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Verfahren zur Verzuckerung von cellulosehaltigem Material
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Verzuckerung von cellulosehaltigem Material nach der Chlorwasserstoffgas-Suspensions-Methode, bei welcher das mit Salzsäure getränkte Material in Chlorwasserstoffgas suspendiert und in dieser Form der Verzuckerung unterworfen wird.
Zur Verzuckerung von cellulosehaltigem Material sind bereits verschiedene Vorschläge bekanntgeworden. So wird beispielsweise im sogenannten Rheinau-Mannheim-Verfahren die Cellulose, beispielsweise in Form von Holzspänen, bei Zimmertemperatur mittels hochkonzentrierter Salzsäure verzuckert, wobei die Verzuckerung mittels der Salzsäure dadurch erfolgt, dass die Salzsäure durch das im Behälter eingefüllte Holz gefordert wird. Bei diesem Verfahren sind relativ grosse Mengen an Salzsäure notwendig und es ist schwierig, aus dem Hydrolisat den Zucker zu gewinnen.
Darüber hinaus besitzt dieses Verfahren noch den Nachteil, dass nur geringe Mengen feinkörniger Holzabfälle, beispielsweise Sägespäne, zusammen mit Holzschnitzel verarbeitet werden können, da sich die feinsten Teile bei der Hitzebehandlung in ihrer Struktur so verändern, dass sie leicht die Siebe verstopfen.
Bei den oben erwähnten bekannten Verfahren zur Erzeugung von cellulosehaltigem Material nach der Chlorwasserstoffgas-Suspensions-Methode ist es nun nicht mehr erforderlich, so wie beim Rheinau-Mannheim-Verfahren grosse Mengen an Salzsäure vorzusehen, da, wie beispielsweise in der USA-Patentschrift Nr. 2, 900, 284 angegeben ist, die Salzsäure nach abgeschlossener Hydrolyse durch Temperaturerhöhung des der Hydrolyse unterworfenen Einsatzes aus diesem zur Gänze abgetrieben werden kann. Ein solches Verfahren ergibt gegenüber dem Rheingau-Mannheim-Verfahren auch den Vorteil, mit wesentlicheringeren Volumsmengen an Salzsäure auszukommen.
Der Nachteil bekannter Verfahren zur Verzuckerung von cellulosehaltigen Materialien nach der Chlorwasserstoffgas-Suspensions-Methode liegt nun aber darin, dass während der Verzuckerung die zu verzuckernde Masse wegen der gebildeten Zuckerlösung klebrig wird und ihre Rieselfähigkeit soweit verliert, dass ein einwandfreies Arbeiten im Fliessbett oder in Röhrenreaktoren im Hinblick auf eintretende Verstopfungen unmöglich wird. Dies macht sich besonders störend bemerkbar, wenn in einem einen hohen Cellulosegehalt aufweisenden Rohmaterial die Cellulose so weitgehend als möglich verzuckert werden soll.
Die Erfindung löst dieses Problem dadurch, dass eine gegenüber Chlorwasserstoffgas inerte oder geringe Reaktionsfähigkeit besitzende trockene Substanz mit einer durchschnittlichen Teilchengrösse zugesetzt wird, welche geringer ist als die Teilchengrösse des cellulosehaltigen Materials. Ausgehend von der Erkenntnis, dass bei den bekannten Verfahren die natürliche Anwesenheit von gegenüber Salzsäure inerten Substanzen, beispielsweise Lignin, in trockenem Zustand für die Verminderung der Klebrigkeit von Bedeutung ist, wurde weiters festgestellt, dass auch ein Zusammenhang zwischen der Klebrigkeit des Hydrolyseproduktes und der Teilchengrösse der gegenüber Salzsäure inerten Trockensubstanz besteht.
Je kleiner nämlich die gegenüber Salzsäure inerten Teilchen sind, desto grösser ist relativ zu ihrem Volumen ihre Oberfläche, auf der sich das Hydrolyseprodukt absetzt. Durch das Einbringen dieser Teilchen in die zu hydrolysierende oder die hydrolysierte Masse werden die klebenden Teile voneinander getrennt, wobei die nicht hydrolysierten kleinen Teilchen an der Oberfläche der hydrolysierten grossen Teilchen haften und so deren Zusammenkleben verhindern und die Rieselfähigkeit der Reaktionsmasse erhalten.
