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Die herkömmlichen Verfahren, die bei der Lieferung von entrindetem Holz angewendet werden, nutzen zur Fortbewegung des Holzes talwärts vor allem die Schwerkraft und die Gleitfähigkeit der entrindeten Stämme auf dem Waldboden und auf dem Holz selbst aus. Diese Gleitfähigkeit des Holzes auf Holz macht man sich beim Bau von Loipen und Holzriesen, das waren stationäre, hölzerne, mehr oder minder fest miteinander verbundene Anlagen, zunutze. Bei feuchter Witterung und entsprechendem Gefälle ergaben sich dabei günstige Reibungswerte.
Im Zuge der Rationalisierung der Waldarbeit ging die Schwachholz verarbeitende Industrie dazu über, Rindenholz-also nicht entrindetes Holz-zu verarbeiten, um mit dieser Massnahme dem Walzbesitz die teure, händische Entrindung im Wald zu sparen. Durch den Wegfall der Entrindungsarbeiten, die immerhin zirka 50% der reinen Schlägerungskosten betragen, wurde anderseits das Problem der Lieferung des Rindenholzes aktuell.
Beim Rindenholz mit seiner rauhen Oberfläche wird durch die immens verstärkte Reibung die Gleitfähigkeit auch bei Nässe so stark reduziert, dass der Bau von Loipen und Riesen hinfällig wurde, da Rindenholz auf Rindenholz nicht zu bewegen ist. Es mussten daher wieder andere teure Förderverfahren angewendet werden.
Es sind schon metallene Holzförderriesen vorgeschlagen worden, die geradlinig verlaufen, jedoch an den Enden nach Ebenen abgeschnitten sind, die sich in einer entfernt liegenden gedachten Linie schneiden. Es ist dann möglich, die Rohre so aneinander zu fügen, dass man ein gerades Gesamtrohr erhält oder so, dass die Rohrachsen die Sehnen von Bögen des Gesamtrohres bilden. Bei der letztgenannten Verlegung ergeben sich dann Ecken, die zur Folge haben, dass die mit grosser Geschwindigkeit hindurchgleitenden Stämme ihre Richtung plötzlich verändern müssen, was Stosskräfte ergibt, die sich in einem Schlagen und Poltern bemerkbar machen und zur Deformierung der Rinne führen, da grosse Bewegungsenergie an die Rohrwandung abgegeben werden muss.
Man ist daher genötigt, die Wandstärke des Rohres bzw. der Rinne zu vergrössern, was deren Gewicht aber in untragbarer Weise erhöht.
Die einzelnen Elemente müssen aber so leicht sein, dass sie händisch im Gelände bewegt werden können, denn nur so ist die Grundforderung einer raschen Montage bzw. Verlegung wirklich gewährleistet.
Die bekannten, schräg abgeschnittenen Rohrstücke ermöglichen ausserdem eine Anpassung an das Gelände nur sehr unzureichend.
Mit Rücksicht darauf, dass der Holzanfall bei einer Durchforstung verteilt über eine grosse Fläche erfolgt, muss der Auf- und Abbau des Lieferstranges oftmals erfolgen, da eine seitliche Zubringung über grössere Entfernungen unwirtschaftlich ist. Es erhebt sich also die Grundforderung nach einer möglichst raschen Installierung des Lieferstranges. Komplizierte, aufwendige und damit zeitraubende Planungs- und Verlegearbeiten sind unter Berücksichtigung der relativ kleinen Holzmengen, die durch einen Strang erreicht werden können, völlig unwirtschaftlich.
Den Gegenstand der Erfindung bildet eine Lieferrinne bzw. ein Lieferrohr, durch welche unter Vermeidung der Nachteile bekannter Rohr- und Rinnensysteme der erwähnten Grundforderung dadurch einwandfrei entsprochen wird, dass die Rinnen bzw. Rohre aus Kunststoff, insbesondere PVC, bestehen. Solche Rohre weisen eine hervorragende Elastizität auf, die durch die gewählte Wandstärke verändert werden kann, ohne dass bei einer Vergrösserung derselben eine erhebliche Gewichtsvermehrung eintritt.
