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Die Erfindung bezieht sich auf Vorrichtungen zum Entspeichern von Schüttguthalden, Mischbettan- lagen od. dgl., mit einer in Längsrichtung der Halde verfahrbaren, diese überquerenden Brücke und mit einem Entnahmeförderer, dem zwei endlose, parallele Laschenketten mit zur Längsrichtung der Brücke parallelen Abschnitten sowie an den gegenüber der Brücke ortsfesten Laschenketten in vorgegebenen Abständen voneinander angebrachte Förderglieder zugehören.
Schüttgüter sehr unterschiedlicher Korngrössen werden oft in Halden oder Mischbettanlagen für längere Zeiten oder auch nur vorübergehend gespeichert.
Bekanntgewordene, zum Entspeichern solcher Halden oder Anlagen bestimmte Geräte weisen eine Brücke auf, an welcher eine als Kratzer ausgebildete Aufnahmevorrichtung (DE-PS Nr. 2155355) oder ein Haldenräumgerät in Form eines Schaufelrohres (DE-AS 1756021) oder auch eine Aufnahmeeinrichtung befestigt ist, die aus einem um die Brücke rotierenden Gerüstkörper mit über dessen Länge verteilten Messerschneiden besteht (DE-GBMS 7000092).
Derartige Geräte sind ohne weiteres brauchbar, solange es sich um die Bewegung von Schüttgütern aus relativ harten Körnern handelt, sie sind aber zum Entspeichern von abriebsempfindlichen und/oder sehr feinkörnigen Schüttgütern sehr wenig geeignet. Bei solchen Schüttgütern, wie Kohle, Düngemittel od. dgl. muss jede Umwälzbewegung möglichst unterdrückt werden, was für die bekannten Geräte nicht zutrifft. Beispielsweise wird bei den bekannten, mit Schaufelrädern oder Schaufelrohren ausgerüsteten Geräten das Gut hochgefördert, um dann auf ein niedrigeres Niveau herabzufallen, wobei nicht nur das Korn abgerieben oder unerwünscht zerkleinert werden, sondern auch eine erhebliche Staubbildung eintreten kann.
Ziel der Erfindung ist eine Vorrichtung die Entspeichern von Schüttguthalden, Mischbettanlagen od. dgl. ohne Beeinträchtigung des Schüttgutes erlaubt. Dieses Ziel ist mit einer Vorrichtung des eingangs umrissenen Aufbaues erreichbar, bei welcher erfindungsgemäss der Entnahmeförderer als Traggliederförderer mit Traggliedern ausgebildet ist, von denen jeder ein Gestell aufweist, das mit einer Lasche jeder der beiden Laschenketten starr verbunden ist und von dem entgegen der Förderrichtung ein im wesentlichen horizontaler Boden absteht, bei welchem die Böden benachbarter Tragglieder in den zur Brücke parallelen Abschnitten der Laschenketten im wesentlichen aneinanderschliessen und bei welchem die Räume zwischen benachbarten Traggliedern von den Seiten her zugänglich sind.
Bei Verwendung solcher Vorrichtungen wird das Schüttgut am Haldenfuss gleichmässig aufgenommen und innerhalb der auf den Böden der Tragglieder aufruhenden Schüttgutmengen tritt keinerlei Umwälzbewegung auf. In den geraden, zu der Brücke parallelen Förderabschnitten bilden die Böden eine praktisch ununterbrochene bewegte Plattform, auf der das Gut aufruht. Zwischen den Gestellen benachbarter Tragglieder liegt ein, unten von dem Boden des in Transportrichtung vorhergehenden Traggliedes begrenzter Raum, der von der Seite her zugänglich ist, so dass das Schüttgut unbehindert auf die Böden der Tragglieder gelangen kann. Bei einer bevorzugten Ausführungsform ist in das Gestell der Tragglieder je eine Rückwand eingegliedert, deren Unterkante bis an den Boden reicht.
Die Räume zwischen benachbarten Traggliedern sind dann mittels der Rückwände voneinander getrennt und bilden Zellen, von denen aber auch dann gesprochen werden kann, wenn keine Rückwände vorhanden sind, denn wenn die Räume dann auch weniger deutlich voneinander geschieden sind besteht doch kein Zweifel darüber, was mit der Bezeichnung "Zelle" gemeint ist. Es ist vorteilhaft, wenn an wenigstens einer Seite des Gestelles eine Leitwand befestigt ist, deren unterer Rand in Nähe des Bodens liegt, die von dem Gestell in entgegengesetzter Richtung wie der Boden schräg nach aussen absteht und die vorzugsweise wenigstens im Bereich einer von ihrem unteren Rand ausgehenden Randzone gegen die Ebene des Bodens geneigt ist. Erfindungsgemässe Vorrichtungen können zum Entspeichern von langgestreckten geraden Halden oder von Rundhalden eingesetzt werden.
