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Die Erfindung betrifft feuerbeständige Leichtbaustoffe, an die bestimmte Forderungen gestellt werden.
Gemäss dem derzeitigen Stand der Technik sind zahlreiche Bau-und Dämmstoffe bekannt, die viele Anforderungen erfüllen. Es verbleiben aber immer noch einige Wünsche an solche Materialien, die nicht oder nur teilweise erfüllt werden.
Im wesentlichen werden solche Materialien aus silikatischen Rohstoffen niedrigst-möglichen Raumgewichts hergestellt. Als solche dienen vorzugshalber Perlit (geschäumt), Blähton und/oder Blähglimmer (Vermiculit). Als Bindemittel werden-ebenfalls zwecks Niedrighaltung des Raumgewichts-derartige organische Harze gewählt, die sich im Brandfalle womöglich unbrennbar verhalten oder möglichst wenig zündbare Pyrolysegase abgeben. Als solche Harze sind in erster Linie Kondensate aus Harnstoff (bzw. Melamin) und Formaldehyd bekannt und werden deshalb
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Gewichtsverluste im Bereich von etwa 10 : 3, 0% ein, die ganz überwiegend durch Verflüchtigung von Feuchtigkeit und geringen Mengen von Nachreaktionswasser, gegebenenfalls auch Formaldehyd, zustandekommen.
Die Bindekraft des Harzes und seine mechanische Festigkeit bleiben jedoch erhalten. Somit kann die Temperatur von 1500C als maximale Dauerbelastungstemperatur angesehen werden.
Diese Tatsache wird beispielsweise in der AT-PS Nr. 322430 auf Seite 4 erwähnt.
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die genannten Harze fast völlig zu Gasen und Dämpfen. Bei Harnstoffharzen hinterbleibt praktisch gar kein Rückstand, bei Melaminharzen nur ein mengenmässig recht geringer.
Es ist also bei der Herstellung feuerbeständiger Leichtbaustoffe erforderlich, die einzusetzenden Aminoplastharz-Bindemittel zweckentsprechend so zu modifizieren, dass sie im Brandfall unter Beibehaltung ihrer "Unbrennbarkeit" zusätzlich eine ausreichende"Restfestigkeit" behalten.
Eine der technischen Lösungsmöglichkeiten dieser Aufgabenstellung ist z. B. aus der DEOS 2410605 ersichtlich. Dort wird ein Bindemittelgemisch'aus Harnstoffharz, Phenolharz und Wasserglas zur Anwendung gebracht.
Aus der GB-PS Nr. 1, 052, 996 sind Isoliermaterialien bekannt, die für mittlere Temperaturen geeignet sind und vorwiegend aus Perlit mit einem Dreikomponenten-Binder hergestellt werden, der aus Montmorillonit-clay, einem niedrig viskosen Stärkederivat und Phenol-Formaldehydharz besteht und bei erhöhter Temperatur gehärtet wird. Sie sind laut Angabe bis Temperaturen von etwa 350 F (= 176 C) geeignet.
Nachstehend werden in fünf Punkten die wichtigsten Forderungen zusammengestellt, die an solche feuerbeständige Leichtbau-Dämmstoffe gestellt werden.
1. Möglichst niedriges Raumgewicht ; als Obergrenze sind etwa 800 kg/m3 zu setzen. Ein geringer Materialaufwand sowie leichte Handhabung bei Transport und Montage sind die Folge. Auch hängt die Wärmeleitfähigkeit (Isolationswirkung) direkt mit dem Raum- gewicht zusammen.
2. Ausreichend mechanische Festigkeit auch noch im Brandfall bei Temperaturen um 1000oC, so dass der erfindungsgemässe Werkstoff über den gesamten Temperaturbereich als "selbst- tragend" bezeichnet werden kann. Diese Bedingung ist erfüllt, wenn die Biegefestig- keit noch zirka 50 N/cm2 und die Druckfestigkeit zirka 100 N/cm2 betragen.
3. Gute Närmedämmwirkung ; die Wärmeleitzahl sollte bei 200C den Wert von 0, 23 VJ/Km möglichst nicht überschreiten.
4. Gute Feuerdämmwirkung im Brandfalle, so dass mit einer erfindungsgemässen Platte von
6 cm Dicke nach ÖNORM B 3800 (bzw. DIN 4102) die Feuerwiderstandsklasse F 90 er- reicht wird und damit das Prädikat "feuerbeständig" erteilt werden kann.
