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Die Erfindung bezieht sich auf eine Schachtbefahrungsanlage für ein Bauwerk mit mindestens zwei lotrechten Schächten, insbesondere für mehrzügige Lüftungsschächte, mit einem an Schienen in den Schächten geführten, in die Schächte an einem Tragseil wahlweise absenkbaren Fahrkorb, wobei der Fahrkorb oberhalb der Schachtöffnungen an einem mit Schienen versehenen Traggestell geführt und mit ihm zwischen den Schachtöffnungen bewegbar ist, und mit einer Seilwinde für das Tragseil.
In der AT-PS Nr. 170673 wird eine Aufzuganlage der oben beschriebenen Art dargestellt, wobei die Aufzugkabine in eine auf die Schachtöffnung aufgesetzte Glocke einfährt und mit der Glocke hochgehoben wird. Zur Anhebung der Glocke ist ein Hilfshubwerk vorgesehen. Beide Aufzugswinden sind fahrbar auf einer über den in Reihe liegenden Schachtöffnungen montierten Brücke angeordnet, und verfahren die Kabine mit der Glocke von einer Schachtöffnung zur nächsten.
Dabei wird sowohl die Glocke als auch die Kabine frei an den Seilen hängend transportiert. Es müssen daher zur Sicherstellung der richtigen Aufsetzlage der Glocke besondere Führungseinrichtungen und elektrische Sicherheitseinrichtungen für den Fall eines falschen Aufsetzens vorgesehen sein. Das Kabel für die elektrischen Sicherheitseinrichtungen läuft ebenfalls von einer weiteren mit der Aufzugswinde gekoppelten Trommel ab.
Eine zusätzliche Sicherung ist schliesslich für den Fall eines Risses des Tragseiles notwendig, um den freien Fall des Fahrkorbes zu verhindern. Bei üblichen Aufzügen in Wohnhäusern od. dgl. sind als Sicherung gegen Seilriss Fangeinrichtungen vorgesehen. Die Verwendung von mehreren Tragseilen ist auch bei Personenaufzügen in Wohnhäusern od. dgl. üblich ; die Tragseile laufen dabei über eine angetriebene Seilscheibe, wobei an den andern Enden der Tragseile das Gegengewicht befestigt ist. Es ist auch bereits zum Heben und Senken von Förderkörben in Bergwerken bekannt geworden (DE-AS 1174030), den Förderkorb an zwei Seilen zu führen, die auf einer durch eine radial sich erstreckende Trennwand in zwei Teiltrommeln unterteilten Seilwinde aufgewickelt sind.
Die synchrone Wicklung der beiden Seile auf den beiden Seiltrommeln wird durch Überwachungseinrichtungen überprüft, die den Windenmotor steuern.
Sowohl zusätzliche Fangeinrichtungen als auch Überwachungs- und Steuereinrichtungen für die Seilwinde bedeuten jedoch für Befahrungseinrichtungen, die nur gelegentlich zu Kontroll- und Reinigungsarbeiten benötigt werden, eine unnötige Verteuerung einer derartigen Anlage. Die Aufgabe der Erfindung besteht daher darin, eine Schachtbefahrungsanlage der eingangs genannten Art in möglichst einfacher und dennoch funktionssicherer Ausführung herzustellen, die die beschriebenen Schwierigkeiten und Nachteile vermeidet.
Erfindungsgemäss wird diese Aufgabe dadurch gelöst, dass das Tragseil in an sich bekannter Weise als Doppelseil ausgebildet und am Fahrkorb drehbar und abnehmbar eingehängt ist, wobei die beiden Seile des Doppelseiles an der einzigen, von der Bewegung des Traggestells abgetrennten Seilwinde angeordnet sind.
Die beiden Seile des Doppelseiles werden dabei zweigängig auf der Seilwinde aufgewickelt.
Die erfindungsgemässe Verwendung und Aufwicklung des Doppelseiles erlaubt einerseits die von der Bewegung des Traggestells unabhängige Anordnung der Seilwinde, und ersetzt anderseits bei Befahrungsanlagen für Kontroll- und Reinigungszwecke die vorgeschriebene Fangeinrichtung für den Fahrkorb und die damit verbundenen Steuerungseinrichtungen.
Eine Ausführungsmöglichkeit besteht darin, dass das Doppelseil von der stationären Seilwinde über eine über den Schächten angeordnete, an sich bekannte Doppelseilrolle geführt ist, die an einem um eine lotrechte Achse über den Schächten drehbaren Ausleger angeordnet ist.
Die Verwendung eines Doppelseiles bringt auch noch den Vorteil mit sich, dass dieses zur Übermittlung elektrischer Signale Verwendung finden kann.
Nachstehend wird nun die Erfindung an Hand der Figuren der Zeichnungen näher beschrieben, ohne jedoch darauf beschränkt zu sein. Ebenso sollen die in den nachfolgenden Patentansprüchen angeführten Bezugszeichen keine Einschränkung bedeuten, sondern dienen lediglich dem erleichterten Auffinden bezogener Teile in den Figuren der Zeichnungen.
