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Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Bergung von verunglückten Personen aus überhängenden und steilen Felswänden sowie von Bauwerken ähnlicher Beschaffenheit, wenn diese Personen an einem Sicherungsseil hängen.
Bekannt ist der Enterhaken, der aber hiebei seiner Grösse wegen keine Anwendung finden kann.
Bisher verwendete man für die sogenannte"Kaperbergung", die eine neuartige Rettungsmethode für in steilen und vor allem in überhängenden Felswänden abgestürzte Bergsteiger darstellt, normale Kletterkarabiner in Stahl- oder Leichtmetallausführung. Diese Rettungsmethode ist nur dann anwendbar, wenn der Gestürzte an einem Seil bzw. Sicherungsseil hängt. Hiebei werden ein oder zwei Retter an einem Stahlseil mit Hilfe einer Bremsvorrichtung bis in die Höhe des Gestürzten von oben herabgelassen. Dies kann sogar über mehrere hundert Meter geschehen. Da nun der Verunglückte selten in unmittelbarer Nähe eines Retters hängt, sondern meist näher zur Felswand und seitlich meist einige Meter vom Retter entfernt ist, versucht nun der Retter, durch Pendeln in die Nähe des Verunglückten zu kommen.
Ausserdem führt jeder Retter ein zirka 20 m langes"Kaperseil"mit sich, an dessen einem Ende eine Kette, bestehend aus mehreren hintereinandergehängten Kletterkarabinern, eingehängt ist. Hat nun der Retter das Seil, an dem der Verunglückte hängt oder diesen selbst irgendwie erfasst, so muss er sich mit Hilfe der Karabiner der Kette zum Verunglückten hängen. Dies ist vor allem im Winter mit Handschuhen oder gar dicken Fäustlingen oft schwierig, da der Retter für diese Arbeit auch nur eine Hand zur Verfügung hat, da er sich mit der andern beim Verunglückten festhalten muss, um nicht wieder wegzupendeln. Haben sich der Retter und der Verunglückte miteinander verbunden, so wird nun das Seil, an dem der Verunfallte hängt, mit einem Taschenmesser durchtrennt.
Jetzt hängt der Verunglückte zusammen mit dem Retter am Stahlseil, und beide werden mit Hilfe der am oberen Ende der Felswand aufgebauten Bremsvorrichtung bis zum Wandfuss abgeseilt.
Nicht nur das Verbinden mit dem Verunglückten, sondern auch das Durchtrennen des Seiles desselben bereitet-besonders im Winter-Schwierigkeiten. Es kann vorkommen, dass das Taschenmesser vergessen wird. Sehr selten nur hat man ein Taschenmesser bei sich selbst angehängt ; ein falscher Griff, und das Messer fällt in die Tiefe. Kann das Seil aber nicht durchtrennt werden, so ist die Bergung undurchführbar und das Leben des Verunglückten und des Retters sind in Gefahr. Ausserdem ist es fast unmöglich, ein normales Taschenmesser mit Handschuhen oder Fäustlingen zu öffnen.
Die gegenständliche Erfindung schafft demgegenüber eine Verbesserung und ist dadurch gekennzeichnet, dass an einem Ende eines Handgriffes ein spiralförmig gebogener Haken oder mehrere, vorzugsweise drei spiralförmig gebogene Haken um je 1200 versetzt angebracht sind, so dass sich mindestens einer der Haken beim Werfen der Vorrichtung zum Seil des Verunglückten in dieses einhängt. Am andern Ende des Handgriffes ist eine Öse zur Befestigung eines Kletterkarabiners angebracht, wobei im Handgriff zweckmässig eine ausklappbare Messerklinge eingebaut ist. Die obige Vorrichtung kann auch noch dadurch verbessert werden, dass die Messerklinge an ihrem Rücken mit einer Verbreiterung oder mit einem kleinen Griff versehen ist, so dass sie auch mit Fäustlingen geöffnet werden kann.
In den Zeichnungen stellen Fig. 1 die Seitenansicht und Fig. 2 die Draufsicht dar.
Die Vorrichtung selbst besteht aus drei oder mehreren gebogenen Haken --3--, die auch schneckenförmig eingerollt sein können ; einem Handgriff --4--, in dem eine Messerklinge --7--
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Enterhaken den Handgriff haltend, nähert sich der Retter dem Verunglückten oder dessen Sicherungsseil und hakt mit einem der Haken bei dessen Seil oder Klettergürtel ein. Retter und Verunglückter können nun nicht mehr unkontrolliert auseinanderpendeln, da der Enterhaken mit dem Verunfallten über dessen Seil und mit dem Retter über das Kaperseil verbunden ist. Nun kann der Retter in Ruhe und mit beiden Händen eine Karabinerverbindung zwischen sich und dem Verunglückten herstellen.
Hat er dies getan, hängt er den Enterhaken wieder aus-der Verunglückte ist nun mit dem Retter durch den Karabiner verbunden - öffnet das im Handgriff --4-- eingebaute Klappmesser --7-- und durchtrennt mit diesem das Sicherungsseil des Verunglückten, so dass nun beide am Stahlseil hängen und von oben bis zum Wandfuss abgeseilt werden können. An der Klinge des Klappmessers kann eine Verbreiterung angebracht sein, so dass sie auch mit Fäustlingen (Fausthandschuhen) leicht geöffnet werden kann. Dieser Enterhaken bringt auch den Vorteil mit sich, dass eine erste Verbindung des Retters mit dem Verunglückten viel schneller hergestellt werden kann, wodurch schneller und besser eine erste Hilfe - z. B. Stillung von Blutun-
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gen-geleistet werden kann.
Mit etwas Übung kann der Kaperhaken sogar aus einer Entfernung von einigen Metern gezielt so zum Verunglückten geworfen werden, dass er sich von selbst in seinem Sicherungsseil einhängt. Somit kann bei einigem Geschick des Retters auch dann eine Verbindung zum Verunglückten hergestellt werden, wenn ein Pendeln aus irgendeinem Grund nicht möglich ist.