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Auswechselbare Vorrichtung zum Halten einer Platte in einer Einstufenätzmaschine
Zur Herstellung von Hochdruckformen in der Reproduktionstechnik bringt man bekanntlich eine Kopier- schicht auf eine ätzfähige Metallplatte, beispielsweise eine Platte aus Zink, Messing oder Kupfer, und belichtet die beschichtete Seite der Platte unter einer Vorlage. In einem nachfolgenden Entwicklungsprozess wird an den Bildstellen die Kopierschicht fixiert, während an den Nichtbildstellen das Lichtzersetzungspro- dukt entfernt und die Oberfläche des ätzfähigen Metalles freigelegt wird. Durch den sich anschliessenden Ätzvorgang werden die Metallflächen der Nichtbildstellen vertieft, während die fixierten Bildstellen nicht angegriffen werden.
Nach der Ätzung erhält man ein positives Bild der Vorlage in Form eines Reliefs, bei dem die Bildstellen gegenüber den Nichtbildstellen erhöht sind. Von dem so erhaltenen Klischee kann man, gegebenenfalls nach einer manuellen Nachbehandlung, in einer Druckmaschine Drucke herstellen.
Der Ätzvorgang der freigelegten Metallflächen wird bekanntlich mit wässerigen Lösungen starker Säuren, in denen sich das betreffende Metall löst, meist mit Salpetersäure, durchgeführt. Der wässerigen Säurelösung sind sogenannte Flankenschutzmittel, beispielsweise Gemische aus Feststoffen, Netzmitteln und Komplexbildnern, die die durch die Ätzung freigelegten Flanken der Bildstellen weitgehend vor dem Angriff der Säure schützen, beigemischt.
Für den Ätzvorgang sind Einstufenätzmaschinen bekannt. Diese bestehen bekanntlich aus einem säurefesten Trog mit einem abschwenkbaren Deckel, an dessen Innenseite die zu ätzende Metallplatte, im nachfolgenden Platte genannt, angeordnet wird. In dem Trog befinden sich die wässerige Säure sowie das wasserunlösliche Flankenschulzmittel. In dem von diesen Flüssigkeiten ausgefüllten Teil des Troges sind Vorrichtungselemente, beispielsweise Schaufelräder oder Düsen angeordnet, die in der Lage sind, die genannten miteinander nicht mischbaren Flüssigkeiten innig zu emulgieren und gegen die in dem geschlossenen Deckel des Troges angeordnete Platte zu spritzen.
Diese ist bei den bekannten Vorrichtungen in einem in der Innenseite des Deckels drehbar angeordneten Plattenteller mit Hilfe einer aus Nuten, Klammern und Schrauben bestehenden Halterung, die die Rückseite der Platte in unmittelbaren Kontakt mit der Tellerfläche bringt, befestigt. Diese Anordnung hat folgenden Nachteil : Nach jedem einzelnen Ätzvorgang müssen die Klemmschrauben der Halterung zur Entnahme der Platte manuell gelöst werden. Dann muss eine sorgfältige, ebenfalls manuelle Reinigung des Plattentellers sowie der Nuten, Klammern und Schrauben erfolgen, da andernfalls nicht entfernte Spuren der Ätzflüssigkeit die nächste Platte, die in den meisten Fällen einem wässerigen Vorbad entnommen wird, unbrauchbar machen würden. Sodann müssen nach Einlegen der nächsten Platte die Halterungsschrauben wieder angezogen werden.
Nach Schliessen des Deckels kann dann erst der nächste Ätzvorgang erfolgen. Diese Arbeitsgänge erfordern ein sehr geübtes Bedienungspersonal. Insbesondere ist eine sehr rasche Durchführung der einzelnen Arbeitsgänge erforderlich, damit die im Trog befindliche Emulsion nicht zerfällt. Auch muss die Reinigung des Plattentellers und der Halterung mit grosser Sorgfalt erfolgen. So können zurückbleibende Lappen- oder Schwammreste, die später in die Emulsion gelangen, diese in ihrer Qualität herabsetzen. Die Forderung von grosser Schnelligkeit bei gleichzeitiger grosser Sorgfalt zur Erzielung einwandfreier Klischees kann in vielen Fällen selbst von erfahrenem Bedienungspersonal
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nicht immer erfüllt werden.
Ein weiterer Nachteil der bekannten Befestigung der Platten besteht darin, dass ohne Rücksicht auf deren Grösse immer nur eine einzige Platte im Plattenteller angebracht werden kann.
Gegenstand der Erfindung ist nun eine auswechselbare Haltevorrichtung, die als Zusatzgerät für die bekannten Einstufenätzmaschinen verwendet werden kann. Die Haltevorrichtung besteht aus einem auf dem Plattenteller montierbaren Grundrahmen und einem auf dem Grundrahmen montierbaren Gitter, das einen Rahmen von Grösse und Gestalt des Grundrahmens sowie mehrere Gitterstäbe aufweist, an denen an sich bekannte Einrichtungen für die Montage einer oder mehrerer Platten angeordnet sind.
