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Die Erfindung betrifft einen Extraktionsturm für Zuckerrübenschnitzel, der einen Mantel aufweist, welcher als aufrechtstehender, innen mit Aufhalten bestückter Hohlzylinder ausgebildet ist, in dem sich eine konzentrisch zur Zylinderachse angeordnete, rotierend angetriebene und aussen mit zumindest näherungsweise radial verlaufenden Transportflügeln sowie am unteren Ende mit Schnitzelverteilern versehene Transportwelle befindet, wobei am unteren Turmende eine Einspeiseeinrichtung für Schnitzel-
Saftgemisch sowie eine Abzugseinrichtung für Saft und am oberen Ende eine Auszieheinrichtung für ausgelaugte Schnitzel und eine Zuführeinrichtung für Auslaugeflüssigkeit vorgesehen sind.
Extraktionstürme für Zuckerrübenschnitzel werden im Laufe der Entwicklung für immer grössere
Durchsatzleistungen ausgelegt und müssen daher mit entsprechend ständig grösser werdenden Abmessun- gen gebaut werden. Auf Grund dieser ständig steigenden Abmessungen entstehen Probleme hinsichtlich der gleichmässigen Schnitzelverteilung und der Saftströmungen im Bereich des Turmbodens, die mit den bisher bekannten Ausgestaltungen von Einspeiseeinrichtungen und Saftabzugseinrichtungen nicht mehr beherrscht werden können.
Führt man die Zuckerrübenschnitzel, so wie es lange Zeit üblich war, am äusseren Bereich des
Turmes, also durch eine Öffnung im Turmmantel, die sich im Bodenbereich des Turmes befindet, durch eine Speiseleitung oder auch durch eine Siebschnecke gemäss der DE-OS 2106464 zu, so muss man bei
Türmen grossen Durchmessers erwarten, dass sich unmittelbar vor dem Einspeisebereich auf dem
Turmboden jeweils vorübergehend ein Schnitzelberg bildet, der erst dann, wenn der mit der Transport- welle rotierende Schnitzelverteiler in den Bereich des Berges kommt, mitgenommen und über den
Turmquerschnitt verteilt wird. Während sich ein derartiger Schnitzelberg bildet, ist der intensive
Schnitzel-Flüssigkeitskontakt und damit die Auslaugung zumindest behindert und es geht auf diese Weise Extraktionszeit und Extraktionsstrecke verloren.
In der DE-AS 1003660 wird vorgeschlagen, die Einspeiseeinrichtung in Gestalt einer Siebschnecke auszubilden, die in Verlängerung der Rotationsachse der Transportwelle des Turmes unterhalb des Bodens angeordnet ist. Dieser Vorschlag ist nicht realisierbar, weil der Bereich, in dem das Schnitzelsaftgemisch von dieser Siebschnecke in den Turm eingespeist werden müsste, von dem unteren Führungslager der Transportwelle eingenommen wird. Die Transportwelle nimmt aber bei Extraktionstürmen grosser Abmessungen auch einen sehr grossen Raum ein und würde den Aussenbereich der Siebschnecke erheblich in radialer Richtung überragen.
Aber selbst dann, wenn man eine Lösung dieses Problemes finden würde, ergäbe sich noch keine gleichmässige Einspeisung des Schnitzel-Saftgemisches in den Turm, denn der Eintritt würde dann im radialinneren Bereich am Rand der Transportwelle erfolgen und die bei der zuvor geschilderten, bekannten Ausführung beanstandete Häufung der Schnitzel am äusseren Bereich des Turmquerschnittes würde durch eine Häufung im Inneren oder zentralen Bereich ersetzt.
Es gibt zwar bereits eine Einspeiseeinrichtung, bei der die Einspeisung des Schnitzel-Saftgemisches im Turmbodenbereich so erfolgt, dass die gleichmässige Verteilung über den gesamten, radialen Bereich des Turmquerschnittes erfolgt, jedoch ist diese Einrichtung lediglich für Extraktionstürme begrenzter Abmessungen konzipiert und kann bei Extraktionstürmen grosser und grösster Abmessungen mit wirtschaftlich vertretbarem Aufwand nicht mehr eingesetzt werden. Der Grund dafür besteht darin, dass die Einspeisung durch die Transportwelle hindurch erfolgt, wobei am unteren Ende der Transportwelle ein Schnitzelverteilerarm befestigt ist, an dessen Rückseite die durch ein Speiserohr eingeführte Mischung aus Schnitzeln und Saft austritt, während sich der Verteiler mit der Transportwelle bewegt.
