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Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Führung des Wasserhaushaltes bei Rundsiebmaschinen zur Herstellung eines Vlieses aus einer Suspension, die Faserstoffe und chemisch abbindende Bindemittel enthält, unter Verwendung eines in einem Siebzylinderkasten umlaufenden Tragzylinders, um den ein ausserhalb des Siebzylinderkastens in einer endlosen Schlaufe geführter Vliesträger geschlungen ist, wobei aus dem Tragzylinder Siebwasser abgezogen und der Vliesträger ausserhalb des Siebzylinderkastens vorzugsweise von innen nach aussen durch Zufuhr von Spritzwasser gereinigt wird, das hernach nach Durchsetzen des Vliesträgers abgeführt wird.
Das Siebwasser, das durch den Vliesträger und den Tragzylinder hindurch in das Innere des Tragzylinders eintritt, enthält noch Reste des zugeführten Stoffes, also Fasern und Bindemittel. Durch die spezielle Führung des Vliesträgers wird die Abfuhr des Siebwasser aus dem Inneren des Tragzylinders beträchtlich erleichtert, weil die Gautschwalze nicht mehr auf dem Siebzylinder aufzuliegen braucht, wodurch der Tragzylinder vom Gautschdruck entlastet ist und wesentlich weniger stützende Einbauten benötigt.
Um mit einem Verfahren der eingangs erwähnten Art auf wirtschaftliche Weise günstige Ergebnisse und zufriedenstellende Produkte, etwa Papier, Pappe, Karton, insbesondere jedoch Asbestzement im Laminierverfahren zu erhalten, ist die Führung des Wasserhaushaltes von entscheidender Bedeutung. Ein Verfahren der eingangs erwähnten Art mit Abfuhr des Spritzwassers nach Durchsetzen des Vliesträgers wurde etwa aus der franz. Patentschrift Nr. 1. 420. 513 bekannt. Diese Druckschrift vermittelt jedoch keine Lehre dahingehend, ob bzw. in welcher Weise das anfallende Siebwasser bzw. das Spritzwasser weiterverwendet wird.
Bei einem Verfahren, das durch die deutsche Patentschrift Nr. 151696 bekannt wurde, wird das Spritzwasser, nachdem es den Vliesträger durchsetzt hat, einem Gefäss, das über dem Siebzylinderkasten angeordnet ist, zugeführt, so dass es nach Überlaufen der Ränder des Gefässes in den Siebzylinderkasten gelangt und dort Anlass zu einer Verdünnung der Stoffsuspension gibt, was jedenfalls unerwünscht ist. Das Siebwasser wird bei dem letztgenannten Verfahren über einen Überlauf abgezogen. Angaben über den Ort, an den das Siebwasser nach dem Verlassen des Siebzylinderkastens gelangt, sind nicht gemacht.
Gemäss den Angaben des Papierlexikons (zweite Auflage) auf S. 195 wird Spritzwasser an zahlreichen Verwendungsstellen benötigt, als Verdünnungswasser, Kühlwasser, Reinigungswasser, Dichtungswasser, Schaumzerstörungswasser, Befeuchtungswasser, wobei Spritzwasser je nach Verwendungszweck sowohl Frischwasser oder auch Abwasser sein, und der Wasserdruck zwischen 1 bis 3 atü schwanken kann und Spritzwasser teilweise im Fabrikationskreislauf geführt, also wieder aufgefangen, teilweise jedoch in das Schmutzwasser gelangt.
Gemäss den weiteren Angaben wird das Spritzwasser der Verbrauchsstelle durch sogenannte Spritzrohre oder auch durch Sprühdüsen zugeführt, wobei Spritzrohre in Zellstoffabriken bei den Shankschen Kästen bei Plansichtern, Sortierern, Entwässerungsmaschinen, in den Schleifereien am Holzschleifer, am Splitterfänger, an den Pappenmaschinen und Eindickern, Verwendung finden, findet man in den Papierfabriken mit Spritzrohren ausgerüstete Knotenfänger, Eindicker, die Langsiebpartie, die Filzwäsche usw.
Zur Schaumzerstörung beim Deckelstück (Formatwagen) werden ebenfalls meist Düsenspritzrohre verwendet.
