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Die Erfindung bezieht sich auf eine flüssige Zusammensetzung zur Beseitigung der Ablagerungen aus den Brennkammern von Verbrennungsmotoren.
Es ist bekannt, dass die Zwei-oder Viertakt-Otto-oder Dieselmotoren nach mehreren Laufstunden eine
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Es ist auch bekannt, dass diese Verschlechterung der Laufeigenschaften der Verbrennungsmotoren von der Ausbildung und Anhäufung von Ablagerungen verschiedener chemischer Herkunft in den Motorbrennkammern, zwischen den Kolbenringen und den Ventilköpfen und den dazugehörigen Sitzen, verursacht wird.
Etwa im Jahr 1930 wurden flüssige Zusammensetzungen vorgeschlagen, die, wenn sie in die Motorbrennkammern eingeführt werden, die obengenannten Nachteile beseitigen sollen. Beispielsweise wird in der deutschen Patentschrift Nr. 420604 eine Mischung eines Amins mit einem Firnislösungsmittel empfohlen, in der deutschen Patentschrift Nr. 525601 die Anwendung eines aromatischen, halogenierten und gegebenenfalls einem Lösungsmittel zugesetzten Kohlenwasserstoffes, in der deutschen Patentschrift Nr. 575147 die Anwendung einer Mischung von Toluol, Xylol oder Äthylbenzol und einer Verbindung der Furangruppe und in der
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bestimmter organischer Lösungsmittel bekannt. Dieses Lösungsmittelgemisch kann noch zusätzlich bis zu 5%
Kampfer enthalten.
Diese flüssigen Zusammensetzungen wurden nach einer Anfangsperiode von praktischer, wenn auch begrenzter, Anwendung nicht weiter verwendet, weil ihre Wirkung etwas zweifelhaft war (d. h. die erhaltenen Ergebnisse konnten nur teilweise befriedigen) und weil die Motoren und die dazugehörigen
Brennstoffe weitgehend verändert wurden. In den letzten Jahrzehnten wurden tatsächlich die Drehzahlen und Verdichtungen der Motoren erhöht und den Benzinen wurden, Zusätze verschiedener Art, namentlich solche von Bleiverbindungen, einverleibt.
Zufolge dieser lhderungen unterscheidet sich die Zusammensetzung der in den Verbrennungsmotoren jüngerer Bauart sich ausbildenden Inkrustationen von der Zusammensetzung derjenigen Ablagerungen, die sich in den Motoren des Jahres 1930 ausbilden konnten : Es ist z. B. bekannt, dass in den Inkrustationen der gegenwärtigen Motoren eine beträchtliche Menge von Bleisalzen anwesend ist. Die bekannten flüssigen Zusammensetzungen zur Entzunderungsbehandlung der Brennkammern der Verbrennungsmotoren weisen praktisch keine Entzunderungswirkung in den neuen obgenannten Verbrennungsmotoren auf, was an Hand durchgeführter überprüfungen festgestellt werden konnte.
Die einzige, derzeit bestehende Möglichkeit zur Beseitigung der genannten Nachteile ist darin gelegen, eine mechanische überholung der Verbrennungsmotoren durchzuführen, was den Ausbau des Motors, das Ersetzen der Kolbenringe, das Einschleifen der Ventile, die sorgfältige Reinigung der Brennkammer, den Wiederzusammenbau des Motors und folglich einen grossen Zeitaufwand verlangt und überdies teuer ist.
Es wurde nun eine Zusammensetzung gefunden, deren Anwendung die Notwendigkeit einer mechanischen überholung beseitigt.
Hauptziel der Erfindung ist die Schaffung einer flüssigen Zusammensetzung, die nach Einführung in die Brennkammer des Verbrennungsmotors Kohlen- und Metallablagerungen jeglicher Art beseitigt und eine Zunahme der Verdichtung in den Brennkammern und eine Abnahme des spezifischen Brennstoff- und Schmierölverbrauches bewirkt.
Dieses und weitere Ziele der Erfindung werden durch die Anwendung einer flüssigen Zusammensetzung erreicht, die aus einer Mischung von Toluol, Terpentinöl, Rizinusöl, Tetralin, Amylazetat, Fenchon und/oder Thujon als wesentlichen Bestandteilen besteht.
Nachstehend werden zur weiteren Erläuterung einige beispielsweise Ausführungsformen von flüssigen Zusammensetzungen, die zur Ausführung der Erfindung geeignet sind, angegeben.
Beispiel l : Es werden 25 ml Thujon, 25 ml Toluol, 15 ml Terpentinöl, 12, 5 ml Rizinusöl, 11 ml Tetralin und 11, 5 ml Amylazetat so lange miteinander vermischt, bis eine homogene Flüssigkeit erhalten wird.
Beispiel 2 : 20 ml Thujon, 20 ml Tetralin, 20 ml Amylazetat, 15 ml Toluol, 5 ml Terpentinöl und 20 ml Rizinusöl werden gemischt, bis eine homogene Flüssigkeit erhalten wird.
Beispiel 3 : 25 ml Thujon, 25 ml Toluol, 25 ml Terpentinöl, 12, 5 ml Rizinusöl, 11 ml Tetralin und 11, 5 ml Amylazetat werden so lange gemischt, bis eine homogene Flüssigkeit entsteht.
Beispiel 4 : Man vermischt 12 ml Fenchon, 12 ml Thujon, 30 ml Toluol, 15 ml Terpentinöl, 10 ml Rizinusöl, 15 ml Tetralin und 6 ml Amylazetat, bis eine homogene Flüssigkeit erhalten wird.
Beispiel 5 : 25 ml Fenchon, 25 ml Toluol, 15 ml Terpentinöl, 12, 5 ml Rizinusöl, 11 ml Tetralin und 11, 5 ml Amylazetat werden nach der im Beispiel 1 angegebenen Weise vermischt, bis eine homogene Flüssigkeit entstanden ist.