5. Geringe Schrumpfung im Brandfalle ; das lineare Schwindmass sollte auch beim Erhitzen bis um 1000 C 2% nicht überschreiten.
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Es wurde nun gemäss der Erfindung überraschenderweise gefunden, dass Harnstoff-und/oder Melamin-Formaldehyd-Kondensationsharze bzw. Gemische solcher Harze mit anorganischen Stoffen niedrigen Raumgewichts nach Beigabe löslicher und/oder unlöslicher Kohlehydrate bzw. Deri- vate, von solchen, nach Aushärtung mittels Phosphorsäure oder sauren Phosphaten als Katalysator unter Einwirkung höherer Temperatur ( > 200 C) in ein schaumiges Koksgerüst übergehen, welches in der Lage ist, die im Gemisch vorliegende, anorganische Komponente auch im Brandfall zu binden. Dieser schaumige Koks besitzt eine beachtliche Festigkeit, wobei sich bei dessen Bildung keine nennenswerten Mengen brennbarer Pyrolysegase entwickeln. Die erfindungsgemäss vorhandene Phosphorsäure bzw.
Phosphate wirken ferner gegenüber Kohlenstoff als Abbrandverzögerer, so dass der Bindemittelkoks in den erfindungsgemässen Werkstoffen erst oberhalb 5000C (auch bei ungehindertem Luftzutritt) flammenlos und nur langsam verglimmt. Schliesslich wirkt die Phosphorsäure (bzw. die Phosphate) bei höheren Temperaturen (über 600 C) als Sinterhilfe, so dass auch bei langdauernder Feuerexposition durch das Aneinandersintern des anorganisch- - silikatischen Korns die Festigkeit und der Zusammenhalt des Werkstoffes gewährt bleiben, auch wenn der Bindemittelkoks mittlerweile verglimmt sein sollte.
Gegenstand der Erfindung sind demnach feuerbeständige Leichtbaustoffe auf Basis anorganisch-silikatischer Stoffe mit niedrigem Schüttgewicht, wie expandierter Perlit, Vermiculit, Blähton, Schaumglasabfällen usw. und organischer Bindemittel, dadurch gekennzeichnet, dass sie Kohlehydrate oder deren Derivate im Ausmass von 1 bis 20 Gew.-%, bezogen auf die fertige Mischung, als koksbildende Zusatzbindemittel enthalten und die organischen Bindemittel im Ausmass von 20 bis 75 Gew.-%, bezogen auf die fertige Mischung, solche Harnstoff-Formaldehydund/oder Melamin-Formaldehydharze sind, die durch Phosphorsäure oder saure Phosphate ausgehärtet werden, wobei diese sauren Härter in Mengen von 1 bis 10 Gew.-%, bezogen auf die Harzmasse,
eingebracht werden und die anorganisch-silikatischen Stoffe 20 bis 50 Gew.-%, bezogen auf die fertige Mischung, betragen.
Das Verfahren zur Herstellung solcher feuerbeständiger Leichtbaustoffe wird so durchgeführt, dass man 20 bis 50 Gew.-% der anorganisch-silikatischen Stoffe mit niedrigem Schüttgut, 20 bis 75 Gew.-% Harnstoff-Formaldehyd und/oder Melamin-Formaldehydharze, 1 bis 20 Gew.-% Kohlehydrate als koksbildender Zusatz, alle bezogen auf die Gesamtmischung und 1 bis 10 Gew.-% Phosphorsäure oder saure Phosphate, bezogen auf die Aminoplastharzmasse, gut mischt, in entsprechende Formen füllt und aushärtet.
Als mineralische Komponente finden die für die Herstellung von Leichtbauplatten üblichen hochporösen silikatischen Materialien, wie Perlit, Vermiculit und Blähton, Verwendung. Ihre Auswahl wird entsprechend der gewünschten Eigenschaften des herzustellenden Leichtbau-Dämmstoffes vorzunehmen sein. Wegen des besonders niedrigen Schüttgewichtes dürfte geblähter Perlit in der Mehrzahl der Fälle den Vorzug verdienen.
