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Die Erfindung betrifft ein fahrbares Schaufelgerät mit einer schwenkbar gelagerten, mittels eines
Fahrwerks bewegbaren, nach vorne offenen Ladeschaufel, über deren Unterkante ihrer offenen
Vorderseite bei der Vorwärtsbewegung des Gerätes mit in Arbeitsstellung befindlicher Schaufel das aufzunehmende Material in das Schaufelinnere eintritt.
Solche Schaufeln haben sich, insbesondere in Verwendung als Ladeschaufeln, sehr bewährt ; sie vermögen durch Hin- und Herfahren zwischen einem z. B. in Haufen lagernden oder schichtweise abzutragenden und abzutransportierenden Material, z. B. Schüttgut, und einem zu beladenden Transport- fahrzeug mit vergleichsweise geringem maschinellen Aufwand eine hohe Förderleistung zu erbringen und zu gewährleisten.
Ein gewisser Nachteil ergab sich jedoch beim Aufnehmen eines Materials, das dazu neigt, bei der
Belastung durch das hin-und herfahrende Gerät sich zu verfestigen und zusammenzubacken, so dass das sich verdichtende Material von der Vorderkante der Schaufel nur mehr schwer bzw. nur in zu geringen
Mengen erfasst werden kann, was sich naturgemäss leistungsmindernd auswirkt. Dasselbe gilt bei der
Verwendung der Ladeschaufeln zum Aufnehmen gewachsenen Bodens od. dgl. kompakten Materials. Unter
Umständen musste solches Material vor der Aufnahme durch die Schaufel händisch oder mittels gesonderter
Geräte, Pflüge od. dgl. mit erheblichem Mühe- und Zeitaufwand gelockert werden, um sodann die Schaufel einwandfrei arbeiten lassen zu können.
Nach der AT-PS Nr. 269003 wurde bereits an einem Baggereimer, der an einem dreh- und schwenkbaren Ausleger befestigt ist ein Lockerungswerkzeug angebracht, welches gemeinsam mit dem
Eimer verschwenkbar ist. Das Gerät sollte solcherart wahlweise als Bagger oder als Bodenlockerungsgerät arbeiten können.
Demgegenüber ist es das Ziel der Erfindung ein fahrbares Schaufelgerät der obenbezeichneten
Gattung zu befähigen, während der Arbeitsbewegungen, also im Zuge der Hin- und Herbewegung des
Gerätes zwischen dem zu verladenden Material und dem Transportfahrzeug, für eine ausreichende Lockerung des aufzunehmenden Materials zu sorgen, so dass die Schaufel auch solches Gut aufzunehmen vermag, das verhältnismässig dicht und fest lagert, z. B. infolge Frosteinwirkung, Beimengung von Bindemitteln, Pflanzenwuchs u. dgl. eine gewisse Festigkeit aufweist, so dass die Schaufel dazu neigt, über die harte, z. B. verkrustete Oberfläche des Gutes wirkungslos hinwegzugleiten.
Um dies zu verhindern, ist erfindungsgemäss vorgesehen, dass diese Schaufel im Bereich der Unterkante ihrer geschlossenen Hinterseite mit einer Reihe von das Material lockernden Werkzeugen, z. B. mit Messern, Zinken, Zähnen od. dgl., augestattet ist.
Die genannten Werkzeuge sind, um die ihnen zugedachte Funktion erfüllen zu können, derart zu gestalten, dass sie etwa wie Pflugscharen, Dornen einer Egge bzw. Zähne eines Rechens in das zu lockernde Material eindringen, sei es allein durch ihr eigenes Gewicht bzw. durch eine zusätzliche Auflast oder auch durch Federdruck.
In besonders vorteilhafter Weise wird, dank der erfindungsgemässen Lösung, das Gewicht der mit dem Material zu füllenden bzw. bereits gefüllten Schaufel dazu verwertet, auf die Werkzeuge jenen abwärts gerichteten Druck auszuüben, der wünschenswert ist, um diese Werkzeuge in das aufzunehmende Material eindringen zu lassen und darin zu führen.