In beiden Fällen arbeitet die Vorrichtung gegen eine Haldenstirnseite. In vielen Fällen sind in einer Haldenanlage zwei oder mehrere fluchtende gerade Halden vorhanden und es empfiehlt sich, diese mittels einer gemeinsamen Vorrichtung von gegeneinander gekehrten Stirnflächen her abzubauen. Eine zu diesem Zweck zwischen den Stirnflächen benachbarter Halden aufgestellte erfindungsgemässe Vorrichtung ist dann vorteilhaft mit Traggliedern ausgestattet, die an beiden Seiten ihrer Gestelle mit Leitwänden versehen sind. Anders ist es bei zum Entspeichern von Rundhalden bestimmten Vorrichtungen, die stets nur gegen eine Haldenstirnfläche angestellt werden. In diesem Fall genügt es, die Gestelle der Tragglieder an ihrer dieser Haldenstirnfläche zugewendeten Seite mit je einer Leitwand zu versehen.
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Es ist daher vorteilhaft, wenn in Vorrichtungen, die zum Entspeichern gerader Halden verwendet werden sollen, von jeder Seite des Gestelles eine Leitwand absteht und die beiden Leitwände in bezug auf die Längsmittelebene des Gestelles symmetrisch angeordnet und gestaltet sind. Hingegen ist es bei Vorrichtungen zum Entspeichern von Rundhalden empfehlenswert, wenn von einer Seite des Gestelles eine Leitwand absteht und die zellenförmigen Räume zwischen benachbarten Traggliedern gegenüber der Längsachse der Brücke schräg verlaufen. Die Leitwände begünstigen das schonende Überführen des abgeräumten Schüttgutes auf die Böden der Tragglieder und das gleichmässige Füllen der Zellen.
Die Böden der Tragglieder können in einem gewissen Abstand von dem Haldenboden angeordnet sein, damit sie nicht über diesen schleifen und vorzeitig verschleissen. Um diesem Übelstand zu begegnen, können an der Unterseite des Bodens Vorsprünge angebracht sein, wobei der Boden mittels der Vorsprünge gegen den Haldenboden abgestützt ist. Die Laschenketten sind dann von dem Gewicht der beladenen Tragglieder entlastet und der Verschleiss ist auf die leicht austauschbaren Vorsprünge beschränkt, die überdies gestatten, zwischen den Böden der Tragglieder und dem Haldenboden einen bestimmten, wenn auch relativ kleinen Abstand einzuhalten, weil sie dem Entstehen einer auf dem Haldenboden verbleibenden Schüttgutschicht entgegenwirken, nämlich das Schüttgut dort auflockern.
Die Erfindung ist im folgenden an Hand beispielsweiser Ausführungsformen und der Zeichnungen näher erläutert. In den Zeichnungen zeigt in schematisierter Darstellung Fig. 1 eine erfindungsgemässe Vorrichtung in Seitenansicht, Fig. 2 in grösserem Massstab einen Teil des Traggliederförderers in Draufsicht, Fig. 3 schaubildlich eine bevorzugte Ausführungsform der Tragglieder und Fig. 4 einen Teil des Traggliederförderers einer erfindungsgemässen Vorrichtung, die zum Entspeichern einer Rundhalde bestimmt ist.
Die aus Fig. 1 entnehmbare Vorrichtung weist eine nicht dargestellte Brücke auf, die in Längsrichtung einer Halde, also bei geraden Halden an zu diesen parallelen Schienen, bei Rundhalden um deren Zentralachse verschwenkbar und in beiden Fällen gegen eine Haldenstirnfläche anstellbar ist. An der Brücke ist ein Traggliederförderer ortsfest angebracht, dem zwei endlose Laschenketten--l-zugehören, die um zwei, je in Nähe eines Brückenendes angeordnete Armsterne umgelenkt sind, von denen einer als Kreis mit dem Bezugszeichen --6-- angedeutet ist. Die beiden Laschenketten sind gleichgestaltet und ihre geraden Abschnitte verlaufen parallel zur Achse der Brücke. An den Laschenketten sind in vorgegebenen Abständen voneinander Tragglieder --3-- befestigt.
Jedes dieser Tragglieder weist ein Gestell --2-- mit einem Anschlussstück --21-- auf, das an in Horizontalrichtung einander gegenüberstehenden Laschen --11-- der beiden Ketten befestigt ist. Von dem Gestell steht in Nähe des Haldenbodens--7--ein im wesentlichen horizontaler Boden-31--, u. zw. in zu der mit dem Pfeil P angedeuteten Förderrichtung entgegengesetzter Richtung.
Eine bevorzugte Ausführungsform eines Traggliedes --3-- ist aus Fig. 3 entnehmbar. Bei diesem Tragglied ist in das Gestell --2-- eine Rückwand --32-- eingegliedert, deren Unterkante mit dem Boden - verbunden ist. Der Boden ist in seinem mittleren Teil eben und an seinen beiden Seiten von je einem gegen den Haldenboden geneigten Randbord --34-- begrenzt. Auch die Rückwand --32-- ist in ihrem mittleren Teil eben, jedoch ist der mittlere, ebene Abschnitt oben und an beiden Seiten von schrägen Abschnitten --33 bzw. 35-- umgeben. Der obere Schrägabschnitt steht in dieselbe Richtung wie der Boden ab, hingegen sind die seitlichen Schrägabschnitte --35-- in Förderrichtung P abgewinkelt.
