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Die Erfindung betrifft eine Spritzlackier-und Trockenkabine, insbesondere für Personenkraftwagen, mit Frischluftzufuhreinrichtungen im Deckenbereich und Absaugeinrichtungen im Boden, deren Breite der durchschnittlichen Breite von Personenkraftwagen entsprechend etwa 4 m beträgt und bei der die an den Längsseiten der Kabine vorgesehenen Wände ab einer bestimmten Höhe zur Kabinenmitte geneigt angeordnet sind.
Vorzugsweise wird bei solchen Kabinen die gesamte Decke, zumindest aber der grössere Teil davon, als mit Filtern ausgestattete Belüftungsdecke ausgeführt, wobei die Frischluft in der kalten Jahreszeit mit Lufterhitzern vorgewärmt wird, die bei der Verwendung der Kabine auch die Trockentemperatur erzeugen.
Die Breite der Kabine ergibt sich aus der Kraftfahrzeugbreite und dem notwendigen Bearbeitungsabstand, der bei gebückter Haltung des Lackierers am grössten ist. Abgesehen davon ist die genannte Breite notwendig, um das Öffnen der Türen des Kraftfahrzeuges innerhalb der Kabine zu ermöglichen.
Die notwendige Höhe ergibt sich aus der Fahrzeughöhe und der Kopffreiheit für den Lackierer bei der Behandlung des Fahrzeugdaches. Bei Spritzkabinen für Personenkraftwagen wird die lichte Höhe mit etwa 2, 8 bis 3 m gewählt.
Für die Ableitung der Luft kann entweder der gesamte oder der Grossteil des Bodens der Kabine als Rost ausgebildet und über einer eine Waschflüssigkeit aufnehmenden Grube angeordnet sein oder man sieht auch nur beidseits der Standspuren für den Personenkraftwagen abgedeckte Abluftkanäle vor. Diese Abluftkanäle können an Farbabscheider- oder Waschvorrichtungen zum Abscheiden von Staub und Lackpartikelchen anschliessen.
Die vorgesehene Neigung der Seitenwände beginnt bei allen bekannten Spritzlackier- und Trockenkabinen erst ab einem über der Kopfhöhe liegenden Bereich. Damit liegt der untere Rand der Abschrägung über der Dachhöhe von Personenkraftwagen. Die Abschrägung wird praktisch nur vorgesehen, um eine Lüftungsdecke verwenden zu können, deren Breite etwas kleiner als die Bodenbreite der Kabine ist.
Bei Farbspritzkanälen, in denen Karosserieteile im Durchlaufverfahren der Spritzlackierung unterzogen werden und deren Breite wesentlich grösser als die erwähnte Normalbreite von Spritzlackierkabinen gehalten ist, ist es schon bekannt, in stark abgeschrägten, die Seitenwände ab einem weit über der Kopfhöhe liegenden Bereich mit der Lüftungsdecke verbindenden Wandungsteilen Wärmestrahler unterzubringen.
Um bei Spritzlackierkabinen den Lackierer vor Gesundheitsschädigungen zu schützen, muss dafür gesorgt werden, dass die Atemluft möglichst wenige Farb- bzw. Lacknebelteilchen enthält. Deshalb muss die gesamte Luft in der Kabine jede Stunde mehrmals gewechselt werden. Je grösser dabei die Luftsinkgeschwindigkeit in der Kabine ist, desto rascher werden Farbnebelteilchen entfernt. Mindestwerte der Luftsinkgeschwindigkeit und der Anzahl der Luftwechsel pro Stunde sind behördlich vorgeschrieben. Bei bekannten Kabinen ergeben sich besonders dann, wenn die Lüftungsdecke nicht über die gesamte Kabinenbreite reicht und auch die Absaugeinrichtungen nicht den ganzen Boden bedecken, in der Kabine Wirbelbildungen in der Luftführung, in denen Farbnebelteilchen viel länger schweben, als dies im Durchschnitt im übrigen Kabinenraum der Fall ist.
Gerade im Kopfbereich des Lackierers ist der freibleibende Kabinenquerschnitt zwischen Lüftungsdecke und Absaugeinrichtungen im Boden bei eingefahrenem Personenkraftwagen verhältnismässig gross und es besteht die Gefahr, dass der Lackierer mit dem Kopf in den Bereich solcher erwähnter Wirbel gerät, so dass er trotz der nach den Normen ausreichenden Belüftung der Kabine Luft, die stark mit Farbnebelteilchen durchsetzt ist, einatmet.