Die Erfindung beruht demnach weitgehend auf der Erkenntnis, dass-originellerweise-eben das Gewicht jenes Materials dazu benutzt werden kann, das gelockert werden soll, um dadurch die Tätigkeit der das Material aufnehmenden Schaufel zu erleichtern und dadurch deren Leistung zu erhöhen.
Um die Werkzeuge im vollständigen und für ihre Bestimmung optimalen Bereich einsetzen zu können, sind diese zur Lockerung des Materials dienenden Werkzeuge an einem sich quer zur Bewegungsrichtung des Gerätes längs der Hinterkante der Schaufel über deren gesamte Breite erstreckenden, gemeinsamen Träger angeordnet. Dadurch wird das aufzunehmende Material über die volle Breite des Arbeitsfeldes der Schaufel, d. h. über die volle Länge der Aufnahmekante der Schaufel, vorbearbeitet und wird solcherart wirksam und gründlich für die Aufnahme vorbereitet, so dass die Leistungsfähigkeit des Gerätes durch diese Lockerung erheblich erhöht wird.
Im Sinne der Erfindung wird die Tätigkeit der Werkzeuge dadurch erheblich begünstigt, dass das hohe Gewicht der mit dem aufgenommenen Material gefüllten Schaufel auf die Werkzeuge abwärtsdrückt und diese Werkzeuge zuverlässig in das Material eindringen lässt. Bei Ladeschaufeln ist die Schaufel bei der Rückwärtsfahrt des Gerätes jeweils gefüllt und es erweist sich deshalb empfehlenswert, die Werkzeuge nur
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bei der Rückwärtsfahrt auf das Material lockernd einwirken zu lassen, hingegen bei der Vorwärtsfahrt unwirksam über die Oberfläche des Materials gleiten zu lassen, um nicht das Eindringen der Aufnahmekante der Schaufel in das Material und die Aufnahme dieses Materials zu behindern.
Erfindungsgemäss ist demnach gemäss einer bevorzugten Auführungsform des Erfindungsgegenstandes vorgesehen, dass der an der Hinterseite der Schaufel, vorzugsweise lose schwenkbar angelenkte Träger mit den daran befestigten Werkzeugen aus einer Ruhestellung, in welcher die Werkzeuge bei einer Vorwärtsbewegung des Gerätes der Schaufel unwirksam nachgezogen werden, in vorzugsweise durch einen Anschlag bestimmte, abwärts gerichtete Arbeitsstellung verschwenkbar sind, bei der sich bei einer Rückwärtsbewegung des Gerätes in das zu lockernde Material eindringen bzw. darin eintauchend mitgeführt werden.
Diese Massnahme erbringt den Vorteil, dass man für die Lockerung des Materials nur bei der Rückwärtsfahrt des Gerätes Energie aufwenden braucht, also in einer Phase, bei der relativ wenig Energie anderweitig aufgewendet werden muss.
Vorteilhafterweise weisen die vorzugsweise aus Flachstahl bestehenden Werkzeuge eine abwärts und gegebenenfalls schwach rückwärts gerichtete Spitze, einen Zahn od. dgl., auf, der bei der Rückwärtsbewegung des Gerätes in das zu lockernde Material eindringend die Verschwenkung der Werkzeuge bzw. deren Träger in die Arbeitsstellung selbsttätig bewirkt. Demnach braucht man für die Verstellung der Werkzeuge beim Wechsel von der Vorwärtsfahrt (Aufnehmen des Materials) zur Rückwärtsfahrt (Lockerung des Materials) keine Sorge tragen.
Ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemässen Gerätes ist nachstehend an Hand der Zeichnungen erläutert : Die Fig. 1 zeigt in einer Seitenansicht den Vorderteil eines solchen Gerätes mit der Schaufel, die Fig. 2 zeigt den Bereich der Werkzeuge gleichfalls in einer Seitenansicht, jedoch in grösserem Massstab.
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jenes Materials --3--, auf dem sich das Gerät bewegt, zu erleichtern. Die Schaufel-l-ist-wie an sich bekannt - mittels eines aus den Lenkern --4 bis 7-- bestehenden Lenkersystems und mittels der hydraulisch oder pneumatisch zu betätigenden Kolben-Zylinder-Antriebe-8 und 9-- am Fahrzeug --10-höhenverstellbar und verschwenkbar gelagert und ist solcherart als Ladeschaufel verwendbar.