Mit zunehmenden Abmessungen eines Extraktionsturmes werden die zur Förderung des Schnitzel-Saftgemisches erforderlichen Querschnitte immer grösser, erhebliche Probleme für die Ausgestaltung einer dichten Drehkupplung des Speiserohres entstehen, aber auch Probleme hinsichtlich der Querschnittsgestaltung des Schnitzelverteilerarmes treten auf, denn je grösser der Querschnitt des Verteilerarmes werden muss, um so grösser wird auch der Widerstand und die Verdrängungswirkung, die sich während der Rotation des Verteilerarmes im Schnitzel-Saftgemisch im Turmbodenbereich ergibt.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Extraktionsturm der eingangs genannten Art so weiterzubilden, dass seine Einspeiseeinrichtung - ohne wesentliche Kosten zu verursachen und ohne den Saftabzug in irgendeiner Weise zu beeinträchtigen-eine gleichmässige Verteilung des eingespeisten Schnitzel-Saftgemisches gewährleistet, die von den Abmessungen des Extraktionsturmes unabhängig ist.
Zur Lösung der vorgenannten Aufgabe kennzeichnet sich der einleitend genannte Extraktionsturm erfindungsgemäss dadurch, dass die Einspeiseeinrichtung aus wenigstens einem im Turmboden zwischen
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Transportwelle und Mantel schräg zum Turmradius verlaufenden Einspeiseschlitz mit daran anschliessender, unterhalb des Turmbodens verlaufender Speiseleitung besteht.
Durch die vorgenannte Ausgestaltung der Einspeiseeinrichtung wird das Schnitzel-Saftgemisch etwa im mittleren Bereich zwischen Turmmantel und Transportwelle eingespeist und braucht somit in radialer
Richtung keinerlei nennenswerte Strecken mehr zurückzulegen, zumal die Einspeisung durch einen Schlitz erfolgt, der sich schräg zum Turmradius erstreckt. Je grösser dieser Schlitz ist, um so grösser ist somit auch die Strecke, über welche die Schnitzel bereits gleichmässig verteilt in den Turm eingespeist werden.
Dadurch, dass der Schlitz schräg zum Radius angestellt ist, wird verhindert, dass der umlaufende
Abstreifer - wenn es sich um einen Turm mit Siebboden handelt-oder der umlaufende Schnitzelverteiler während der Passage des Einspeiseschlitzes grössere Strecken bzw. Flächenbereiche des Einspeiseschlitzes vorübergehend bedeckt. Die Schräglage des Einspeiseschlitzes ist darüber hinaus ein mögliches
Einflussmittel, um-falls erwünscht-eine Aufhaltewirkung zu erzielen oder die Fliessrichtung des eingespeisten Schnitzel-Saftgemisches entweder in Richtung auf das Turmzentrum oder in Richtung auf das Turmäussere zu begünstigen.
Es ist für die Verhältnisse der gleichmässigen Schnitzelverteilung vorteilhaft, wenn die Länge des
Einspeiseschlitzes grösser ist als der halbe Abstand zwischen Turmmantel und Transportwelle. Vorteilhaft für die gleichmässige Beschickung des Turmes kann es ferner sein, wenn der Einspeiseschlitz in Richtung auf den Mantel des Turmes keilförmig erweitert ist. In diesem Falle werden entsprechend dem grösseren
Querschnitt im äusseren Bereich des Einspeiseschlitzes grössere Mengen als im inneren Bereich in den Turm überführt.
Es ist im Sinne der Erfindung möglich bzw. je nach Abmessungen des Turmes erforderlich, unter
Umständen mehr als nur einen Einspeiseschlitz vorzusehen. In diesem Fall werden die Einspeiseschlitze zweckmässigerweise in gleichen Winkelabständen voneinander angeordnet und die Speiseleitung, von der aus die Einspeiseschlitze beschickt werden, wird als Ringleitung ausgebildet.