Diese werden gemäss der zitierten Literaturstelle in den verschiedensten Ausführungen hergestellt und sind fast immer regulierbar gebaut. In dem Düsenkörper ist hiebei ein verstellbarer Düsenkegel zur Veränderung des Austrittsquerschnittes eingebaut, wodurch der Wasserstrahlkegel in weiten Grenzen in seinem Durchmesser verändert werden kann. Auch werden Spritzrohre mit Flachstrahldüsen gebaut.
Als Siebwasser definiert das Papierlexikon auf S. 1720 jene Wässer, welche beim Fabrikationsprozess an der Siebpartie (Langsieb oder Rundsieb) anfallen, wobei unterschieden wird zwischen Siebwasser I und II ; Siebwasser I ist hiebei das unter der Registerpartie anfallende Abwasser und Siebwasser II gebräuchlicherweise das Saugerwasser und das Abwasser aus den Presswassermulden. Das Siebwasser I kehrt gemäss den Angaben des Papierlexikons meist ohne Umwege direkt wieder in das Kreislaufsystem beim Fabrikationsprozess zurück.
Siebwasser II wird über Stoffänger zwecks Rückgewinnung der Faserstoffe geführt und kehrt dann, eventuell unter Zwischenschaltung einer weiteren Reinigungsstufe, zum Teil wieder in die Fabrikation zurück. Für Rundsiebmaschinen macht somit das Papierlexikon keine Angaben über die Verwendung des dort anfallenden Siebwassers und macht auch für die Führung des unter der bekanntlich nur bei Langsiebmaschinen vorhandenen Registerpartie anfallenden Siebwassers keinerlei zwingende Vorschriften, um den Wasserhaushalt nach einer bestimmten Richtung zu beeinflussen. Spritzwasser hingegen soll gemäss den Angaben des Papierlexikons teilweise im Fabrikationskreislauf geführt werden und teilweise in das Schmutzwasser gelangen.
Somit bewirkt das Spritzwasser immer eine Erhöhung der Wassermenge im Fabrikationskreislauf, wobei je nach der Stelle der Einführung in den Fabrikationskreislauf es auch zu einer Verdünnung der Suspension kommen kann ; dann nämlich wenn die Zufuhr in den Siebzylinderkasten oder vor dem Siebzylinderkasten erfolgt.
Die Erfindung schlägt nun für ein Verfahren der eingangs erwähnten Art vor, dass erfindungsgemäss das Spritzwasser getrennt abgeführt, das gesamte Siebwasser, das innerhalb des Tragzylinders anfällt, hingegen ohne Klärung direkt wieder dem Siebzylinderkasten oder der neu zugeführten Stoffsuspension vor dem Siebzylinderkasten zugeleitet wird, so dass die chemisch abbindenden Bindemittel noch vor ihrer endgültigen Abbindung wieder der Stoffsuspension im Siebzylinderkasten bzw. dem Vlies zugeführt werden. Durch die erfindungsgemässe Verfahrensführung gelingt es, die bisher üblich gewesene Klärung und den sehr hohen Wasseranfall im System zu vermeiden.
Damit verbunden ist eine völlig freie Hand in der Wahl der
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Spritzwassermenge, die nur mehr vom Erfordernis der ausreichenden Reinigung des Vliesträgers abhängt, nicht jedoch Rücksicht auf den Wasseranfall im System zu nehmen braucht. Aus der über den Wasserhaushalt Auskunft gebenden Kontinuitätsgleichung für den Bereich des Siebzylinderkastens folgt : Qz + Qp = Qs + Qv'
Hierin bedeuten :
Qz.... die mit dem Stoff dem Siebzylinderkasten kontinuierlich in der Zeiteinheit zufliessende
Wassermenge, Q.... die zur Reinigung des Siebzylinders kontinuierlich aus dem Spritzrohr austretende Wassermenge, asp.... die aus dem Siebzylinderinneren kontinuierlich dem Abwassersystem zufliessende Wassermenge und Qv.... die mit dem Vlies aus dem Siebzylinderkasten abgeführte Wassermenge.