Als Bindemittelharze kommen jene Harnstoff-Formaldehyd-bzw. jene Melamin-FormaldehydKondensate bzw. beliebige Gemische und/oder Co-Kondensate der genannten Harztypen in Frage, soferne sie die Eigenschaft besitzen, auf Zugabe von Phosphorsäure bzw. sauren Phosphaten bei Raumtemperatur auszuhärten.
Ein Harnstoffharz für den vorgesehenen Zweck kann etwa folgendermassen erhalten werden :
480 g Harnstoff werden bei Zimmertemperatur in 1332 g 36%iger Formaldehydlösung gelöst und mit konzentrierter Natronlauge (30% ig) der PH -Wert auf 9, 0 eingestellt. Dieser Ansatz wird 1/2 h unter Rückfluss gekocht und noch heiss mit Ameisensäure auf p. = 5, 0 eingestellt.
Die Kondensation wird in der Siedehitze bis zum Cloud-Point (1 Tropfen der Harzlösung gibt bei Verdünnung mit etwa 500 bis 750 ml Hz 0 dest. erstmals eine leichte Trübung) weitergeführt, was nach etwa 20 min der Fall ist. Danach wird mit Natronlauge auf PH = 7, 2 eingestellt und auf 700C abgekühlt. Nun fügt man 53, 2 g Harnstoff zu und erhitzt nochmals 5 min unter Rückfluss zum Sieden (Nachkondensation). Schliesslich kontrolliert man den pH-Wert, stellt diesen erforderlichenfalls auf genau 7,2 ein und lässt erkalten. Die erhaltene Harzlösung ist-bei Raumtemperatur gelagert-etwa 5 bis 7 Tage lang haltbar und weist einen Feststoffgehalt von zirka 45% auf.
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Ermittlung des Feststoffgehaltes :
1 g des Harzes wird 2 h lang bei 1200C im Trockenschrank gelagert und dann zurückgewonnen.
Für ein Melaminharz als Bindemittel der erfindungsgemässen Dämmstoffe kann nach folgendem Rezept verfahren werden :
In 430 g Formaldehydlösung (36, 6% ig) trägt man 189 g Melamin unter Rühren ein und stellt mit Natronlauge (3 n) auf PH 8, 9 ein. Dann wird unter Rückfluss innerhalb 30 min bis zum beginnenden Sieden (98 C) erhitzt. Sobald das Melamin völlig in Lösung gegangen ist (zirka 85 C) fügt man 2, 9 g Stabilisator (gelöst in 7, 5 ml HO dest. ) hinzu und justiert den PH-Wert des Ansatzes sofort wieder auf 8, 9.
Die Kondensation wird dann bei 98 C fortgesetzt bis der Trübungspunkt 4, 6 erreicht ist (Feststellung : 1 Vol. -Teil heisse Harzlösung ergibt mit 4, 6 Vol.- Teilen HzO dest. von 20 C eine schwache Trübung). Erfahrungsgemäss wird der Trübungspunkt 4,6 nach einer Kondensationsdauer von zirka 20 min erreicht. Die erhaltene Harzlösung wird dann innerhalb (höchstens) 1 h auf 20 C abgekühlt. Der End-pH des Harzes beträgt zirka 8, 5 (bei grösseren Abweichungen ist nachzustellen), der Feststoffgehalt zirka 49% (2 h bei 120 C).
Die Haltbarkeit bei Raumtemperatur ist zirka 2 bis 3 Tage.
Die beschriebenen Bindeharze können zur erfindungsgemässen Anwendung jeweils für sich allein oder aber auch in jedem beliebigen Verhältnis miteinander gemischt zum Einsatz gelangen.
Die zur Erzielung der Eigenschaften der erfindungsgemässen Dämmstoffe notwendigen Kohlehydrate als Bildner des Koksgerüstes bei der Beflammung können wasserlösliche oder auch wasserunlösliche sein.
Als lösliche Kohlehydrate bzw. deren Derivate sind Monosaccharide (Pentosen, Hexosen), Disaccharide (z. B. Rohrzucker) und Oligosaccharide (z. B. Dextrin) zu nennen. An natürlichen bzw. halbsynthetischen Derivaten von Kohlehydraten und nahe verwandter Stoffe seien genannt : Mucopolysaccharide, Alginsäuren (bzw. vorzugshalber deren Ammoniumsalze) und vor allem niedrigmolekulare Sorten von Hydroxyäthylzellulose sowie Carboxymethylzellulose (in Form des Ammoniumsalzes).