Die radiale Verteilung des Schnitzel-Saftgemisches kann nach einem weiteren, selbständigen Merkmal der Erfindung, ausgehend von der Einspeisung durch die im Turmboden befindlichen Einspeiseschlitze, zusätzlich durch Ausübung eines in radialer Richtung nach aussen wirkenden Soges beeinflusst werden, indem aussen am Turmmantel eine Siebschnecke befestigt ist, die mit ihrer Längsachse radial zum Turm ausgerichtet ist, in Richtung auf den Turm fördert und eine Speiseleitung für Schnitzel-Saftgemisch aufweist, die von einer in Drehrichtung der Transportwelle vor der Siebschnecke liegenden Stelle des Mantels ausgehend zum axialen Aussenende der Siebschnecke führt.
Diese Siebschnecke stellt infolge ihres über die Speiseleitung auf den Turm wirkenden Soges neben einer Schnitzelverteileinrichtung, die die Schnitzel in Richtung nach aussen zu ziehen sucht, zusätzlich eine Saftabzugseinrichtung dar und es besteht die Möglichkeit, mehrere Siebschnecken über den Umfang des Turmes verteilt anzuordnen, so dass man im Bodenbereich über sehr grosse Siebflächen zum Saftabzug verfügt und den Turmboden entweder vollständig siebfrei oder nur mit begrenzten Siebflächen versehen ausbilden kann, was vornehmlich bei Türmen sehr grosser Abmessungen den zusätzlichen Vorteil einer einfacheren, statisch günstigeren Konstruktion erbringt. Es besteht ferner die Möglichkeit, die Lage der Siebschnecken und der Einspeiseschlitze so aufeinander abzustimmen, dass sie sich in ihrer Funktion ergänzen und das Entstehen einer Schnitzelhäufung vermeiden.
Die von einer Siebschnecke erzeugbaren, radialen Querströmungen im Turmbodenbereich sind ein ideales Mittel, um die Schnitzelverteilung im Sinne einer gleichmässigen Beschickung des Turmquerschnittes zu beeinflussen.
Ein Ausführungsbeispiel des erfindungsgemäss ausgebildeten Extraktionsturmes ist in den Zeichnungen dargestellt.
Die Fig. 1 zeigt einen erfindungsgemäss ausgebildeten Extraktionsturm in einer Schnittansicht bei waagrecht verlaufender Schnittebene. Die Fig. 2 zeigt eine Schnittansicht des Turmes bei längs der Linie II - II in Fig. 1 verlaufender Schnittebene. Die Fig. 3 zeigt eine Schnittansicht bei längs der Linie III-III in Fig. l verlaufender Schnittebene.
Die Figuren zeigen einen Extraktionsturm-l-für Zuckerrübenschnitzel, der aus einem äusseren, aufrechtstehenden, hohlzylindrisch ausgebildeten Mantel --2-- besteht, der innenseitig mit Aufhaltern - -3-- bestückt ist, die radial zur Zylinderachse --4-- verlaufen. Im Zentrum des Mantels --2-- ist eine rotierend angetriebene Transportwelle --5-- angeordnet, die aussen mit radial verlaufenden Transport- flügeln --6-- und am unteren Ende zusätzlich mit Schnitzelverteilern --7-- bzw. Abstreifern --8--
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bestückt ist. Der hohlzylindrische Turmmantel --2-- ist am unteren Ende durch einen Boden --9-- ver- schlossen, der entweder sieblos oder als Siebboden oder auch nur mit begrenzten Siebflächen versehen ausgebildet ist.
In den Zeichnungen ist der Turm mit einem sieblosen Boden wiedergegeben.
Zur Einspeisung des Schnitzel-Saftgemisches ist im Turmboden --9-- ein Einspeiseschlitz --10-- vorgesehen, der im Beispiel als schmaler, rechteckiger Schlitz ausgebildet ist, der sich mit seiner Länge schräg zum Radius des Turmes --1-- erstreckt. Der Einspeiseschlitz --10-- ist mit einer unterhalb des
Turmbodens --9-- verlaufenden Speiseleitung --11-- verbunden, die insbesondere dann, wenn mehrere
Einspeiseschlitze --10-- (in den Zeichnungen nicht dargestellt) über den Umfang des Turmes verteilt sind, als Ringleitung ausgebildet und über eine Zuführleitung --12-- mit der nicht wiedergegebenen
Schnitzelpumpe verbunden ist.
