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Das Stammpatent Nr. 317682 betrifft eine hydraulische Schnellschlusspumpe für die Betätigung von insbesondere Entleerventilen für Eisenbahnkesselwagen, wobei die Schnellschlusspumpe die mit ihr über Hydraulikleitungen verbundenen Ventile durch einen über Handräder manuell betätigten Kolben und eine statische Hydrauliksäule öffnet und durch Lösen der Schnellschlusseinrichtung schliesst, wobei unter dem Kolben eine um eine waagrechte Achse drehbare Exzenterscheibe mit ihrer Mantelfläche anliegt, die Achse der Exzenterscheibe an ihren äusseren freien Enden direkt oder unter Zwischenschaltung von Steckkupplungen die Handräder trägt, wobei der in Richtung Exzenterscheibe federbelastete Kolben mit einem Arbeitsraum zusammenwirkt,
der eine freie oder mit einem Längsventil versehene Ventilöffnung zum Ölvorratsbehälter und eine durch ein Rückschlagventil verschliessbare, über einen Kanal zu den Hydraulikleitungen führende Ventilöffnung besitzt, und wobei in den Kanal ein mit dem Ölvorratsbehälter verbundenes Ventil zwischengeschaltet ist, das einseitig von einer Feder und anderseitig von einer mit der Schnellschlusseinrichtung verbundenen Kolbenstange beaufschlagt ist und bei ausgerückter Kolbenstange den Weg zu den Hydraulikleitungen und bei eingerückter Kolbenstange den Weg zu dem Ölbehälter freigibt.
Die Vorrichtung nach dem Stammpatent ist insbesondere für Hochdruckkesselwagen bestimmt. Gemäss den für diese Wagen bestehenden Vorschriften müssen die Vorrichtung zum Betätigen der Entleerventile oder die Entleerventile selbst mit einer Schnellschlusseinrichtung versehen sein, die beim unbeabsichtigten Verschieben des zu entleerenden Wagens automatisch betätigt wird und die Entleerventile selbsttätig schliesst.
Für Eisenbahnkesselwagen des Niederdruckbereiches besteht diese Vorrichtung nicht. Die Ventile dieser Kesselwagen werden nach beendigtem Entleervorgang auf die übliche Weise, das heisst durch Drehen der Handräder in Schliessrichtung, geschlossen. Eine solche Vorrichtung ist beispielsweise aus dem Zusatzpatent Nr. 327006 zu oben genanntem Stammpatent bekannt. Hiebei bedarf es zum Schliessen des Ventils lediglich einer Führung der sich in Eingriff befindlichen Exzenterscheibe über den oberen Totpunkt, wobei dann das Ventil selbsttätig durch die Ventilfeder und die Feder der Pumpe geschlossen wird. Nachteilig bei dieser Vorrichtung ist jedoch das auch hier erforderliche Verdrehen des Handrades in Schliessrichtung, dass das Schliessen des Ventils von der Aufmerksamkeit des Bedienungspersonals abhängig macht.
Die Aufgabe der Erfindung besteht nun darin, die Vorrichtung nach dem Stammpatent für den Niederdruckbereich so zu gestalten, dass ein Schliessen der Ventile ohne Verdrehen der Handräder durch manuelle Tätigkeiten bewirkt wird, die für das Entleeren von Eisenbahnkesselwagen bindend vorgeschrieben sind.
Gemäss der Erfindung wird diese Aufgabe bei einer Vorrichtung der eingangs genannten Art dadurch gelöst, dass in der Vorrichtung hinter dem Rückschlagventil in der Leitung zu den Entleerventilen ein weiteres Rückschlagventil vorgesehen ist, das über einen Kanal mit dem Ölvorratsbehälter verbunden ist und dass das Rückschlagventil bei Betätigung der Vorrichtung geschlossen und beim Lösen der Handräder und der Antriebswellen von der Welle mit der Exzenterscheibe durch einen längsverschieblich in der Vorrichtung gelagerten Druckstift beaufschlagt geöffnet ist.
Hiebei ist der Druckstift vorteilhafterweise mit einer Lasche in etwa deren Längsmitte gelenkig verbunden, wobei die Lasche an ihren Längsenden gelenkig je eine weitere Lasche trägt, wobei diese Laschen ebenfalls gelenkig mit einem Ende je einer längsverschieblich und achsenparallel zu den Antriebswellen in der Vorrichtung angeordneten Schaltstange verbunden sind, und wobei jede Schaltstange eine Führungsklaue aufweist, die in einer umlaufenden Nut der Antriebswelle in deren Längsrichtung formschlüssig geführt ist. Zu den bindenden Vorschriften für die Entleereinrichtungen von Eisenbahnkesselwagen gehört die Festlegung der Handräder mit den Antriebswellen in Schliessstellung der Ventile, wobei diese dann von der Vorrichtung zum Betätigen der Ventile gelöst, d. h. ausgekuppelt und am Wagen selbst gegen Verdrehen gesichert festgelegt sind.
