleiben der Kokillenoszilliervorrichtung und beim Hängenbleiben des Gussstrangs in der Kokille, erfolgt kein Abfall des am Ausgang der Summierstufe-12-- und am Eingang der Rückstellschaltung --20-- wirksamen Signals des Kraftmessers --10- bis zur Rückkehrspannung der Rückstellschaltung --20--. Dabei gelangt nun kein Rückstellsignal an den Rücksetzeingang des weiteren Impulszählers --21--, und dieser übernimmt zusammen mit den Koinzidenzschaltungen --23, 24-- die Steuerung des Messvorgangs, und die Erzeugung der Einschreib- und Rückstellsignale beginnt.
Dadurch wird die Messung des in jedem Zeitintervall zwischen den von der Koinzidenzschaltung --24-- periodisch erzeugten Einschreibimpulsen auftretenden Maximalwerts der Strangabzugskraft, die beim Strangziehen aus der Kokille auftritt, ermöglicht.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur automatischen Zugkraftmessung beim Stranggiessen aus einer oszillierend angetriebenen Kokille einer Metall-Stranggussanlage, mit einem zur Erfassung der an der Kokillenhalterung angreifenden Gesamtkraft dienenden Kraftmesser und einer das Ausgangssignal dieses Kraftmessers entsprechend dem Kokillengewicht modifizierenden Korrekturstufe, dadurch gekennzeichnet, dass eine die Beschleunigung der oszillierenden Kokillenbewegung in der der Strangzugrichtung entgegengesetzten Richtung erfassende Messeinrichtung (13) und eine Summierstufe (12) vorgesehen ist, wobei an einem Eingang dieser Summierstufe (12) das korrigierte Ausgangssignal des Kraftmessers (10) und an den andern Eingang der Summierstufe (12) das Signal der Beschleunigungsmesseinrichtung (13) gelegt ist und das Ausgangssignal der Summierstufe (12)
ein Mass der Abzugskraft ist.