Der Einspeiseschlitz --10-- erstreckt sich, wie die Zeichnungen zeigen, über einen erheblichen Teil des radialen Abstandes, der zwischen Transportwelle --5-- und Turmmantel --2-- verbleibt und gewährleistet auf diese Weise eine gleichmässig, über den Querschnitt verteilte Einspeisung des Schnitzel-Saftgemisches.
Zusätzliche Einflussnahme auf die Verteilung und zugleich günstige Beeinflussung des Saftabzuges gewährleistet eine Sieb schnecke --13--, die an wenigstens einer Stelle aussen am Turmmantel --2-- befestigt ist. Die Längsachse der Sieb schnecke --13-- verläuft exakt radial zum Turm --1--, sie hat ein offenes Ende, so dass das von ihr in Richtung auf das Turminnere geförderte und durch das Sieb an Saft verarmte Schnitzelgemisch in den Turm --1-- hineingefördert wird.
Gespeist wird die Siebschnecke-13-- durch eine Speiseleitung-14-, die in Drehrichtung des Turmes --1-- - siehe Pfeil --15-- in
Fig. 1 - gesehen vor der Siebschnecke --13-- liegt und am axial äusseren Ende --16-- der Siebschnecke - -13-- in diese einmündet. Auf diese Weise wird ein in Richtung des Pfeiles --17-- in Fig. 1 wirkender Sog auf das im Turmbodenbereich befindliche Schnitzel-Saftgemisch ausgeübt und es werden entsprechende
Schnitzel-Saft-Strömungen erzeugt, die in radialer Richtung wirken und sich vorteilhaft auf die gleichmässige Verteilung des Schnitzel-Saftgemisches über den Querschnitt auswirken.
Zugleich wird aber auch eine intensive Bewegung des Schnitzel-Saftgemisches herbeigeführt, bei welcher der Saftabzug in äusserst günstiger Weise in die Siebschnecke-13-hineinverlegt wird, so dass im Turmbodenbereich durch Vorsehen entsprechend grosser oder entsprechend vieler zusätzlicher und in der Figur nicht gezeigter Siebschnecken-13-grösste Saftmengen mühelos abgezogen werden können. Als Endergebnis dieser gemeinsamen Massnahmen zur Verbesserung der Einspeisung und des Saftabzuges im Turmbodenbereich ergibt sich, dass auch bei Türmen mit allergrössten, radialen Abmessungen sowohl die Einspeisung und die gleichmässige radiale Verteilung störungsfrei als auch die Abführung des Saftes unbehindert erfolgt.
Wenn der Turmboden --9-- völlig siebfrei ausgebildet wird, so ist es unerlässlich, eine Sandabzugseinrichtung --21-- vorzusehen, die aus einem im Turmboden --9-- angeordneten Sieb --18-- und einem darunter angeordneten Sandfänger-19-mit Abführleitung-20-besteht.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Extraktionsturm für Zuckerrübenschnitzel, der einen Mantel aufweist, welcher als aufrechtstehender, innen mit Aufhalten bestückter Hohlzylinder ausgebildet ist, in dem sich eine konzentrisch zur Zylinderachse angeordnete, rotierend angetriebene und aussen mit zumindest näherungsweise radial verlaufenden Transportflügeln sowie am unteren Ende mit Schnitzelverteilern versehene Transportwelle befindet, wobei am unteren Turmende eine Einspeiseeinrichtung für Schnitzel-Saftgemisch sowie eine Abzugseinrichtung für Saft und am oberen Ende eine Auszieheinrichtung für ausgelaugte Schnitzel und eine Zuführeinrichtung für Auslaugeflüssigkeit vorgesehen sind, d a d u r c h g e k e n n z e i c h - n e t, dass die Einspeiseeinrichtung aus wenigstens einem im Turmboden (9)
zwischen Transportwelle (5) und Mantel (2) schräg zum Turmradius verlaufenden Einspeiseschlitz (10) mit daran anschliessender, unterhalb des Turmbodens verlaufender Speiseleitung (11) besteht.