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ändernDie Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Behandlung von Gefäss- und andern
Erkrankungen der Extremitäten, z. B. von Rheumatismus, die eine Hoch- und Unterdruckkammer besitzt, eine darin angebrachte Tragunterlage für die Extremität aufweist und an einer Seite mit einer elastischen Manschette versehen ist, welche die in die Hoch- und Unterdruckkammer eingebrachte Extremität hermetisch abdichtet.
Bei diesen bekannten Vorrichtungen wird die zu behandelnde Extremität in die Hoch- und Niederdruckkammer eingebracht und darin je nach der Art, Form und dem Grad der Erkrankung, abwechselnd nach einem vorgegebenen Programm automatisch einem Unter- und einem Überdruck ausgesetzt. Während der Unterdruckphase wird bei dieser Prozedur die Extremität mit einer Kraft von 40 kp in die Kammer hineingezogen. Die abdichtende Manschette, welche die Extremität dabei einschnürt, ruft in dieser durch Verengung benachbarter Gefässbahnen eine passive Hyperämie, eine venöse Blutüberfülle hervor, die durch einen normalen arteriellen Blutzufluss und Störung des venösen Blutabflusses durch Verlangsamung der Blutbewegung gekennzeichnet ist.
Dies bewirkt auch eine rasche Verminderung des Gasaustausches in den Zellen des hypoxischen Gewebes, wobei es zu einer Stockung kommen kann. Zur Verstärkung des Blutabflusses aus dem venösen System während der Behandlungsprozedur dienen die Hochdruckphasen, während der auch der Zufluss des arteriellen Blutes gehemmt wird.
In der Praxis hat sich nun gezeigt, dass die Wirkung der mit den bekannten Vorrichtungen ermöglichten Behandlungsmethoden, auf Grund der geringen Differenzen der Drücke in der Extremität sowie der Hoch- und Niederdruckkammer, nicht restlos befriedigen können.
Erfindungsgemäss wird daher eine Vorrichtung der eingangs angeführten Art angestrebt, die eine wesentlich wirksamere und beschleunigte Behandlung von Gefäss und andern Erkrankungen der Extremitäten ermöglicht, bei der sich auch während des Behandlungsverfahrens, wenn sich die kranke Extremität in der Hoch- und Niederdruckkammer befindet, eine aktive Hyperämie, nämlich eine arterielle Blutüberfülle durch Muskelarbeit herbeiführen lässt. Eine derart wirkungsvolle Behandlung lässt sich mit einer Vorrichtung erzielen, bei welcher der Unterschied der Drücke in der Extremität und in der Hoch- und Niederdruckkammer innerhalb wesentlich höherer Grenzen gehalten wird.
Die während der Behandlungsprozedur bewirkte grössere Druckdifferenz zwischen der Extremität und der Druckkammer begünstigt einen verstärkten arteriellen Blutzufluss und ermöglicht daher auch einen Gasaustausch in den Zellen hypoxischen Gewebes. Die Schwierigkeit bei einer auf eine solch erhöhte Druckdifferenz eingerichtete Vorrichtung besteht jedoch darin, dass die Extremität ohne entsprechende Gegenmassnahmen, während der Unterdruckphase mit einer Kraft von bis 240 kp in die Kammer hineingezogen würde, was eine vollkommene Störung des venösen Blutflusses in der Extremität zur Folge hätte.
Ziel der Erfindung ist daher eine Vorrichtung der eingangs angeführten Art, welche nicht nur eine wesentlich grössere Druckdifferenz für eine wirkungsvollere Behandlung der Extremitäten vorsieht,
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sondern die gleichzeitig auch zur Vermeidung der aufgezeigten Mängel eingerichtet ist.
Erreicht wird dies erfmdungsgemäss dadurch, dass die Tragunterlage eine Sohlenstütze für die Extremität enthält und gegenüber der Kammer in der Längsrichtung beweglich ausgeführt ist, wobei in der Kammer eine Verriegelung zum Festhalten der Tragunterlage an einer längs der Kammer vorgegebenen Stelle angeordnet ist.
Nach einem andern Merkmal der Erfindung kann die Verriegelung durch eine an der Wand der Kammer befestigte Stange, z. B. eine Zahnstange, und eine federbelastete Sperrklinke gebildet sein, welche mit der Tragunterlage verbunden ist und mit der genannten Zahnstange beim Drücken auf die Tragunterlage in Eingriff bringbar ist.