Zum Ein- und Auskuppeln der Handräder mit den Antriebswellen ist also ein axiales Verschieben der Antriebswellen mit den Handrädern erforderlich.
Die Erfindung benutzt diese vorgeschriebene und durch entsprechende Konstruktion der Festlegevorrichtung der Handräder erforderliche Veschiebebewegung in der Weise, dass bei ausgekuppelten Handrädern über die Antriebswelle, die Laschen und den Druckstift das Rückschlagventil in der Leitung zu den Entleerventilen geöffnet und dadurch die Ölleitungen von den Entleerventilen zum Ölvorratsbehälter widerstandslos freigegeben sind. Durch die Kraft der Schliessfeder des Entleerventils schliesst
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sich das Ventil bei ausgerückten Handrädern selbsttätig. Es wird also auf vorteilhafte Weise jede, über die bindenden Vorschriften hinausgehende, Betätigung zum Schliessen der Ventile vermieden. Fehlschaltungen oder ein Verfahren des Kesselwagens mit geöffnetem Entleerventil können nicht eintreten.
Einzelheiten der Erfindung sind in einem in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispiel erläutert. Es zeigen : Fig. 1 einen Längsschnitt durch die Vorrichtung gemäss der Erfindung, Fig. 2 einen
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einen Schnitt nach der Linie IV-IV der Fig. 3.
Die mechanischen Teile der Vorrichtung bestehen im wesentlichen wie beim Hauptpatent aus dem Kolben --1-- und dem auf der Welle --3-- angeordneten Exzenter --2--. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel liegt der Exzenter --2-- nicht direkt mit seiner Mantelfläche unter dem Kolben --1-- an. Zwischen Kolben --1-- und Exzenter --2-- ist ein Pleuel --30-- zwischengeschaltet, das den Exzenter mit dem Kolben kraftschlüssig verbindet. Diese Anordnung ist jedoch nicht Bedingung der Erfindung. In einem nicht dargestellten Ausführungsbeispiel kann gleich der Ausführung nach dem Stammpatent die Exzenterscheibe mit ihrer Mantelfläche direkt unter dem Kolben-l-anliegen, wobei dann der Kolben in Richtung der Exzenterscheibe federbelastet ist.
Die Welle --3-- ist an jeder ihrer Enden über eine
Steckkupplung --4-- und eine Antriebswelle --31-- mit den Handrädern --5-- in Drehrichtung kraftschlüssig zu verbinden. In Ausserbetriebstellung der Vorrichtung sind beide Steckkupplungen --4-ausgerückt und die Handräder --5-- am Wagen festgelegt.
Wie beim Stammpatent weist die Vorrichtung einen Ölvorratsbehälter --10-- auf, der über eine Ventilöffnung --9-- mit dem Arbeitsraum --7-- des Kolbens --1-- verbunden ist. Die Ventilöffnung --9-ist dabei in dem Arbeitsraum --7-- so angeordnet, dass sie in der unteren Totpunktstellung des Kolbens - geöffnet und beim Anheben des Kolbens von diesem verschlossen ist. In den Arbeitsraum --7-mündet weiter ein Kanal der unter Zwischenschaltung eines Rückschlagventils --12-- mit den Leitungen --14-- zu den Entleerventilen verbunden ist. Zwischen dem Rückschlagventil --12-- und den Leitungen --14-- ist in der Vorrichtung ein weiteres Rückschlagventil --32-- angeordnet, das einen Kanal - verschliesst, der die Leitung --14-- mit dem Ölvorratsbehälter --10-- verbindet.
In dem dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Rückschlagventile --12 und 32-- zu einer Baueinheit verbunden. Das Rückschlagventil --32-- ist durch einen Druckstift --34-- zu öffnen, der längsverschieblich in der Vorrichtung gelagert ist und gegen das Rückschlagventil --32-- anliegt. Der Druckstift --34-- ist gelenkig in etwa der Mitte einer quer zu seiner Achse angeordneten Lasche --35-- gelagert,
die wieder an ihren Längsenden gelenkig je eine weitere Lasche --36-- trägt. Die Laschen - sind etwa rechtwinkelig zu der Lasche --35-- angeordnet und an ihrem andern Ende gelenkig mit je einer längsverschieblich und achsenparallel zu den Antriebswellen --31-- in der Vorrichtung angeordneten Schaltstange --37-- verbunden. Jede Schaltstange --37-- weist eine etwa rechtwinkelig abstehende Führungsklaue-38-auf, die in einer umlaufenden Nut --39-- der Antriebswellen --31-- in deren Längsrichtung formschlüssig geführt ist.