Zur Verminderung der Klebrigkeit können bei Durchführung des erfindungsgemässen Verfahrens im
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industriellen Massstab alle inerten Substanzen mit geringerer durchschnittlicher Teilchengrösse als die Teilchengrösse des cellulosehaltigen Materials in trockener Form verwendet werden, soferne sie mit geringen Kosten, leicht beschafft werden können, aus dem Endprodukt leicht wiedergewonnenwerden können und Salzsäure nicht im Zuge einer chemischen Reaktion verbrauchen. Eine solche Substanz ist z. B. Lignin oder Diatomeenerde. Vorteilhafterweise besitzt die verwendete inerte Substanz eine geringe scheinbare Dichte.
Andere brauchbare Substanzen sind : Säurebeständige Kunstharze, wie PVC, Polystyrol usw., kohlige Stoffe, wie Kohle, Koks, Lignit, Torf, Anthrazit, Graphit, Holzkohle, Russ, säurebeständige silikatische Materialien, wie Kieselsäure, Bimsstein, Urgestein, säurebeständige Sulfate, wie Bariumsulfat (Schwerspat), Coelestin unter anderem, Phosphate, wie Apatit, Oxyde wie Magnetit usw., Abfälle und Nebenprodukte aus der Keramik-, Porzellan, Glas- und Ziegelindustrie, unter anderem ;
Dip im Rahmen des erfindungsgemässen Verfahrens dem mit Salzsäure angefeuchteten cellulosehaltigen Material zuzusetzenden Trockenstoffe geringer Reaktionsfähigkeit gegenüber Chlorwasserstoff sind, sofern sie Salzsäure im Rahmen einer chemischen Reaktion verbrauchende Stoffe enthalten, vor der Verwendung zwecks Entfernung dieser Salzsäure im Rahmen einer chemischen Reaktion verbrauchenden Stoffe zu behandeln und anschliessend zu trocknen, wie dies beispielsweise für kalkhaltige Sande erforderlich ist. Im Rahmen des erfindungsgemässen Verfahrens können überraschenderweise auch Cellulose in nennenswerten Mengen enthaltende Stoffe in trockener Form, beispielsweise trockene Sägespäne, zwecks Erzielung des angestrebten Effektes verwendet werden.
Cellulose in solchen cellulosehaltigen Trockenstoffen kann wegen Fehlens von Wasser unter Einwirkung des gasförmigen Chlorwasserstoffes praktisch nicht verzuckert werden. Die inerte Substanz kann in Form von Pulver, Körnern, kleinen Teilchen, kurzen Fasern, kleinen Flocken usw. eingebracht werden. Je kleiner die durchschnittliche Teilchengrösse der verwen- deten inerten Substanz ist, um so geringer ist die für eine ausreichende Verringerung der Klebrigkeit erforderliche Menge dieser Substanz.
So wurde die erforderliche Menge von Lignin auf Grund von Versuchen wie folgt festgestellt :
EMI2.1
<tb>
<tb> A <SEP> : <SEP> Grösse <SEP> der <SEP> zu <SEP> hydrolysierenden <SEP> Teilchen <SEP> (mm) <SEP> 0, <SEP> 3 <SEP> 0, <SEP> 3 <SEP> 0, <SEP> 3 <SEP> 0, <SEP> 3 <SEP>
<tb> B <SEP> :' <SEP> Grösse <SEP> der <SEP> Ligninteilchen <SEP> (mm) <SEP> 0, <SEP> 075 <SEP> 0, <SEP> 10 <SEP> 0, <SEP> 15 <SEP> 0, <SEP> 21 <SEP>
<tb> B <SEP> : <SEP> A <SEP> in <SEP> % <SEP> 25 <SEP> 33 <SEP> 50 <SEP> 70
<tb> B <SEP> : <SEP> A <SEP> in <SEP> Gewichtsprozenten <SEP> 10 <SEP> 14 <SEP> 30 <SEP> 100
<tb>
Die gleichen Versuche wurden auch für Flusssand durchgeführt :
EMI2.2
<tb>
<tb> A <SEP> : <SEP> Grösse <SEP> der <SEP> zu <SEP> hydrolysierenden <SEP> Teilchen <SEP> (mm) <SEP> 0, <SEP> 3 <SEP> 0, <SEP> 3 <SEP> 0, <SEP> 3 <SEP> 0, <SEP> 3 <SEP>
<tb> B <SEP> :
<SEP> Grösse <SEP> der <SEP> Sandteilchen <SEP> (mm) <SEP> 0, <SEP> 05 <SEP> 0, <SEP> 07 <SEP> 0, <SEP> 10 <SEP> 0, <SEP> 20 <SEP>
<tb> B <SEP> : <SEP> A <SEP> in <SEP> % <SEP> 17 <SEP> 23 <SEP> 33 <SEP> 67
<tb> B <SEP> : <SEP> A <SEP> in <SEP> Gewichtsprozenten <SEP> 6 <SEP> 10 <SEP> 50 <SEP> 100
<tb>
Die Teilchengrössen sind in Durchschnittswerten angegeben.