Die Erfindung wird im folgenden an Hand eines Ausführungsbeispiels, welches in der Zeichnung, teilweise geschnitten, schematisch dargestellt ist, näher erläutert. Die Vorrichtung besitzt eine zylindrische Hoch- und Unterdruckkammer --1-- aus einem durchsichtigen Material und ist an den Stirnseiten mit zwei luftdichten Flanschen-2 und 3--versehen. Der Flansch --2-- weist eine Öffnung zum Einbringen der Extremität in die Hoch-und Unterdruckkammer-l-sowie einen Hohlring--4--mit einer elastischen Manschette--5--zur hermetischen Abdichtung der Extremität in der Hoch- und Unterdrcukkammer --1-- auf. Der Ring --4-- wird jeweils in Anpassung an den Durchmesser der Extremität gewählt und in die öffnung des Flansches-2eingesetzt.
Mit dem Innenraum der Manschette --5-- ist ein elastischer Balg --6-- verbunden, der zum Aufpumpen der Manschette mit Luft eingerichtet ist. Der Flansch --2-- enthält weiters ein
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einer an der Wand der Kammer --1-- befestigten Zahnstange --12-- in Eingriff bringbar ist. Die federbelastete Sperrklinke--11--bildet gemeinsam mit der Zahnstange--12--die Verriegelung, mit deren Hilfe die Tragunterlage--8--an der längs der Hoch- und Unterdruckkammer vorgesehen Stelle arretierbar ist.
Die Hoch- und Unterdruckkammer --1-- ist auf einem Fahrgestell --13-- montiert, das in
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Höheneinstellungund Unterdruckkammer--l--eingerichtet ist, kann in vorteilhafter Weise in ein Steuerpult eingebaut werden. An der Aussenseite der Kammer --1-- sind Traggurte --16-- vorgeschen, die am Gürtel des zu behandelnden Patienten befestigt werden und diesen festhalten, weil der zunehmende Druck während der Hochdruckphase der Behandlung die Extremität aus der Kammer--l--hinauszudrängen versucht. Auf die Gewebe der Extremität kann während der Behandlung durch ein z. B. üm Flansch
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-3-- der Kammer --1-- eingebautes Heizelement --17-- eine--18-- angezeigt.
Die Inbetriebnahme der erfindungsgemässen Vorrichtung bei der Behandlung eines Patienten erfolgt in folgender Weise :
Nachdem durch eine entsprechende Untersuchung die Form und das Stadium der Erkrankung des Patienten festgestellt und auf die einen Erfolg versprechende Behandlung geschlossen wurde, wird der für die kranke Extremität passende Ring--4--mit der Manschette --5-- ausgewählt und die kranke Extremität, z. B. ein Bein, in die Hoch-und Unterdruckkammer--l--bis zur schwachen
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mit der Zahnstange--12--gebracht, wodurch die Extremität gegenüber der Hoch- und Unterdruckkammer--l--festgehalten wird.
Mittels des Balges--6--wird Luft in die Manschette - des Ringes-4--gepumpt, bis die Oberfläche der Manschette --5-- mit der Oberfläche der zu behandelnden Extremität zu einer schwachen Berührung kommt. Beim Absinken des Luftdruckes in der Kammer--l--wird sich die Manschette--5--ausdehnen und auf die Extremität drücken. In diesem Falle wird das Ventil --7-- geöffnet und Luft aus der Manschette - abgelassen, bis die atmosphärische Luft an der Berührungsstelle der Manschette mit der Extremität schwach in die Kammer--l--einzutreten beginnt, was durch den Druckmesser--18angezeigt wird.
Hierauf wird mit dem Balg--6--in den Innenraum der Manschette --5-- wieder bis zu deren Berührung mit der Oberfläche der Extremität Luft gepumpt, wobei darauf geachtet werden
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muss, dass die Blutgefässe nicht eingeschnürt werden, was durch Drücken mit dem Finger der Hand auf die Manschette leicht nachzuprüfen ist.
Bei der Kompression werden dieselben Massnahmen wie bei der vorstehend geschilderten Dekompression ergriffen. Durch die konstruktiven Besonderheiten der pneumatischen Manschette
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bzw. die Extremität in der Kammer schmerzlos für den Patienten abzudichten.
Durch die ergriffenen Massnahmen wird auch die Herbeiführung einer aktiven Hyperämie in der Extremität gewährleistet. Nachdem festgestellt wurde, dass die Gewebe im Bereich der abdichtenden Manschette --5-- nicht zusammengedrückt sind und die Extremität in der Hoch- und Unterdruckkammer sicher fixiert ist, kann mit der vorgesehenen dosierten Einwirkung auf die Extremität begonnen werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur Behandlung von Gefäss- und andern Erkrankungen der Extremitäten, z. B. von Rheumatismus, die eine Hoch- und Unterdruckkammer besitzt, eine darin angebrachte Tragunterlage für die Extremität aufweist und an einer Seite mit einer elastischen Manschette versehen ist, welche die in die Hoch- und Unterdruckkammer eingebrachte Extremität hermetisch abdichtet, dadurch ge- kennzeichnet, dass die Tragunterlage (8) eine Sohlenstütze (9) für die Extremität enthält und
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