Besonders preisgünstig sind- hochkonzentrierte Kohlehydratlösungen, die als Zwischen- und/oder Nebenprodukte der Zuckererzeugung anfallen, also Melassen. Es stört durchaus nicht, dass diese einen gewissen Gehalt an Nicht-Zuckerstoffen aufweisen. Bei Anwendung von Melasse und andern mehr oder minder hygroskopischen Kohlehydraten wäre allerdings zu beachten, dass
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sogar teilweise verhindern können.
Die löslichen Kohlehydratderivate (z. B. Hydroxyäthylzellulose, Ammonsalze der Carboxymethylzellulose oder von Alginsäuren) haben Verdickungswirkung, wovon in vorteilhafter Weise Gebrauch gemacht werden kann. So lassen sich dadurch die Bindemittel auf eine gegebenenfalls gewünschte hohe Viskosität einstellen oder aber man kann durch starkes Verdünnen mit Wasser ein Bindemittel mit sehr niedrigem Feststoffgehalt herstellen, ohne eine allzu niedrige Viskosität in Kauf nehmen zu müssen.
Die unlöslichen Kohlehydrate sind vor allem Stärke oder hochstärkehaltige Produkte, wie z. B. Getreidemehle. Auch Zellulose bzw. hoch zellulosehältige Produkte sind gut brauchbar, insbesondere solche, die besonders feinteiligen schleimähnlichen Charakter aufweisen. So sind insbesondere"totgemahlene Stoffe" (im Sinne des Papiermacherfachjargons) gut verwendbar ; auch feinfasrige Flockungsschlämme aus der Abwasserreinigung von Papier- und Zellstoffabriken kommen in Frage, soferne in ihrem Feststoffgehalt der Zelluloseanteil nicht niedriger als zirka 75% liegt. Aus ökonomischen Gründen wären diese Möglichkeiten besonders zu beachten, weil dadurch besonders preisgünstige Abfallstoffe zur Erzeugung der erfindungsgemässen LeichtbauDämmstoffe herangezogen werden können.
Die Härtungszusätze sind Phosphorsäure und/oder saure Phosphate bzw. Ammonphosphate, denen-wie schon erwähnt-ausser ihrer Härtungsfunktion noch weitere wichtige Nebenfunktionen zukommen, wie Beeinflussung der Kohlehydrat-Pyrolyse, Abbrandverzögerer für den Bindemittelkoks, Sinterhilfe für die silikatischen Komponenten.
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Zur Durchführung der Dämmstoff-Herstellung werden die mineralisch-silikatischen Komponenten (Perlit usw.) in einem laufenden Freifallmischer (Betonmischmaschine) mit dem Harzbindemittel versetzt. Dieses enthält bereits das Kohlehydrat gelöst bzw. homogen suspendiert. Die Zugabe des Bindemittels erfolgt am besten durch Einsprühen ; soferne dies nicht möglich ist, sollte die Zugabe in jeweils kleinen Portionen erfolgen, um eine möglichst gleichmässige Verteilung zu erzielen. Nach gründlicher Homogenisierung gibt man den Härter in Form einer nicht zu konzentrierten Lösung (nicht über 10% ig) zu und hat hiebei ganz besonders auf gleichmässigste Verteilung zu achten, da der Härtungsvorgang alsbald einsetzt. Eine längere Nachmischdauer (über 1 bis 2 min) sollte vermieden werden, damit bei der Formgebung des Mischgutes keine Schwierigkeiten auftreten.
Am technisch vorteilhaftesten ist es, das Mischgut in Rüttelformen einzubringen und durch Vibration zu verdichten und zu homogenisieren. Grundsätzlich können auch das Stampf-und/oder Press verfahren zur Formgebung dienen, doch erzielt man dabei im Vergleich zum Rüttelverfahren Formkörper höheren Raumgewichtes und (bisweilen) etwas geringerer Homogenität.
In den nachfolgenden Beispielen wird das Verfahren zur Herstellung der erfindungsgemässen Dämmstoffe näher erläutert und auch eine Prüfung auf die Feuerbeständigkeit dieser Produkte beschrieben.