Die Menge der zugesetzten, die Klebrigkeit vermindernden Substanz variiert innerhalb weiter Grenzen. Vorzugsweise werden 1 - 100 Gew. -Teile der getrockneten Substanz pro 100 Teilen des cellulosehaltigen Materials verwendet.
Der Zusatz der die Klebrigkeit vermindernden Substanz zu den Teilchen des zu hydrolysierenden Materials, kann in verschiedener Weise erfolgen, u. zw.
1. Durch Zusatz dieser Substanz zu dem getränkten Material vor der Suspension,
2. durch Zusatz dieser Substanz zu Chlorwasserstoffgas vor der Suspension,
3. durch Zusatz dieser Substanz im ersten Teil der Suspension,
4. durch Zusatz dieser Substanz zu einem späteren Zeitpunkt im Verlauf der Suspension,
5. durch Kombination von 1 und 2,
6. durch Kombination von 1, 2 und 3,
7. durch Kombination von 2 und 3,
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8. durch Kombination von 4 und 1 bzw. 2 bzw. 3 bzw. 5 bzw. 6 bzw. 7,
9. durch kontinuierliche Zugabe dieser Substanz gemäss einer der Methoden 1 - 8,
10. durch intermittierende Zugabe der Substanz gemäss einer der Methoden 1-8.
Für die Suspendierung des Materials in Chlorwasserstoffgas stehen die folgenden Verfahren zur Verfügung :
1. Fluidisierung
2. Förderung des Materials mittels eines Chlorwasserstoffgasstromes, wie dies bei der pneumati- schen Förderung von Teilchen üblich ist,
3. Fallenlassen des Materials in einem Chlorwasserstoffgasstrom, beispielsweise in einem rotieren- den, horizontalen Gefäss, wie z. B. einem Drehofen für die Zementherstellung usw., bzw. in einer Vorrichtung mit einer Einrichtung zum Transport nach oben usw.,
4. durch Kombination von 1 und 2, 1 und 3,2 und 3 und 1, 2,3.
Beispiel l : Aus dem Rohmaterial wurde durch Behandeln von Buchenholzspänen mit verdünnter Säure bei einer Temperatur von 1300C der wesentlichste Teil der Hemicellulose entfernt. Die Teilchengrösse der behandelten Späne betrug im Durchschnitt 0, 5 mm und erstreckte sich über einen Bereich von 1 mm bis 0, 1 mm. 10 kg des trockenen, vorbehandelten Materials wurden mit 35% figer Salzsäure versetzt, so dass der Wassergehalt 6, 0 kg betrug. Nach vollständiger gleichmässiger Tränkung wurde 1 kg trockenes Ligninpulver mit einer Teilchengrösse von weniger als 0, 1 mm dem getränkten Material zugesetzt und mit diesem gleichmässig vermischt. Das Gemisch wurde in eine Reaktionskolonne mit einem Durchmesser von 400 mm eingebracht.
Durch den Boden der Reaktionskolonne wurde auf -100C abgekühltes Chlorwasserstoffgas durch die Kolonne nach oben geleitet, so dass das Gemisch durch dieses Gas fluidisiert wurde.
Nachdem das Gemisch auf 50C abgekühlt war, wurde auf 600C erhitztesChlorwasserstoffgas an Stelle des kalten Gases durch die Kolonne geleitet, wobei dieses Gas wieder das Gemisch fluidisierte. Die Temperatur wurde bis zur Vollendung der Hydrolyse zwischen 40 und 500C gehalten. Die Fluidisierung konnte auf Grund der Wirkung des Ligninpulvers ohne jede Schwierigkeit durchgeführt werden und es blieb an den Innenflächen der Kolonne kein Material haften. Die Hydrolyseausbeute betrug 95% d. Th.
