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Weingärbehälter
Die Erfindung bezieht sich auf einen Weingärbehälter, insbesondere für die Rotweingärung, mit einer Umwälzeinrichtung für die Maische.
Bei der Weingärung, insbesondere von Rotweinen, handelt es sich darum, die durch die Gärgase aufwärtsstrebenden Trester (Stiele, Hülsen) immer wieder mit gärendem Saft in Berührung zu bringen, da der in den Hülsen enthaltene Farbstoff und auch Geschmackstoffe ausgelaugt werden sollen.
Bekannte Weingärbehälter der eingangs erwähnten Art bedienten sich einer Umwälzung der gärenden Maische, wobei entweder innerhalb des Behälters oder über einen ausserhalb des Behälters vorgesehenen Nebenschluss, Saft samt Trester umgewälzt wurde, wodurch ein dauernder inniger Kontakt mit dem auslaugenden, allmählich Alkohol enthaltenden Saft aufrecht erhalten wird. Da bei den bekannten Vorrichtungen die Umwälzung auch in Leitungen stattfindet, die sich ausserhalb des Behälters befinden, ist der Platzbedarf der bekannten Einrichtungen ziemlich gross. Dadurch, dass bei den bekannten Vorrichtungen Leitungen ausserhalb des Behälters angeordnet sind, wird die Maische abgekühlt, wodurch die Gärung ungünstig beeinflusst wird.
Die Erfindung setzt sich zum Ziel, die genannten Nachteile zu beseitigen und einen Weingärbehälter der angegebenen Art zu schaffen, der billig herzustellen und sparsam im Betrieb ist. Erreicht wird dies vor allem dadurch, dass für die Umwälzung eine antreibbare Schnecke vorgesehen ist, die zumindest annähernd in der Achse des Behälters angeordnet und von einem am oberen Ende trichterartig erweiterten, an beiden Enden offenem Rohr umgeben ist. Diese Bauart macht es möglich, den Umwälzvorgang mit einem einzigen Motor von relativ geringer Leistung zu bewerkstelligen. Weiters kann die Maische während des Umwälzvorganges ständig im Behälter bleiben und ist infolgedessen keiner Abkühlung unterworfen, die den Gärvorgang beeinträchtigen könnte.
Um die Umwälzeinrichtung dem jeweiligen Füllzustand des Behälters anpassen zu können, ist gemäss einem weiteren Merkmal der Erfindung das die Schnecke umgebende Rohr vorzugsweise als Teleskoprohr ausgebildet und, z. B. mittels eines Handrades, in Achsrichtung verstellbar und vorzugsweise durch Selbsthemmung in der Lage fixierbar. Die Ausbildung des Rohres als Teleskoprohr ermöglicht nicht nur eine sehr weitgehende Anpassung der Umwälzeinrichtung an die Menge der eingefüllten Maische, sondern erleichtert auch den Ausbau der Umwälzeinrichtung im niederen Kellergewölbe, wenn die zylindrische Trommel als Lagerbehälter verwendet werden soll.
Der Antriebsmotor für die Schnecke ist am oberen Boden des Behälters angeordnet und über ein Getriebe, beispielsweise ein Wechselrädergetriebe, mit der Welle der Schnecke gekuppelt. Der Motor ist vorzugsweise in seiner Drehrichtung umkehrbar.
Um einen grösseren Drehzahlbereich zu erhalten, kann als Motor, gemäss einem weiteren Vorschlag der Erfindung, ein polumschaltbarer Wechselstrommotor vorgesehen sein.
Zur gleichmässigen Verteilung der in der Maische suspendierten Festkörper, insbesondere bei allfälliger Ausbildung eines Tresterhutes, ist im Bereich des oberen Endes der Schnecke eine zur Schneckenachse koaxiale Verteilerscheibe vorgesehen, die, vorzugsweise axial verstellbar an der Welle der Schnecke befestigt ist und an ihrer unteren Stirnseite Verteilerorgane, wie Stege, Rechen od. dgl. trägt, welche in Form einer oder mehrerer Spiralen angeordnet sind und bei wechselnder Drehrichtung des Motors als Austragsorgan wirken. Die Verteilerscheibe führt beim Austragen die Trester einer im oberen
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Bereich des Behälters mündenden Austragsleitung zu, von wo aus die Trester ausgetragen werden können.
Zum Austragen der Trester wird in jenem Fall, in welchem die Verteilerscheibe mit der Schneckenachse drehschlüssig verbunden ist, die Drehrichtung des Antriebsmotors umgekehrt, während in jenen Fällen, in welchen die Verteilerscheibe unabhängig vom Antrieb der Schnecke ist, die Drehrichtung des Antriebsmotors der Verteilerscheibe umgekehrt wird. Die Verteilerscheibe ist in Achsrichtung verstellbar.