Durch diese Elastizität wird insbesondere auch eine Biegsamkeit des gesamten Rohrstranges im Gelände erreicht, so dass in den meisten Fällen auch ohne gelenkige Verbindung der Teilstücke schon eine Anpassung an dieses erzielbar ist.
Die Holzstämme gleiten wegen der Glätte und Elastizität des verwendeten Kunststoffes trotz ihrer groben Oberfläche völlig stossfrei und nahezu geräuschlos durch die Rohre bzw. Rinnen, da eventuelle Stösse durch die Elastizität der Rohrwandungen abgefangen und ausgeglichen werden.
Zweckmässig verjüngen sich die einzelnen Elemente der Lieferrinnen bzw. der Lieferrohre von einem zum andern Ende leicht im Durchmesser, um beim Zusammenfügen deren überlappen zu ermöglichen.
Die Elemente können mit seitlichen Laschen versehen sein, mit Hilfe welcher sie durch Pfähle oder Stahlrohre im Boden oder durch Seile od. dgl. an Bäumen befestigt werden können.
Gegenstand der Erfindung ist weiters, dass die Elemente durch Schnellverschlüsse, z. B. nach Art eines Bajonettverschlusses, aneinander hängbar sind.
Die genannten sowie weitere Merkmale der Erfindung gehen aus den Zeichnungen hervor, welche beispielsweise Ausführungsformen des Erfindungsgegenstandes darstellen. Es zeigen schaubildlich Fig. 1 und 2 je ein Stück eines Rinnenelementes und dessen Befestigung am Boden bzw. zwischen zwei Bäumen. In gleicher Darstellungsweise ist in Fig. 3 die Verbindung zweier Elemente ersichtlich. Zwei andere Ausführungsformen der Rinne zeigen Fig. 4 und 6 im Querschnitt, während Fig. 5 und 7 die zugehörigen Draufsichten veranschaulichen. Von zwei sich verbindenden Elementen einer weiteren Ausführungsform stellen Fig. 8 das eine Element in Seitenansicht und Fig. 9 und 10 das andere Element in Draufsicht dar. Fig. 11 gibt die Seitenansicht zweier aneinandergeschlossener Elemente wieder, während Fig. 12 dieselben von oben in gegeneinander verschwenkter Stellung zeigt.
In Fig. 13 ist eine Gesamtanlage der erfindungsgemässen Rinnen zur Darstellung gebracht.
Die einzelnen Elemente der Rinne können vorzugsweise eine Länge von 4 bis 7 m, eine Breite von 30 bis
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40 cm und eine Höhe von 30 bis 40 cm haben. Durch deren Ausführung aus Kunststoff haben die Elemente nur ein geringes Gewicht und gestatten wegen der glatten Wandung auch ein Gleiten von nicht entrindeten Rundhölzern.
Die Elemente können vorfabriziert und vorrätig gehalten sowie eventuell ineinander geschachtelt leicht an Ort und Stelle getragen oder in anderer Weise transportiert und oftmals verwendet werden. Die Fortbewegung des Rundholzes in diesen Rinnen kann insbesondere bergab durch die Einwirkung der Schwerkraft, jedoch auch horizontal durch Menschenkraft oder bergauf maschinell, z. B. mittels Seilzuges, erfolgen.
Gemäss Fig. 1 und 2 sind die einen U-förmigen Querschnitt aufweisenden Rinnen--l--mit seitlichen Laschen--2--versehen und an dieser Stelle durch eine Rippe --3-- verstärkt. Durch Öffnungen-4-- der Laschen können, wie Fig. 1 zeigt, Eisenpfähle bzw. Stahlrohre--5--hindurchgesteckt und in den Erdboden eingeschlagen werden. Statt dessen kann man, wie aus Fig. 2 ersichtlich, durch die Öffnungen-4der Laschen Seile-6-hindurchziehen und diese an Bäumen befestigen. Die Rinnen können hiebei in Anpassung an das Gelände auch über dem Boden, also ohne Berührung mit demselben, frei hängen.