Der starre Grundrahmen ist aus Edelstahl oder einem andern gegenüber der Ätzflüssigkeit resistenten
Material, beispielsweise säurefestem Leichtmetall, gefertigt, und enthält Passansätze für die Befestigung an den am Plattenteller eingearbeiteten Klemmbacken, wird durch die am Plattenteller angeordneten
Klemmschrauben an diesen, wie bisher die zu ätzende Platte, befestigt und bleibt ständig in der Ätzmaschine. Der Grundrahmen besteht im allgemeinen aus miteinander verbundenen Rohren, deren Durch- messer in vielen Fällen zwischen etwa 1, 2 und 1, 5 cm beträgt, aber auch grösser oder kleiner sein kann.
Das Gitter besteht ebenfalls aus gegenüber der Ätzflüssigkeit resistentem Material. Der Gitterrahmen ist dem Grundrahmen angepasst. Vorteilhaft umschliesst der Gitterrahmen, der meist aus hohlprofilartig gebogenem bandförmigem Material besteht, den Grundrahmen. Beide Rahmen sind zweckmässig rechteckig ausgeführt, damit man möglichst viele kleinere Platten, die meist rechteckig geschnitten sind, im Gitter befestigen kann. Die Rahmen können aber grundsätzlich auch andere geometrische Formen, beispielsweise Trapez-, Quadrat- oder Kreisform, aufweisen. Zwei gegenüberliegende Seiten des Gitterrahmens sind durch mehrere zweckmässig zueinander parallel angeordnete dünnere Stäbe verbunden. Diese können zur besseren Fixierung ihrer Lage durch einen oder mehrere Längsstäbe verbunden sein, so dass ein gitterartiges stabiles Gebilde entsteht.
Die obere Seite des Gitters, also die Seite, die beim Einsetzen des Gitters in den geöffneten, vertikal oder annähernd vertikal stehenden Deckel des Troges nach oben zeigt, hat in der Mitte eine Öse, die in einen an der entsprechenden Stelle im Grundrahmen befindlichen Passstift eingehängt wird. Die untere Seite des Gitters weist in der Mitte einen Verschluss auf, mit dem, beispielsweise durch Hebelbewegung, die feste Verbindung zum Grundrahmen hergestellt wird. Zur Befestigung einer oder mehrerer Platten an den Gitterstäben dienen Vorrichtungselemente bekannter Art, beispielsweise kleine Plattenklemmen. Je Platte sind zwei Plattenklemmen ausreichend.
Zweckmässig verwendet man aus Gründen der Zeitersparnis für einen Grundrahmen im Wechsel zwei Gitter, von denen sich das eine in der Ätzmaschine befindet, während das andere für den nächsten Ätzvorgang vorbereitet, d. h. mit den zu ätzenden Platten versehen wird. Hiedurch wird die Durchführung eines besonders zügigen Ätzprogramms erleichtert und eine Überbeanspruchung bzw. ein Zerfall der Bademulsion durch Entmischungsvorgänge in Abwesenheit zu ätzender Platten vermieden.
Der Ätzvorgang mit einer Schnellätzmaschine unter Verwendung der erfindungsgemässen Haltevorrichtung kann beispielsweise folgendermassen ablaufen :
Der Grundrahmen ist schon während des Emulgierens der Ätzflüssigkeit im Deckel der arbeitenden Maschine montiert. Die entschleierte, d. h. die von allen Schichtspuren an den zu ätzenden Stellen befreite Platte wird einem Klärbad, beispielsweise aus eiger Salpetersäure, entnommen und mit Hilfe von Plattenklemmen an dem ersten Gitter befestigt. Hiebei wird die Platte ständig mit Wasser besprüht, um den Zutritt des Luftsauerstoffes zu den freien Metalloberflächen weitgehend zu vermeiden.
Wenn die Ätzflüssigkeit ausreichend emulgiert ist, wird das die Platte enthaltende Gitter mit seiner Oberseite rasch in den Grundrahmen der geöffneten Maschine-deren Mischvorrichtung, beispielsweise von einem Antrieb bewegte Schaufeln, dann abgestellt ist-eingehängt, an seiner Unterseite durch Drehen des Verschlusshebels mit dem Grundrahmen fest verbunden und dann der Deckel des Troges wieder geschlossen. Die Zeit zwischen Öffnen und Schliessen des Deckels ist im allgemeinen sehr kurz und beträgt beispielsweise 5 -10 sec, wobei kein spürbarer Zerfall der Emulsion eintritt. Dann wird die Emulgierungsvorrichtung wieder in Bewegung gesetzt, der Ätzvorgang setzt ein.
Während des Ätzens unter Verwendung des ersten Gitters wird zweckmässig mit der Montage einer oder mehrerer weiterer Platten auf das zweite Gitter begonnen, wobei man, wie oben angegeben. verfährt. Nach Ablauf der gewünschten Ätzzeit wird durch Öffnen des Deckels der mechanische Bewegungsvorgang der Ätzflüssigkeit unterbrochen, das erste Gitter aus der Maschine herausgenommen, das vorbereitete zweite Gitter unverzüglich am Grundrahmen befestigt, der Deckel geschlossen und die Bewegungsvorrichtung wieder in Gang gesetzt. Die Ätzung der am zweiten Gitter befestigten Platte setzt ein. Die Ätzungen unter Wechsel der beiden
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