Beispiel 1 :
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<tb>
<tb> Perlit <SEP> (Schüttgewicht <SEP> 60 <SEP> kg/m3,
<tb> Körnung <SEP> 3 <SEP> bis <SEP> 6 <SEP> mm) <SEP> 22, <SEP> 3 <SEP> Gew.-Teile <SEP>
<tb> Harnstoffharz <SEP> (wie <SEP> beschrieben,
<tb> zirka <SEP> 45% <SEP> Festgehalt) <SEP> 71, <SEP> 5 <SEP> Gew.-Teile <SEP>
<tb> Weizenmehl <SEP> 4,7 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Phosphorsäure <SEP> (85% <SEP> ig, <SEP> mit <SEP> H20 <SEP> auf
<tb> das <SEP> 10fache <SEP> verdünnt) <SEP> 1,5 <SEP> Gew.-Teile
<tb>
Durch Einrütteln, gefolgt von leichtem Pressen (0, 15 N/mm'), wurden in entsprechenden Holzrahmenformen Platten von der Grösse 500 x 500 x 60 mm hergestellt. Nach Aushärtung und Lufttrocknung wurden entsprechende Formkörper mit einem Raumgewicht von 380 : t 10 kg/m3 erhalten.
Die Druckfestigkeit der Platten betrug im Mittel 2, 10 N/mm', die Biegezugfestigkeit 0, 89 mm2, Wärmeleitzahl 0, 12 W/Km.
Zwei dieser Platten wurden beiderseits mit je einer 9,5 mm dicken Gipskartonplatte (Feuerschutzqualität) beklebt und einem "Wandbeflammungsversuch" gemäss DIN 18082/Blatt 2 unterzogen. Nach 2stündiger Beflammungsdauer betrug die Innentemperatur des Prüfofens 1045 C. An der feuerabgekehrten Seite der in Prüfung stehenden Versuchskörper wurden hingegen nur 55 bis 600C gemessen. Während der gesamten Versuchsdauer war kein Austreten zündbarer Gase an der feuerabgekehrten Seite der Prüfkörper zu beobachten. Somit waren die Bedingungen für die Brandwiderstandsklasse F 120 normgerecht erfüllt.
Nach dem Erkalten zeigten die ausgebauten Versuchsplatten folgendes Bild :
Die feuerseitigen Gipskartonplatten waren völlig zerstört bzw. abgefallen. Die anorganische Kleberschicht darunter war weitgehend erhalten. Die harzgebundene Perlitplatte war bis zu einer Tiefe von 2,5 bis 3,0 cm durch Ankohlung dunkel verfärbt und im Strukturaufbau leicht geschädigt. Die zur feuerabgewendeten Seite hin gelegenen Plattenteile waren unverfärbt, und es konnten keine sichtbaren Schädigungen beobachtet werden. Die Druckfestigkeit der visuell unversehrten Teile war mit 1, 83 N/mm2, ebenso wie die Biegezugfestigkeit mit 0, 72 N/mm2, im wesentlichen erhalten geblieben. Als mittlere lineare Schrumpfung wurden im unversehrt erscheinenden Plattenteil 1,9% festgestellt.
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Beispiel 2 :
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<tb>
<tb> Perlit <SEP> (Körnung <SEP> 0, <SEP> 1 <SEP> mm)................... <SEP> 30 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Harnstoffharz <SEP> (wie. <SEP> beschrieben) <SEP> 63 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Weizenmehl <SEP> ......................................... <SEP> 5 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Phosphorsäure <SEP> (85%ig, <SEP> auf <SEP> das
<tb> 10fache <SEP> Vol. <SEP> verdünnt) <SEP> 2 <SEP> Gew.-Teile <SEP>
<tb> Raumgewicht <SEP> : <SEP> 500 <SEP> kg/m3
<tb> Druckfestigkeit <SEP> : <SEP> 4, <SEP> 1 <SEP> N/mm" <SEP>
<tb> Biegezugfestigkeit: <SEP> 1, <SEP> 66 <SEP> N/mm"
<tb>
Beispiel 3:
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<tb>
<tb> Perlit <SEP> (Körnung <SEP> 0 <SEP> bis <SEP> 6 <SEP> mm) <SEP> 12 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Perlit <SEP> (Körnung <SEP> 3 <SEP> bis <SEP> 6 <SEP> mm)...,............ <SEP> 12 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Harnstoffharz <SEP> (wie <SEP> beschrieben) <SEP> 69 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Kartoffelstärke <SEP> 5 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Phosphorsäure <SEP> (wie <SEP> beschrieben) <SEP> 2 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Raumgewicht <SEP> : <SEP> 320 <SEP> kg/m3