Wie aus Fig. 3 zu ersehen ist, trägt das obere, sich nach unten zu verjüngende Rinnenelement-7--
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das untere Element so weit nach abwärts ziehen, dass die Knöpfe--8--in den schmalen Schlitzen--10-- hängen, wie Fig. 3 zeigt. Hiedurch ist ein rasch herzustellender und ebenso rasch zu lösender Verschluss zur Verbindung zweier Rinnenelemente gegeben.
Eine derartige Verbindung gestattet auch, dass kleinere Bodenunebenheiten durch Verschwenken des unteren Rinnenelementes--11--um die Knöpfe--8--nach aufwärts und abwärts ausgeglichen werden können, wie auch kleinere Richtungsänderungen dadurch, dass von oben gesehen die Längsachsen der Rinnen einen kleinen Winkel einschliessen.
Grössere seitliche Richtungsänderungen können durch Kurvenstücke ausgeglichen werden, bei denen die Rinne also eine leichte Krümmung aufweist.
Die Anpassung der Gleitrinnen an den Neigungswinkel des Geländes bei einer Trassenführung des Lieferstranges quer zum Hang kann durch bewegliche Lagerung der Rinnen in einem für deren Halterung vorgesehenen Teil derselben erfolgen.
Bei Überwindung von Steilstücken und bei Kurven können an Stelle der Rinnen Rohre verlegt werden, um ein Ausspringen der Rundhölzer zu vermeiden.
Zu diesem Zweck kann man, wie Fig. 4 und 5 zeigen, die Wandung der Rinne--12--nach oben durch dünnere Wände --13 und 14--verlängern, die für gewöhnlich auseinanderklaffen. Die Wand--13--ist hiebei oben mit einem Knopf--15--versehen, der in die erweiterte Öffnung--16--eines Schlitzes --17-- eingesteckt wird. Durch die Spannung der Wände --13 und 14--, welche das Bestreben haben, sich wieder voneinander zu entfernen, wird der Knopf--15--dann am Ende des Schlitzes --17-- festgehalten.
Naturgemäss können statt derartiger, zu Rohren schliessbaren Rinnen auch voll geschlossene Rohre Verwendung finden.
Rinnen und Rohre kann man auch mit verengten Stellen versehen, um die durchgleitenden Hölzer abbremsen zu können.
Gemäss Fig. 6 und 7 sind in eine Rinne-18-im Abstand Rollen --19-- eingebaut, die um Achsen - drehbar sind. Auf diese Weise kann die Reibung in den Rinnen oder Rohren noch wesentlich vermindert werden.
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8Gelenkknopf--25--ausgebildet. Dieser kann durch entsprechende Ausnehmungen--26--zweier Backen - umschlossen werden, die um an der Verstärkung--24--befestigte Scharniere--28-- verschwenkbar sind. Die Backen weisen Bohrungen auf, durch welche, wie Fig. 9 zeigt, Bolzen--29--
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kann.
Aus Fig. 12 kann man entnehmen, dass eine Richtungsänderung durch Verschwenken der Elemente--21 und 22--gegeneinander leicht erzielbar ist.
Man kann naturgemäss an einem Ende jedes Elementes einen Gelenkknopf --25-- und am andern Ende die verschwenkbaren Backen--27--anbringen, um so eine beliebige Anzahl gleichartiger Elemente aneinanderschliessen zu können.
Statt offener Rinnen lassen sich auch geschlossene Rohre in dieser Weise miteinander verbinden.
Fig. 13 zeigt die Verlegung der Rinnen oder Rohre in einem Waldgebiet. Hier sind in den Hauptlieferstrang - -31--, der aus mehreren Rinnen- oder Rohrelementen zusammengesetzt ist, auch Elemente--32--mit seitlichen Rohrstutzen --33-- eingeschaltet, die etwa im Abstand von 60 bis 70 m liegen können. An diese
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zum Einschleusen dienenden Elemente sind dann Zubringerrinnen --34-- bzw. -rohre angeschlossen, die aus besonders leichten Elementen bestehen, welche zweckmässig teleskopartig ausziehbar sind, wobei sie im ausgezogenen Zustand eine Länge von etwa 20 m haben und von einem Mann leicht getragen werden können.
Das Gelände ist hier als im Sinne des Pfeiles--35--abfallend angenommen.
PATENTANSPRÜCHE :
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