Auf den oberen Schrägabschnitt ist ein Dachprofil mit Schenkeln --22, 23-- aufgesetzt, so dass dieser Schrägabschnitt --33-- mit den beiden Schenkeln --22, 23-- zu einem Hohlbalken verbunden ist. An dem oberen Schenkel --22-- ist das Anschlussstück --21-- (Fig. 1) befestigt. Zwei zwischen dem Querbalken und der Rückwand angeordnete Streben --36-- dienen der Versteifung der Konstruktion. An jeden der beiden seitlichen Schrägabschnitte --35-- der Rückwand ist eine Leitwand --4-- angeordnet. Die beiden Leitwände stehen seitlich und schräg über die Rückwand in Förderrichtung vor, sind im Bereich einer unteren Randzone --41-- gegen den Haldenboden --7-- geneigt und konvergieren gegeneinander.
Das gesamte Tragglied --3-- ist in bezug auf seine Längsmittelebene symmetrisch gestaltet, so dass es gleichgültig ist, an welcher der beiden Seiten die Haldenstirnfläche liegt, von der aus die Halde entspeichert werden soll. Von der Unterseite des Bodens --31-- stehen Vorsprünge --37-- ab, die gegen den Haldenboden --7-- anliegen und den Verschleiss des Bodens verringern.
Ein Abschnitt eines Traggliederförderers, dessen Tragglieder an beiden Seiten mit Leitwänden --4-- versehen sind, geht aus Fig. 2 hervor, wogegen Fig. 4 einen Abschnitt eines Traggliederförderers mit Traggliedern veranschaulicht, von denen nur einseitig eine Leitwand --4-- absteht.
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Mit nur einer Leitwand ausgestattete Tragglieder sind leichter und billiger als solche mit zwei seitlichen Leitwänden. Die Beschränkung, dass sie dann nur bei Haldenstirnflächen verwendbar sind, die an der mit Leitwänden besetzten Seite der Glieder liegen, entfällt bei Rundhalden, die vorweg nur von einer Stirnfläche her entspeichert werden. Es versteht sich, dass die Leitwände dieser Stirnseite zugekehrt sein müssen. Bei Traggliederförderern, deren Tragglieder das Schüttgut nur von einer Seite her aufnehmen, kann es sich empfehlen, wenn die Achse der Zellenräume zwischen benachbarten Traggliedern mit der Förderrichtung keinen rechten sondern einen spitzen Winkel einschliessen, weil diese Massnahme zu einer Steigerung der von jedem Traggliederboden aufgenommenen Schüttgutmenge beitragen kann.
Die Arbeitsweise erfindungsgemässer Vorrichtungen ist sehr einfach. Bei Bewegung des dem Haldenboden benachbarten Abschnittes des Traggliederförderers in Förderrichtung, d. h. in Richtung des Pfeiles P läuft der Armstern entgegen dem Uhrzeigersinn um. Das von der Haldenstirnfläche abgeräumte, an deren Basis befindliche Schüttgut tritt von der Seite her in die Räume zwischen benachbarten Traggliedern ein, wobei die Leitwände förderlich wirken, und kommt auf deren Böden zu liegen. Diese Böden liegen knapp aneinander und bilden praktisch eine bewegte Plattform, auf der das Schüttgut aufliegt und während seines Transportes keine Umwälzbewegung erfährt.
Kommen die im Längsschnitt etwa L-förmig gestalteten Tragglieder in den Bereich des Armsternes --6--, dann werden die Gestelle um die Armsternachse verschwenkt, wobei sie im wesentlichen radial verlaufen und von den nach hinten abstehenden Böden gleitet das Schüttgut ab und fällt auf einen Förderer-5- (Fig. l), wobei es nicht erheblich umgewälzt wird und die Übergabe auf diesen Förderer schonend vor sich geht, weil die Fallhöhe nur klein zu sein braucht. Das Reiben der Körner des Stückgutes aneinander, der Abrieb und eine Kornzerkleinerung wird also weitestgehend vermieden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Entspeichern von Schüttguthalden, Mischbettanlagen od. dgl., mit einer in Längsrichtung der Halde verfahrbaren, diese überquerenden Brücke und mit einem Entnahmeförderer, dem zwei endlose, parallele Laschenketten mit zur Längsrichtung der Brücke parallelen Abschnitten sowie an dem gegenüber der Brücke ortsfesten Laschenketten in vorgegebenen Abständen voneinander angebrachte
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Traggliederförderer mit Traggliedern (3) ausgebildet ist, von denen jedes ein Gestell (2) aufweist, das mit einer Lasche (11) jeder der beiden Laschenketten (1) starr verbunden ist und von dem entgegen der Förderrichtung (P) ein im wesentlichen horizontaler Boden (31) absteht, dass die Böden (31) benachbarter Tragglieder (3) in den zur Brücke parallelen Abschnitten der Laschenketten (1)
im wesentlichen aneinanderschliessen und dass die Räume (38) zwischen benachbarten Traggliedern (31) von den Seiten her zugänglich sind.
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