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Tiefbohrer mit Exzenterbohrkrone
Die Erfindung betrifft einen Tiefbohrer mit Exzenterbohrkrone, dem beim Bohren ein als Auskleidung für das Bohrloch dienendes Rohr nachfolgt. Dabei ist am oberen Teil der Bohrkrone eine Exzenterhülse drehbar gelagert, deren am stärksten exzentrischer Teil während des Bohrens dem am stärksten exzentrischen Teil des wirksamen Endabschnittes der Bohrkrone diametral gegenüberliegt und welche Hülse, um das Aufziehen der Bohrkrone durch das Rohr zu ermöglichen, gegenüber dem oberen Teil um eine halbe Drehung verdrehbar ist. Gegebenenfalls kann der genannte obere Teil aus einer in die Bohrkrone eingeschraubten Verbindungsstange bestehen.
Bisher bekannte Bohrer dieser Art, wie sie in der österr. Patentschrift Nr. 244888 näher beschrieben sind, haben sich insofern als nachteilig erwiesen, als insbesondere bei gewisser Bodenbeschaffen- heitlosgebohrtes Material in das Auskleidungsrohr zwischen dessen Wandung und den Teil der Exzenterhülse gelangt, der nicht mit dem als Führungsnocken ausgebildeten Exzenterteil versehen ist, was die relative Verdrehung der Exzenterhülse in bezug auf die Bohrstange zur Ermöglichung des Aufziehens des Bohrers durch das Rohr erschwert.
Ziel der Erfindung ist es, die oben angeführten Nachteile der bisher bekannten Tiefbohrer zu beseitigen, was dadurch erreicht wird, dass die Exzenterhülse einen kreisförmigen, das Auskleidungsrohr ausfüllenden Querschnitt aufweist und auf einer Achse exzentrisch gelagert ist, die sich mittig zwischen der Bohrerachse und der Achse des Auskleidungsrohres befindet, wenn die Exzenterteile der Exzenterhülse und des wirksamen Endteiles axial in Linie zueinander liegen, so dass die Bohrerachse und die Achse des Auskleidungsrohres zusammenfallen, wenn die Exzenterhülse beim Bohren in ihre diametral entgegengesetzte Stellung verdreht ist.
Zweckmässig ist die Exzenterhülse mit einer nach innen vorstehenden Nase versehen, die in einer sich über 180 des Umfanges des oberen, als Lagerung für die Exzenterhülse dienenden Teiles der Bohrkrone erstreckenden Nut läuft.
Die Erfindung wird im folgenden unter Bezugnahme auf die Zeichnungen näher erläutert. Dabei zeigt Fig. 1 in Perspektive und teilweise im Schnitt den unteren Teil eines erfindungsgemäss ausgebildeten Tiefbohrers mit in das Auskleidungsrohr eingezogener Bohrkrone ; Fig. 2 die gleiche Darstellung mit in Bohrstellung befindlicher Bohrkrone und die Fig. 3 und 4 zeigen in Seitenansicht und teilweise im Schnitt den Tiefbohrer in gleicher Stellung wie in Fig. 1 bzw. Fig. 2.
Der in den Zeichnungen gezeigte Tiefbohrer nach dem gezeigten Ausführungsbeispiel ist zum Schlagbohren bestimmt, wobei der Bohrer bei jedem Schlag um etwa eine Zehntelumdrehung gedreht
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Bohrkrone versehen. Die Bohrstange besteht aus mittels Verbindungshülsen verbundenen Verbindungsstangen, die bis hinauf zu einem in der Bohrmaschine befestigten Anschlussstück reichen. Die unterste Verbindungshülse 3 ist auf einem mit rundem Linksgewinde versehenen Zapfen 4 aufgeschraubt, der mit der Bohrkrone 2 in einem Stück zusammenhängt.
Die Exzenterbohrkrone ist an ihrem wirksamen Endteil 1 in üblicher Weise mit einer Schneidkante 5 aus Hartmetall versehen. Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Bohrer ausserdem mit
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einer Führungsbohrkrone 6 ausgestattet, die vier Schneidkanten 7 aufweist. Diese Führungsbohr- krone ist jedoch nicht Gegenstand der Erfindung, sondern der erfindungsgemässe Bohrer könnte auch ohne diese Führungsbohrkrone ausgebildet sein.
Zur Auskleidung des gebohrten Loches folgt beim Bohren ein Auskleidungsrohr 8 nach, das im gleichen Takt wie der Bohrer eingerammt wird. Der Exzenterteil der Bohrkrone ragt über den Umfang des Auskleidungsrohres hinaus, damit ein ausreichend grosses Loch für das Auskleidungsrohr entsteht. Um den Bohrer durch das Rohr nach oben ziehen zu können, muss dieser Exzenterteil somit gegen das Rohr- zentrum verschiebbar sein. Dies wird durch eine Exzenterhülse 9 bewirkt, die um den oberen Teil 10 der Bohrkrone 2 um 1800 verdrehbar ist. Die Hülse 9 ist mit einer nach innen vorstehenden Na- se 11 versehen, die in eine sich über 180 des Umfanges des Teiles 10 erstreckende Nut 12 ein- greift.