<tb> Druckfestigkeit <SEP> : <SEP> 1,7 <SEP> N/mm2
<tb> Biegezugfestigkeit <SEP> : <SEP> 0, <SEP> 76 <SEP> N/mm" <SEP>
<tb>
Beispiel 4 :
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<tb>
<tb> Perlit <SEP> (Körnung <SEP> 0 <SEP> bis <SEP> 4 <SEP> mm) <SEP> 20 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Perlit <SEP> (Körnung <SEP> 0 <SEP> bis <SEP> 1 <SEP> mm) <SEP> 10 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Harnstoffharz <SEP> (wie <SEP> beschrieben) <SEP> 40 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Melaminharz <SEP> (wie <SEP> beschrieben) <SEP> 22 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Rübenzuckermelasse
<tb> (zirka <SEP> 75% <SEP> Feststoff)..................................... <SEP> 1 <SEP> Gew.-Teil
<tb> Maismehl.................................... <SEP> 4 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Phosphorsäure <SEP> (wie <SEP> beschrieben) <SEP> 1, <SEP> 5 <SEP> Gew.-Teile <SEP>
<tb> Ammoniumdihydrägenphosphat
<tb> (gelöst <SEP> in <SEP> 20 <SEP> Gew.-Teile <SEP> H2O)...................... <SEP> 1,5 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Raumgewicht <SEP> : <SEP> 430 <SEP> kg/m
<tb> Druckfestigkeit <SEP> :
<SEP> 2,67 <SEP> N/mm2
<tb> Biegezugfestigkeit <SEP> : <SEP> 1.48N/mm2
<tb>
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Beispiel 5 :
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<tb>
<tb> Vermiculit <SEP> (Körnung <SEP> 0 <SEP> bis <SEP> 5 <SEP> mm)........... <SEP> 20 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Perlit <SEP> (Körnung <SEP> 0 <SEP> bis <SEP> 1 <SEP> mm) <SEP> 25 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Melaminharz <SEP> (wie <SEP> beschrieben) <SEP> 40 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Ammoniumsalz <SEP> einer <SEP> mittelmolekularen <SEP> Carboxymethylzellulose
<tb> (5%ige <SEP> Lösung).............................. <SEP> 5 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Sojabohnenmehl <SEP> (entfettet) <SEP> 5 <SEP> Gew.-Teile
<tb> Phosphorsäure <SEP> (wie <SEP> beschrieben) <SEP> 5 <SEP> Gew.-Teile
<tb>
Nach Einbringen in die Form wurde dieser Ansatz unter einem statischen Druck von 0, 5 N/mm2 aushärten gelassen.
Messwerte nach Lufttrocknung. (48 h bei zirka 40 C) :
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<tb> Raumgewicht <SEP> : <SEP> 770 <SEP> kg/m
<tb> Druckfestigkeit <SEP> : <SEP> 6,2 <SEP> N/mm"
<tb> Biegezugfestigkeit <SEP> : <SEP> 2, <SEP> 37 <SEP> N/mm3 <SEP>
<tb> Wärmeleitzahl <SEP> : <SEP> 0, <SEP> 17 <SEP> W/Km <SEP>
<tb>
Bei den Brandprüfungen zeigten die nach den Beispielen 2,3, 4 und 5 angefertigten Versuchsplatten ein sehr ähnliches Verhalten wie es bei der Platte aus Beispiel 1 genau beschrieben wurde.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Feuerbeständige Leichtbaustoffe auf Basis anorganisch-silikatischer Stoffe mit niedrigem Schüttgewicht, wie expandierter Perlit, Vermiculit, Blähton, Schaumglasabfällen usw. und organischer Bindemittel, dadurch gekennzeichnet, dass sie Kohlehydrate oder deren Derivate im Ausmass von 1 bis 20 Gew.-%, bezogen auf die fertige Mischung, als koksbildende Zusatz-
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harze sind, die durch Phosphorsäure oder saure Phosphate ausgehärtet werden, wobei diese sauren Härter in Mengen von 1 bis 10 Gew.-%, bezogen auf die Harzmasse, eingebracht werden und die anorganisch-silikatischen Stoffe 20 bis 50 Gew.-%, bezogen auf das fertige Produkt, betragen.