Diese Nachteile werden nach der Erfindung einfach dadurch beseitigt, dass die an den Längsseiten vorgesehenen Wände vorzugsweise vom Boden an, zumindest aber ab maximal 1 m über dem Boden, z. B. um 15 , geneigt angeordnet sind.
Wenn die Neigung erst ab der Bückhöhe bzw. der Türenhöhe eines Personenkraftwagens, also ab maximal 1 m, vorgesehen wird, kann man sie etwas stärker wählen als bei ebenen, durchgehenden Wänden. Grunderkenntnis der Erfindung ist es auf jeden Fall, dass die schon erwähnte Mindestbreite der Kabine tatsächlich nur im untersten Bereich notwendig ist, die Abschrägung also schon unten bzw. bei der erwähnten Maximalhöhe und nicht erst über der Kopfhöhe, wo sie praktisch keine Vorteile mehr bringt, beginnen kann. Beim Lackieren des Daches eines Personenkraftwagens steht der Lackierer erhöht und viel näher am Fahrzeug, als beim Lackieren der Seitenwände oder der unteren Fahrzeugpartie. Er hat
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also wegen des relativ zum Fahrzeug veränderten Standplatzes noch ausreichenden Bewegungsraum.
Bei in die Kabine eingefahrenen Personenkraftwagen ergibt sich bei der genannten Neigung der Seitenwände gerade im Bereich zwischen dem Dach des Personenkraftwagens und den schrägen Seitenwänden beidseits eine Engstelle, also eine Verringerung des Luftführungsquerschnittes, so dass hier eine Wirbelbildung praktisch ausgeschlossen werden kann und gewährleistet ist, dass der Lackierer, dessen Kopf sich beim normalen Stehen und auch bei der Arbeit an den Kraftfahrzeugseiten im Bereich dieser Engstelle befindet, genügend frische Luft erhält. Das Gesamtvolumen der Kabine wird gegenüber herkömmlichen Kabinen verringert, so dass bei gleichbleibender Luftwechselzahl bei der erfindungsgemässen Kabine eine geringere
Gesamtluftmenge notwendig wird.
In der Zeichnung ist eine erfindungsgemässe Spritzlackier- und Trockenkabine für Personenkraft- wagen beispielsweise schematisch im Querschnitt dargestellt.
Die Kabine-l-besitzt einen Boden --2--, in dem an ein Sauggebläse angeschlossene Abluftkanäle - vorgesehen sind, die nach oben hin durch Gitter --4-- und Vorfilter abgeschlossen werden. Die Kanäle --3-- sind beidseits eines in der durchschnittlichen Standbreite eines in seinen Umrissen angedeuteten Personenkraftwagens gehaltenen Mittelstreifen --5-- vorgesehen. Wenigstens die eine Querwand der Kabine-l-wird als ein-oder zweiflügeliges Tor ausgebildet bzw. mit einem entsprechen- den Tor versehen. Die vorgesehenen Seitenwände --7-- sind unter einem Winkel von etwa 150 gegenüber der Vertikalen zueinander geneigt. Oben sind die Seitenwände --7-- durch eine Deckenplatte --8-verbunden.
Im Abstand von dieser ist zwischen den Seitenwänden --7-- eine mit einem Filter ausgestattete Unterdecke --9-- vorgesehen. Der Raum --10-- zwischen den beiden Decken--8 und 9-- schliesst über einen oder mehrere Kanäle --11-- an ein Warmluftgebläse --12-- an, das gegebenenfalls auch mit einer Luftvorwärmeinrichtung, z. B. einem Brenner, versehen sein kann. Die auftretenden Luftströmungen in der Kabine-l-wurden durch strichlierte Linien --13-- angedeutet. In Bodennähe kann es zu Wirbelbildungen --14-- kommen. Auch der gebückte Lackierer wird aber mit seinem Kopf nicht in den genannten Bereich gelangen. In den Seitenwänden --7-- sind noch schematisch angedeutete Lampengruppen --15-- vorgesehen.
Die zweite Stirnwand der Kabine kann ebenfalls mit einem Tor versehen oder ebenso wie die Wände - -7-- zur Kabinenmitte geneigt angeordnet sein.