Beispiel 2 : Es wurde gemäss Beispiel 1 vorgegangen, jedoch an Stelle von reinem Lignin industrielles Lignin verwendet, welches 7% nicht verzuckerter Cellulose enthielt. Die Ergebnisse waren dieselben wie in Beispiel 1.
Beispiel 3 : Es wurde gemäss Beispiel 1 vorgegangen, wobei jedoch an Stelle von Ligninpulver 1 kg trockener Diatomeenerde mit einer Teilchengrösse von weniger als 0, 05 mm verwendet wurde. Man enthielt dieselben Ergebnisse wie in Beispiel 1.
Beispiel 4 : Es wurde gemäss Beispiel 1 vorgegangen, nur dass an Stelle von vorhydrolysiertem Material rohes Buchenholz, welches also noch nicht mit verdünnter Säure vorbehandelt worden war, direkt hydrolysiert wurde.
Beispiel 5 : Es wurde in gleicher Weise wie in Beispiel 1 verfahren, mit der Ausnahme, dass das Ligninpulver statt zum getränkten Material dem in die Kolonne eintretenden Chlorwasserstoffgas zugegeben wurde.
Beispiel 6 : Das Rohmaterial wurde durch Behandlung von Weizenstroh mit verdünnter Säure bei einer Temperatur von 1000C vorbereitet. Das Stroh war in 1 mm lange Stücke geschnitten. Das vorbehandelte, getrocknete Material wurde kontinuierlich mit Salzsäure getränkt. Nach vollendeter gleichmässiger Tränkung wurde das Material kontinuierlich durch ein langes Glasrohr gefördert, u. zw. mittels eines rasch strömenden Chlorwasserstoffgasstromes, welchem vor seinem Eintritt in das Rohr Diatomeenerde zugesetzt worden war. Das Material wurde mittels einer kalten Flüssigkeit, welche entlang der Aussenseite des Rohres strömte, auf 50C abgekühlt.
Das abgekühlte Material wurde nach dem Austritt aus dem Rohr, von dem Fördergasstrom in einem Cyklon getrennt und in ein Reifungsgefäss eingebracht, in welchem es einige Zeit belassen wurde. Das Material adsorbierte den grösserenT eil des erforderlichenChlorwasserstoffgases in Rohr und den Rest dieses Gases im Reifungsgefäss. Hierauf wurde das Material wieder mittels eines Chlorwasserstoffgasstromes mit hoher Geschwindigkeit durch ein anderes Glasrohr gefördert, welches von aussen auf eine Temperatur von 450C erhitzt wurde. Das vom Gasstrom getrennte Material gelangte hierauf wieder in ein weiteres Reifungsgefäss. Nachdem das Material einige Zeit lang in diesem Gefäss auf dieser Temperatur gehalten worden war, war die Hydrolyse beendet.
Das hydrolysierte Produkt wurde wieder mittels eines heissen Chlorwasserstoffgasstromes mit hoher Geschwindigkeit durch ein langes Rohr gefördert und es wurde die für die Tränkung verwendete Säure und das adsorbierte Gas aus dem verzuckerten Produkt zurückge-
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wonnen und direkt der Tränkungs- und Adsorptionsstufe zugeführt.