Die Fig. 1 zeigt schematisch einen Längsschnitt durch ein Ausführungsbeispiel der Erfindung, die Fig. 2 eine Draufsicht, die Fig. 3 eine schematische Ansicht der Seilwinde, die Fig. 4 schematisch eine Schrägansicht einer zweiten Ausführung der Erfindung, die Fig. 5 eine Draufsicht auf eine Schachtbefahrungsanlage der Ausführung nach Fig. 4 und die Fig. 6 schematisch eine Ausgleichsvorrichtung zur Aufhängung des Doppelseiles.
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Die erfindungsgemässe Schachtbefahrungsanlage eignet sich insbesondere für mehrzügige Lüftungsschächte, mit mindestens je einem Schacht --4, 5-- für die Zu- und Abluft. Die Schächte --4, 5-- sind durch eine vertikal verlaufende Wand --7-- voneinander getrennt, an der die Schachtschienen --22-montiert sind. Das Betriebsgebäude--23--ist unmittelbar über den Schächten erbaut und weist eine Brücke bildende Querträger --18-- auf, auf denen eine Drehvorrichtung für das Traggestell --1-- sowie im Ausführungsbeispiel nach den Fig. 1 bis 3 auch das Hubwerk angeordnet ist.
Nach Erreichen der Schachtöffnung fährt der Fahrkorb-2-- auf das Traggestell --1-- weiter, wodurch er vollständig den Schacht--4, 5--verlässt. Zusammen mit dem Traggestell-l-kann der Fahrkorb --2-- um eine lotrechte Achse A in die nächste Betriebsstellung gedreht werden. Als Drehachse A dient eine Führungssäule --3--, die einerseits in einem Lager --56-- auf der Wand --7--, anderseits in einem Lager--57--, das in einem auf zwei Trägern --18-- befestigten Querträger --25-- eingelassen ist, drehbar angeordnet ist. Der Antrieb der Führungssäule --3-- erfolgt beispielsweise über ein Zugmittelgetriebe --12--, mittels eines Handrades --17--.
Nachdem der Fahrkorb in das Traggestell --1-- eingefahren und verriegelt ist, wird das als Doppelseil ausgebildete Tragseil --21-- etwas abgewickelt, so dass eine Seilschlaufe gebildet wird, die für die Drehbewegung des Fahrkorbes erforderlich ist. Nach der Drehung in die nächste Betriebsstellung wird die Seilschlaufe wieder eingezogen, die Verriegelung des Fahrkorbes gelöst, worauf der Fahrkorb --2-- in den Schacht --5-- abgesenkt werden kann.
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eventuellen Seilriss. Das Doppelseil --39-- ist drehbar und lösbar am Fahrkorb --2-- befestigt, so dass es vor der Drehbewegung des Fahrkorbes --2-- gegebenenfalls ausgehängt und in der neuen Betriebsstellung wieder eingehängt werden kann. Die Verwendung eines Doppelseils --39-- bringt noch einen zusätzlichen Vorteil mit sich.
Es kann zur elektrischen Signalübertragung, beispielsweise für Telefon verwendet werden.
Die Seilwinde --19-- kann auf den Trägern --18--, beispielsweise auf einem Wagen --20-- fahrbar angeordnet sein. Diese Ausführung eignet sich beispielsweise für zweizügige Schachtanlagen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, insbesondere bei drei-bzw. vierzügigen Schachtanlagen, dass die Seilwinde mit der Führungssäule --3--, bzw. getrennt von ihr um die Drehachse A drehbar ist.
In Fig. 4 ist eine weitere Ausführung der Seilwindenanordnung dargestellt. Hiebei läuft das Doppelseil --39-- von der Seilwinde --19-- über eine Seilscheibe --40--, die auf einem, um eine lotrechte Achse C schwenkbaren Ausleger --41-- angeordnet ist. Die Drehachse C kann dabei ausserhalb der Schachtanlagen bzw. auch koaxial mit der Drehachse A, in Verlängerung der Führungssäule --3-- verlaufen.
Zusätzlich nötige Seilumlenkrollen und Seilführungseinrichtungen sind in den Zeichnungen der Übersichtlichkeit halber nicht dargestellt.
Die in Fig. 6 dargestellte Ausgleichsvorrichtung --59-- für die Aufhängung des Doppelseiles --39-besteht aus einem lösbar am Fahrkorb --2-- befestigten Waagbalken --68--, auf dem je eine Seilrolle - beidseitig der Drehachse --71-- angeordnet ist. Die beiden Seile des Doppelseiles sind jeweils über eine der Seilrollen --69-- geführt und an den freien Enden des Waagbalkens --68--, beispielsweise in Löchern --70-- befestigt. Dabei können beidseitig mehrere Löcher --70-- vorgesehen sein, um bei der Montage des Doppelseiles --39-- eventueoll unterschiedliche Seillängen auszugleichen.
Sollte das Auf- oder Abwickeln des Doppelseiles von der Seilwinde --19-- vorübergehend zu unterschiedlichen Seillängen führen, wird der Waagbalken --68-- aus der Horizontalen verdreht, so dass eine ausgeglichene Spannung beider Seile erzielt wird.
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