Die Nut 12 ist mit der Stirnfläche 13 des Teiles 10 durch eine axial verlaufende Nut 14 verbunden, so dass die Nase 11 beim Zusammenbau des Bohrers in die Nut 12 eingeführt werden kann. Eine an der Stimfläche 13 anliegende Sperrhülse 15 hält die Exzenterhülse 9 gegen axiale
Verschiebung fest und bildet einen Anschlag für die Verbindungshülse 3. Der Bohrer ist ausserdem mit den üblichen (nicht gezeigten) Spüllöchern versehen, die den zentralen Kanal des Bohrers mit entspre- chenden Stellen auf der Bohrkrone und ändern Teilen verbinden, um Erde, Steinmehl sowie anderes
Bohrgut wegspülen zu können.
Die Exzenterhülse 9 hat einen kreisförmigen, das Auskleidungsrohr 8 ausfüllenden Querschnitt, wobei jedoch auf Grund ihrer exzentrischen Lagerung in bezug auf die Bohrerachse a letztere gegen- über der Achse b des Auskleidungsrohres verschiebbar ist (Fig. 3). Der Teil 10 hat eine Achse c, die genau mittig zwischen der Bohrerachse a und Rohrachse b liegt, wenn der am stärksten exzentrische Teil der Exzenterhülse mit dem am stärksten exzentrischen Teil des wirksamen Endteiles 1 der Bohrkrone axial in einer Linie liegt (Fig. 3).
Da sich die Rohrachse b bei Verdrehung der Exzenter- hülse auf einem Kreisbogen um die Achse c bewegt, fällt demzufolge die Rohrachse b mit der Bohrerachse a zusammen, sobald der am stärksten exzentrische Teil der Exzenterhülse eine Lage einnimmt, die dem am stärksten exzentrischen Teil des wirksamen Endteiles der Bohrkrone diametral gegenüberliegt (Fig. 4). Die Verdrehung der Exzenterhülse in die Bohrstellung erfolgt automatisch beim Verdrehen des Bohrers im Gegenuhrzeigersinn während des Bohrens.
Der hier als oberer Teil 10 bezeichnete Teil der Bohrkrone muss selbstverständlich mit der übrigen Bohrkrone nicht in einem Stück ausgebildet sein, sondern kann auch als entsprechender Teil des Bohrers nach der oben genannten Patentschrift durch ein Gewinde mit der Bohrkrone verbunden sein und dann als Verbindungsstange angesehen werden.
Bei der beschriebenen Ausführungsform werden die einleitend erwähnten Nachteile dadurch vermieden, dass die den gesamten Rohrquerschnitt ausfüllende Exzenterhülse verhindert, dass sich dort grobe Bohrprodukte ansammeln können, die die Verdrehung der Hülse erschweren. Ausserdem wird eine bessere Führung des Bohrers im Auskleidungsrohr erzielt.
Die Erfindung ist nicht auf die beschriebene Ausführungsform beschränkt, sondern kann z. B. auch bei Rotationsbohrern angewendet werden.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Tiefbohrer mit Exzenterbohrkrone, dem beim Bohren ein als Auskleidung für das Bohrloch dienendes Rohr nachfolgt, wobei am oberen Teil der Bohrkrone eine Exzenterhülse drehbar gelagert ist, deren am stärksten exzentrischer Teil während des Bohrens dem am stärksten exzentrischen Teil des wirksamen Endabschnittes der Bohrkrone diametral gegenüberliegt und welche Hülse, um das Aufziehen der Bohrkrone durch das Rohr zu ermöglichen, gegenüber dem oberen Teil um eine halbe Drehung verdrehbarist, dadurch gekennzeichnet, dass die Exzenterhülse (9) einen kreisförmigen, das Auskleidungsrohr (8) ausfüllenden Querschnitt aufweist und auf einer Achse (c) exzentrisch gelagert ist, die sich mittig zwischen der Bohrerachse (a) und der Achse (b) des Auskleidungsrohres befindet.
wenn die Exzenterteile der Exzenterhülse (9) und des wirksamen Endteiles (1) axial in Linie zueinander liegen, so dass die Bohrerachse (a) und die Achse (b) des Auskleidungsrohres zusammenfallen, wenn die Exzenterhülse (9) beim Bohren in ihre diametral entgegengesetzte Stellung verdreht ist.