Die verschiedenen Einzelteile, die zu den für das Lockern des Materials --3-- bestimmten Werkzeugen - gehören, sind aus der Fig. 2 ersichtlich. Diese Werkzeuge --11-- sind an einem sich quer zur Bewegungsrichtung des Gerätes längs der Hinterkante der Schaufel --1-- über deren Breite erstreckenden, gemeinsamen Träger --12-- angeordnet. Dieser Träger --12-- ist seinerseits frei schwenkbar mittels Laschen --13-- an der Gelenkachse --14-- des Lenkersystems --4-7-- angelenkt und mittels dieses Trägers --12-- sind die Werkzeuge aus der in Fig. 2 in vollen Linien dargestellten Arbeitsstellung in die
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--15-- zwischen19-- einsetzbaren Bolzens --20-- die Werkzeuge bedarfsweise in einer angehobenen Ruhestellung verriegelt werden können.
Die Funktion der Werkzeuge ergibt sich beim Aufnehmen und Verladen des Materials --3-zwangsläufig wie folgt :
Das Fahrzeug --10-- fährt zunächst mit der in der Aufnahmestellung gemäss Fig. 1 befindlichen, noch leeren Schaufel-l-in Richtung des Pfeiles --21-- vorwärts, wobei die Schaufel --1-- Material --3-- mit ihrer Aufnahmekante --2-- aufnimmt und sich solcherart allmählich füllt. Beim Vorwärtsfahren werden die Werkzeuge --11-- der Schaufel --1-- lose nachgeführt (Fig. l) und gleiten ohne Eingriff in das Material - über dessen Oberseite, um dadurch die Schaufel-l-satt auf dieser Oberseite aufruhen zu lassen und die Aufnahmekante--2--ausreichend tief zu führen.
Sobald die Schaufel-l-ausreichend gefüllt ist und - wie üblich - in die aus Fig. 2 ersichtliche Stellung verschwenkt wurde, fährt das Gerät mit dem Fahrwerk --10-- rückwärts in Richtung des Pfeiles - -22--, wobei die von dem in Richtung des Pfeiles --23-- wirkenden Gewicht der gefüllten Schaufel-lbelasteten, mit ihren Spitzen rückwärts und abwärts weisenden Werkzeuge --11-- infolge des natürlichen, in Pfeilrichtung --24-- wirkenden Widerstandes des Materials, in das diese Werkzeuge eintauchen, zwangsläufig und selbsttätig in ihre Arbeitsstellung verschwenkt werden.
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In dieser Arbeitsstellung lockern die Werkzeuge --11-- während der Rückwärtsfahrt des Gerätes das aufzunehmende Material --3-- und bereiten es solcherart für eine Aufnahme mittels der neuerlich vorwärtsfahrenden Schaufel-l-vor.
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--4-7-- das in ihr enthaltene Material, z. B. an ein Transportfahrzeug oder an eine Deponie ab und ist sodann zu einer neuerlichen Materialaufnahme in der Vorwärtsfahrt bereit, worauf sich die obenerläuterten Vorgänge wiederholen.
Die Werkzeuge können im Rahmen der Erfindung beliebig gestaltet sein, vorzugsweise bestehen sie aus Flachstahl und besitzen eine rückwärts und abwärts gerichtete Spitze, um sich bei der Rückwärtsfahrt des Gerätes in dem zu lockernden Material zu verhaken und dadurch in die Arbeitsstellung verschwenkt zu werden.
Der Träger --12-- bildet mit den Werkzeugen --11-- ein Stück und verkörpert solcherart einen besonders robusten Bestandteil des erfindungsgemässen Gerätes.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Fahrbares Schaufelgerät mit einer schwenkbar gelagerten, mittels eines Fahrwerkes bewegbaren, nach vorne offenen Ladeschaufel, über deren Unterkante ihrer offenen Vorderseite bei der Vorwärtsbewegung des Gerätes mit in Arbeitsstellung befindlicher Schaufel das aufzunehmende Material in das
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Unterkante ihrer geschlossenen Hinterseite mit einer Reihe von das Material (3) lockernden Werkzeugen (11), z. B. mit Messern, Zinken, Zähnen od. dgl., ausgestattet ist.