Die Abmessungen der verwendeten Apparatur und die Reaktionsbedingungen waren die folgenden :
EMI4.1
<tb>
<tb> Zuführungsgeschwindigkeit <SEP> des
<tb> vorbehandelten <SEP> Materials <SEP> 10 <SEP> kg/h
<tb> Feuchtigkeitsgehalt <SEP> dieses
<tb> Materials <SEP> 0, <SEP> 5 <SEP> kg/h
<tb> Zuführungsgeschwindigkeit <SEP> der <SEP> für
<tb> die <SEP> Tränkung <SEP> verwendeten <SEP> Salzsäure <SEP> 12, <SEP> 8 <SEP> kg/h
<tb> 35% <SEP> figer <SEP> Säure
<tb> Zuführungsgeschwindigkeit
<tb> von <SEP> Diatomeenerde <SEP> 0,
<SEP> 8 <SEP> kg/h
<tb> Hydrolysegrad <SEP> bezogen <SEP> auf
<tb> die <SEP> Theorie <SEP> 96%
<tb> Zuckerverlust <SEP> bezogen <SEP> auf
<tb> die <SEP> Theorie <SEP> 5%
<tb> Gesamte <SEP> Zuckerausbeute <SEP> 91%
<tb> Dimensionen <SEP> des
<tb> Adsorptionsrohres <SEP> 18 <SEP> mm <SEP> Durchmesser
<tb> 20 <SEP> m <SEP> Länge
<tb> Dimensionen <SEP> des
<tb> Hydrolyserohres <SEP> 18 <SEP> mm <SEP> Durchmesser
<tb> 6 <SEP> m <SEP> Länge
<tb> Dimensionen <SEP> des <SEP> Rückgewinnungsrohres <SEP> 50 <SEP> mm <SEP> Durchmesser
<tb> 20 <SEP> m <SEP> Länge
<tb> Geschwindigkeit <SEP> des <SEP> Gasstromes
<tb> im <SEP> Förderrohr <SEP> 30 <SEP> m/sec
<tb>
Bei Durchführung eines Versuches unter denselben Bedingungen, jedoch ohne Verwendung von Diatomeenerde, waren die Förderrohre schon sehr bald mit dem klebrigen Reaktionsprodukt verstopft,
während bei Anwendung eines Zusatzes dieser Substanz der Versuch durch lange Zeit hindurch ohne irgendwelche Schwierigkeiten durchgeführt werden konnte.
Beispiel 7 : Es wurde so wie in Beispiel 6 vorgegangen, mit dem Unterschied, dass an Stelle von vorbehandeltem Stroh die folgenden Rohmaterialien verwendet wurden.
1. Weizenstroh nicht mit Säure vorbehandelt,
2. Buchenholz mit Säure vorbehandelt,
3. Buchenholz nicht mit Säure vorbehandelt,
4. Sägespäne mit Säure vorbehandelt,
5. Sägespäne nicht mit Säure vorbehandelt,
6. Bagasse mit Säure vorbehandelt,
7. Bagasse nicht mit Säure vorbehandelt,
8. Abfallpapier in feine kurze Fasern zerteilt,
9. Abfallumpen in feine kurze Fasern zerteilt.
Alle diese Versuche zeigten dieselben Ergebnisse wie in Beispiel 6.
Beispiel 8 : Es wurde so wie in Beispiel 7 beschrieben vorgegangen, jedoch mit der Ausnahme, dass an Stelle von Diatomeenerde die folgenden Substanzen in trockenem Zustand und mit einer Teilchengrösse von weniger als 0, 1 mm als Zusatz verwendet wurden.
1. Reines Lignin,
2. industrielles Lignin mit einem Gehalt an Cellulose,
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3. Koksstaub,
4. Holzkohlenstaub,
5. Russ,
6. säurebehandelter Torfstaub,
7. trockener Ton,
8. feiner Sand,
9. Ziegelstaub,
10. Glasstaub.
Es wurden fast dieselben Ergebnisse wie in Beispiel 1 erhalten.
Beispiel 9 : Es wurde in der gleichen Weise wie in Beispiel 7 vorgegangen, wobei jedoch die die Klebrigkeit vermindernde Substanz auf verschiedene Weise, u. zw. wie folgt zugegeben wurde :
1. Zusatz der Substanz zum getränkten Material,
2. Zusatz der Substanz zum Chlorwasserstoffgas vordem Eintritt in das Adsorptionsrohr (obwohl dies dieselbe Art des Zusatzes ist, wie er in den Beispielen 6,7 und 8 beschrieben wurde, wird diese Art des Zusatzes an dieser Stelle wiederholt, um eine Vergleichsmöglichkeit mit andern Methoden zu haben).
3. Zusatz unter Kombination der unter 1 und 2 angegebenen Methoden,
4. ausser den unter 1, 2 und 3 genannten Zusatzarten wurde noch der Zusatz zum Chlorwasserstoff- gas vor dessen Eintritt in das Hydrolyserohr durchgeführt.
Bei allen diesen Versuchen zeigte sich eine ähnliche Wirksamkeit mit Hinsicht auf die Verminderung der Klebrigkeit.