Diese Gleichung zeigt, dass ein Rückführen der gesamten aus dem Siebzylinderinneren ausfliessenden Wassermenge Qs in den Siebzylinderkasten nur dann möglich ist, wenn die Spritzwassermenge Qp kleiner oder
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wesentlichWasserüberschuss im System und einer damit verbundenen stetigen Verdünnung der Stoffsuspension. Durch die erfindungsgemässe Verfahrensführung wird nun die Spritzwassermenge aus dem System "Siebzylinderkasten" eliminiert, so dass das Siebwasser auf kürzestem Wege und ohne Klärung wieder dem Stoffzulauf zum Siebzylinderkasten beigegeben werden kann. Die Siebwassermenge Qs ist damit kleiner als Qz und kann, ohne dass es zu einer stetigen Verdünnung der Stoffsuspension kommt, direkt dem Siebzylinderkasten zugeleitet werden. Die Bindemittel können sich damit weder in einem Filter absetzen noch im Nebenkreislauf durch langes Verweilen abbinden.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist besonders bei jenen Stoffen von Vorteil, welche ihre Bindekraft in Suspensionen nur während eines beschränkten Zeitraumes aufrechterhalten können. In besonderem Masse gilt dies für den Zementanteil bei der Herstellung von Asbestzementprodukten.
Die Erfindung wird an Hand der Zeichnung näher erläutert. Gemäss dem Verfahren rotiert im Siebzylinderkasten-2-ein Tragzylinder-l-, dessen Mantelfläche ein so weitmaschiges Sieb aufweist, dass eine dauernde Reinigung desselben nicht notwendig ist.
In bestimmten Fällen erfüllen auch in kleineren Abständen angeordnete Tragringe oder auf diese zusätzlich aufgebrachte Tragstäbe allein ohne Sieb den Zweck der Unterstützung des endlosen Vliesträgers --3--. Im Grunde genommen handelt es sich um einen Siebzylinder bekannter Konstruktion, bei dem entweder nur das Obersieb oder die gesamte Siebbespannung überhaupt entfallen.
Um diesen Tragzylinder--l--ist der durchlässige Vliesträger--3--, z. B. ein Metallsieb, ein Kunststoffsieb, ein Filz od. dgl. so geführt, dass er mindestens an jenem Teil des Umfanges des Zylinders-l-- anliegt, welcher in die Stoffsuspension eintaucht, und diesen erst oberhalb des Stoffspiegels tangential verlässt.
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und 7-auf den Vliesträger --3-- aufprallt. Zur Reinigung der Umlenkwalze --5-- dient ein anstellbarer Schaber--8--, an den ein starres Leitblech --9-- anschliesst. Die Abfuhr des Spritzwassers erfolgt z.
B. durch den mit Vakuum beaufschlagten Saugkasten--10--. Die Wasserstrahlen des Spritzrohres--6--dienen ausser zur Vorreinigung des Vliesträgers --3-- gleichzeitig auch zum Auflösen des am Schaber--S-- anfallenden Feststoffbreies.
Das Leitblech --9-- sorgt dafür, dass diese Feststoffteilchen und das durch den Vliesträger--3-- hindurchgespritzte Wasser über die Saugfläche des Saugers--10--gebracht werden. Sauger--10--und Spritzrohr--7--sorgen für die endgültige Reinigung des Vliesträgers --3--, bevor dieser wieder zum Tragzylinder-l-gelangt. Das Spritzwasser wird aus dem Saugkasten --10-- der Klärstation für das übrige von der Maschine anfallende Waschwasser zugeführt. Im Bereich der Umlenkwalze --5-- wird das Vlies mit Hilfe einer Gautschwalze --11--, eines Saugkastens oder ähnlicher bekannter Vorrichtungen vom Vliesträger --3-- an den Maschinenfilz --12-- übergeben.
Zu diesem Zwecke ist die Umlenkwalze --5-- an ihrem Umfang mit Vertiefungen versehen, welche den Zutritt von Luft zur Unterseite des Vliesträgers --3-- im Bereich der Vliesübergabe ermöglichen.
Das Siebwasser wird mittels einer Pumpe --13-- unmittelbar in einen Mischer --14-- gefördert, und von dort gemeinsam mit dem von der Aufbereitung kommenden Frischstoff wieder in den Siebzylinderkasten --2-- geleitet.