Anstatt die Trester mittels der gegenüber dem normalen Betrieb umgekehrt angetriebenen Verteilerscheibe auszutragen, kann gemäss einer weiteren Ausführungsform der Erfindung eine für diesen Zweck an sich bekannte Schneckenpumpe im Bereich des oberen Endes der Umwälzschnecke im Behälter angeordnet sein. Die Schneckenpumpe kann hiebei auch dazu verwendet werden, die Maische zu einer entfernt liegenden Weinpresse zu fördern, wo dann die Trennung der Maische in Most und Trester erfolgt.
Die Erfindung wird nachstehend an Hand von zwei in den Zeichnungen dargestellten Ausführungsbeispielen näher erläutert. Es zeigt Fig. 1 einen schematischen Längsschnitt durch eine Ausführungsform, bei der das Austragen der Trester mittels der Verteilerscheibe erfolgt, und Fig. 2 eine Ausführungsform, ebenfalls in einem schematischen Längsschnitt, bei der das Austragen der Trester mittels einer gesonderten Schneckenpumpe erfolgt.
Der Weingärbehälter ist in den Zeichnungen mit --6-- bezeichnet und besitzt zylindrische Gestalt.
Die Zylinderachse ist hiebei lotrecht angeordnet. Der Weingärbehälter ist an seinen beiden Enden durch Broden-12, 13-- abgeschlossen. Nahe dem unteren Boden --13-- ist ein (nicht dargestelltes) Mannloch vorgesehen, durch welches die im Innern des Gärbehälters --6-- befindlichen Teile ein- und ausgebaut werden können. Nahe dem oberen Behälterboden --12-- befindet sich ein vorzugsweise verschliessbarer Auslass --10-- und in dem unteren Behälterboden-13-ist ein Entleerungsstutzen --8-- angeordnet. Weiters sind nahe dem unteren Behälterboden --13-- ein Füllstutzen --9-- für
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Im Innern des Gärbehälters-6-befindet sich eine Schnecke-3--, mittels welcher das im Behälter-6-befindliche Gut umgewälzt wird.
Die Schnecke --3-- wird von einem Elektromotor --l-- unter Zwischenschaltung eines Getriebes--14--angetrieben. Der Motor--l--und das Getriebe --14-- sind auf einer platte --15-- gelagert, die am oberen, vorzugsweise mit einem Gärventil für den Abzug der während der Gärung entstehenden Gase versehenen Boden --12-- befestigt
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wobei die beiden Schneckenteile durch eine Kupplung verbunden werden können. Die Zweiteilung der Schnecke erleichtert sowohl den Einbau als auch die Herstellung.
Die Schnecke --3-- ist von einem bevorzugt als Teleskoprohr ausgebildeten Rohr-5umgeben, das in Richtung seiner Achse im Behälter --6-- verschoben werden kann. An das obere Ende des Rohres --5-- ist ein Trichter --4-- angesetzt. Über dem Trichter --4-- und koaxial mit der Schnecke --3-- ist die Verteilerscheibe --2-- angeordnet.
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--16-- od. dgl.Änderung der Lage des Rohres --5-'- ebenfalls veränderten Lage des Trichters --4-- anzupassen. Nach Einschalten des Motors--l--läuft sowohl die schnecke --3-- als auch die Verteilerscheibe
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Most.
Ist der gewünschte Vergärungsgrad und der angestrebte Auslaugungsgrad der Trester erreicht, wird der Motor--l--abgeschaltet, wodurch die Umwälzung im vergorenen Most innerhalb des Behälters
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hiebei ab. Danach kann dann frische Maische durch den Einlassstutzen --9-- in den Behälter--6-- eingepumpt werden. Der Tresterhut wird hiebei auf der neu eingebrachten Maische schwimmend bis zur Höhe der Austragöffnung--10--angehoben. Zum Austragen der Trester wird dann bei dem in Fig. l dargestellten Ausführungsbeispiel der Umlaufsinn der Verteilerscheibe --2-- durch Änderung der Drehrichtung des Motors--l--geändert und die Trester über die Austragsöffnung entfernt.
Bei der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform ist zur Abfuhr des Tresterhutes eine Schneckenpumpe-20-vorgesehen, deren Schnecke in den Behälter --6-- hineinreicht. Mittels der Schneckenpumpe-20ist es möglich, die Trester mittels Schlauch- oder Rohrleitungen auch entfernt vom Behälter-6- angeordneten Pressen zuzuführen. Bei der in Fig. 2 dargestellten Ausführungsform ist es nicht unbedingt erforderlich, den Antriebsmotor-l-für die Schnecke --3-- in seiner Drehrichtung umkehrbar auszubilden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Weingärbehälter, insbesondere für die Rotweingärung, mit einer Umwälzeinrichtung für die
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vorgesehen ist, die zumindest annähernd in der Achse des Behälters (6) angeordnet und mit einem am oberen Ende trichterförmig erweiterten, an beiden Enden offenen Rohr (5) umgeben ist.
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