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Fenchon und 5 ml Amylazetat nach der in Beispiel 1 angegebenen Methode vermischt, bis eine homogene Flüssigkeit erhalten wird.
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Beispiel 7 : 35 ml Toluol, 25 ml Terpentinöl, 10 ml Rizinusöl, 15 ml Tetralin, 10 ml Thujon und 5 ml Amylazetat werden gemäss Beispiel 1 so lange vermischt, bis eine homogene Flüssigkeit erhalten wird.
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25 ml Fenchon und 11, 5 ml Amylazetat nach der in Beispiel 1 angeführten Methode so lange, bis eine homogene
Flüssigkeit entsteht.
Die Anwendung der flüssigen Zusammensetzung muss bei einem Verbrennungsmotor mit mehreren
Zylindern für jeden Zylinder separat durchgeführt werden. Man erwärmt den Motor so lange, bis die Temperatur der Kühlflüssigkeit des Motors mindestens 75 C, vorzugsweise mindestens 900C erreicht hat. Bei luftgekühlten
Motoren wird die erfmdungsgemässe flüssige Zusammensetzung dann verwendet, wenn die Temperatur des
Motorschmieröls etwa 800C beträgt. Man demontiert die Zündkerze an dem mit der flüssigen Zusammensetzung zu behandelnden Zylinder, bringt den Kolben in den oberen Totpunkt, u. zw. bei Viertaktmotoren derart, dass zwischen dem Verdichtungs- und Expansionstakt die Ventile dicht geschlossen sind.
Durch die Kerzenöffnung füllt man die Brennkammer mittels einer gewöhnlichen Spritze mit der flüssigen Zusammensetzung und schraubt dann die Kerze sofort wieder ein.
Die flüssige Zusammensetzung wird mindestens 20 min, vorzugsweise mindestens 30 min in der
Brennkammer belassen.
Der beschriebene Kreislauf muss so schnell wie möglich durchgeführt werden, um ein Auskühlen des Motors zu vermeiden, was für die Wirkung der flüssigen Zusammensetzung nachteilig sein könnte. Während der
Verweildauer der flüssigen Zusammensetzung in der Brennkammer greift diese Zusammensetzung die darin vorhandenen und zwischen den Kolbenringen und den dazugehörigen Sitzen liegenden Ablagerungen, Schlämme und Lacke an, was als "Ätzen" bezeichnet werden kann, löst sie ganz auf und beseitigt ihre nachteiligen Wirkungen auf die Motorleistung.
Nach einer Einwirkungsdauer von 30 min wird der Motor wieder angelassen und so lange betrieben, bis er warm geworden ist : Auf diese Weise werden aus der Brennkammer durch das Auspuffrohr zusammen mit einem dunkelgefärbten Gas die Produkte entfernt, die bei der Auflösung und dem "Ätzen" der ursprünglich im Verbrennungsraum vorgelegenen, zwischen den Ventilen und den Ventilsitzen bzw. zwischen den Kolbenringen und den dazugehörigen Sitzen liegenden Ablagerungen gebildet werden.
Der beschriebene Anwendungskreislauf wird für jeden Zylinder separat durchgeführt ; mehrere Zylinder dürfen niemals gleichzeitig behandelt werden.
Bei Ottomotoren wird die Behandlung in der oben angegebenen Weise durchgeführt, d. h. durch Herausnahme der Zündkerze bei dem zu behandelnden Zylinder, Verschieben der Kolben in die obere Totpunktlage und Füllen der Brennkammer mit der flüssigen Zusammensetzung. Bei Einspritzdieselmotoren ist die Behandlung gleich und die Zusammensetzung wird nach Entfernen des Einspritzventils eingeführt. Bei Vorkammerdieselmotoren hingegen ist fast immer entweder das Einspritzventil oder die Glühkerze in der Vorkammer angeordnet. In diesem Fall wird der obere Totpunkt in jedem Zylinder über die Voreinspritzung eingestellt. Das Behandlungsverfahren der Motoren nach der Erfindung muss bei Raumbedingungen mit einer vorzugsweise über 180C liegenden Temperatur durchgeführt werden.
Es sei bemerkt, dass die Wirkung der Behandlung sofort eintritt, doch entfaltet sich die Wirkung in ihrer Gesamtheit erst nach vielen Laufstunden des Motors ab der Behandlung und weist dann die besten Werte auf.
Nach mehreren praktischen und unter sorgfältigsten und strengsten Prüfbedingungen durchgeführten Untersuchungen konnte festgestellt werden, dass bei den mit der beschriebenen Zusammensetzung behandelten Motoren im Vergleich zu den Werten vor der Behandlung eine Leistungszunahme bis zu 10, 5% und eine überraschende Zunahme der Verdichtung um oft mehr als 25% eintraten ; nach der Behandlung konnte der Motor mit einem Kraftstoff mit niedriger Oktanzahl bei einem bemerkenswert verminderten Brennstoff- und Schmierölverbrauch betrieben werden.
Es sei auch bemerkt, dass die flüssige Zusammensetzung keine schädliche Nebenwirkung, z. B. eine Korrosionswirkung, auf die mit der Zusammensetzung behandelten Motoren aufweist.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Zusammensetzung zur Beseitigung von Ablagerungen in den Brennkammern von Verbrennungsmotoren auf der Basis von Gemischen organischer Lösungsmittel und bicyclischer Monoterpene, d a d u r c h g e k e n n - zeichnet, dass sie aus einer Mischung von Toluol, Terpentinöl, Rizinusöl, Tetralin, Amylazetat, Fenchon und/oder Thujon besteht.
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