In aus den Steckkupplungen-4-- ausgerückter Stellung der Handräder --5-- stehen die Laschen - etwa senkrecht zwischen der Lasche --35-- und den Schaltstangen-37--. In dieser Stellung ist das Rückschlagventil --32-- durch den Druckstift --34-- geöffnet, so dass die Leitungen --14-- von den Entleerventilen über den Kanal --33-- der Vorrichtung widerstandsfrei geöffnet sind. Zum Betätigen der Vorrichtung wird ein Handrad --5-- aus seiner Arretierung am Wagen gelöst und mit seiner Antriebswelle - gegen die Welle --3-- verschoben, wobei die entsprechende Steckkupplung --4-- eingerastet wird.
Bei dieser axialen Bewegung der Antriebswelle --31-- wird die mit ihr über die Nut --39-- und Führungsklaue --38-- verbundene Schaltstange --37-- mit verschoben. Durch diese axiale Bewegung der Schaltstange --37-- wird der Druckstift --34-- über die entsprechende Lasche --36-- und die Lasche - von dem Rückschlagventil --32-- abgehoben. Das Rückschlagventil --32-- schliesst sich durch die Kraft der Feder --40--, die das Rückschlagventil --32-- in Richtung seiner Schliessstellung beaufschlagt.
Zum Öffnen der Entleerventile wird jetzt das eingekuppelte Handrad --5-- gedreht. Über den Arbeitsraum --7-- des Kolbens --1--, den Kanal --11--, das Rückschlagventil --12-- und die Leitungen - werden die Entleerventile hydraulisch beaufschlagt. Das Rückschlagventil --12--, das im Ausführungsbeispiel über die das Rückschlagventil --32-- beaufschlagende Feder --40-- ebenfalls in Schliessrichtung beaufschlagt wird, ermöglicht durch beliebige Kolbenhübe einen beliebig grossen Ventilhub oder die Öffnung von mehreren Ventilen gleichzeitig. Nach dem Entleeren des Wagens müssen die
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Handräder bedingungsgemäss wieder am Wagen festgelegt werden. Hiezu wird das in die Steckkupplung - eingerastete Handrad --5-- wieder aus der Steckkupplung ausgerückt und am Wagen festgelegt.
Bei der Ausrückbewegung des Handrades --5-- wird die entsprechende Schaltstange --37-- über die Nut - der Antriebswelle --31-- und die Führungsklaue --38-- wieder in ihre Ausgangsstellung zurückverschoben. Durch diese Bewegung der Schaltstange --37-- wird über die entsprechende Lasche --36-- und die Lasehe-35-- der Druckstift-34-- in seiner Längsrichtung gegen das Rückschlagventil - -32-- verschoben und öffnet das Rückschlagventil -32--. Nach der Öffnung des Rückschlagventils - drückt die Feder des Entleerventils die Hydraulikflüssigkeit über die Leitungen --14-- und den
Kanal --33-- in den Ölvorratsbehälter --10-- und schliesst sich somit
selbsttätig ohne besondere Schliess- bewegung an den Handrändern.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Hydraulische Schnellschlusspumpe für die Betätigung von insbesondere Entleerungsventilen für
Eisenbahnkesselwagen, wobei die Schnellschlusspumpe die mit ihr über Hydraulikleitungen verbundenen
Ventile durch einen über Handräder manuell betätigten Kolben und eine statische Hydrauliksäule öffnet und durch Lösen der Schnellschlusseinrichtung schliesst, wobei axial unter dem Kolben eine um eine waagrechte Achse drehbare Exzenterscheibe mit ihrer Mantelfläche anliegt, die Achse der Exzenterscheibe an ihren äusseren freien Enden direkt oder unter Zwischenschaltung von Steckkupplungen die Handräder trägt, wobei der in Richtung Exzenterscheibe federbelastete Kolben mit einem Arbeitsraum zusammenwirkt,
der eine freie oder mit einem Saugventil versehene Ventilöffnung zum Ölvorratsbehälter und eine durch ein Rückschlagventil verschliessbare, über einen Kanal zu den Hydraulikleitungen führende Ventilöffnung besitzt, und wobei in den Kanal ein mit dem Ölvorratsbehälter verbundenes Ventil zwischengeschaltet ist, das einseitig von einer Feder und anderseitig von einer mit der Schnellschlusseinrichtung verbundenen
Kolbenstange beaufschlagt ist und bei ausgerückter Kolbenstange den Weg zu den Hydraulikleitungen und bei eingerückter Kolbenstange den Weg zu dem Ölbehälter freigibt, nach Patent Nr.
317682, da- d u r c h g e k e n n z e i c h n e t , dass in der Vorrichtung hinter dem Rückschlagventil (12) in der Leitung (14) zu den Entleerventilen ein weiteres Rückschlagventil (32) vorgesehen ist, das über einen Kanal (33) mit dem Ölvorratsbehälter (10) verbunden ist und dass das Rückschlagventil (32) bei
Betätigung der Vorrichtung geschlossen und beim Lösen der Handräder (5) und der Antriebswellen (31) von der Welle (3) mit der Exzenterscheibe (2) durch einen längsverschieblich in der Vorrichtung gelagerten Druckstift (34) beaufschlagt, geöffnet ist.
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