Beispiel 10 : Es wurden drei horizontale Drehgefässe für die Hydrolyse von mit Säure vorbehandeltem Sägemehl verwendet. Diese Gefässe wiesen sechs Unterteilungen auf, mittels welcher die Materialteilchen angehoben und in den durch die Gefässe im Gegenstrom zum Material geleiteten Chlorwasser- stoffgasstrom fallen gelassen wurde. Es wurde pro Stunde 20 kg vorbehandeltes trockenes Sägemehl mit 25 kg 35% tiger Salzsäure in einer kontinuierlichen Tränkvorrichtung getränkt.
Das getränkte Material und eine Menge von 2 kg trockenen Tonstaubes mit einer Korngrösse von weniger als 0, 05 mm, wurden in das rotierende Adsorptionsgefäss eingebracht, in welchem die Materialteilchen, welche unmittelbar nach ihrem Eintritt in das Gefäss mit dem tonstaub bedeckt wurden, abgekühlt wurden und hiebei Chlorwasserstoffgas adsorbierten, während sie von einer infolge der Drehung des Gefässes angehobenen Unterteilung in einen Chlorwasserstoffgasstrom mit einer Temperatur von-100C herabfallen.
Das das Adsorptionsgefäss verlassende Material wurde in das zweite Gefäss eingebracht, wo die Hydrolyse vollendet wurde. In dieses zweite Gefäss wurde zusammen mit dem Material eine Menge von 1 kg frischen Tonpulvers pro Stunde eingebracht. In diesem zweiten Gefäss wurde das Material auf 40 bis 500C erhitzt und eine Zeit lang auf dieser Temperatur gehalten, wobei die Erhitzung mittels eines heissen Chlorwasserstoffgasstromes erfolgte. Es wurde hiedurch in diesem zweiten Gefäss eine Vervollständigung der Hydrolyse erzielt.
Das das zweite Gefäss verlassende verzuckerte Produkt wurde in das dritte Gefäss eingebracht, in welchem es mittels eines Chlorwasserstoffgasstromes hoher Temperatur erhitzt wurde, wobei sowohl die Tränksäure als auch das adsorbierte Gas wiedergewonnen wurde. In das dritte Gefäss wurde kein Tonpulver eingebracht.
Die Dimensionen der drei Gefässe waren wie folgt :
EMI5.1
<tb>
<tb> Nr. <SEP> d. <SEP> Gefässes <SEP> Durchmesser <SEP> in <SEP> m <SEP> Länge <SEP> in <SEP> m
<tb> 1 <SEP> 0, <SEP> 5 <SEP> 2
<tb> 2 <SEP> 0,5 <SEP> 1,5
<tb> 3 <SEP> 0, <SEP> 6 <SEP> 3
<tb>
Der Hydrolysegrad bezogen auf die Theorie, war 951o im zweiten Gefäss und der Zuckerverlust im dritten Gefäss betrug bezogen auf den Gesamtzucker, 70/0. Irgendwelche durch die KlebrigkeitdesMaterials hervorgerufenen Schwierigkeiten wurden im Verlauf von lange andauernden Versuchen nur in den seltensten Fällen festgestellt.
Beispiel 11 : Es wurde in derselben Weise wie in Beispiel 10 verfahren, mit der Ausnahme, dass an Stelle von trockenem Tonpulver eine der folgenden Substanzen in einer Korngrösse von weniger als 0, 1 mm verwendet wurden :
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1. Pulverisierte Kohlenasche,
2. Ziegelstaub,
3. Gemisch von Bimssteinstaub und Lignin,
4. Gemisch von Diatomeenerde und Lignin,
5. säurebehandelter Gesteinsstaub.
Es wurden ähnliche Ergebnisse wie früher erzielt.
PATENTANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Verzuckerung von cellulosehaltigem Material nach der Chlorwasserstoffgas-Suspensions-Methode, bei welcher das mit Salzsäure getränkte Material in Chlorwasserstoffgas suspendiert und in dieser Form der Verzuckerung unterworfen wird, dadurch gekennzeichnet, dass eine gegen- über Chlorwasserstoffgas inerte oder geringe Reaktionsfähigkeit besitzende trockene Substanz mit einer durchschnittlichen Teilchengrösse zugesetzt wird, welche geringer ist als die Teilchengrösse des cellulosehaltigen Materials.
2. VerfahrennachAnspruchl, dadurch gekennzeichnet, dass das Material durch Förderung in einem Chlorwasserstoffgasstrom in Suspension gehalten wird.